02/23/18

Mein Lieblingsquilt, Design-Boards als Hilfe und ein Tipp zum Anbringen vom Binding

Auch wenn ich in den letzten Monaten nicht so fleißig gebloggt habe, so habe ich doch weiterhin genäht. Nicht alles ist spannend und einen Blogpost wert aber dieser Quilt ist es für mich schon, auch wenn es wirklich eine ganze Weile her ist, dass ich ihn fertig gestellt habe. Wobei – im Grunde ist das mein übliches Etappen-Projekt gewesen. Als die Fotos entstanden sind war die Decke schon mehrere Wochen im Einsatz. Ich hätte sie besser nochmal bügeln sollen. Die Knitterfalten auf den Bildern sind nicht dem Stoff oder Futter, sondern dem Alltag in unserer Familie geschuldet.

Meine Quilts nähe ich zu großen Teilen über eine Ewigkeit hinweg. Oft schneide ich zu, nähe einen Probeblock, und dann ist erstmal Pause. Dann nähe ich das Quilttop mehr oder weniger am Stück in mehreren Abend-Sessions und dann liegt die Decke. Und liegt. Denn das Erstellen des Sandwiches schiebe ich immer vor mir her. Eine blöde Arbeit, die unseren Esstisch für eine Weile blockiert. Wenn das mal geschafft ist kommt das Quilten meist direkt hinterher. Denn auch dafür brauche ich den großen Esstisch. Und dann noch das Binding. Mache ich eigentlich ganz gerne, aber bevorzugt als Zeitvertreib auf langen Autofahrten.

Da aber die Decken in aller Regel keinen großen Termindruck haben, lasse ich mir dieses zugegeben etwas eigenwillige Verhalten durchgehen.

Bei dieser Decke war es im Grunde nicht anders. Und so ist sie über einen Zeitraum von 12 Monaten fertig geworden. Sie ist für mich deshalb etwas ganz Besonderes, weil ich von Anfang bis zum Ende noch nie so viel Freude mit einem Projekt hatte. Das gilt im Übrigen auch für die fertige Decke. Sie wird benutzt und geliebt, vorrangig von meiner älteren Tochter.

Was ich so an dieser Decke mag? Zum einen die Stoffe. Alle verwendeten Stoffe (außer ein paar Fitzelchen Braun und Beige für die Äpfel und Hunde) stammen aus verschiedensten Kollektion von Bonnie & Camille. Die Stoffe des sympathischen Mutter-Tochter-Duos haben sich als meine Dauer-Lieblinge herausgestellt. Die Serien sind immer unter einander kombinierbar, farbenfroh und irgendwie zeitlos. Schon beim Zusammenstellen der Stoffe ging mir das Herz auf.

Zum Anderen ist es mein erster Quilt mit dunkler Hintergrundfarbe und ich frage mich, warum ich das nicht schon viel früher probiert habe. Die Farben strahlen so und die Oberfläche ist viel alltagstauglicher als mit dem üblichen Weiß.

Ich habe Robert Kaufmann Essex Yard Dyed Linen in “Steel” verwendet. Es ist eine Baumwoll-Leinen-Mischung. Die Optik ist eher an Leinen angelehnt, durch den Baumwollanteil ist der Stoff aber nicht so elastisch wie Leinen, was beim Patchwork sehr von Vorteil ist.

Viele Quiltmuster sprechen mich an. Beim Nähen stellen sie sich dann aber manchmal als mühsam oder unglaublich langweilig heraus. Der selbe Block immer und immer wieder. Nicht so dieses Muster. Jeder der 30 Blöcke ist anders. Damit hatte ich wirklich Spaß! Das Muster hat Moda gemeinsam mit seinen Designern vor ein paar Jahren veröffentlicht. Die Anleitung für die Buchstaben wurde in einem Blog-Hop unter dem Titel “Spell it with Moda” in einer weiteren Aktion unter “Spell it with Fabric” über Wochen auf verschiedensten Webseiten veröffentlicht. Wer sich nicht die Mühe des Zusammensuchens machen will, findet auf diesem Pinterest-Board alle Links. Die Schnittmuster sind kostenlos.

Natürlich kann man mit Hilfe der Buchstaben auch etwas ganz Eigenes schreiben. Als Bonus gibt es hier auch die Anleitung für Zahlen.

Da für die Decke 30 Blöcke gebraucht werden, das Alphabet aber bekanntlich nur 26 beisteuern kann, sind 4 Blöcke frei, die individuell gestaltet werden können. Mit dem Boot habe ich einen Vorschlag aus dem Blog-Hop aufgegriffen. Das Herz ist frei entstanden.

Mit der Anordnung und den 4 Extra-Blocks habe ich etwas rumprobiert. Den ersten Versuch mit der Erdbeere habe ich wieder verworfen. Am Ende habe ich mich aber doch geärgert, dass ich die 4 Blöcke nur in die Mitte gesetzt und nicht besser über die Decke verteilt habe. Aber irgendwas ist ja immer.

Die Hunde wollte ich schon länger einmal nähen. Sie stammen aus dem Schnitt “Dog Gone Cute” von Sew Fresh Quilts. Ich konnte so gerade eben zwei in das Maß des Blocks reinquetschen.

Die Äpfel sind ein Block aus Lori Holts Buch “Farm Girl Vintage” und heißt “Apple Picking”.

Eben diese Lori Holt, die mit ihrem Blog “Bee in my Bonnet” zu den Urgesteinen der amerikanischen Quiltszene gehört, hat mir etwas Entscheidendes beigebracht:

Auch sie versucht ihre Nähzeit effizient zu nutzen und arbeitet deshalb oft an mehren Quiltblocks parallel. Das bedeutet mehr als einen Block gleichzeitig zuschneiden, nähen, bügeln, wieder nähen. Bei diesen Muster muss wie so oft immer wieder zwischendurch zum Bügelbrett gewandert werden. Man kann ihn nicht am Stück zusammen nähen, weil Nähte aufeinandertreffen, bei denen die Nahtzugaben auf die richtige Seite gebügelt werden müssen bevor es weiter gehen kann.

Und zwischen diesen einzelnen Stufen, und manchmal auch nur weil ein Anruf das Nähen unterbricht, weiß man nicht mehr was wo angenäht gehört und das Puzzeln beginnt. Oder schlimmer noch: Ein Teil wird falsch zusammengesetzt, der Fehler bleibt unentdeckt und fällt erst viel später auf und das Korrigieren ist ein riesen Aufwand. Also hat sie sich Platten gebastelt, auf denen sie die Blöcke auslegt. Erst die Schnittteile einzeln, später dann als Transportmittel zwischen Nähmaschine und Bügelbrett.

Nach jedem Schritt wird das Teil wieder korrekt aufgelegt und Fehler fallen sofort auf bzw. können so oft ganz vermieden werden. Diese Platten, Design Boards genannt, kann man gut stapeln und so ohne Durcheinander mehrere Blöcke auf einmal bearbeiten.

Ich bin ihrem Anleitungsvideo für ihre Design Boards gefolgt und habe mir eigene gebastelt. Dafür benötigt man Form Board. Ich habe mir mehrere Platten in der größten verfügbaren Größe beim Idee Creativmarkt gekauft und sie mit einem Teppichmesser in kleinere Stücke geschnitten. Alternativ gibt es sie auch bei Amazon (Affiliate Link) Diese Menge reicht aber für mehr als eine Person. Es gibt sie in verschiedenen Stärken. 5-6 mm ist eine gute Wahl. Wenn sie zu dünn sind knicken sie beim Tragen leicht.

Beklebt habe ich sie mit der Vlieseline 272 Thermolam. Sie ist kostengünstig und die aufgelegten Stoffe haften am Material und verrutschen nicht. Das Vlies wird mit ein paar Punkten Heisskleber auf dem Form Board fixiert. Anschließend werden die Boards mit einem Binding eingefasst, das ebenfalls mit Heißkleber angebracht wird.

Das Binding sieht nicht nur nett aus, sondern hilft auch dabei, dass sich das aufgeklebte Vlies an den Ecken nicht ablöst und man sich beim Tragen nicht an den Schnittkanten verletzt.

Nachdem ich mir bei herkömmlichen Heißklebepistolen immer furchtbar die Finger verbrenne und rum kleckere, habe ich mir vor 2 Jahren diesen Glue Pen gekauft. Er hat sich als eine sehr gute Investition herausgestellt. Die Patronen sind dünner und das Ergebnis dank der kleinen Öffnung präziser. (Affiliate Link).

Diese “Design Boards” habe ich seit erstellen dieser Decke bei jedem Patchwork-Projekt im Einsatz und will sie nicht mehr missen. Manchmal nutze ich sie auch, um meine Ufos im Nähzimmer zu sortieren, damit Teile und Schnittmuster nicht abhanden kommen, während ich an etwas anderem arbeite. Gestapelt nehmen sie nicht viel Platz weg.

Was das Füllmaterial betrifft, verwende ich schon seit geraumer Zeit nur noch Vlies mit sehr hohem Baumwollabteil. Sie sind nicht so flauschig sondern eher fest und flach, ohne jedoch dabei steif zu sein. So lassen sich die Decken viel besser quilten. An heißen Sommertagen schlafen wir darunter (ein Tipp von Iva von SchigSchnag Quilts and more – vielen Dank dafür!) Es schläft sich wirklich sehr gut unter diesem Material. Ich kann es sehr empfehlen.

Ein weiterer Vorteil der hochwertigen Baumwoll-Vliese ist, dass man in einem Abstand von bis zu 10 inch/25cm quilten kann, ohne dass sich das Innenleben verschiebt. Da ich kein sonderlich ambitionierter Quilter bin und auch in diesem Fall nur minimal gequiltet habe damit die Decke nicht zu fest wird, ist das für mich ein weiterer Grund dieses Vlies zu wählen. Ich habe die Buchstaben innerhalb einer Naht auf der Vorderseite ganz simpel gequiltet.

Auch die Rückseite ist ein Stoff von Bonnie und Camille aus der Serie Vintage Picnic. Diesen Stoff gibt es auch als überbreite Version. Diese Alternative gibt es erfreulicherweise zu immer mehr Stoffserien. Normale amerikanische Stoffserien sind 110 cm breit, viele deutsche Serien bis zu 150 cm. Das sind sie für die meisten Quilts zu schmal (beim Quilten benötigt man zusätzlich zur regulären Breite der Decke zu allen Seiten einen Sicherheitsüberstand von 5-10cm). Deshalb muss die Rückseite meist aus 2 Stoffen in der Breite zusammengefügt werden. Das ist zum einen aufwändig (hier ist allerdings der perfekte Trick von Erin Jensen/Mommy2Lu, wie man es bei einem Musterstoff am besten löst) und zum anderen teuer, weil man die doppelte Länge kaufen muss.

Überbreite Stoffe sind nur ein paar Euro teurer als die Basisstoffe, verfügen aber über eine Breite von 2,71 Meter! Damit ist die Rückseite ruck-zuck fertig, sie ist günstiger als die herkömmliche Variante und sieht professionell aus. Meine Freundin Grete vom Stoffsalat hat einige in ihr Programm aufgenommen. Im Internet habe ich auch schon schöne Varianten selbst genähter Bettwäsche in allen erdenklichen Breiten aus Tula Pinks Free Fall-Stoffen gesehen.

Was das Binding betrifft habe bei dieser Decke einen Tipp ausprobiert. Bisher habe ich die Ränder mit meiner Overlock eingefasst und dann das Bindung meist vorne mit der Maschine, hinten mit der Hand angenäht.

Diesmal habe ich das Binding auf der Rückseite mit einem Pritt-Stift angeklebt. Alles bleibt liegen und verrutscht nicht. Diesen Tipp kann ich definitiv weiterempfehlen.

Was macht einen Quilt für Euch zu etwas Besonderem? Ich habe schon so manche genäht und die meisten habe ich ohne Trennungsschmerz verschenken können. Dieser hier ist nach wie vor mein Liebling und wird bleiben. Mal sehen wann er abgelöst wird. Ich nähe schon parallel an drei weiteren Decken.

Viele Grüße
Barbara

 

 

02/3/18

Die Brax-Tasche oder Frau Machwerk hat sich selbst übertroffen. Mal wieder.

Ihr Lieben,

erst einmal ganz herzlichen Dank für Euer reges Interesse an meinen Stoff-Flohmarkt. Um ehrlich zu sein wurde ich von der Nachfrage ziemlich überrumpelt. Binnen weniger Stunden war so gut wie alles weg und ich hatte eine Menge zu verpacken und zu verschicken. Das war am Ende doch zeitintensiver als ursprünglich angenommen. Jetzt ist aber alles soweit geregelt und ich hoffe die Pakete sind wohlbehalten bei Euch Käuferinnen angekommen.

Allerdings muss ich sagen, dass mich der Blick des Postbeamten verfolgt, den er für mich übrig hatte als ich mit über 60 Paketen um die Ecke bog. 15 Minuten vor Schließung der Filiale. Der war nicht ohne.  Ich fürchte ich muss mir eine neue Postfiliale suchen.

Es tut mir wirklich leid, dass am Ende nicht jede das bekommen konnte, was sie gerne gehabt hätte. Ich hätte wirklich gerne alle Interessierten mit Post erfreut. Trotzdem kann ich der Aktion viel Gutes abgewinnen denn:

1. Ich hatte noch nie so viele Brieffreundschaften gleichzeitig

2. Ich kann endlich meine IBAN-Nummer auswendig. Vorwärts, rückwärts und zu jeder Tages- und Nachtzeit.

3.  Ich habe deutlich Platz geschaffen. Ein schönes Gefühl. Jetzt steht nur noch die “Ebay-Ecke” im Keller an. Jede Menge aussortierte Dinge aus dem Haushalt sowie Kindermöbel. Und ein zweiter Flohmarkt mit weiteren Büchern, Nähzubehör und Jersey. Aber am Ende wird auch dieser geschaffene Platz zufrieden machen. Alles in allem kann ich Aussortieren wirklich empfehlen. Das hat etwas sehr Befreiendes.

4.  Ich habe so liebe Rückmeldungen von Euch bzgl. meines Blogs bekommen, das ich das wirklich zum Anlass nehmen möchte wieder öfter einen Blogpost zu schreiben. Auch wenn ich weiterhin für nichts garantieren kann. Hier bei uns weiß man nie so genau wann der Wahnsinn einschlägt und andere Dinge in den Vordergrund drängen. Aber ich will mich mehr darum bemühen.

In den letzten Monaten habe ich mich tatsächlich gefragt, ob Blogposts überhaupt noch gelesen werden. Seitdem sich so viel drüben auf Instagram abspielt, wo eben schnell ein Handyfoto hochgeladen und kommentiert wird, war ich mir nicht sicher, ob sich Menschen noch Zeit für die aufwändigere Lektüre nehmen. Viele Blogger sind zu Instagram gewandert, wo es mittlerweile eine sehr lebendige und internationale Näh-Community gibt.

Ursprünglich ist Instagram ein ganz spontanes Medium, das mit Handyschnappschüssen arbeitet. Die vielen Berufs-Instagrammer machen natürlich hochprofessionelle Kamerabilder, bearbeiten sie, legen die Veröffentlichung genau fest und schreiben professionelle Texte. Aber selbst das ist dreimal schneller geschehen als der gute, alte, ausführliche Blogpost. Ich muss aber feststellen: Ich mag die aufwändigere Version lieber. Auch wenn ich sie Euch nicht so häufig bieten kann.

Die Tasche, die ich Euch heute zeigen möchte, ist für mich aber in jedem Fall einen Blogpost wert. Wenn auch sehr spät. Diese Tasche ist schon vor Monaten entstanden. Für mich ist sie aber aus vielerlei Gründen etwas ganz Besonderes: Sie ist nicht nur mein Probestück für Frau Machwerks Taschenschnitt “Dany”, sondern gleichzeitig ein Gemeinschaftswerk von uns und meine erste reine Ledertasche.

Martina hat mir im letzten Herbst eine Email mit dem neuen Schnitt zum Testen geschickt und die ersten Fotos ihrer Mustertasche, die sie zur Veranschaulichung mit angehängt hatte, gefielen mir außerordentlich gut. Gefühlt habe ich schon 7.000 Taschen zu Hause, doch im Alltag hat sich herausgestellt, dass ich immer zu denselben greife. Dieser Taschenschnitt versprach in diese Kategorie zu fallen.

Wie Frau Machwerk das immer macht? Auf dem besten aller Wege, indem sie Taschenschnitte konzipiert, die genau zu ihren Bedürfnissen passen. Und damit doch in aller Regel auch zu den Bedürfnissen von uns Frauen generell, oder? Eine kleine Clutch? Pffff, die mag zwar nett aussehen, aber wie füllt man sie? Mit einem einsamen Taschentuch, dem Haustürschlüssel ohne dem restlichen Schlüsselbund und einem dieser kleinen Portemonnaies, die nur Scheine und kein Münzgeld aufnehmen? Wer hat die überhaupt erfunden und warum??? Ich wette, er (es muss ein ER gewesen sein, Frauen sind zu praktisch für sowas. Moment, ich korrigiere, Frauen tragen auch 12cm Absatzschuhe. Ich ziehe den Gedanken wieder zurück). Also ich wette der oder die Erfinderin haben schon beim ersten Ausgang mit dem dollen neuen Portemonnaie ohne Münzfach vor einer Parkuhr gestanden und doof aus der Wäsche geschaut. Oder vor einem hochtalentierten Straßenmusiker.

Ich habe jedoch, genau wie Frau Machwerk, ein ordentlich großes Portemonnaie. Mit Münzfach. Ich mag zwar keine Parkuhren und Politessen, aber ich liebe gute Straßenmusiker. Und ich habe regelmäßig Schnupfen. Ich habe zwar nur ein Haus, aber viele Schlüssel. Und ich habe eine Brille. Und eine Sonnenbrille. Und jede Menge anderer Dinge, die ich täglich mit mir rumtrage. Also brauche ich mindestens eine mittelgroße Tasche. Viele Unterteilungen haben sich auch sehr bewährt damit ich mit einem Griff alles finde. Und eine Verschlussmöglichkeit um unerwünschte Eingriffe zu verhindern. Wer gerne ein Taschentuch oder eine Kopfschmerztablette haben will, kann mich gerne danach fragen. Und wer mein Geld will, sollte besser wirklich gute Musik im Tausch machen. Ansonsten behalte ich es gerne bei mir. Deshalb ist ein Reißverschluss oben als Reingreif-Schutz meine liebste Variante.

Sehr hilfreich ist auch ein langer Riemen, den man im Eifer des Gefechts mit zwei Kindern an der Hand und einem Wocheneinkauf in dicken Tüten quer am Körper tragen kann. Damit sind beide Hände frei und trotzdem alles sicher vor unerwünschten Eingriffen. Kurzum: Der Taschenschnitt “Dany” erfüllt alle diese Kriterien.

Darüber hinaus habe ich im Alltag festgestellt, dass ich Ledertaschen bevorzuge. Ich mag die Haptik von weichem, echtem Leder. Ich mag wie Leder aussieht. Auch dann noch wenn es altert und Macken bekommt. Und es ist viel schmutzunempfindlicher als Stofftaschen. Also habe ich kurzerhand beschlossen, die Tasche komplett aus Leder zu nähen.

Direkt nach diesem Entschluss hat mich der Mut schon wieder verlassen, denn Leder hat auch seine Tücken. Jede Naht muss im ersten Versuch sauber genäht werden. Schaffe ich das, ohne den Schnitt vorher zu kennen? Noch dazu ein ganz neuer Schnitt, der noch in der Testphase ist?

Viele Nähmaschinen haben leider sehr mit Leder zu kämpfen. Das dicke, stoppende Material zu transportieren ist eine echte Herausforderung. Maschinen mit einem Obertransport kommen da deutlich weiter. Und an einem Nähfuss mit Gleitsohle führt im Grunde auch kein Weg vorbei.

Und während ich noch so vor mich hin grübelte, landet eine weitere Email von Frau Machwerk in meinem Postfach: “Ach so, übrigens, ich gebe nächste Woche einen Taschenkurs in Bochum. Hast Du Lust auf einen Kaffee vorbeizukommen? Ich bringe auch die Schnallen mit, die Du vielleicht brauchen kannst.”

Also habe ich Chance ergriffen um Martina nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder zu sehen und sie so ganz nebenbei zu meinem geplanten Nähvorhaben zu befragen. Währenddessen erfahre ich, dass eine Teilnehmerin wg. einem Schlüsselbeinbruchs für den kommenden Tag ausfällt und ich spontan einspringen könnte.

Gesagt, getan, Uns so habe ich meine ersten Ledertasche unter den wachsamen Augen der Ledertaschen-Queen in einem ihrer sehr beliebten Kurse genäht und die Industriemaschine der Ladeninhaberin Astrid für die schwierigen Nähte nutzen dürfen. Das war wirklich Gold wert, denn meine Bernina, so hat sich herausgestellt, kommt ab 4 Lagen dickem Leder nicht mehr mit. Und selbst die Industriemaschine vor Ort hat die finale Naht oben, an zwei entscheidenen Stellen mit ich glaube 6 Lagen Leder, nicht mehr geschafft. Nur Martinas bravem Ledertrecker daheim ist es zu verdanken, dass diese Tasche so fertiggestellt werden konnte, wie ich sie gerne haben wollte. Denn sie hat die Tasche am Ende mit nach Hause genommen und die finalen Stiche an ihrer Industrie-Ledermaschine gemacht. Mit dem Ergebnis, dass ich jetzt auch so eine dolle Maschine haben will.

Ich habe die Tasche aus recht dickem aber butterweichen Rindsleder genäht, das ich mir mal beim Lederversand Berlin gekauft habe. Innen habe ich sie mit einem meiner Lieblingsstoffe von Zen Chic aus der Serie “For You” gefüttert, gekauft im Stoffsalat (die Kollektion ist inzwischen nicht mehr erhältlich). Ich wollte eine sehr schlichte, klassische Tasche. Während ich sie zusammengenäht habe dachte ich immer wieder: “Oh nee, sie wird furchtbar langweilig aussehen!”. Man erkennt tatsächlich nicht mehr so recht, dass sie selbstgenäht ist. Mit der fertigen Tasche in der Hand muss ich aber sagen: Ich mag sie so. Sie gefällt mir. Sie ist klassisch, gleichzeitig sehr praktisch aufgeteilt und hochwertig. Und ich habe sie mir selbst gemacht auch wenn das nur ich weiß. Naja, ab jetzt wisst Ihr es auch.

Wie immer machen die Details das Design aus. Und so war klar, dass ich nur hochwertiges Leder und Zubehör verwenden werde. Die Reißverschlüsse in Metalloptik sind sehr stabil und super zu verarbeiten. Sie sehen nämlich nur aus wie Metall und sind in Wirklichkeit aus Kunststoff. Die schlichten Schieber haben dieser Tasche bei Martina den Spitznamen “Die Brax-Tasche” beschert. Auch die silbernen Bodennägel von Prym werten die Tasche auf. Die Reissverschlüsse gibt es in vielen Farben und mit unterschiedlichsten Schiebern im Machwerk-Shop.

Für die nicht so routinierten Taschennäher noch der kleine aber wertvolle Tipp: Spare niemals am Reißverschluss. So eine Tasche hält lange und die Reissverschlüsse werden hunderte Male auf und zu gemacht. Das macht ein normaler billiger Reißverschluss nicht allzu lange mit. Da er in vielen Fällen im Nachgang nicht auszutauschen ist, landet die Tasche damit in der Ecke oder im Müll. Und das wäre ein Jammer. Da kommen schon einige Arbeitsstunden und Euro Materialwert für eine solche Tasche zusammen.

Ein paar Euro am Reissverschluss einzusparen kommt einem da teuer zu stehen. Wer die Metalloptik nicht mag, dem empfehle ich die Reißverschlüsse von “by Annie”. Qualitativ sind sie gleichwertig und ebenso breit wie die aus dem Machwerk-Shop in Metalloptik.  Auch sie sind für die Nutzung an Taschen konzipiert und in vielen Farben als Meterwaren abgepackt erhältlich.

Auch wenn mein gewähltes Leder in diesem Fall eine Herausforderung war, ist es mit einer guten Maschine und nicht so dickem Leder eine machbare Aufgabe eine Ledertasche zu Hause zu nähen. Wie Ihr den Mustern von Martina und den Probenähern aber entnehmen könnt, sieht sie auch in anderen Materialien, besonders aus dickem Canvas oder Zeltplane fantastisch gut aus. Die Kombination Oilskin mit Lederakzenten will ich unbedingt auch noch versuchen.

Dann werde ich die Tasche auch inklusive der vorgesehenen Außentaschen nähen. An dieser Tasche habe ich sie weggelassen, weil ich nicht mehr genügend Leder hatte. Wie Ihr seht wirkt der Schnitt ohne die vorgesehenen Außentaschen weniger sportlich und eher klassisch.

Die Anleitung ist wie immer in bewährter Machwerk-Bild-für-Bild-Anleitungs-Qualität hier als Download erhältlich und für jeden gut zu meistern, der schon über ein klein wenig Taschennäherfahrung verfügt. Ich glaube, der “Dany” wird ein Taschenklassiker. Gerade nach dem ersten Tragen im Alltag muss ich sagen: Martina hat bei dieser Tasche wirklich an alles gedacht.

Ganz abgesehen davon, dass ich mit einer schönen Ledertasche belohnt wurde, war der Taschenkurs auch sonst eine tolle Erfahrung. Nähen in Gemeinschaft ist immer schön und lehrreich. Und ganz besonders, wenn Martina mit dabei ist. Sie hat ein unglaubliches Wissen und einen Erfahrungsschatz, den sie jederzeit bereitwillig teilt. Noch dazu geht es in diesen Kursen unerwartet handfest zu, wenn an Profimaschinen z.B. Ösen eingeschlagen werden. Das war wirklich toll.

Und so ganz nebenbei habe ich auf diesem Weg mitbekommen, dass wir eine unglaublich nette Nähschule in Bochum haben, die ich bis dahin noch gar nicht kannte.”Die kleine Nähschule” von Astrid Alberts ist unter anderem mit einer Industriemaschine ausgestattet, die alle Nahkursbesucher für Projekte dieser Art nutzen können.

Auch wenn der Aufwand etwas größer war, glaube ich, dass der Dany nicht meine letzte Ledertasche war.

Habt ein schönes Wochenende!
Barbara

01/25/18

Erste Einblicke in mein neues Nähzimmer & der Das-mach-ich-nachts-Flohmarkt

Gestern Abend habe ich bei Molli Starkles den Einleitungstext von Sarah Fielkes Buch “Quilting from little Things” gelesen und mir ging es wie Molli – sie spricht mir aus der Seele. In der Einleitung heißt es:

“My stash is large, but it’s never large enough. I don’t ever feel bad about how much fabric I have – the fabric is as essential to my inspiration as the actual construction of the quilts. 

Buy fabrics because you love them and because they make your heart sing, not because they have a special purpose. One day, the perfect fabric will jump right into your hands from your cupboard, without your ever knowing the reason for which it was bought! These random discoveries are what make your choices interesting and exiting rather than pre-determined. “

(Frei übersetzt steht da: “Ich habe eine große Stoffsammlung, sie ist aber trotzdem nie groß genug. Ich fühle mich nicht schlecht deswegen. Die Stoffe sind Quelle meiner Inspiration. Kaufe Stoffe einfach weil Du sie liebst und sie Dich ansprechen, nicht zwingend mit einer festen Idee im Kopf. Eines Tages wird dieses Stoffstück die perfekte Ergänzung zu einem Deiner Projekte sein ohne dass Du das beim Kauf vor Augen hattest. Diese spontanen Kombinationen zu Hause machen Stoffzusammenstellungen erst interessant und spannend.”)

Ich bemühe mich immer Stoffe mit einer Idee im Kopf zu kaufen. Schon allein um absehen zu können wie viel ich davon wohl brauchen werde. Aber allzu oft passiert genau das: Ich verwende sie am Ende ganz anders als ursprünglich gedacht. Mir ist es schon passiert, dass mir ein Stoffstapel beim Einräumen aus der Hand gefallen ist und die zufällige Stoffkombination, die plötzlich vor mir auf dem Boden lag, Inspiration für einen Quilt war.

Jeder, der hier schon lange mitliest weiß: Das Mädel hat Stoffe zu Hause. Viieeele Stoffe. Und ich liebe sie, sie inspirieren mich, und ich stehe zu meiner großen Sammlung. Und trotzdem werde ich mich von einem Teil trennen.

In den letzten Monaten hat sich bei uns zu Hause viel verändert. Räume wurden hin und her gezogen und renoviert. Wir haben ein Au Pair in unsere Familie aufgenommen und mussten, damit ein freies Zimmer für sie entsteht, alle ein bißchen zusammenrutschen. Meine Stoffe sind in den Keller gezogen.

 

 

Hier ein erster kleiner (noch recht chaotischer) Einblick in mein Nähzimmer im Keller. Diesmal alles hinter Türen damit es etwas ordentlich aussieht, Stauraum geschaffen wird und meine Schätze nicht einstauben. Wenn es fertig ist, zeige ich es dann mal ganz ausführlich.

Und auch wenn ich dort reichlich Platz habe, war es eine spannende Erfahrung jeden einzelnen Stoff in die Hand zu nehmen, in einen Wäschekorb zu legen und in den Keller zu tragen. Ich habe dabei Schätze wiederentdeckt, spontane Kombinationen im Kopf erstellt und auch entschieden, welche Stoffe, Zeitschriften und Bücher ich nicht mit umziehe. Und daraus ist dann eine Flohmarktkiste entstanden. Genau genommen drei Kisten.

Jeder dieser Stoffe hat mir Freude bereitet. Er hat mich mindestens einmal (beim Kauf) zu etwas inspiriert. Aus vielen habe ich etwas genäht und ich gebe Reststücke ab. Einige warten noch auf einen Verwendungszweck und sind nie angeschnitten worden. Es sind auch einige Kinderstoffe dabei. Meine Mädels sind schon so groß und Farbvorlieben haben sich mit den Jahren völlig verändert. Es ist so ein schöner Gedanke, dass damit jemand von Euch Freude hat und der Stoff Euch zu etwas inspiriert.

Ich habe 2011 damit begonnen Designerstoffe zu kaufen. Viele der Stoffe sind längst nicht mehr erhältlich. Es sind auch ein paar echte Schätze dabei. Es handelt sich fast vollständig um Designer-Baumwollstoffe, Pre-Cuts, laminierte Baumwolle, Batist und Wachstuch. Zusätzlich habe ich Bücher, Zeitschriften und Restekisten eingestellt.

Vor ich glaube 2 Jahren gab es schon einmal einen Stoffverkauf hier. Ich habe das damals über den Blog abgewickelt was irgendwie unübersichtlich war. Deshalb habe ich mich diesmal entschieden einen eigenen Instagram-Account dafür anzulegen. So ist es übersichtlicher. Ich verkaufe die Stoffe in Paketen. Manchmal sind mehrere Bilder pro Paket hinterlegt. Jedes Paket ist nummeriert und genau beschrieben.

Ich habe in den Paketen Stoffe so zusammengestellt, wie ich sie miteinander vernähen würde. Das ist natürlich mein ganz persönlicher Geschmack. Manchmal sind es auch Farbpakete. Oft sind es Stoffe unterschiedlicher Hersteller und die Stücke sind sehr unterschiedlich groß. Ich habe alles genau vermessen, fotografiert und im Text unter dem jeweiligen Bild beschrieben. In Summe sind es 90 Stoffpakete und 18 Bücher. Wenn Stoffe als Paket zusammengefasst sind, sind sie auch nur als Paket zu verkaufen.

Es ist alles dabei: Zu verschenken, Überraschungs-Restekisten, von mir zusammengestellte Stoffpakete, einzelne Stoffe vom Fat Quarter bis zum 3-Meter Stück, Pre-Cuts (Kelly Rolls, Layer-Cakes, Fat-Eight und Fat-Quarter-Pakete) und echte Raritäten.

Der Account heißt das_mach_ich_nachts_flohmarkt und ist hier zu finden. Die Teilnahmebedingungen findet ihr hier. Gelegentlich habe ich auch Inspiration zur Verarbeitung als Bild angefügt. Alle hier gezeigten Bilder sind Stoffpakete, die ich über den Flohmarkt abgebe, teilweise mit Inspiratrionsbildern versehen oder mit einem Foto, was ich daraus genäht habe.

Achtung: Wer keinen Instagram -Account hat kann über den Link trotzdem schauen und mir einfach einen Email an Barbara.borchert(ät)yahoo.com schicken und mir bei Interesse die Paketnummer nennen. Dann wickeln wir das per Email ab. Verkaufte und bezahlte Pakete werden gelöscht. Damit wird hoffentlich aus aktuell 108 Paketen bald etwas weniger…

In einer zweiten Runde werde ich noch ein paar Bücher, Jerseys, Nähmaschinenzubehör und weitere Stoffarten einstellen. Darüber werde ich hier im Blog informieren und wer den Instagram-Account abonniert wird es auch dort mitbekommen.

Danke für Euer Interesse!
Viele Grüße

Barbara

12/17/17

Über das Schenken und Beschenkt werden

Kindheitserinnerungen. Der Heilige Abend ist da. Die Aufregung und Vorfreude unter uns sechs Geschwistern kann man fast mit Händen greifen und unterm Baum liegen schön verpackte Geschenke. Für jedes Kind ein kleines Häufchen, sicherheitshalber mit Namensschildchen versehen. Wir stehen vor dem schön geschmückten Baum, bestückt mit vielen Anhängern, die mit Erinnerungen verbunden sind. Alle gemeinsam singen wir “Stille Nacht”. Mit acht Personen kann sich unser kleiner Chor durchaus hören lassen. Ein erster Blick streift über die Geschenke und jedes Kind versucht auszumachen, ob ein Weihnachtswunsch größentechnisch in eines der Geschenke passen könnte. Ja, das längliche Paket könnte es sein. Ein Lächeln huscht über ein Kindergesicht. Ein paar kleine Geschenke kann ich in meiner Ecke nicht zuordnen. Aber das quadratische in Schuhkartongröße, das wird als letztes auspackt. Und zwar genüsslich.

Es ist so liebevoll und schön verpackt und der Handschrift am Anhänger gibt letzte Gewissheit über die Herkunft. Hier ist schon jetzt klar: Da ist etwas besonders Schönes drin. Der Geber hat von jeher das Wesen des Schenkens verstanden: Er macht sich in jedem Jahr Gedanken über ein Geschenk, das Freude macht. Eines, das überrascht und zum Beschenkten passt.

Oh ich hoffe, jeder von Euch hat diesen Moment schon erlebt. Das Auspacken eines besonderen Geschenks. Für mich ist es eine der schönsten Kindheits-Weihnachtserinnerungen und der Grund, warum ich mich auch als Erwachsene weigere auf das Schenken zu verzichten. Und warum ich so gerne Weihnachtsgeschenke hübsch verpacke.

Natürlich kann ich mir was ich brauche auch selbst kaufen. Aber ich kann mir diese Vorfreude beim Auspacken nicht schenken. Das überrascht werden. Die Begeisterung, wenn jemand etwas für mich ausgesucht hat worauf ich gar nicht gekommen wäre und damit dennoch goldrichtig liegt. Dieses Gefühl ist in jedem Alter schön.

Als Grete vom Stoffsalat vor ein paar Monaten die Stoffsalat-Surprise-Box ins Leben gerufen hat, stand genau diese Idee dahinter. Als leidenschaftliche Näherin und Stoffladen-Besitzerin weiß sie schließlich, womit man einer Näh-Komplizin eine Freude machen kann. Viel besser als Ehemann, Tochter oder Mutter, die mit dem Hobby nichts am Hut haben. Und ein Gutschein ist doch irgendwie nicht dasselbe.

Sich überraschen lassen von jemandem, der sehr wahrscheinlich weiß, was besonders schön, nützlich und ein Ausprobieren wert ist. Der Rücklauf zu dieser Idee war überraschend groß. So groß, dass Grete mir am Telefon mal gestanden hat, dass sie den logistischen Aufwand, der hinter einer solchen Box steht, wahrlich unterschätzt hat. Und als sie mir die Logistik dahinter erläutert hat, habe ich ebenfalls geschluckt. Aber nachdem die Box soviel Freude macht, war klar, dass es damit weitergeht und das die Abwicklung kurzerhand auf professionelle Füße gestellt wird.

Seit vier Monaten werden im Stoffsalat nun einmal im Monat unzählige Kartons gepackt. Jedes gleich bestückt. Logistisch ist das ein ziemlicher Akt. Mit einigem Vorlauf muss die richtige Menge brandaktueller Stoff und das Zubehör des Monats in großen Mengen bestellt und rechtzeitig geliefert werden. Dazu werden Anleitungen geschrieben und bebildert. Hunderte davon werden gedruckt, dazu Anhänger liebevoll grafisch gestaltet. Zum Schluss wird alles verpackt und versandt. Und jedem Monat wieder hoffen alle im Stoffsalat, dass der Inhalt Freude macht.

Ich selbst bekomme auch jeden Monat eine Box. Und das Auspacken ist jedes Mal herrlich. Damit all diejenigen, die heute das erste Mal von der Surprise-Box hören, einen Eindruck bekommen was da so drin ist, hier der Inhalt der ersten vier Monate:

Jede Stoffsalat-Box kommt in einem speziellen Karton und ist noch einmal separat als Geschenk eingepackt. Der Inhalt der ersten Box waren 4 Fat Quarter aus Amy Sinibaldis Weihnachtsserie “Little Town” und ein passender Uni-Fat Quarter von Art Gallery. Welche Stoffe enthalten sind steht immer auf dem Anhänger. Dazu eine Anleitung für ein Kissen und eine schicke Vintage-Handarbeitsschere.

Monat 2 bestand aus einer detaillierten Anleitung für einen Baby- oder kleinen Quilt und dem passenden Material. 10 Unis von Art-Gallery in herrlichen Grün- und Blautönen und ein Charm Pack von Riley Blake bestehend aus dezenten Stoffen mit viel Weißanteil. 

Mit jeder Anleitung verfolgt Grete die Idee, den Patchworkanfängern unter den Abonnenten eine neue Technik nahezubringen. In der dritten Box ging es um Hexies. Dieses kleinen Heaxagons näht man mit der Hand auf Papierstücke und verarbeitet sie dann weiter. Das Nähen von Hexies macht absolut süchtig und deshalb ist diese Box glaube ich auch bei den gestandenen Näherinnen gut angekommen. Den Hexi-Klebestift und ein neues Paket Papierschablonen kann man nämlich immer gebrauchen. Und die Stoffe waren diesmal sehr erwachsen. 5 Fat Quarter aus der Heartland-Kollektion von Art Gallery waren dabei.

Der Inhalt der vierten Box war der Applique-Technik gewidmet und enthielt die Anleitung für ein Kissen in dieser Technik und einen Meter eines herrlichen Magnolien-Stoffs aus der Wild Bloom Kollektion von Bari J. Dazu gab es noch einen weißen Charm Pack und eine Rolle Aurifil Garn in Weiß. Nichts, was je in einem Näher-Haushalt schlecht werden würde.

Ich bin schon gespannt wie es im kommenden Monat weitergeht. Auch wenn Grete und ich die Idee zur Surprise-Box gemeinsam hatten, habe ich mit der Bestückung der einzelnen Boxen nichts zu tun. Jede ist auch für mich eine Überraschung.

Wer jetzt Lust bekommen hat sich ein solches Abo zu Weihnachten zu wünschen, selbst zu schenken oder zu verschenken, hier gibt es weitere Infos dazu. Es besteht übrigens keine Pflicht für ein ganzes Jahr teilzunehmen.

Neben der Surprise-Box kam im Herbst eine zweite Idee dazu: Eine Box mit Uni-Stoffen. Ich bin ja bekennender Uni-Stoff-Fan. Was man daraus machen kann habe ich u.a. mit der Kissenaktion gezeigt. Unis alleine sind alles andere als langweilig. Aber auch in Kombination mit Musterstoffen setzen sie Akzente. Von einer schnellen farblichen Paspel an einer Tasche

über eine Kombination mit einem auffälligen Muster an einer Kosmetiktasche (die Anleitung zur Tasche findet Ihr hier im Blog)

bis hin zu Quilts ganz aus Unis oder mit Uni-Akzenten: Ich nutze sie fast in jedem Nähprojekt.

Im Frühjahr habe ich zum Beispiel einen Babyquilt für meinen neugeborenen Neffen Elian genäht. Er bestand größtenteils aus Unis von Art Gallery. Diesmal habe ich keinen weißen, sondern einen hellgrauen Hintergrund verwendet (Moda Bella Solid in “Ash”). So ist die Decke im Alltag etwas robuster und die Farben kommen noch ein bißchen mehr zum Strahlen.

Das eigentlich Erstaunliche dabei ist: Häufig brauche ich im Alltag Farben, die gar nicht zwingend zu meinen Lieblingsfarben gehören. Wenn ich eine Lieblingsfarbe großflächig verwende, dann benötige ich eher eine Komplementärfarbe oder eine, die als kleiner Farbflecks im Hauptstoff auftaucht. Da ist es einfach enorm praktisch, eine große Auswahl zur Hand zu haben.

Damit einen das Vorhaben sich eine schöne Auswahl Unistoffe zuzulegen nicht finanziell einholt, gibt es das Uni-Stoff-Abo. Über ein Jahr kommt jedem Monat ein Päckchen mit 6 Fat Quartern ins Haus.  Jede Kombination als solche ist in sich stimmig. Wer sie aber nicht sofort in Kombination vernähen will oder keine Zeit findet, baut damit schön langsam eine Sammlung aller 79 Art-Gallery-Unistoffe auf. Auf dem Bild oben sind sie abgebildet. Die 6 neuen Farben für 2018 sind auf dem Zettel oben gedruckt zu sehen und werden ebenfalls enthalten sein. Die Unis passen zu den Stoffserien von Art Gallery und sind damit ein ständiger Fundus um einen (zukünftigen)  Stoffkauf farblich zu ergänzen.

Für die Abonnenten fällt eine Startgebühr von 10 Euro an. Damit ist allerdings schon die Farbkarte im Wert von 12,50 Euro bei der ersten Lieferung inklusive. Ab dem 2. Monat ist das Abo monatlich kündbar. Wer bis zum 12. Monat dabei bleibt, erhält mit dem letzten Monat 13 statt der üblichen 6 Fat Quarter und hat damit den kompletten Regenbogen zu Hause. Das Abo kostet monatlich 21,- Euro plus Versandkosten. Im März geht es los. Wer also noch keinen Weihnachtswunsch an seine Lieben übermittelt hat: Das ist die Gelegenheit. Und dafür gibt es dann genau 13x Glücksgefühle: Unterm Baum an Heiligabend und 12 weitere Male wenn das Paket bei Euch eintrudelt. Und wahrscheinlich noch viele Male mehr, wenn ihr überraschend den perfekt passenden Stoff aus dem Stoffstapel zieht.

Ich bin an dem Erfolg der Box nicht, wie ihr nach diesem Post vielleicht vermuten würdet, umsatzbeteiligt. Ich bin einfach nur restlos davon überzeugt, dass es nichts hilfreicheres als eine gut sortierte Uni-Stoff-Abteilung in Eurem Stoffschrank gibt. Die Möglichkeiten sind endlos. Nicht zuletzt könnt Ihr Euch damit auch Eure eigenen Jahreszeiten-Pakete schnüren.

Wer jetzt Interesse hat, kann über Grete (at) stoffsalat.de das Abo bestellen und hier noch einmal die Details genau nachlesen.

So, und jetzt: Trommelwirbel für den Gewinner der Verlosung meiner liebsten 24 Art-Gallery Unis, gesponsert von Grete / Stoffsalat  (noch einmal vielen Dank dafür!):

Die Gewinnerin ist nach Befragung von Mr. Random der Eintrag Nummer 265, hat über Instagram teilgenommen und heißt @Samy58samy. Liebe Bernadette, herzlichen Glückwunsch! Ich habe gerade schon bei Dir im Profil geluschert. Wow, so tolle Bilder! Bei Dir wird der Stoff ganz sicher nicht alt. Viel Freude damit!

Ganz ehrlich: Ich würde gerne wöchentlich, ach was sag ich: Täglich etwas unter Euch verlosen. Nicht nur, weil ich Euch damit beschenken kann und mindestens einer oder eine sich am Ende über einen Gewinn freuen kann, sondern aus ganz egoistischen Gründen. Weil es MICH so glücklich macht. Nicht unbedingt das Schenken an sich (auch wenn das etwas sehr Schönes ist, das muss ich zugeben) sondern weil ich am Ende das Gefühl habe die Beschenkte zu sein.

Rund um jede Verlosung trudeln so viele Kommentare über Facebook, Instagram und hier über den Bog ein und ich lese sie jedes Mal mit einem Lächeln im Gesicht. Nicht nur, weil ihr so wahnsinnig liebe Dinge schreibt, sondern ehrlich gesagt am meisten, weil ihr mir damit so ganz nebenbei etwas von Euch erzählt. Die Kommentare von Euch und hier und da ein persönliches Aufeinandertreffen im echten Leben sind meine einzige Chance über die Zahlen und Statistiken hinaus zu begreifen, wer da eigentlich am anderen Ende des Internets mitliest.

Ich erfahre, dass es eine Annika, eine Susanne, eine Claudia und eine Steffi ist, die sich inspiriert fühlen, gerade im Mutterschutz sind und für das erste Kind nähen wollen oder schon für die Enkel. Ihr erzählt mir etwas von Euch und erst damit kann ich richtig begreifen, dass ich zwar ganz alleine vor meinem Computer sitze und etwas in die Welt hinaus sende, dass wir am Ende aber eine kleine Gemeinschaft sind. Ganz sicher wäre es schöner, könnten wir uns einmal in der Woche um einen Tisch versammeln und bei einer Tasse Kaffee über unser Hobby reden, lachen und Ideen austauschen. Aber auch so habe ich in diesem Momenten das Gefühl meine Begeisterung mit ganz vielen zu teilen. Und dafür bin ich dankbar.

Ich lese jeden Kommentar und jede Nachricht. Ich bin nur leider so schlecht darin auf alle (sofort) zu antworten. Ich komme da zeitlich und organisatorisch an meine Grenzen. Aber ich will Euch versichern ich antworte so gut ich kann. Es ist nur manchmal nicht so einfach z.B. aus dem Kopf auf dem Parkplatz einer Autobahnraststelle auszuhelfen, wenn es um einen Knoten im Kopf eines Lesers geht, der ein Schnittmuster betrifft, das ich nur ein einziges Mal und das vor mehreren Jahren selbst genäht habe. Ich bin im Alltag viel unterwegs. Beruf und Kinder halten ich auf Trab. Und manchmal geht da auch einfach was unter.

Ich weiß, ich erschwere Euch aufgrund der Captcha-Codes das Kommentieren hier im Blog. Und das ist wirklich das Letzte, was ich will. Hier eine bessere Lösung zu finden ist mein einziger Vorsatz für 2018. Denn ich möchte niemanden davon abhalten etwas zu schreiben. Im Zweifel erreicht Ihr ich aber auch immer per Email unter Barbara.Borchert (at) yahoo.com.

Und dann gibt es da noch die ganz besonderen Momente, in denen mich “echte” Post oder sogar ein Geschenk erreicht. In dieser Woche habe ich eine unglaublich liebe Karte von Caroline von @petite_reine_coud bekommen, über die ich mich wahnsinnig gefreut habe. Und dazu gab es handgemachten Christbaumschmuck, der so wunderschön ist, dass es mir fast die Sprache verschlägt. Tausend Dank! Deine Anhänger erhalten an unserem Baum einen Ehrenplatz! Und Du kannst Dir sicher sein, ich werde mich jedes Jahr beim Aufhängen und Anschauen an Dich und Deinen lieben Brief erinnern. 

Ich wünsche Euch schöne Feiertage im Kreise Eurer Lieben! Und wie auch immer Ihr zum Schenken steht, möchte ich Euch wissen lassen: Für mich seit Ihr ein Geschenk. Danke für so liebes Feedback in diesem Jahr. Auf welchem Weg auch immer wir miteinander zu tun hatten.

Eure
Barbara

12/3/17

Die Farbpracht des Herbstes in einem Kissen & Verlosung eines Fat Quarter Pakets mit 24 Pure Elements!

Wie bereits angekündigt zeige ich Euch direkt im Nachgang zu Herbstkissen Nummer Eins meine farbintensive Version. Als ich meinem Mann dieses Kissen unter die Nase hielt und fragte, welcher Jahreszeit er dieses Kissen denn zuordnen würde meinte er: “Frühling. Auf jeden Fall Frühling.” Ist der denn völlig verwirrt?!

Für mich sind es die Eindeutigsten aller möglichen Herbstfarben. Nicht umsonst wird der Herbst der Farbkasten der Natur genannt.  Satte Beerentöne, das Goldgelb der tiefstehenden Sonne und dazu das Blau der der Abenddämmerung. Mehr Herbst geht nicht. Jedenfalls nicht in meinem Kopf.

Ich kann diese starken Farben nicht das ganze Jahr gut ertragen. Jedenfalls nicht jeden Tag um mich herum. Aber im Herbst finde ich sie toll. Saisonal wird dieses Kissen also immer wieder in meine Leseecke einziehen.

Die verwendeten Farben sind (von links nach rechts): Art Gallery Pure Elements in Cabernet (Pflaume/Aubergine), Tile Blue (Petrol), Turmeric (Goldgelb), Mediterraneo (Mittelblau), alle aus dem Herbstpaket, und zusätzlich Dark Citron (grün) aus dem Sommerpaket und Spiceberry (Beerenrot) aus dem Winterpaket.

Meine Idee die Farben nach Jahreszeiten zu vernähen ist nur eine von unzähligen Varianten meine 24 Lieblingsunis zu benutzen. So viele Kombinationen sind denkbar.

Meine Farbauswahl für den Herbst, so stellte sich eher per Zufall heraus, sind gleichzeitig Lieblingsfarben der Designerin Anna Maria Horner. Alle Stoffe, mit denen ich diese sechs Unis kombiniert habe, stammen von ihr. Aus verschiedenen Kollektion der vergangenen Jahre.

Bei IKEA habe ich dazu ein Samtkissen im exakt zu Spiceberry passendem Farbton gefunden. Diese Kissen gibt es auch im passenden Goldgelb und Petrol.


Das Muster des Kissens ist mit Hilfe eines kleinen Lineals entstanden, das eigentlich für einen ganz anderen Zweck gedacht ist: Ist ist ein Mini-Binding Tool.

Dieses kleine Lineal hilft dabei das Bindung so zuzuschneiden, dass die Enden genau aufeinander passen. Wie es funktioniert seht ihr hier. Ich nutze es seit Jahren für alle meine Quilts und habe mir diese Mini-Version vor langem für kleinere Projekte wie Mini-Quilts bestellt. Genutzt habe ich die kleine Version bisher selten. Für die normale Version habe ich definitiv mehr Verwendung. Aber zweckentfremdet hat es mir gute Dienste geleistet.

Indem ich das Lineal nach dem ersten Zuschneiden einfach umgedreht habe, ist diese Dreiecksform entstanden. Diese Schnittteile habe ich dann so ausgelegt, dass immer ein Uni neben dem passenden gemusterten Stoff liegt. Zusammengenäht habe ich sie erst längst und dann die Reihen aneinander gefügt. Dank des exakten Zuschnitts mit Hilfe der Schablone ist es sehr einfach exakt zu nähen.

Wenn ein Kissen aus so vielen Teilen besteht ist es wichtig das fertige Kissenvorderteil auf ein Vlies zu bügeln und zu vernähen. Die Nähte würden sonst das Waschen nicht überstehen und sich wieder auflösen. Damit das Vlies dauerhaft hält, muss es mit der Vorderseite des Kissens vernäht werden (das sog. Quilten). Ich mache das meist so simpel wie möglich. Erstens weil ich es im Gegensatz zu Grete nicht gut kann und wenig Übung habe, zweitens weil es mir oft dezent eingesetzt besser gefällt und drittens weil aufwändiges Quilten schon mal länger dauern kann als das Zusammennähen der Deckenvorderseite. Ein echter Zeitfresser also.

In diesem Fall habe ich füsschenbreit in der Farbe des jeweiligen Dreiecks genäht. Es nicht nimmt sich dadurch optisch sehr zurück. Wichtig ist nur, dass man es der Langlebigkeit zuliebe überhaupt macht.

Für die Rückseite habe ich Art Gallery Pure Elements in der Farbe “Cabernet” (im Herbstpaket enthalten) verwendet. Davon hatte ich noch ein größeres Stück im Schrank und einen exakt passenden Reißverschluss. Grund genug. Wie ich die verdeckten Reissverschlüsse an der Rückseite einnähe habe ich hier erklärt. 

Die 24 Lieblingsfarben kann man noch in unzähligen anderen Kombinationen vernähen. Und eine oder einer von Euch bekommt dank Gretes grosszügigem Giveaway auch die Chance dazu!

Verlosung:

Unter allen Kommentaren hier im Blog, auf Instagram oder Facebook verlose ich gemeinsam mit Stoffsalat ein Fat Quarter Paket meiner 24 Lieblingsunis von Art Gallery Fabrics. Bitte nur einen Kommentar je Teilnehmer! Die Verlosung schließt am 12.12.20017 um 24 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und eine Auszahlung des Gewinns nicht möglich.

Wem es jetzt in den Fingern juckt sofort damit zu nähen, der kann die 4 Jahreszeiten-Pakete auch einfach bei Stoffsalat bestellen. Im Stoffsalat sind alle verfügbaren Art Gallery Pure Elements auf Lager. Wem einzelne Farben besonders gut gefallen haben oder wem ganz andere Farbkombinationen in den Sinn gekommen sind, findet alle Farben hier. Zusätzlich ist eine Farbkarte mit Stoffproben aller verfügbaren Farben erhältlich. So etwas ist sehr praktisch um Zuhause nach der Farbe zu suchen, die zum Projekt passt. Die Abbildungen im Internet sind da oft trügerisch.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr in Euren Kommentaren ein bißchen erzählt welches Jahreszeitenpaket Euch am meisten reizt, welches Kissen Euch am besten gefallen hat (gerne auch warum) oder was ihr mit dem Fat Quarter Paket anstellen würdet. Ich freue mich von Euch zu lesen!

Der Gewinner wird hier im Blog bekannt gegeben und auch per Email angeschrieben.

Hier noch einmal alle Farben auf einen Blick. Danke, liebe Grete, für die schöne Grafik.

Viele Grüße,
Barbara