08/28/14

Barbara, kannst Du mir eine Nähmaschine empfehlen?

Diese Frage hat mich schon des Öfteren erreicht. Genau genommen bekomme ich mehrmals im Monat Emails mit dieser oder der Frage mit welcher Nähmaschine ich selbst nähe und zu welchen Auswahlkriterien ich raten würde.

Das ist für mich nicht einfach zu beantworten. Ich hatte bisher 3 verschiedene Näh-und Stickmaschinen  (allesamt Kombimaschinen) und ich kann jede von ihnen guten Gewissens empfehlen. Allerdings sind diese Maschinen, und ganz besonders meine jetzige Maschine, die Bernina B780, Nähmaschinen der oberen Preisklasse.
Bernina B780
Ich werde bei  Zeiten sicherlich mal über meine Bernina schreiben aber ich glaube, dass diejenigen, die diese Frage an mich richten, keine Nähmaschine für mehrere Tausend Euro im Sinn haben. Wie ich zu meiner gekommen bin könnt Ihr hier nachlesen.

Insofern versuche ich heute etwas Hilfestellung bei der Auswahl der richtigen Nähmaschine zu geben indem Euch meine Auswahlkriterien nenne und jemandem vom Fach dazu interviewt habe.

Ganz egal welches Budget mir zur Verfügung steht: Ich selbst würde immer schauen, dass ich für mein Geld die Nähmaschine mit dem besten Stichbild und dem besten Transporteur bekomme. Eine Maschine, die mir die Möglichkeit gibt mit vielen verschiedenen Materialien zu arbeiten und Projekte aller Art (Patchworkdecken, Bekleidung und Taschen) in guter Qualität umzusetzen. Auch wenn viele Maschinen mit einem Haufen toller Extras wie schönen Zierstichen, elektronischen Fadenabschneider oder –Einfädler aufwarten: Ich würde versuchen diese reizvollen Extras auszublenden und mich auf die Qualität des Stichbilds konzentrieren und wenn möglich zum Probenähen mehrere Lagen Stoff und z.B. Gurtband mitnehmen um zu schauen, ob die Maschine das sauber vernähen kann. Denn was hilft mir das tollste Extra oder ein schicker Zierstich, wenn ich mit der Maschine keine sauberen Nähergebnisse erreichen kann?

Meiner erste Maschine habe ich neu gekauft (eine Brother Innov-is 1250) und meine zweite (eine Bernina Artista 640) gebraucht. Ich habe für beide Maschinen ungefähr das Gleiche ausgegeben. Mit der gebrauchten Bernina bin ich viel besser gefahren. Nähmaschinen halten Jahre und Jahrzehnte. Es gibt eine Menge Maschinen die trotz 10 Jahren oder deutlich mehr auf dem Buckel bessere Ergebnisse liefern als neuere Maschinen. Ich selbst würde also durchaus immer eine höherwertige gebrauchte Maschine in meine Überlegungen mit einbeziehen. Solche Maschinen kann man bei vielen Händlern kaufen oder die Ebay-Kleinanzeigen im Blick behalten.

Auf der Suche nach einer hilfreichen Antwort für diejenigen, die etwas ratlos beim Maschinenkauf sind, habe ich kurzerhand zum Hörer gegriffen und die Dame angerufen, die in Nähmaschinenfragen mein uneingeschränktes Vertrauen genießt: Petra Neuhierl vom Nähpark Diermeier.
Diermeier_Eingang
Sie hatte ich deshalb im Sinn, weil der Nähpark, mit dem ich selbst sehr gute Erfahrungen gemacht habe, die Maschinen aller gängigen Hersteller im Programm und Frau Neuhierl auf jeder dieser Maschinen selbst genäht hat. Mit meinen Auswahlkriterien im Kopf hat sie mir bzw. Euch die folgenden Empfehlungen gegeben (Stand August 2014):

Ganz grundsätzlich bieten Nähmaschinen unterhalb von 200 Euro (die der Discountermaschinen ausdrücklich mit eingeschlossen) nur bescheidenen Nähspaß. Hier ist neben der dürftigen Verarbeitung der Maschinen durchaus ein Problem, dass man z.B. die Stichlänge nicht variieren kann. Damit ist es fast unmöglich Materialien wie Filz, Wachstuch oder (Kunst-) Leder überhaupt vernünftig zu nähen.

Ein Einstiegsmodell rund um 200 Euro kann die Janome JR1012 sein . Diese Maschine hat 14 Stichprogramme, davon 7 Strechstiche und ein Knopfloch. Alles in allem kann man sagen ein zuverlässiges mechanisches Modell.

Die erste echte Empfehlung von Frau Neuhierl ist eine Maschine mit einem Preis rund um 300 Euro, die Brother innov-is 10A. Eine ideale Einsteigermaschine, halb mechanisch, halb elektronisch, die zwar Grundeinstellungen hat, die aber individuell verändert werden können. Sie hat schon 3 verschiedene Knopflöcher im Programm und Stretch-Programme zum Nähen von Jersey.

In der Preisklasse bis 500 Euro bekommt man mit der Janome DC 230 und DC 3018 das Meiste für sein Geld. Hier ist das Transportverhalten schon ziemlich gut was besonders für Taschennäher immer ein Entscheidungskriterium sein sollte, weil hier oft viele Lagen auf einmal genäht werden und das möglichst ohne Fehler im Stichbild oder dem Verschieben der Lagen.

In der Preisklasse zwischen 500 und 1.000 Euro ist die Janome DC4030 eine gute Wahl. Sie hat zwar im Vergleich wenige Stichoptionen, aber einen sehr guten Transporteur und einen verstellbaren Nähfußdruck, was nicht nur fürs Jersey-Nähen hilfreich ist. Die Janome 5200 Memory Craft ist ebenfalls eine gute Empfehlung. Hier ist der Stichplattenkonverter ein besonderes Highlight. Damit verkleinert sich bei einem Geradstich die Stichplatte und das Stichbild wird besonders sauber.
Diermeier_Bernina
Ab 800 Euro beginnt das Sortiment von Bernina. Ich selbst bin mittlerweile völlig überzeugt von der Qualität der Bernina-Maschinen. Bernina arbeitet nach wie vor mit einem Vertikalgreifer, wie z.b. CB-, Rundlauf- oder auch dem B9 Greifer, d.h. die Unterspule wird von vorne mit einer separaten Spulenkapsel und nicht von oben eingesetzt. Diese Technik ist aufwendiger und damit teuer in der Herstellung, führt durch die größere Präzision aber zu einem wesentlich saubereren Stichbild.
Greifer BerninaSpulenkapsel Bernina
Das Einsteigermodell, die Bernina 215, hat noch keine optimalen Lösungen für Knopflöcher (ein wichtiges Kriterium für alle Bekleidungsnäher). Damit wartet erst das Folgemodell B330 auf. Diese Maschine kann ohne Einschränkungen empfohlen werden.

Oberhalb von 1.000 Euro sind die Maschinen von Bernina in Ihrer Qualität konkurrenzlos mit zwei Ausnahmen: Die Janome 8200 und Janome 8900 nähen mit sehr guter Qualität und bieten mehr  Extras und damit Nähkomfort gegenüber gleichpreisigen Bernina-Maschinen. Sie sind mit dem großzügigen Platzangebot rechts der Nadel und der variierbaren Obertransporteurgeschwindigkeit nicht nur für Patchworker interessant.

Ich selbst habe mich von Anfang an für eine kombinierte Näh-und Stickmaschine entschieden. Wann immer es ums Sticken geht sind die Maschinen von Brother eine gute Wahl. Die Stickergebnisse sind wirklich gut und die Bedienung einfach. Das kann ich aus Erfahrung mit meiner Innov-is 1250 absolut bestätigen.
Brother_Innov-is 1250
Und trotzdem habe ich mich nach zwei Jahren von meiner Brother-Maschine verabschiedet und bin zu Bernina gewechselt denn beim Stickmaschinen-Kauf sollte man sich vorab eine Frage stellen: Will ich eine Stickmaschine, die auch Nähen kann oder eine gute Nähmaschine, die auch eine Stickfunktion hat? Ich für mich habe in den ersten zwei Jahren festgestellt, dass ich nicht so häufig sticke aber sehr gerne nähe und auf saubere und präzise Ergebnisse viel Wert lege. Deshalb habe ich Modell und Hersteller gewechselt.

Viele fragen sich vielleicht warum große Namen wie Pfaff und Singer in dieser Auflistung gar keine Rolle spielen. Zum einen sei gesagt: Es ist meine persönliche Meinung zum Nähmaschinenkauf kombiniert mit den Empfehlung einer erfahrenen Frau vom Fach.

Zum anderen leben diese beiden Herstellernamen bis heute von dem Ruf, den sie sich vor Jahrzehnten mit dem Bau von hochwertigen Maschinen erarbeitet haben. Beide Hersteller sind vor Jahren insolvent gewesen und die Namensrechte sind mittlerweile teils mehrfach verkauft worden. Die Maschinen, die heute das Label Pfaff oder Singer tragen kommen also nicht mehr aus demselben Stall wie die noch vor 15 Jahren verkauften Maschinen. Die heutigen Maschinen haben meiner Meinung nach leider mit der Qualität vergangener Tage nicht mehr viel gemeinsam.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Post denjenigen, die das Hobby Nähen für sich entdeckt haben und nun nach einer passenden Maschine suchen, ein bisschen Hilfestellung geben konnte. Am besten, Ihr wendet Euch mit euren persönlichen Auswahlkriterien an den Händler Eures Vertrauens. Mittlerweile gibt es viele Online-Händler, die gute Maschinen zu einem guten Preis anbieten. Trotzdem würde ich nie auf eine persönliche Beratung am Telefon oder vor Ort verzichten und wann immer die Möglichkeit besteht eine Einweisung beim Fachhändler mitnehmen. Je hochwertiger die Maschine, desto mehr gibt es zu entdecken. Ich glaube ohne die ausführliche Einweisung die ich vor einem Jahr von Frau Neuhierl bekommen habe würde ich bis heute nur einen Bruchteil der Möglichkeiten ausschöpfen, die meine Nähmaschine bietet.

Viele Grüße
Barbara

08/21/14

Hallo, ich bin Olaf und ich liebe Umarmungen!

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… wer damit was anfangen kann hat wahrscheinlich Kinder zwischen 3 und 13 im Haus… aber erst mal ganz von vorne…
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Seit heute habe ich ein Schulkind. Wow, das fühlt sich noch ungewohnt an. An sich hätte ich ja durchaus schon ausreichend Gelegenheit gehabt mich daran zu gewöhnen. Schließlich habe ich seit einem Jahr an diversen Veranstaltungen teilgenommen die Eltern offenbar besuchen müssen, wenn sich dieser große Moment anbahnt. Hat es das früher schon gegeben? Wahnsinn, was stand da nicht alles in meinem Kalender: Schularzt, Vorstellen an der neuen Schule, Bastelnachmittage, Tage der offenen Tür, Probestunde und so weiter, und so weiter.Schultüte_Frozen_5
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Eine dieser diversen Termine im Kalender von Vorschulkind-Eltern ist das obligatorische Schultüten-Basteln im Kindergarten. Alle Mädchen-Eltern sollten einen Nachmittag lang eine pinke Schultüte mit Hufeisen und einem Ponykopf basteln. Gar nicht mal einfach aber sehr süß. Nur leider war ich an besagtem Bastelnachmittag beruflich unterwegs. Der Kindergarten hat mir daraufhin freundlicherweise einen Ersatztermin zum Einzel-Basteln unter Beaufsichtigung der Profi-Bastel-Erzieherin angeboten (welch verlockender Gedanke!), aber selbst an diesem Termin ist mir eine Dienstreise dazwischengekommen. Dumm gelaufen.
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Ich habe das soweit mit Fassung getragen, nur leider das Töchterchen nicht. Nicht mal im Ansatz. Um genau zu sein war sie stinksauer denn das besagte Pony war toll und ihre Freundinnen hatten bereits alle eine solche Schultüte zu Hause stehen. “Hab ich jetzt wirklich keine Pony-Schultüte weil DU ARBEITEN musstest???” musste ich mir anhören. Nennen wir diesen Satz einfach mal die offene Flanke aller berufstätigen Mütter.

Nun denn. Von da an habe ich fieberhaft überlegt, was ich ihr jetzt im Alleingang für eine Schultüte basteln könnte die es mit dem Pony aufnehmen könnte. Da meine Bastelkünste eher bescheiden sind bin ich schnell auf “eine Schultüte nähen” umgeschwenkt (danke Julia für das schöne Tutorial!). Aber was bitte toppt Pony und würde meinem Kind am Tag der Tage beim Anblick ein Strahlen entlocken?

Was also toppt Pony…denk nach, Barbara, denk nach…
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Die Eiskönigin! – schoss es mir gestern kurz vor knapp durch den Kopf. Das leidige Thema Schultüte hatte ich ein wenig vor mir hergeschoben. Aber Elsa könnte es richten. Ihr absoluter Lieblings-Disney-Film. Diesen Film kann ich mittlerweile mitsprechen so oft haben wir ihn schon gesehen. Die Geschichte von den Schwestern Elsa und Anna ist aber auch wirklich schön gemacht.
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Ich persönlich liebe ja den so fröhlichen und lebensbejahenden Schneemann Olaf (gesprochen von Hape Kerkeling), der sich unglaublich auf den Sommer freut weil alle erzählen der wäre so toll. Urkomisch.
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Also habe ich mich auf die Suche nach einer guten Stickdatei der Eiskönigin (im Original heißt der Film “Frozen”) gemacht, mir die Schriftart für den Namenszug besorgt, dazu noch eine Stickdatei von Olaf und einen Haufen Schneesterne in verschiedenen Größen.
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Ein beherzter Griff in den Stoffschrank hat einen passenden hellblauen Uni, zwei Weihnachtsstoffe aus einer Serie von Robert Kaufman aus dem Jahr 2013 und weißen Bastelfilz zutage befördert.
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Wie so oft habe ich den Aufwand etwas unterschätzt. Es hat Stunden gedauert aber Theresas Strahlen heute Morgen war jede Minute davon wert.
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Habt einen schönen Abend! Ich muss jetzt erst einmal die Füße hochlegen. Und wie ich mich schon auf die nächste Schultüte in 5 Jahren freue! Unbändig sozusagen.

Viele Grüße Barbara

08/12/14

12 von 12 im August

Wie immer am 12. eines jeden Monats sammelt Draußen nur Kännchen den Tag in 12 Bildern. Das sind meine:

Der 12. August ist ein Urlaubstag und wir sind mit der ganzen Familie an der Nordsee. Hier habe ich viel Zeit und Muße, zum Beispiel zum Bloggen wie Ihr vielleicht schon mitbekommen habt…Uno
Der Tag beginnt um 7:30 Uhr mit einer Partie Uno mit der Großen noch im Bett.
Frühstück
Danach holt die Kleine mit Papa frische Brötchen und ich kümmere mich um den FrühstückstischMalen
Den Vormittag verbringen wir ruhig. Es wird gebastelt und geblödelt,Bloggen
ich verlinke den schon vor ein paar Tagen geschriebenen Blogeintrag zu den Jersey-Kleidern und stelle ihn onlineEInkaufen
und der Gatte wandert mit der Kleinen zum SupermarktReisekindersitz
Danach gibt es Mittagessen und Mittagsschlaf für die Kleine. Hier haben wir keinen Kinderstuhl und kurzerhand einen Reise-Kinderstuhl online bestellt und uns hierhin schicken lassen. Total praktisch das Ding!

Während dem Mittagsschlaf der Kleinen basteln wir einen Drachen und räumen ein bisschen auf. Danach werden Schwimmsachen gepackt Badewerk
und es geht zum Meerwasser-SchwimmbadHaare föhnen
3 1/2 Stunden später werden Haare geföhnt
Regenbogen
Wir haben scheinbar viel Regen verpasst! Schade aber auch. Aber den Regenbogen kriegen wir mitHinnis
Jetzt aber was Essen
Strand
Danach geht es noch kurz auf den Deich
Seilbahn
Und zum Spielplatz. Jetzt: Heilige Ruhe. Die Kleine schläft tief und fest, die Große malt mit den Nachbarskindern Kreidebilder in der Auffahrt. Ich bin entspannt.

Euch einen schönen Abend!

Mehr 12 von 12 gibt es wie immer bei Frau Kännchen.

08/12/14

Gleeful & mein bisher meist genähter Jerseyschnitt

Gleeful_DressesGleeful_Complete
So, kommen wir zu den letzten Teilen der diesjährigen Urlaubsgarderobe. Knapp vor der Abfahrt hat mich noch eine Bestellung aus den USA erreicht: Ein Fat Quarter Paket, ein Yard (also rund 91 cm) gelber Jersey und 1,5 Meter Baumwollstoff aus der Limited Edition-Serie “Gleeful” von Art Gallery Fabrics waren mit dabei.Gleeful_Sew Caroline
Seit diesem Jahr produziert Art Gallery Fabrics Kleinserien mit erfolgreichen Bloggern. So eine Stoffserie besteht aus 8 Baumwollprints, zwei Designs daraus gibt es auf Jersey (super Qualität übrigens) und einen als hauchzarten Voile.

Besonders gut gefällt mir “Arizona” von April Rhodes. Alle Stoffe daraus gibt es übrigens bei der Glücksmarie in Hamburg (sie liegen im Laden aber sind noch nicht online- einfach eine Email schicken!). 6 der 8 Prints habe ich für mich gekauft. So schön!

“Gleeful” von Caroline Hulse (ihr Blog heißt Sew Caroline und hier geht es in erster Linie um farbenrohe und lebendige Damenmode) ist herrlich bunt. Mir war völlig klar, dass Theresa die Farben lieben würde und so ist es auch.
Gleeful_Bag1
Aus den Fat Quarter-Paket hat sie sich eine Tasche gewünscht die sie auch selber nähen wollte. Oh ha. Also habe ich mir kurzerhand etwas sehr Einfaches ohne Reißverschluss einfallen lassen und war erstaunt, wie gut sie es gemacht hat. Irgendwie unterschätzt man seine Kinder ja immer wieder, oder? Zuschneiden, bügeln und zwei schwierige Nähte hab ich übernommen, den Rest hat sie selbst geschafft. Die neue Tasche ist ihr ganzer Stolz und wird nun täglich ausgeführt.
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Aus dem Yard Jersey habe ich 2 Kleider nach einem Schnitt genäht, der mich seit meinen Anfängen begleitet. Es ist eine kostenlose und gut bebilderte Anleitung mit Schnittmuster von Crafterhours und heißt “The Racerback Dress“. Das Kleid hat nur 3 Schnittteile und ist ruck-zuck genäht, ich glaube ich habe für beide Kleider 1 1/2 Stunden gebraucht inklusive Zuschneiden.
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Ich habe es für Theresa in der größten Größe des Schnittmusters (7-8 Jahre) zugeschnitten und am Saum gekürzt. Damit sitzt es sehr locker, auch über dem Badeanzug. Wahrscheinlich kann sie es im kommenden Sommer immer noch tragen.
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Für Charlotte habe ich 12-18 Monate als Größe gewählt. Wie gesagt, beide Kleider inkl. der Abschlüsse an den Armen und am Hals habe ich aus nur einem Yard (einem knappen Meter) zuschneiden können.
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Nachdem ich vor 2 Jahren mehr und mehr mit Jersey genäht habe, hab ich bei einem Internetangebot zugeschlagen und mir damals eine Overlock- und eine separate Coverlock-Maschine gekauft. Mit dieser Maschine erzeugt man diese dehnbaren Saumnähte.
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Diese Nähte bekommt man ganz ähnlich hin, wenn man mit den Saumumschlag mit einer Zwillingsnadel näht. Ein ganz tolles Tutorial zum nähen mit Jersey und mit der Zwillingsnadel gibt es Stoffmass.ch. Dieser Blog gehört zum Schweizer Stoffgeschäft “Stoffmass“, das eine wirklich sehr stilvolle Stoffauswahl führt. Leider macht es aufgrund der Versand- und Zollgebühren überhaupt keinen Sinn Stoff aus der Schweiz zu bestellen aber vielleicht ist das ja was für meine geschätzten schweizer Leserinnen? Ich mag den Shop und den Blog jedenfalls sehr.

Das Racerback-Kleid war glaube ich das erste Kleidungsstück, dass ich 2011 aus Jersey genäht habe und seitdem jeden Sommer wieder. Zusammen mit dem Jersey-Tutorial von Stoffmass ist das ein wirklich guter Anfang für alle, die sich bisher nicht an Jersey herangetraut haben. Das hier waren meine ersten Gehversuche mit Jersey.
Racerback_Dress_2011_2Racerback_Dress_2011Racerback_Dress_2012Racerback_Dress_2012_2
Was die Bündchen angeht habe ich entgegen der Anleitung von Anfang an die Methode von Hamburger Liebe gewählt. Die sieht deutlich professioneller aus und erzeugt keine Knubbel in der Schulternaht.

Von der Gleeful-Baumwolle ist noch etwas übrig. Mal sehn was ich damit anstelle. Gleeful, Arizona und Jungle Ave sind wie gesagt eine Limited Edition, wenn Euch Stoffe daraus gefallen solltet ihr schnell zuschlagen. Die nächsten beiden Serien Wild and free (Maureen Cracknell von Maureen Cracknell Handmade) und Priory Square (Katy Jones von I’m am Ginger Monkey) stehen schon in den Startlöchern…

Viele Grüße
Barbara

P.S. Heute ist ja Creadienstag!

P.P.S. Und jetzt ist erst mal wieder Schluss mit Kindergarderobe…

08/11/14

Shearwater Kaftan – die Mini Version

Shearwater Kaftan Mini08
Eigentlich ist diese Tunika namens “Shearwater Kaftan” für Frauen konzipiert worden (und zwar in den Größen XS – XL) und schon länger einer der Verkaufsschlager vom australischen Schnittmusterlabel “Make it perfect”. Vor einiger Zeit kam dann eine Version für Mädchen (6-10 Jahre) und eine für Kleinkinder  (6 Monate- 5 Jahre) dazu.
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Ich mag diese lässige aber trotzdem figurbetonte Tunika total gern und habe schon so manche tolle Version im Netz bewundert. Perfekt für alle sommerlich-leichten Stoffe wie Voile und Batist! Eigentlich wollte ich sie für meine große Tochter nähen aber aus den bereits bekannten Gründen (sie: “wird das ein Kleid?” ich: “nein, so was wie eine Bluse”, sie: “dann mag es ich nicht”) macht das wenig Sinn und deshalb habe ich die Mini-Version für Charlotte genäht. Die wehrt sich erfreulicherweise noch gegen nix.
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Allerdings hätte ich mir vorher die Mühe machen sollen mein Kind zu vermessen. Wahrscheinlich wäre ich dann früher darauf gekommen, dass die gewählte Größe 12 Monate etwas knapp wird. Irgendwann in letzter Zeit ist sie älter geworden, wann und wo das passiert ist –  keine Ahnung! Hätte ich mein Hirn vorm Nähen angeworfen (zu meiner Verteidigung kann ich nur die dafür eingelegte Nachtschicht anbringen) wäre mir wahrscheinlich ziemlich schnell klar geworden, dass für ein knapp 15 Monate altes Kind eine Tunika in Gr. 12 Monate nicht perfekt passen wird. Maximal ärgerlich, denn für diese Tunika habe ich wie beim gestern gezeigten Rock auf einen Stoff zurückgegriffen, der noch aus dem Jahr 2011 stammt und auch mit viel gutem Willen nirgendwo mehr zu finden ist. Einen kleinen Rest von dem Borderprint aus der Serie Gypsy Bandana von Pillow & Maxfield für Michael Miller (so heißt er) hab ich noch. Hoffentlich reicht das für einen zweiten Versuch.
Shearwater Kaftan Mini10
Also, auch wenn das Ergebnis größer hätte ausfallen können: Ich finde die Tunika total süß. Vielleicht hätte ich sie sogar 2 Größen größer zuschneiden sollen, denn lässig sitzend und ein ganzes Stück länger wäre mir die Passform noch lieber gewesen. Das sie um den Bauch herum etwas knapp sitzt könnte aber auch ein Problem beim Verkleinern des Damen-Schnittmusters sein. Vielleicht hätte das Schnittmuster für ein Baby in den Proportionen etwas anders ausfallen müssen.
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Wie man sieht ist das wieder ein Borderprint, also ein Stoff, der ein Muster entlang der Webkanten hat. Ich habe das Ornament vorne und hinten mittig zugeschnitten und nach unten hin komplett belassen und nur die Webkante umgelegt.
Borderprint Gypsy Bandana
Bei einem Borderprint macht es Sinn darauf zu achten, dass die Motive im Vorder- und Rückenteil genau mittig ausgerichtet sind und auch an den Seitennähten sauber aufeinander passen. Im Zuschnitt nur ein kleiner Aufwand aber mit großer Wirkung wie ich finde.
Shearwater Kaftan Mini05
Wenn man die Bluse umklappt, sieht man die Stoff-Webkante innen noch. Das ist nicht perfekt, aber mir ist ein bisschen die Zeit davongelaufen. Eigentlich wollte ich das mit einem Schrägband innen versäubern. Das sieht sehr gut aus und wäre auch die Lösung gewesen. Wie man das macht habe ich mit diesem gut bebilderten Tutorial gelernt.
Shearwater Kaftan Mini13Shearwater Kaftan Mini04
Der Schnitt kostet in allen Größen 12 Australische Dollar, also rund 8,30 Euro, und kann als pdf heruntergeladen werden. Die Anleitung ist absolut übersichtlich und leicht verständlich. Die Tunika ist für jeden halbwegs geübten Näher gut zu meistern. Mehr als ein paar Knopflöcher und ein bisschen Schrägband am Ausschnitt wird einem da nicht abverlangt.
Shearwater Kaftan Mini02Shearwater Kaftan Mini03
Und abschließend: Verzeiht mir bitte die Fotoflut. Ich war heute völlig verzückt von meinem kleinen Model. Und ein paar Fotos von der Brut sind ein kleines Zugeständnis an Familie, Freunde und Verwandte, die hier zwar treu und ergeben mitlesen, denen aber die Näherei in Wirklichkeit herzlich egal ist. So sieht sie also aus, unsere Charlotte, mit knapp 15 Monaten… Also nicht nur wegen der Fehleinschätzung der passenden Größe hätte ich nichts dagegen, wenn sie noch eine ganze Weile genau so bliebe. Ganz genau so.Shearwater Kaftan Mini11