07/28/15

Eine Bernina B330 für meine Freundin Anna

Bernina B330_Bedienung
Ein paar Sätze vorab: Ich habe eine klare Haltung zum Thema Blog-Sponsoring. Hier in meinem Blog schreibe ich ausschließlich über Dinge, die ich zuerst persönlich getestet, in aller Regel mit meinem eigenen Geld bezahlt und für gut befunden habe. Meine Meinung zu einem Produkt ist nicht käuflich. Ich finde es völlig okay wenn andere es anders handhaben, sogar hauptberuflich bloggen und mit ihrem Blog auch Geld verdienen solange Posts in denen im Auftrag für ein Produkt geworben wird, als solche gekennzeichnet sind.

Für mich aber ist mein Blog ein Hobby. Hier schreibe ich vorrangig übers Nähen und über die Dinge, die ich selbst gut finde. Über Nähtechniken, Schnittmuster, Stoffgeschäfte und Produkte, die ich meinen besten Freundinnen empfehlen würde. Ich selbst habe viel von anderen Bloggern gelernt und sie haben mir mit ihren Tipps so soviel mühsames und teures Rumtesten erspart, dass ich die Dinge, mit denen ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe, auch gerne empfehle. Zu Eurem Nutzen und nicht vorrangig zu meinem eigenen.
Bernina B330_Bedienfeld
Glücklicherweise haben einige Freundinnen von mir in den letzten Jahren mit dem Nähen angefangen. Das muss ansteckend sein und gemeinsame Nähstunden oder -Urlaube sind was Herrliches! Das Thema “Wie finde ich die passende Nähmaschine?” begleitet mich also nicht nur hier im Blog. Die Nähmaschinen-Frage ist eine sehr häufig gestellte und mein Post dazu ist bis heute einer der meist gelesenen hier.

Meine Freundin Anna hat glaube ich eine recht gängige Nähmaschinenlaufbahn hinter sich. Angefangen hat sie auf einem alten Möhrchen, dass sie von irgendwo geschenkt bekommen hat. Weiter ging es dann mit einer geliehenen, besseren Maschine, die eine Freundin eine Weile entbehren konnte. Und als das Nähfieber sie vollends gepackt hat war der Wunsch nach einer eigenen Maschine da, die den Ansprüchen an ein gutes Nähergebnis genügt.
Bernina B330_Bedienung2
Ich bekomme so viele liebe Komplimente von Euch für meine Nähergebnisse. So oft ist da von “so ordentlich”, “genau” oder “akkurat” die Rede. Und ich freue mich immer sehr darüber.  Ich habe in der Tat einen hohen Anspruch an meine Nähergebnisse. Ich möchte das man sie, die Qualität betreffend, möglichst nicht von einem gekauften Teil unterscheiden kann.
Bernina B330_gemeinsames Nähen
Einen ganz wesentlichen Anteil daran, dass mir das manchmal gelingt, hat die Qualität meiner Nähmaschine. Wir alle nähen meistens nicht mit der Hand sondern mit einer Maschine und so frustrierend das für alle ist, die mit einer suboptimalen Nähmaschine (vorerst) klarkommen müssen: Wo immer man mit technischem Gerät arbeitet hat die jeweilige Maschine gewaltigen Einfluss auf das Ergebnis. Denn ob auch mehrere Lagen noch sauber aufeinander vernäht werden, ein Knopfloch richtig gut aussieht und das Stichbild sauber ist, das kann ich als Näher, egal wie viel Mühe ich mir gebe, nur teilweise beeinflussen. Deshalb würde ich immer wieder empfehlen lieber ein bisschen länger zu sparen und dann eine Maschine zu kaufen, die Jahre und Jahrzehnte in toller Qualität näht.
Bernina B330
Also habe ich Anna eine Bernina empfohlen. Und gemeinsam haben wir an einem Nähnachmittag ihre Bernina B330 in Funktion genommen. Wie aufregend! Wir haben Kinderröcke genäht und uns fröhlich durch die Funktionen getestet. Und da das Thema Nähmaschinen-Auswahl Euch scheinbar auch interessiert schreibe ich Euch kurz, was mir an der Maschine besonders gut gefällt.
Bernina B330_Anschiebetisch
Ganz vorneweg: Die Nähergebnisse sind außerordentlich gut. Ein sehr ordentliches Stichbild und auch bei mehreren Lagen Stoff hat die Maschine keine Probleme. Für mich ist das der wichtigste Punkt bei der Nähmaschinenauswahl. Und da ich mich bei meiner Empfehlung für Anna auch auf die Aussage von Frau Neuhierl, meiner Lieblings-Nähmaschinen-Fachkraft vom Nähpark Diermeier, verlassen habe, war ich an dem Punkt schon mal sehr beruhigt.
Bernina B330_CB Greifer
Im Gegensatz zu vielen anderen Maschinen wird bei dieser Bernina genau wie bei meiner Bernina B780 die Spule von vorne eingesetzt und nicht von oben. Das sog. CB-Greifer-System, das den Einsatz von vorne notwendig macht, führt zu dem so sauberen Stichbild das die Bernina-Maschinen auszeichnet.
Bernina B330_Display
Das Display ist übersichtlich und die Nutzung der Maschine komplett intuitiv. Ich mochte auch bei meinen beiden bisherigen Maschinen die Verstellmöglichkeit der Nähnadel nach links und rechts in mehreren Schritten. Das nutze ich im Grunde jeden Tag. Das bietet auch die B330.

Ich mag die schwere Qualität der Maschine, den großen Anschiebetisch und den Platz rechts der Nadel. Damit ist die Nähmaschine für alles geeignet, was ich gerne nähe. Bekleidung, Taschen aber eben auch Patchworkdecken.
Bernina B330_Fadenabschneider
Dazu angenehme Extras wie das LED-Licht, den Fadenabschneider und den Einfädler. Auch wenn er leider immer noch nicht so schön einfach zu bedienen ist wie der von Brother. Dem trauere ich immer noch ein bisschen nach.
Bernina B330_zubehör
Ein paar Nähfüsse sind von Haus aus dabei. Apropos Nähfüsse: Nicht zuletzt die riesige Nähfusssortiment wird mich für ewig und immer an Bernina binden. Was man damit nicht alles anstellen kann! Ich habe Anna meine Favoriten ausgeliehen und auch sie war sofort angetan. Das hat mich dazu inspiriert hier auf dem Blog eine kleine Serie zum Thema Nähfüsse zu starten. Ich werde Euch meine fünf Lieblings-Nähfüsse und die Einsatzmöglichkeiten vorstellen. Ich hoffe auch das ist was für Euch.
Bernina B330_Sondernähfuss
Viele Grüße
Barbara

07/24/15

Näh Dich Glücklich – Blogtour: Das Bohemian Babydoll Kleid

Bohemian Babydoll10
Jeder, der hier schon länger als 4 Wochen mitliest, weiß: Ich nähe unheimlich gerne nach Schnitten aus dem englischsprachigem Raum. Die Auswahl an Schnittmustern ist viel größer und auch der Stil ist ein anderer. In Deutschland wird, gerade im Bereich Kindermode, sehr bunt genäht und vorrangig mit Jersey.
Mug Rug Bonnie Christine 10
Nicht das mich jetzt jemand falsch versteht: Ich mag bunt. Und ich mag Jersey. Aber am liebsten vernähe ich Baumwolle. Und die Auswahl an schönen Schnitten  für nicht dehnbare Stoffe ist im englischsprachigen Raum  dank vieler schöner Schnitte aus England, Australien und den USA einfach riesig.
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Ich habe mich mit der Zeit an die Anleitungen in englischer Sprache und die Maßangaben in Inch gewöhnt. Ich weiß aber, dass viele von Euch diese Anleitungen aufgrund der Sprachbarriere scheuen. Die Idee, die Annika von Nähconnection hatte, hätte demnach auch meine sein können: Seit diesem Monat gibt es bei ihr einige im Ausland recht bekannte Schnittmuster mit einer kompletten deutschen Übersetzung.
blogtour
Als sie mich vor ein paar Wochen fragte ob ich bei ihrer Blogtour dabei sein und ein Schnittmuster vorstellen möchte, war ich sofort im Boot. Denn neben vielen anderen schönen Schnitten war das Bohamian Babydoll-Kleid mit im Programm. Das Kleid habe ich schon vor Monaten bei Rachel von Stitched Together bewundert und wollte es längst selbst einmal nähen. Das Schnittmuster umfasst die Größen 6 Monate bis 9 Jahre.
Monaluna_Haiku
Hier ist also meine Version des Kleides, genäht aus butterweichem Voile von dem US-Bio-Label Monaluna.

Die Serie heißt “Haiku” und ist bei der Eulenmeisterei als Baumwolle in toller Qualität und zusätzlich als Voile erhältlich.
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Das Besondere am Bohamian Babydoll ist die deutlich längere Rückseite. Es ist unheimlich luftig und einfach perfekt für heiße Sommertage.
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Aufgrund des schrägen Verlaufs kann man es einfach über den Kopf ziehen. Es gibt keinen Reißverschluss oder eine Knopfleiste. Damit ist es auch für den fortgeschrittenen Nähanfänger locker zu meistern und zudem schnell genäht. Das Oberteil ist komplett gedoppelt. Mir gefällt das viel besser so denn 1. ist es damit auch innen schön verarbeitet und 2. gibt es keine kratzenden Nähte. Bei einem luftigen Sommerkleid, das direkt auf der Haut getragen wird, kein ganz unwichtiger Fakt.
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Da das Kleid hinten länger ist als vorne gibt es im Schnittmuster eine Passe für die Innenseite des Rocks. Ich habe den Außenstoff eingesetzt aber auch ein Akzentstoff für die Innenseite würde sich hier gut machen.
Bohemian Babydoll13
Meine Anmerkungen zum Schnitt:

1. Ich habe die glatten Arme eingesetzt. Es gibt auch im Schnittmuster eine Version mit gerüschten Ärmeln und ohne Arm. Das Schnittteil für den glatten Arm kann hier heruntergeladen werden.
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2. Der Rockteil wurde verlängert. Ich habe die Größe 7 Jahre zugeschnitten, die nach Angabe der Maßtabelle für Theresa passt. Damit war mir der Rock aber zu kurz und ich habe noch ein Stück aus kontrastfarbendem Voile angesetzt indem ich das Schnittteil für die Innenseite des Rocks 2cm breiter zugeschnitten habe. Das Innenteil habe ich dann auch um 2 cm verlängert um alle innenliegenden Nähte zu verdecken.
Bohemian Babydoll4
3. Ich habe beim gedoppelten Oberteil den Ausschnitt und die Arm- und Schulternähte knappkantig fixiert. Das muss man nicht und die Anleitung sieht es nicht vor. Ich finde aber, das erleichtert später das Bügeln nach dem Waschen denn alle Teile liegen immer perfekt an.
Bohemian Babydoll_Detail Bohemian Babydoll_Rücken
4. Die Stoffangaben sind viel zu üppig. Das ist bei vielen englischen Schnittmustern so. Das Schnittmuster sah 2 Meter Stoffverbrauch vor. Trotz der Rockverlängerung bin ich wunderbar mit 1,30cm klar gekommen und das obwohl der Stoff nur 110cm breit ist. Wenn, wie hier, ein Kontraststoff für den Rockteil und die Innenseite der Ärmel verwendet wird, hätte auch 1,10 – 1,20cm gereicht.
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Das Bohamian Babydoll ist nur eines von mehreren englischen Schnittmustern, dass es nun auf deutsch als Sofort-Download zu kaufen gibt. Im Rahmen der Blogtour gibt es alle Schnitte zusammen zum Sonderpreis (entspricht ungefähr 50% der Originalpreise) und ab nächster Woche wird es sie auch einzeln geben.
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Im Rahmen der Blogtour gibt es drüben bei Nähconnection nicht nur die Schnitte, sondern auch jede Menge Stoff nahmhafter Hersteller zu gewinnen! Schaut ruhig mal rüber!
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Viele Grüße
Barbara
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07/20/15

Sommer Blog Hop – Tassenuntersetzer (ein Tutorial)

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Ich liebe Sommertage. Wer auch nicht? Die Mittagshitze brauche ich nicht unbedingt, aber der Morgen eines Sommertages, wenn draußen die Luft noch frisch ist, den liebe ich sehr. Und die späten Abende kurz vor der Dämmerung. Das ist meine liebste Zeit für die Gartenarbeit. Wenn der Tag zur Ruhe kommt dann komme ich es auch. Das Licht ist besonders dann besonders schön und der dezente Duft der Rosen, Stauden und Gräser liegt in der Luft.
Mug Rug Bonnie Christine 4
Je mehr Trubel im Haus ist, desto weniger nehme ich mir die Zeit diese Momente zu genießen, obwohl sie mir so gut tun. Teil meines Sommer-Auszeit-Programms ist deshalb: Ich will diese Sommertage öfter und bewusster genießen und mir auch an stressigen Tagen eine Pause mit einen Kaffee oder Tee im Garten gönnen. Ein paar Minuten sind doch immer drin, man muss sie sich nur nehmen, oder?
Mug Rug Winged
Und deshalb ist mein Projekt der Sommer-Blog-Hop-Tour, die heute bei mir halt macht, neue Tassenuntersetzer für meinen Kaffeemoment im Garten.
SommerBlogParty
Bei der Sommer-Blog-Hop-Tour, organisiert von Andrea von Quiltmanufaktur und Susanne von Stoffbreite, wird für zwei Wochen jeden Tag auf einem anderen Blog etwas für Draußen genäht. Dazu gibt es jeweils auch eine kostenlose Anleitung für das vorgestellte Projekt. Da waren schon ganz tolle Sachen dabei, vorbeischauen lohnt sich unbedingt! Am Ende des Posts findet Ihr den genauen Fahrplan mit Links zu den entsprechenden Posts.
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Die Stoffe aus Bonnie Christines Serien “Sweet as Honey” und “Winged” passen perfekt zum Thema “Draußen”. Sie gehören auch nach Monaten noch zu meinen Lieblingen im Stoffschrank und das obwohl ich schon einiges daraus genäht habe. Zum Beispiel diese Sew Together Bag, ein Nadelkissen, ein Divided Basket, meine Maniküre-Tasche
Sweet as Honey
und den Schmetterlingsquilt.
Quilt Alation 15 (1 von 1)
Sattgesehen habe ich mich daran immer noch nicht.
Mug Rug Bonnie Christine2
Art Gallery, die Firma, die Bonnie Christines Stoffe produziert, veröffentlicht zu jeder Stoffserie ein Lookbook. Eine Augenweide, jedes Mal. Ein Lookbook ist eine Art Online-Zeitschrift mit jeder Menge inspirierender Verarbeitungsbeispiele. Im Lookbook von “Sweet as Honey” gab es damals Untersetzer in Form eines Hexagons, die mir richtig gut gefielen.
Mug Rug Bonnie Christine
Und nachdem man viele Designs von Bonnie Christine über Socitety 6 auch auf Tassen, Handy- und Laptophüllen und vielem mehr bestellen kann, habe ich mir passende Tassen bestellt und Untersetzer genäht. Die Idee stammt also nicht von mir aber Bonnie Christine war so lieb mir zu gestatten Euch im Detail zu zeigen, wie man diese Untersetzer mit einem Binding aus dem Rückseitenstoff näht. Die Idee dazu hatte ihre Mutter.

Für einen Untersetzter in der gezeigten Größe braucht Ihr:
Stoffauswahl
– zwei zu einander passende Stoffstücke, jeweils ca. 30×30 cm groß
– Ein Stück Soft and Stable mit denselben Maßen (Alternativ zwei Lagen Thermolam)
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– Sprühkleber
– passendes Garn
– Die Schablone für das Hexagon kann hier heruntergeladen werden. Für die gezeigten Tassenuntersetzer  habe ich das Größere benutzt. Die kleinere Vorlage eignet sich für Gläser.

Dazu Nähzubehör wie eine Schneidematte, einen Rollschneider, Clover Clips und/oder einen Klebestift, einen wasserlöslichen Markierstrift und nicht zuletzt eine Nähmaschine mit einem Standartnähfuss.

Und so wird es gemacht:

Schneide Deine beiden Stoffteile zu und entscheide, welcher Stoff oben und welcher für unten und die Einfassung genutzt werden soll. Das Vlies ebenfalls zuschneiden.
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Lege nun den Unterstoff mit der rechten Seite nach unten und spühe den Sprühkleber auf.
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Jetzt das Vlies auflegen und glattstreichen
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Das Vlies auf der Oberseite mit Sprükleber besprühen und den Oberstoff mit der linken Stoffseite auflegen. Von allen Seiten glattstreichen.
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Jetzt die Hexagon-Schablone so auflegen, dass rund herum noch 2 cm Stoff übersteht. Mit einem wasserlöslichen Stift die Außenlinien auf den Stoff übertragen.
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Mit der Nähmaschine und einem Geradstich, ggf. mit etwas vergrößerter Stichlänge, diese Linie nachnähen.
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Innerhalb des Hexagons nun quilten. Wie, ist allein Eurem Geschmack überlassen. Für Ungeübte ist es das Einfachste mit dem Lineal ein paar Linien zu ziehen und diese Nachzunähen.
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Wichtig ist nur, dass dabei die Außenkanten die Linien des Hexagons nicht übernäht werden und am Anfang und Ende einer Naht vorsichtig verriegelt wird.
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Alle Fadenreste sorgfältig abschneiden. Anschließend wird der Oberstoff und das Vlies bis knapp an die Naht zurückgeschnitten. Den Stoff der Rückseite nicht mitschneiden!
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In einem zweiten Schnitt mit Hilfe eines Lineals den Rückseitenstoff ringsherum auf 2cm einkürzen.
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Mit dem Rückseitenstoff wird nun die Einfassung genäht. Dafür jede 2. Seite einmal einschlagen und entweder mit Clover Clips oder einem Klebestift befestigen.
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Jetzt die übrigen 3 Seiten einschlagen und in selber Weise befestigen.
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Abschließend die Einfassung knappkantig festnähen und die Linien des Markierungsstiftes auswaschen.
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Und fertig ist der Untersetzer!
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Verwendete Stoffe:

Bonnie Christine aus den Serien “Winged” (Aves ChatterFrilly Flutters in creme und Mimicry) sowie “Sweet as Honey” (Honeyhouse und Cherished Deer) kombiniert mit “Art Gallery Squared Elements” und Sweetwater “Elementary”.
Mug Rugs Rückseite
Und wie versprochen hier der Fahrplan für den Sommer-Blog-Hop:

Montag, 13.07.2015        Aylin / www.aylin-nilya.blogspot.de
Dienstag, 14.5.2015        Gesine / www.allie-and-me-design.blogspot.de
Mittwoch, 15.07.2015      Nadra / www.ellisandhiggs.com
Donnerstag, 16.07.2015  Katharina / www.greenfietsen.blogspot.de
Freitag, 17.07.2015         Vicky / www.venividivicky.wordpress.com
Samstag, 18.7.2015        Verena / www.zeit-fuer-patchwork.blogspot.de
Sonntag, 19.7.2015          Claudia / www.machenundtun.blogspot.de
Montag, 20.7.2015           Barbara / www.das-mach-ich-nachts.com
Dienstag, 21.7.2015         Johanna / www.johannarundel.de
Mittwoch, 22.7.2015         Angela / www.patchworkangela.blogspot.de
Donnerstag, 23.7.2015     Ute / www.durbanvilledesign.blogspot.de
Freitag, 24.7.2015           Susanne / www.blog.stoffbreite.de
Samstag, 25.7.2015        Kinga / www.kingaisabellaquilts.blogspot.com
Sonntag, 26.7.2015         Andrea / www.quiltmanufaktur.blogspot.de
Mug Rug Bonnie Christine 4 Mug Rug Bonnie Christine 7
Euch allen schöne Sommertage – möglichst bei tollem Sommerwetter und draußen! Und morgen macht der Blog-Hop dann bei Johanna Station. Ich bin schon gespannt!

Viele Grüße
Barbara

07/6/15

Ein Reiseetui und mein persönlicher Wahnsinn

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Kennt Ihr das? Ihr seht ein Schnittmuster und habt sofort genau vor Augen, wie das fertig aussehen soll. Sofort. Ohne Kompromisse. So ist es mir bei dem neuen Machwerk-Schnitt für ein Reisetui gegangen, in dem, passend zur Urlaubszeit, alle Reisedokumente sicher aufbewahrt werden können. Total praktisch das Ding. Sogar an ein E-Reader oder Mini-IPad-Fach wurde gedacht!
MAchwerk_Reiseetui_Pässe
Als ich vor ein paar Tagen Martinas aka Frau Machwerks neues Schnittmuster im Email-Account hatte, war ich sofort Feuer und Flamme. “Ist richtig schnell genäht, nur 2-3 Stunden und Du bist fertig” schrieb sie. An sich wollte ich am folgenden Abend starten, die Stoffkombination hatte ich ja schon im Kopf und rausgesucht, aber der fehlende Reißverschluss machte mir einen Strich durch die Rechnung. Und dann die Deutsche Post. Hier ist seit Wochen keine Post mehr angekommen und so liegt meine Bestellung immer noch in irgendeinem Verteilzentrum und Martina war so lieb auf anderem Versandweg eine weitere Lieferung loszuschicken. Und die hielt ich dann am vergangenen Freitag in Händen. Wenige Stunden bevor es für ein Wochenende an die Nordsee gehen und parallel der Schnitt veröffentlicht werden sollte. Ist ja alles kein Problem dachte ich mir, dauert ja nur 2-3 Stunden, das schaffst Du locker.
MAchwerk_Reiseetui_Vorderseite
Vor dieser Schlussfolgerung wäre es eine durchaus gute Idee gewesen, mir eine Handvoll Fragen ehrlich zu beantworten nämlich zum Beispiel

a.) Ist es sinnvoll, für einen Schnitt, den Du noch nie genäht hast, mit relativ dickem Leder zu arbeiten? Einem Material, mit dem Du noch nicht so erfahren bist?
MAchwerk_Reiseetui_Leder
oder

b.) ist es darüber hinaus eine gute Idee, dieses Leder nur in Teilen zu verwenden und sich damit auch Gedanken um symmetrische Zuschnitte und Nähte machen zu müssen?
MAchwerk_Reiseetui_Rückennaht
vielleicht auch

c.) tust Du Dir, Du bekennender Nahtfarben-Fetischist, damit einen Gefallen sowohl innen, als auch außen, mehrere sehr unterschiedliche Farben einzusetzen, die  zum ständigen Wechseln der Ober- und Unterfäden während dem Nähen der sichtbaren Nähte zwingen? Und das, wo man beim Nähen auf Leder keine zweite Chance bekommt?

Ich weiß, ich bin, was Ziernähte angeht, leicht verhaltensauffällig. Ich habe also immer, wenn Außen-oder Innenfarben gewechselt wurden, beim Nähen angehalten, verriegelt und den jeweils passenden Ober-und Unterfaden eingesetzt.
MAchwerk_Reiseetui_Detail1
Ich bin mir fast sicher, dass eine an sich sehr sympathische Dame mit Wohnsitz nahe Münster jetzt vor Lachen Ihr Kaltgetränk in den Bildschirm spuckt. Schließlich hat sie sich vergangene Woche schon über die Vorstufe dieser Manie auf ihrem Blog lustig gemacht.

Ich schätze wir sind, was die  Antwortmöglichkeiten zu a bis c betrifft, weitestgehend einer Meinung. Aber sicherheitshalber habe ich mir diese  – zugegeben naheliegenden Fragen – vorher nicht gestellt. Ich hatte es schließlich eilig. Und da kommt man ja nur durcheinander wenn man mit Tatsachen verwirrt wird.

Ich habe also länger als 2-3 Stunden gebraucht. Deutlich. Aber ich muss sagen: Dafür ist es genau so geworden wie ich es haben wollte (wenn wir mal von einer Naht absehen, die ich, wegen Leder, nicht mehr korrigieren kann. Aber lassen wir mal die Kirche im Dorf. Ohmmmm). Und damit war der ganze Zauber den Aufwand wert.
MAchwerk_Reiseetui_Rückseite
Ich habe mich für eine männertaugliche Stoffkombination entschieden, schließlich wollte ich meinem Mann den Gang zum Flugticketschalter mit einem Traum in Rosa in der Hand ersparen.
MAchwerk_Reiseetui2
Außen habe ich ein relativ dickes Nappa-Leder in meinem Lieblings-Cognac-Ton verwendet. Dasselbe Leder, dass ich schon für die Tasche meines Papas verwendet habe. Butterweich ist das und passend zu meiner (gekauften) Lieblingshandtasche! Wenn das mal nicht wunderbar ist! Gekauft habe ich vor einiger Zeit ein relativ großes Stück bei diesem Ebay-Händler.
MAchwerk_Reiseetui_C+S
Der blaue Stoff mit den handgeschriebenen US-Bundestaaten stammt aus der ersten Serie von Cotton & Steel und ist ein weicher Canvas. Gekauft habe ich ihn bei Stoffsalat und ein bißchen was ist noch da.
MAchwerk_Reiseetui_gefüllt
Dieser etwas breitere, metallisierte Reißverschluss stammt aus dem Machwerk-Shop und ich habe ihn mittlerweile ein paar Mal vernäht. Die sind absolut großartig! Robust und optisch hochwertig und dabei ganz einfach zu vernähen. Die Raupe ist aus Kunststoff und damit konnte ich das Reißverschlussende mit Leder einfassen. Das wäre mit einem Metallreißverschluss niemals gutgegangen. Für das Schnittmuster wird ein etwas breiterer Reißverschluss empfohlen damit man die Tasche auch ordentlich bestücken kann. Denn da geht ganz schön was rein!
MAchwerk_Reiseetui_Mittelfach
Innen habe ich für den Hintergrund und für die Sichtschutztasche einen Canvas von Monaluna verwendet, gekauft bei der Eulenmeisterei. Senfgelb, mal als meine so-gar-nicht-Lieblingsfarbe betitelt, entwickelt sich schön langsam zu einem wahren Liebling! In Kombination mit blau finde ich es einfach toll. Dazu ein passender Uni und zwar “Honey” von Art Gallery, gekauft bei der Glücksmarie in Hamburg.
MAchwerk_Reiseetui_Brücken
Der blaue Stoff mit den Brücken heißt “Bridgetown” und stammt aus der Serie “Waterfont Park” von Violet Craft für Michael Miller. Eine in 2013 sehr populäre Stoffserie. Zu sehen sind die Brücken der Stadt Portland. Auch das fand ich sowohl zum Reisethema passend und noch dazu männertauglich. Auf die Idee bin ich im letzten Herbst schon einmal gekommen, denn den Großteil des damals gekauften Stoffstücks habe ich zu einer Küchenschürze für meinen Papa vernäht. Damals kombiniert mit weinrotem Uni. Hat mir auch richtig gut gefallen. Warum habe ich davon eigentlich kein Foto gemacht? Muss mal wieder eine Nacht- und Nebel-Aktion gewesen sein.
MAchwerk_Reiseetui_Vinyl1
Martina empfiehlt im Schnittmuster für das optionale Trennfach transparente Tischfolie. Zu diesem Thema gibt es einen spannenden Artikel von “Crazy Mom Quilts”, die sich, bevor sie ein Schnittmuster für Vinylsäckchen herausgebracht hat, durch die verschiedensten Vinylsorten und -Stärken getestet hat. Ihre Empfehlung fürs Nähen: Eine Stärke von 16 Gauze. Weich genug zum Nähen und Biegen aber trotzdem formstabil. Aber was bitte ist 16 Gauze?
Vinyl_By Annies2
In den USA kann man so etwas fertig auf der Rolle kaufen und da Annie es oft in ihren Schnittmustern empfiehlt, importiert Grete diese Rollen mit 16 Gauze starkem Vinyl. Ich habe eben dieses Vinyl von der Rolle benutzt und bin total begeistert! Lässt sich ganz leicht vernähen und findet bei mir sicherlich noch Verwendung in Taschen und Kofferanhängern. Und vielleicht in diesen Work-in-Progress-Beuteln von Crazy Mom Quilts.
Vinyl_By Annies
Das Schnittmuster zum Reiseetui gibt es seit heute Morgen im Machwerk-Shop. Das Schnittmuster kann ich uneingeschränkt empfehlen. Weitere Probenäherinnen haben herrliche Varianten gezaubert, schaut ruhig mal vorbei!
MAchwerk_Reiseetui_Innen
Kommt gut durch die Woche!
Liebe Grüße

Barbara