05/24/16

Der Mai uns seine Nähaktionen

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Der Mai hält jedes Jahr schöne Aktionen für den Teil der Nähcommunity bereit, der sich vorrangig im Internet und im Besonderen auf Instagram tummelt. Eine Institution ist mittlerweile der “Me made May”, an dem jeden Tag den ganzen Mai über mindestens ein Kleidungsstück getragen und mit einem Foto dokumentiert wird, das selbst genäht ist. Ich käme genau bis zum 07. Mai, müsste dabei aber gleichzeitig auf einen sehr kalten Maianfang hoffen, damit ich noch ein oder zwei Schals untermogeln könnte.

Me made may

Ich nähe einfach zu wenig für mich selbst. Ganz im Gegensatz zu meiner Mutter, die glaube ich ihre liebe Not hätte ein Foto jeden Tag im Mai zu machen, mit mindestens einem gekauften Kleidungsstück. Wir würden sie sehr wahrscheinlich in Ermangelung einer Alternative irgendwann in der zweiten Maihälfte in Bademode und/oder Morgenmantel zu sehen bekommen, denn sie hat so gut wie ihre komplette Garderobe in den letzten Jahrzehnten selbst genäht. Und ich habe leider die Chance verpasst von ihr zu lernen, als wir noch nicht hunderte Kilometer auseinander gelebt haben. Sehr ärgerlich.

Und trotzdem verfolge ich interessiert die Aktion “Me made May” und entdecke viele interessante Schnittmuster an den verschiedensten Figuren. Denn dafür ist die Aktion eigentlich gedacht: Inspiration für andere zu sein und Schnittmuster am lebenden Objekt vorzuführen.

Mending-badge

Eine weitere Aktion ist der “Mend it May”. Hier geht es um das Reparieren von Kleidungsstücken. Und da bin ich dann völlig raus. Für mich ist es Höchststrafe Kleidungsstücke zu reparieren. Ich tue das nur, wenn es sich absolut nicht verhindern lässt und habe ja zum Glück eine geduldige und pragmatische Mutter, die sich in großen Abständen meinem “Reparier-Berg” im Nähzimmer annimmt. Für alle, die gerne Kleidung reparieren (falls es solche Menschen überhaupt gibt, und falls ja: Häää???? Was ist da los mit Euch?), ist das aber eine spannende Aktion. Da kann man noch so einige Tipps und Kniffe dazulernen. Einfach mal nach dem Hashtag #MeMendMay bei Instagram suchen.

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Und dann gibt es die Aktion “May is for Makers”, übersetzt, der “Mai ist für die Selbermacher”, ins Leben gerufen von Lindsey Rhodes vom Blog LR Stitched. Und dieser Aktion habe ich mich am Anfang des Monats angeschlossen. Sie widmet sich den vielen kleinen Schnittmuster-Designern, die als Selbstständige Schnitte konzipieren und verkaufen. An jedem Montag im Mai unterstützen die Teilnehmer einen unabhängigen Schnittmusterdesigner mit einem Kauf.
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Ich habe ein großes Herz für die vielen Kreativen da draußen, die geniale Ideen zu Papier bringen um daraus in vielen Stunden Arbeit einen Schnitt entwickeln, eine Anleitung schreiben und das Ganze dann unzählige Male testen. Dafür haben sie die paar Dollar oder Euro, die so ein Schnitt kostet, einfach verdient. Der Schnittmuster-Markt ist ein hartes Geschäft in einer Internet-basierten Welt, in der die Erwartungshaltung vorherrscht, alles irgendwo im Netz umsonst zu finden und es ein hässlicher Sport geworden ist, gekaufte Anleitungen ohne jedes Schamgefühl sogar in Facebook-Gruppen zu veröffentlichen bzw. zu teilen.
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Für eine gute Idee und eine gut gemachte Anleitung zahle ich gerne. Also habe ich an jedem Montag im Mai ein Schnittmuster gekauft. Die ersten drei Schnittmuster waren Kinderkleider, Blusen und Hosen (hier auf Instagram habe ich sie gezeigt, im Blog stelle ich die Schnittmuster dann mit den fertigen Kleidungsstücken vor).

Gestern habe ich  mich spontan für das neue Schnittmuster von Sew Sweetness, ein Täschchen mit einem Doppelreißverschlussfach, entschieden. Annex Pouch Sew Sweetness 5
Eine solche Tasche kann ich für meine Schminksachen unterwegs sehr gut gebrauchen. Mein Bisheriges ist nicht lang genug für meine Pinsel, die ich immer etwas unsanft reinstopfe. Ab jetzt nicht mehr.
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Was mich allerdings geritten hat einen neuen Schnitt mit Wachstuch innen und außen zu testen kann ich im Nachgang nicht mehr sagen. Mein Orientierungssinn ist von jeher nicht der Beste und die Schnittteile der Tasche sahen zu Beginn, nun ja, sagen wir mal: Spannend aus. Und auftrennen kommt bei Wachstuch nicht in Frage. Bügeln ist zwar mit einer doppelten Lage Baumwolle als Schutz möglich, aber ebenfalls mühsamer als nötig. Zum Glück hat es im ersten Anlauf geklappt und meine Schminkpinsel haben nun ein neues Zuhause.
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Für Innentaschen nutze ich zwar gerne Wachstuch, aber immer nur das Stumpfe. Alle glänzenden Wachstücher und beschichtete Baumwolle kleben regelrecht aneinander und das nervt mich im Tascheninneren.
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Die Anleitung enthält die Tasche in drei Größen. Ich habe die mittlere Größe genäht und hab am Ende nicht schlecht geschaut, wie groß sie eigentlich ist. Ich weiß, man kann sich vorher auch einfach die endgültigen Taschenmaße auf der Anleitung anschauen und vergleichen. Aber das wäre zu einfach gewesen.
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Damit die Tasche diese boxige Form erhält braucht sie eine Einlage aus Schaumstoff, der die Form hält. Ich habe Soft & Stable verwendet. Der dicke Schaumstoff schützt gleichzeitig den Inhalt. Gerade wenn wie bei Make-up oder Parfüm Glas im Spiel ist, nicht die schlechteste Idee.

Den Griff habe ich mit Decovil gefüttert. Außerdem ist es wichtig schmale, also “normale” Reißverschlüsse zu verwenden und nicht breite Taschenreißverschlüsse. Ansonsten passen die Schnittteile am Ende nicht mehr zusammen.
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Ganz sicher werde ich auch noch die anderen beiden Taschengrößen nähen und ganz sicher auch noch mal in Baumwolle, Canvas und vielleicht auch Leder. Der Schnitt ist wirklich schön gemacht und auch schnell genäht. In Sara Lawsons (die Frau hinter Sew Sweetness) Blogpost zum neuen Schnitt gibt es viele schöne Designbeispiele der Taschen zu bewundern.

So eine Doppel-Reißverschlusstasche eignet sich ganz sicher noch für viele andere Dinge neben Kosmetik. Und ganz sicher auch als Geschenk. Ich werde also noch ein paar produzieren. Und damit hat sich das Schnittmuster für mich auf jeden Fall gelohnt.

Schnittmuster: Sew Sweetness, Annex Double-Zip-Box-Pouch Das pdf zum Sofort-Download und Ausdrucken kostet 7 Dollar (ca. 6,50 Euro). Die Anleitung ist auf englisch, hat aber auch cm-Angaben und vor allem viele gute Bilder.
Wachstuch: Au Maison Birdcage/Vogelkäfig. Meiner stammt von der Glücksmarie in Hamburg, dort gibt es ihn noch auf mind-farbendem Untergrund. In weiß habe ich ihn hier gefunden.
Wachsttuch innen und Griff: diverse Reste, matt beschichtet.
Soft& Stable: Stoffsalat
Reißverschlüsse: Zipit über Etsy.

Viele Grüße
Barbara

P.S: Und damit auf zum Creadienstag und zum Handmade on Tuesday! Da muss ich gleich mal nachschauen was andere in dieser Woche so gezaubert haben.