12/20/16

10 Tipps zur Overlock, die mir geholfen haben & Gewinnerin der Overlock

10-tipps-overlockAls ich mich dafür entschieden habe den Dezember der Verlosungen zu starten, war ich voller Vorfreude. Schließlich darf ich die Glücksfee sein und Euch ein paar wirklich tolle Weihnachtsgeschenke machen!

Mir war nicht bewusst, dass es da auch eine Schattenseite gibt. Am Ende dieses Blogposts steht die Gewinnerin der Bernina Overlock L450, gesponsert vom Nähpark, die ich hier verlosen durfte. Mr. Random hat gewählt, aus tausenden Einträgen hier auf dem Blog, auf Facebook und Instagram.

Ich habe in den letzten Tagen alle Einträge und Kommentare gelesen, mit denen Ihr teilgenommen hat. Das war so schön und spannend! Ich danke Euch dafür! Und jetzt gibt es also eine Glückliche und tausende lange Gesichter. Und das bedrückt mich irgendwie schon. Ich bin offensichtlich emotional nicht stabil genug für Verlosungen.

Also habe ich mir überlegt, dass ich all den anderen, die heute ohne Overlock wieder weiterziehen müssen, auch etwas dalassen möchte.

Für das kommende Jahr ist eine Blogreihe geplant, die “10 Tipps, die mir geholfen haben” heißt. Dort findet Ihr dann komprimiert zu den verschiedensten Themen wie “Nähen mit Leder”, “Taschen nähen” oder “Nähen mit Jersey” Tipps, die ich irgendwo aufgeschnappt und für hilfreich befunden habe. Mein Nähen hat sich damit konsequent verbessert.  Diese Tipps möchte ich über das kommende Jahr hinweg mit Euch teilen.

Aus gegebenem Anlass werde ich also schon heute damit starten und zwar mit dem Thema Overlock.

Zwei wesentliche Erkenntnisse habe ich zudem aus Euren vielen Kommentaren zum Blogpost “Wie finde ich die richtige Overlock” mitgenommen:

a) Discountermaschinen sind Geldverschwendung. Hunderte Male habe gelesen, wie unzufrieden Ihr seid und dringend auf eine hochwertigere Maschine umsteigen wollt. Das ist so frustrierend! Das hart verdiente und gesparte Geld in etwas investiert zu haben, was einfach zu keinen guten Ergebnissen führt und dann in der Ecke steht oder mit großem Wertverlust wieder verkauft wird. Das hat mich in meiner Empfehlung bestärkt, lieber noch länger zu warten bis das Wunschmodell zusammengespart ist oder auf ein gebrauchtes Markengerät zu setzen.

b) Viele meiner Leser haben gerade erst mit dem Overlocken angefangen oder tragen sich mit dem Gedanken einzusteigen. Für Euch sollen diese 10 Tipps sein.

1. Stecken: Das Wichtigste zuerst: Keine Stecknadeln in die Nähe der Messer kommen lassen.
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Es wird viel davor gewarnt und ich habe einmal in einem Nähkurs mitbekommen, was passiert, wenn das Messer einer Overlock bei voller Geschwindigkeit auf eine Nadel trifft: Die abgetrennte Nadel ist ein Katapult, dass mit voller Wucht in das Gesicht der darüber gebeugten Näherin geflogen ist. Aua. Das kann im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen. Zudem nimmt in jedem Fall das Messer Schaden. Deshalb: Nie, nie, niemals, nicht: nah an der Kante Stecknadeln platzieren. Es passiert so schnell, dass man eine vergisst oder sie sich unter dem Stoff versteckt.
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Besser: Clover-Clips verwenden oder längst mit deutlichem Abstand zur Kante stecken.

2. Auftrennen: Eine Overlock näht mit 4 Fäden damit die Naht stabil ist. Das macht das Auftrennen einer Naht aber auch gleichzeitig zu einer sehr aufwändigen Prozedur. Es gibt da einen Trick. Wie es geht, siehst Du in diesem You Tube-Video und in diesem.

3. Nähte sichern: Eine Overlock verriegelt eine Naht nicht. Damit hat man am Anfang und Ende einer Naht Fadenschwänze. Wenn man sie abschneidet, ist die Naht nicht gesichert und ribbelt wieder auf. Kein Problem, wenn man mit einer gekreuzten Naht darüber geht, ansonsten muss das Ende zur Sicherung per Hand mit einer (Stopf-)Nadel reingezogen werden. Auch die Fangnadel von Prym vereinfacht das Durchziehen des Fadenschwanzes.  Alternativ kann man den Anfang sichern, in  dem man über den Fadenschwanz näht (wie das geht siehst Du hier).

4. Wellige Nähte: Schnell kommt es beim Overlocken zu welligen Nähten.
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Dieses Problem kann vorrangig mit dem Verstellen des Differenzials behoben werden. Pauschal lässt sich sagen, dass ein höherer Wert Wellen verhindert und ein Minuswert einkräuselt. Oft hilft aber auch schon ein ordentliches Bügeln mit viel Dampf, damit sich die Nähte setzen. Denn auch die Nähte an elastischen Kleidungsstücken sollten vorsichtig gebügelt werden, damit sie sich setzen. Und zwar bevor eine weitere Naht kreuzt.

5. Garn: Eine Overlock arbeitet mit jedem Nähgarn. Meist werden aber diese großen Konen verwendet.
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Auch wenn die Maschinen jede Garnqualität verarbeiten, führen die Knötchen in minderwertigem Garn vom Discounter oder Stoffmarkt zu gerissenen Fäden auf Höhe der Nadeln weil der Knoten nicht durchs Nadelöhr passt. Ärgerlich.
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Lieber wenigstens von den Hauptfarben schwarz, dunkelblau, grau, beige und weiß Markenkonen kaufen.

Zugegeben, ich habe mehr Farben als die oben benannten und auch Stoffmarkt-Konen. Fakt ist aber auch: Ich brauche die restlichen Farben kaum. Meine meist genutzten Farben sind grau, weiß und beige. Sie passen zu fast allem.

Die verschiedenen Spulen werden unterschiedlich stark beansprucht. Die linken beiden verbrauchen viel weniger als die rechten. Deshalb immer wieder mal tauschen, damit sich alle vier Farben gleichmäßig verbrauchen.

Sollte von der passenden Farbe nur die Nähgarnrolle da sein: Damit am besten die linke Nadel füttern. Nur dieser Faden ist beim Dehnen der Naht von außen sichtbar. Aller übrigen Fäden liegen auf der Innenseite des Kleidungsstücks. Da können dann z.B. drei verschiedene Nuancen der selben Farbe gemischt werden.

Wenn zwei verschiedene Farben aufeinandertreffen kann die dritte Spule von links mit der Farbe der Oberseite gefüttert werden. So sieht es von beiden Seiten unauffällig aus.
verschiedene-farben-fadeln verschiedene-farben-fadeln2(Fotos: Petra Neuhierl)

Damit sich die Konen nicht selbst abrollen, hilft ein kleiner Einschnitt mit einem Teppichmesser, am besten am Boden der Kone, um die Enden festzuhalten.

6. Nadeln: Die Maschinen der Marken Brother, Bernina, Janome und Juki arbeiten mit ganz normalen Universalnadeln.
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Die Modelle der Hersteller Pfaff, Babylock, Husquana und Singer benötigen spezielle ELX Nadeln.

In jedem Fall Qualitäts- und Markennadeln verwenden. Bei günstigen Alternativen können die Nadeln in sich oder das Nadelöhr schief sein. Das führt zu Problemen beim Nähen und kann an der Maschine zu Schäden führen.

7. Reinigen: Overlocken macht durch das Abschneiden des Stoffes viel Dreck, auch in der Maschine. Deshalb ist es ganz wichtig sie regelmäßig zu reinigen.
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Der mitgelieferte Pinsel ist dafür nicht wirklich geeignet. Ich verwende einen größeren aus dem Baumarkt. Auch Kosmetikpinsel funktionieren gut.
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Das mitgelieferte Öl mit Hilfe eines Q-Tipps auf alle Teile geben, die sich bewegen, wenn man das Handrad dreht.
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Druckluftsprays sind zum Reinigen keine gute Idee. Sie pusten den feinen Schmutz in das Maschineninnere wo er noch mehr Schaden anrichtet.

Ein feiner Staubsaugeraufsatz ist viel besser geeignet, denn er zieht den Schmutz raus und bläst nichts rein. Alternativ kann ein Baby-Strohhalm aus dem Drogeriemarkt auf den Staubsauger aufgesetzt werden und saugt in Sekunden die Overlock wieder sauber. Wie es funktioniert ist hier erklärt.

8. Musterbuch: Bei einer Overlockmaschine muss die Fadenspanung von 4 Fäden berücksichtigt werden, dazu der Nähfussandruck, die Stichlänge und Stichbreite. Eine gute Übersicht der verschiedenen Stiche gibt es auf dem Bernina Blog.
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Bei jedem Materialwechsel müssen Einstellungen geändert werden. Das ist am Anfang eine kleine Herausforderung. Eine riesen Hilfe ist es, dafür ein Musterbuch anzulegen. Hier notierst Du Dir gemeinsam mit einem eingeklebten Musterstück, welche Einstellungen Du z.B für Jersey (dick und dünn), Frottee, Walkstoff oder einem Rollsaum auf Seide verwendet hast.Auf dieses Musterbuch wirst Du am Anfang sicher oft zurückgreifen, später wahrscheinlich nur noch bei Stoffen, die Du selten verwendest. Grundsätzliche Hilfe beim Einstellen der verschiedenen Fäden bietet Tobi in seinem wunderbar erklärten You Tube Video.

9. Pinzette: Falls bei Deiner Maschine keine gute Pinzette dabei war: Gönn Dir eine. Spitz, lang und scharf.
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Sonst wird das Einfädeln wirklich zur Quälerei.
bernina-overlock-einfadeln Richtig gute Pinzetten gibt es von Bernina. Als Ersatzteil kann man sie auch einzeln bestellen.
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Ich bewahre meine Pinzette immer griffbereit oben an der Maschine auf. Da stört sie nicht und ich habe sie ohne Suchen immer zur Hand.

10. Fadenriss: Wenn ein Faden gerissen ist, reicht oft das wieder einfädeln des gerissenen Fadens nicht aus um das Problem zu beheben. Er reißt direkt wieder. Das passiert, weil die Fäden jetzt nicht richtig verschlingen. Um den Fehler zu beheben am besten die oberen Fäden aus dem Nadelöhr nehmen, die unteren Greiferfäden wieder einfädeln einmal das Handrad drehen und die oberen Fäden wieder in die Nadel fädeln. Und schon läuft es wieder.

Buchempfehlungen zum Thema:
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An sich ist Overlocken total einfach. Solange die Maschine für das Projekt richtig eingestellt ist. Wie man die richtige Einstellung findet und Probleme im Stichbild behebt ist wichtiges Wissen, das so manche Maschine vor dem Wurf aus dem Fenster bewahrt hätte. Aber es gibt ja Fachliteratur:

Overlock, die ersten Stiche von Gaby Seeberg-Wilhelm

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Ist ein Klassiker, der oft gemeinsam mit der Overlock ins Haus kommt. Das war auch bei mir so. Der erste Teil des Buchs ist durchaus hilfreich. Z.B. wird Bild für Bild erklärt, wie eine (Bernina 1150 MDA) Overlock eingefädelt wird.
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Wie praktisch, das ist ja meine Maschine! Der zweite Teil des Buchs befasst sich mit Nähprojekten, die mit der Maschine vertraut machen sollen.

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Der Praxis Ratgeber “Richtig nähen mit Overlock- und Coverlockmaschinen” von Christelle Beneytout und Sandra Guernier ist mein persönlicher Favorit.
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Es ist ein echtes Nachschlagewerk mit vielen Praxistipps und noch dazu eines der wenigen Bücher auf dem Markt, dass sich auch mit der Coverlock beschäftigt.

Über beide Bücher habe ich hier schon einmal ausführlich geschrieben.

Online-Kurse:

Ich habe bisher drei Online-Kurse zu dem Thema belegt:

Zum einen auf deutsch bei Makerist die Kurse
“Grundkurs: Verlockende Overlock” und “Aufbaukurs: Overlock und Coverlock”.

Zum anderen auf Englisch einen Craftsy Kurs namens “Beginner Sergering” von Amy Alan. Er hat mir persönlich besser gefallen, sofern man mit der englischen Sprache gut zurecht kommt.

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Jetzt aber endlich zur Gewinnerin! Mr. Random hat eine Nummer ausgespuckt und es ist….Trommelwirbel….. Ein Kommentar hier aus dem Blog, von Evgenia Trenkle.

Kommentar 634 schrieb:

So viele Ideen! Der Overlock darf dabei einfach nicht fehlen. Ich versuche auch mein Glück 📍
LG an alle

Herzlichen Glückwunsch, Evgenia! Ich freue mich mit Dir! Du bekommst zeitnah eine Email.

Allen anderen schöne und möglichst stressfreie Vorweihnachtstage!
Barbara

P.S. Und auch die Gewinnerin des Fat Quarter Pakets “Wanderlust”, gesponsert von der Eulenmeisterei, darf ich verkünden! Es ist ein Facebook-Kommentar und zwar von Mandy Geierhos. Ich werde Dich über Facebook kontaktieren, Mandy! Herzlichen Glückwunsch!

12/11/16

Frau Machwerks Carpet Bag aus Tweed

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Wie in jedem Herbst gibt es einen neuen Machwerkschnitt und ich freue mich sehr, dass ich die “Carpet Bag” vorab nähen durfte. Erschienen ist der Schnitt schon Ende Oktober und auf Martinas Blog und in der Anleitung sind meine Modelle auch schon zu sehen. Höchste Zeit, sie Euch auch hier zu zeigen!

Ich habe große Hochachtung vor Martinas/Frau Machwerk Kreativität und ihren Konstruktionsfähigkeiten. Jeder ihrer Taschenschnitte ist ganz anders als alles, was ich bereits kenne und genäht habe. Jedes Mal eine tolle Nähherausforderung und vor allem immer eine äußerst praktische und schöne Tasche, die ich da am Ende in Händen halten darf.

So auch bei der Carpet Bag: Das besondere an dieser Tasche, ist der Rahmen, der sie schließt und öffnet und vor allem auch offen stehen bleibt. Ein wahres Raumwunder, soviel steht fest.
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Die Tasche an sich ist sehr einfach zu nähen und macht trotzdem viel her. Das liegt sowohl an der pfiffigen Konstruktion, als auch an der wie immer sehr gut nachvollziehbaren und komplett bebilderten Anleitung.

Der Taschenschnitt umfasst die Tasche in 4 Größen: Die kleinste Variante ist eine Kulturtasche, die zweite Version eine Handtasche (habe ich auch genäht, Blogpost folgt), Nummer drei, das ist diese hier, eine ordentlich große Büro- und Laptoptasche und in der riesigen vierten Variante wird aus der Carpet Bag eine Reisetasche. Das stell ich mir wirklich praktisch vor mit der großen Öffnung.

Und als wäre das nicht schon genug der Schwärmerei: Der Schnitt kommt mit erstaunlich wenig Stoff aus. Und das, obwohl die Tasche wirklich riesig ist! Wie man hier sieht passen locker 2 Aktenordner nebeneinander. Oder ein Aktenordner und ein Laptop. Plus Wasserflasche. Hach, ich sag es ja – genau mein Ding. Ich hab halt einfach mal gern ALLES dabei.
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Ich habe mich schon immer gefragt wie Frauen mit so einem Mini-Handtaschen-Ding durch den Tag kommen. Läuft denen nie die Nase? Haben die weder Haarbürste, noch Handcreme noch Blasenpflaster dabei? Was ist mit Nasentropfen und Kopfschmerztabletten? Die sog. “Hygieneartikel”? Kinderspielzeug? Sitzen andere Mütter denn nie mit ihren Kindern in Wartezimmern oder länger mal im Auto? Dazu noch das zwingend notwendige: Portemonnaie, Handy und ein Notizbuch???? Wagenpapiere, Schlüssel….Wohin tun die das? So sehr ich mich auch bemühe den Inhalt meiner Handtasche zu reduzieren – Ein Mindestmaß an Dingen muss immer mit. Und das passt eben nicht in eine kleine Clutch. Und da habe ich noch gar nicht an ein Buch, meine Einkaufstasche für unterwegs und eine kleine Flasche Wasser gedacht. In den meisten Fällen habe ich das nämlich auch noch dabei. Vielleicht erschließt sich Euch spätestens jetzt meine Begeisterung für diese Tasche.
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Eigentlich sieht der Schnitt eine Außenreißverschlusstasche vor. Den habe ich in dieser Variante weggelassen weil ich ihn hier nicht brauche. Zudem wird erklärt wie man Bodennägel einsetzt und zusätzlich einen Schultergurt anbringt. Aber das ist ja das Gute am Selbernähen: Man kann sich seine Tasche so gestalten, wie sie für einen jeden Selbst alltagstauglich ist und somit habe ich für mich diese Extras weggelassen. Optisch hätte der Tasche, im Nachhinein betrachtet, die Außentasche gut getan. Es hätte die große Fläche etwas unterbrochen.
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Für diese Tasche habe ich einen echten Stoffliebling angeschnitten, von dem ich aber nicht sehr viel hatte: Echten englischen Tweed. Ich liebe Tweed. Ich glaube, ich werde mal nur zum Tweed-Shoppen nach Schottland reisen. Ich bin völlig vernarrt in die Muster und leuchtenden Farben. Leider ist guter Tweed recht teuer und wird auch in eher schmalen Stoffbahnen gewebt (oft nur 75cm Breite), deshalb habe ich lange nach guten Bezugsquellen gesucht.
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Echter Tweed wird als Meterware immer mit diesem Labels geliefert, die man so schön dekorativ anbringen kann. Meines habe ich auf ein Stück blaues Leder genäht damit es noch mehr zur Geltung kommt.

Für den Boden hätte ich gerne blaues Leder verwendet, hatte aber nichts Passendes in ausreichender Menge da. Deshalb habe ich mich für Twill von Robert Kaufmann entschieden. Das ist ein dickes aber weiches Baumwollgewebe mit etwas Glanz und einer schönen Struktur. Das passte gut.
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Innen habe ich auf ein altes Schätzchen von Cotton & Steel zurückgegriffen. Melody Millers “Playful”-Kollektion (der Stoff heißt “Wordfind” in Navy) und dazu für die Innentasche ein passendes Pink von Sarah Watts aus der Serie “Honeymoon”. Cotton and Steel verwendet immer dieses sehr blaustichige Pink, das hier ganz wunderbar zum Rest passt.
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Damit die Tasche auch leer und im geöffneten Zustand stehen bleibt ist sie mit “Soft & Stable” gefüttert. Ohne das wird man mit diesem Taschenschnitt nicht glücklich. Ich verwende es eh schon seit Jahren für all meine Taschen. Für alle, die es noch nie versucht haben ist es mit Hilfe von Martinas toller Erklärung eine gute Gelegenheit für einen ersten Versuch.
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Die Taschengelenke gibt es in allen 4 Größen im Machwerk-Shop. Den Schnitt für die Taschen natürlich auch.

Und auch die Handtaschengröße habe ich genäht. Die gibt es dann ganz bald hier zu sehen. Vorab könnt Ihr alle Modelle der Probenäher schon einmal hier sehen.

Nochmal zusammengefasst:

Carpet Bag: Den Schnitt gibt es im Machwerk-Shop
Taschenrahmen: Machwerk-Shop
Tweed: Lil Shop of Harris Tweed über Facebook (kleine aber feine Auswahl zu sehr guten Preisen. Dort gibt es ein wechselndes Sortiment. Die Farben kommen regelmäßig wieder). Alternativ ist Esplanade London Cloth über Etsy eine gute Adresse.
Twill: Robert Kaufmann Montauk Twill in Midnight über Fabric.com
Tasche innen: Melody Miller “Playful” Wordfind in navy. Bei Stoffsalat gekauft, dort ist er aber schon weg. Hier gibt es ihn noch.
Aufgesetzte Innentasche: Sarah Watts “Honeymoon” Snake Prush in Purple
Taschenhenkel: echtes Leder in blau, gekauft beim Da Wanda Shop “Florale Rose”.
Vlieseinlage für den Stand: Soft and Stable, erhältlich in verschieden großen Zuschnitten bei Stoffsalat

Wir lesen uns dann schon in ein paar Tagen wieder!
Bis dahin viele Grüße & einen schönen dritten Advent,

Barbara

12/6/16

Wie finde ich die richtige Overlock & großes Gewinnspiel

bernina-l450-32-zu-gewinnenWer auf der Suche nach einer Nähmaschine, einer Over- oder Coverlockmaschine ist, hat es nicht ganz einfach ein für die eigenen Anforderungen und das Budget passende Maschine zu finden. Wer sich an einen Pfaff-Händler wendet geht mit einer Pfaff nach Hause, beim Bernina-Händler wird es eine Bernina sein. Und auch wer die Nähbegeisterten im Umfeld fragt wird da eine sehr subjektive Empfehlung bekommen.

Auch wenn ich den lokalen Einzelhandel sehr schätze und versuche mit Käufen zu unterstützen hat sich das bei mir beim Maschinenkauf nicht bewährt. Kein Händler vor Ort hat eine wirklich große Auswahl über alle Hersteller hinweg. Da wird das Modell empfohlen das eben da ist. Aus kaufmännischer Sicht ist das nachvollziehbar aber es gehört schon ein bisschen Glück dazu auf dem Weg zur passenden Maschine zu kommen.

Vor gut zwei Jahren habe ich einen Blogpost zum Nähmaschinenkauf geschrieben. Die Idee dazu kam mir, weil mir die Frage nach einem passenden Modell immer wieder gestellt wurde. Und das es nicht das eine, einzige passende Nähmaschinenmodell für alle Näher (innen) da draußen gibt, habe ich mich mit Petra Neuhierl vom Nähpark Diermeier zusammengetan, um in verschiedenen Preisklassen und über alle Hersteller hinweg gute Maschinen und ihre individuellen Vorteile aufzuzeigen.

Beim Nähpark habe ich meine dritte Maschine gekauft und damals eine Einweisung in meine neue Maschine bekommen, die ihres gleichen sucht. Hier habe ich ausführlich darüber geschrieben.

Wo findet man schon eine herstellerneutrale Beratung von jemandem, der tatsächlich auf jedem einzelnen Modell schon genäht hat und deshalb aus eigener Erfahrung Maschinen bewerten kann?

Nachdem der Blogpost zum Nähmaschinenkauf ein bis heute sehr beliebter ist, habe ich mich wieder mit Petra Neuhierl zusammengetan um allen, die zur Weihnachtszeit auf der Suche nach einer Overlock sind, einen Überblick über die aktuell besten Modelle zu verschaffen.
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Ein verrücktes Volk, diese Näherinnen. Alles beginnt mit einer Nähmaschine und kaum ist dieser Wunsch erfüllt, kreisen die Gedanken schon um die nächste große Anschaffung:  eine Overlock. Aber wofür braucht man denn überhaupt eine?

Wenn man sich ein gekauftes T-Shirt gegenüber einem selbst mit der Nähmaschine genähten einmal genauer anschaut, sind die größten Unterschiede innen zu finden: Die Versäuberung eines gekauften T-Shirts sieht nämlich so aus:
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Selbst die beste aller Nähmaschinen kann diese elastischen Nähte nicht erzeugen. Dafür braucht man eine Overlockmaschine. Sie näht und versäubert die Nähte in einem Arbeitsgang indem sie den Überstand gerade abschneidet und mit einer vierfädrigen, elastischen Versäuberungsnaht einfasst. Diese Naht macht das Kleidungsstück deutlich stabiler, ist gleichzeitig dehnbar und verhindert das Ausfransen. Zudem arbeitet sie so schnell, dass die Zeit der reinen Versäuberung mit einer Nähmaschine länger dauert als das Nähen des kompletten Kleidungsstücks mit einer Overlock.
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Kleidungsstücke aller Materialen werden so professionell versäubert. Besonders elastische Stoffe brauchen eine elastische Naht um nicht beim An- und Ausziehen zu reißen. Nicht nur Bekleidung, sondern auch Sofakissen, Bettwäsche und Quilts (bevor das Binding, also die Einfassung aufgenäht wird), werden so für viele Waschgänge und jahrelange Nutzung stabilisiert.
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Über Kurz oder lang landet jeder ambitionierter Näher bei einer Overlock. Aber welche ist die Richtige? Die Preisspanne ist schließlich groß. Discountermaschinen bekommt man schon für 130 Euro und auch für 2.000 Euro kann man noch eine Overlock kaufen.

Ganz grundsätzlich kann jede Overlock das gleiche. Warum also diese gewaltige Preisspanne? Die wesentlichen Unterschiede liegen in

–          der Nähqualität
–          der Nahtqualität
–          dem Bedienkomfort
–          der technischen Qualität
–          und der Lautstärke.

Wie auch bei der Betrachtung der Nähmaschinen klammere ich die Maschinen der Discounter mangels eigener Erfahrung aus. Grundsätzlich kann man hier sagen, dass sich diese Maschinen in allen Bereichen am untersten Ende der oben genannten Punkte bewegen. Gerade für Anfänger, die sich mit den Einstellungen und dem Einfädeln noch schwer tun, sind sie mühsam in der Handhabung.
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Apropos einfädeln: Viele schreckt beim ersten Kontakt mit einer Overlock das Thema einfädeln ab. Es wird mit 4 Fäden genäht und deshalb müssen 4 Fäden durch die Maschine gefädelt werden. So mancher hat davor großen Respekt (ich hatte es jedenfalls). Im Alltag ist das aber keine große Sache. Bei den meisten Maschinen ist der Weg des Einfädelns genau aufgezeichnet und farblich markiert.
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Am Anfang dauert das länger, nach ein paar Mal kann man das im Halbschlaf. Zudem kann man beim Tausch der Spule einfach den Faden über der Spulenkone abschneiden und mit dem neuen Faden verknoten. Damit ist der Fadenwechsel in Windeseile erledigt. Wenn die Maschinen aber zu eng gebaut sind wird es schon sehr fummelig.

Die Einstiegsmodelle

Im Fachhandel kostet ein Einstiegsmodell zwischen 250-450 Euro. Sie tun allesamt ihre Arbeit, sind aber verhältnismäßig laut und laufen gegenüber den hochwertigeren Maschinen nicht ganz so rund. Die meisten Stoffe verarbeiten sie jedoch problemlos. Im Wesentlichen sind es diese 5 Modelle, die sich bewährt haben:

Die Bernette Overlock 610D sowie die Brother 1034 und 2104 sind gern empfohlene Modelle. Besonders die Brother 2104 besticht hier mit einer deutlich komfortableren Einfädelung.
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Die Janome 8002D ist für alle eine gute Empfehlung, die nur mit Jersey arbeiten. Ihr Nahtbild ist besonders schön, allerdings ist sie wenig komfortabel beim Einfädeln und bei der Umstellung auf Rollsaum. Wer das selten braucht hat in der Janome 8002D eine gute Maschine gefunden.

Neu auf dem Markt sind die Maschinen von Juki, die in der Vergangenheit Overlockmaschinen für Bernina gebaut haben und über viel Erfahrung verfügen. Das Modell MO50 hat einen im Vergleich hohen Bedienkomfort, näht sehr exakt und auch das Einfädeln und Umstellen ist hier angenehm. Zudem verfügt die Maschine in dieser Preisklasse über die größte Laufruhe. Wer gerne abends in Hörweite der Familie oder kleiner Kinder näht wird das zu schätzen wissen.
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Fazit: Aktuell bietet die Juki MO-50 in dieser Preisklasse das Meiste fürs Geld.

Die gehobene Mittelklasse

Das Mittelfeld bestimmen aktuell eine neue Maschine von Bernina und drei Modelle aus dem Hause Juki.

Die Klassiker unter den Overlockmaschinen, die Bernina-Modelle 700D, 800D, 1100D und 1150 MDA sind allesamt Auslaufmodelle, die durch eine komplett überarbeitete Baureihe abgelöst werden. Sie gelten als wahre Arbeitstiere, die „über Stock und Stein“ nähen und sind jetzt als Auslaufmodelle günstig zu bekommen.

Die Juki MO-114D ist baugleich mit der Bernina 800D und weiterhin erhältlich. Die Juki MO-654 ist optisch nicht so ansprechend, ist aber zuverlässig und angenehm zu bedienen. Auch das Nahtbild ist wirklich schön.

Das Juki-Modell MO-734 ist vergleichbar mit der Bernina 1150MDA. Wer die Bernina 1150MDA liebt (so wie ich, es ist meine eigene Maschine), hat hier einen Nachfolger gefunden. Das Nahtbild ist spitze und die Laufruhe ist sehr angenehm. Die MTC-Funktion der Bernina, mit der die Fadenspannung noch genauer justiert werden kann, ist an dieser Maschine allerdings nicht zu finden. Diese Technik ist ein Patent von Bernina.
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Das Modell Brother 4234 bietet viel Bedienkomfort, ist allerdings deutlich lauter als die übrigen Maschinen.

Auch die Pfaff Hobbylock 2.5 kann mit den übrigen Maschinen nicht mithalten. Sie ist sehr eng gebaut und damit ist alles schlecht erreichbar. Das rächt sich beim Einfädeln, Säubern und Nadel wechseln.  Diese Problematik besteht auch bei den Maschinen von Husqvana und Singer.

Bernina  hat mit der L450 eine komplett überarbeitete Overlockmaschine eingeführt. Die Bedienung ist noch komfortabler, sie ist einfach und schnell einzufädeln und die Laufruhe ist sensationell. Die Messerführung erfolgt zum ersten Mal von unten und funktioniert trotzdem für alle Materialien in der gewohnten Bernina-Qualität.
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Die oben schon benannte MTC-Funktion, zur optimalen Einstellung der Kantenverschlingung, ist ebenfalls eingebaut.
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Diese Maschine durfte ich ausführlich testen und bin begeistert! Eine riesige Entwicklung zu den Vorgängermodellen. Besonders das Messer von unten und den damit gewonnenen Platz rechts der Nadel begeistern mich. Und diese Laufruhe! Kein Vergleich zu bisherigen Overlockmaschinen.
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Fazit: Das neue Bernina-Modell ist damit für Frau Neuhierl und mich die Top-Empfehlung in diesem Preissegment. Und zudem darf ich eine Maschine unter meinen Lesern verlosen! Mehr dazu am Ende des Blogposts.

Die hochwertigen Overlock-Maschinen

Für alle, die gerne mit hohem Komfort nähen oder ihre Maschine sehr häufig nutzen sind die Modelle von Baby-Lock und die Top Modelle von Juki und Bernina die richtigen Kandidaten.
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Baby-Lock gilt als Porsche unter den Over- und Coverlockmaschinen. Mit dem Air-Jet-System, das per Luftdruck und damit maximal komfortabel das Einfädeln übernimmt ist sie erklärter Favorit all derjenigen, die viel Respekt vor der Fädelei haben. Zudem sind viele Einstellungen einfach bzw. automatisch gehalten. Das macht den Start einfach, nimmt dem Näher aber gleichzeitig die Möglichkeit eigene Einstellungen zu finden oder andere Garne als den Standard zu verwenden. Bauschgarn z.B. kann das Air-Jet-System nicht verarbeiten, bzw. ist nur mit Trickserei möglich.

Neben all den Vorteilen gelten diese Maschinen was die Lautstärke betrifft als wahre Traktoren. Damit sind sie für mich persönlich bei meiner Anschaffungsüberlegung ausgeschieden. Von anderen Nähbegeisterten wurde mir berichtet, dass der Fussanlasser zudem gewöhnungsbedürftig sei. Er kann stehen oder rasen, dazwischen gibt es nichts. Mit einfachen Griffen kann man ihn aber aufschrauben und manipulieren (zu Beachten ist hierbei aber ggf. der Verlust der Garantie).

Abgesehen davon haben die Maschinen aber definitiv ihre Berechtigung im Hochpreissektor und zu recht viele Käufer.
juki-mo-2000-exportIm Hochpreissegment hat Juki ein Modell eingeführt, dass ebenfalls über eine Lufteinfädelung und über ein Display verfügt. Hier werden zu jedem Stoff Einstellungsempfehlungen und Stichbreiten empfohlen. Damit ist die Juki MO-2000 sicherlich eines der komfortabelsten Modelle auf dem Markt und für unerfahrende Overlocker eine riesen Hilfe.

Die Profi-Overlocker spricht Bernina mit der neuen L460 an. Mit 1.500 Stichen pro Minute näht sie wahnsinnig schnell.  Ein Vorteil für alle, die lange Bahnen zu versäubern haben. Auch sie verfügt wie die L450 über das MTC-System und eine tolle Laufruhe.
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Viele neue Funktionen dieser Maschine kommen aus dem Nähmaschinenbereich. Sie verfügt über eine Nadel-Stopp-Funktion. Damit befinden sich Nadel und Greifer immer in der richtigen Position. Die Maschine kann komplett über den Fußanlasser gesteuert werden. Die Geschwindigkeit lässt sich darüber sehr fein steuern. Der Griff zum Handrad erübrigt sich.

Zum ersten Mal verfügt eine Overlock über einen Kniehebel. Die Hände bleiben damit am Stoff. Gerade Rechtshänder müssen bei einer Overlock sonst zum Absenken des Nähfußes einmal um die Maschine greifen. So bleiben beide Hände am Stoff und der Kniehebel lässt den Fuß runter. Zusätzlich ist ein Anschiebetisch als Zubehör inklusive.

Fazit: Kaufempfehlung in dieser Klasse ist die Juki MO-2000. Sie überzeugt durch maximalen Komfort bei hoher Laufruhe und tollem Stichbild. Für den Profi sind die aus dem Nähmaschinenbereich stammenden Innovationen der Bernina L460 eine enorme Arbeitserleichterung.
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Verlosung: BEENDET

Was für ein Geschenk vom Nähpark an meine Leser! Ich darf eine nagelneue Bernina L450 im Wert von 799 Euro unter Euch verlosen!

Teilnehmen könnt Ihr wie immer mit einem Kommentar hier im Blog. Eine zusätzliche Gewinnchance gibt es über Instagram und Facebook (die Bedingungen sind dort beschrieben).

Teilnahmeschluss ist Mittwoch, der 14. Dezember, 24:00 Uhr. Der Gewinner wird hier bekanntgegeben und von mir kontaktiert.

Teilnahmeberechtigt sind Leser und Leserinnen aus Deutschland und Österreich. Die Auszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen.
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Ich drücke jedem von Euch fest die Daumen!

Viele Grüße
Barbara

P.S: Dieser Blogpost ist in Zusammenarbeit mit dem Nähpark Diermeier entstanden. Die Modellfotos habe ich ebenfalls von dort erhalten. Zu Fotozwecken wurde mir eine Bernina L450 zur Verfügung gestellt, die auch ausführlich testen durfte und nun zurückgesandt habe. Der Gewinner erhält selbstverständlich eine nagelneue und originalverpackte Maschine direkt vom Nähpark.

Meine Meinung über ein Produkt ist nicht käuflich. Ich habe den Nähpark aktiv um Mithilfe an diesem Blogpost gebeten. Mit diesem Blogpost habe ich versucht meinen Leserinnen und Lesern einen möglichst neutralen Blick auf die verschiedenen Modelle zu gewähren den ich alleine so nicht hätte liefern können.

12/4/16

Für die, die mir am Herzen liegen

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Ich und Patchworken. Irgendwie läuft das ganz anders als bei anderen Leuten. Nur zwei aller bisher genähten Decken habe ich in einem Rutsch zugeschnitten, genäht, gequiltet und ihr direkt danach ein Binding verpasst. Und das auch nur, weil in beiden Fällen Weihnachten vor der Tür stand und ich damit keine Wahl hatte.
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Der Normalfall ist, dass diese 4 Stufen mindestens Wochen, aber auch mal Jahre auseinanderliegen. Wie in diesem Fall. Und ich kann absolut nicht sagen woran das liegt. Immer wieder stapeln sich die halbfertigen Decken und der Stapel liegt und liegt.
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Und doch ist diese Decke in diesem Sommer endlich fertig geworden. Zum Glück. Gedacht war sie mal als Babydecke für eine Freundin aus England. Die Kleine geht aber mittlerweile in den Kindergarten und ihr jetzt eine Krabbeldecke zu schenken wäre dann doch ein wenig sonderbar.
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Zwischenzeitlich war ich total unglücklich mit dem Ergebnis. Beim Zusammennähen (oder schon beim Zuschneiden?) muss ich geschlampt haben und so sitzen die Nähte nicht gerade top. Und dann sind beim Heften auch noch Falten reingekommen.
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Zu guter Letzt musste ich meinen ersten Quiltversuch, nämlich gerade Linien sternförmig ab der Mitte, wieder auftrennen. Das hat mir gar nicht gefallen und war so knubbelig in der Mitte. Und wer das Quilten für einen aufwändigen Prozess hält, dem ist bisher nur das Auftrennen desselbigen erspart geblieben…

Nachdem ich das Ding also innerlich schon abgeschrieben hatte, gab mir die liebe Carola den Tipp, dann doch wenigstens ein neues Quiltmuster auszuprobieren. Wenn dann was schief geht tut es wenigstens nicht so weh.
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Ein weiterer Tipp von ihr war ein Chevron-Muster zu verwenden. (Danke nochmal! Das gefällt mir super-gut!) und so habe ich es dann auch gemacht. In einer Ecke bin ich dann auch tatsächlich verrutscht. Aber es war ja zu dem Zeitpunkt schon eine offizielle Übungsdecke.
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Bis dahin war der eigentliche Plan, das Übungsstück anschließend dem Hund zu vermachen. Aber da hatten meine Mädels mächtig was dagegen. Die interessieren nämlich schiefe Nähte nicht die Bohne.

Sie lieben das große Herz vorne und die kuschelweiche Flanellrückseite und so wurde diese Decke unser ständiger Begleiter im Sommerurlaub in Tirol.
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Picknicks, Nickerchen im Garten, zum untätig Herumliegen am Bergsee oder zum Einkuscheln wenn es abends frischer wurde. Und die Decke war immer dabei.

Das Gute an dieser Decke ist nämlich, dass sie dreckig werden darf. Das wäre sie beim Hund ja auch geworden.

Vielleicht sollte ich von jetzt an jede Decke mit der Absicht nähen sie dem Hund zu vermachen. So werden sie nämlich bei und viel mehr genutzt! Und dafür ist ein Quilt schließlich da.
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Leider zu spät für diese Decke habe ich die Bloc Loc Ruler kennengelernt. Die wären eine riesige Hilfe gewesen und hätten mir sehr wahrscheinlich die krummen Nähte im Quilttop erspart.
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Diese Lineale sind gedacht, um z.B. Half Square Triangles, also aneinandergenähte Dreiecke anschließend wieder zu einem maßgenauen Quadrat zu schneiden.
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Das Besondere daran ist die Einkerbung in der Mitte, die automatisch an der Naht einrastet und das zuschneiden so schnell und präzise macht. Kann ich sehr empfehlen.

Die Bloc Loc Lineale gibt es in mehreren Größen. Das hier ist das Größte. Damit kann man alle Varianten bis zum Maß 6.5 x 6.5 inch schneiden.
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Grete hat dazu ein Video gemacht, falls Ihr sehen wollt wie genau das funktioniert:

Zur Decke:
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Das Schnittmuster heißt “I Heart you” von Vanessa Christenson und als pdf hier erhältlich (Anleitung auf englisch)
Die Stoffe sind Ombre-Stoffe, ebenfalls von V & Co. für Moda. Meine stammen noch aus ihrer früheren Kollektion, mittlerweile sind sie dauerhaft in verschiedenen Farben erhältlich. Diese hier enspricht “Hot Pink”.

Einen ähnlichen Effekt erzielt man, indem man ca. 6 verschiedene Unis im Farbverlauf mischt.
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Der weiße Kombistoff ist Moda Bella Solid White Bleached. Die Rückseite ist ein Flanell von Riley Blake namens Honeycomb Dots. Flanellstoffe sind perfekt für Quiltrückseiten. So kuschelweich!
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Der Stoff für das Binding stammt aus Sweetwaters letzter Weihnachtskollektion, “Hollys Tree Farm“. Ganz ähnliche Streifen gibt es in den Kollektionen von Bonnie & Camille oder Lella Boutique. Sie sehen als Binding einfach toll aus.
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Ich wünsche Euch einen wunderschönen zweiten Advent!

Zu Nikolaus sehrn wir uns dann hier wieder. Und glaubt mir, das Vorbeischauen lohnt sich! Ich bin schon ganz aufgeregt…
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Viele Grüsse
Barbara

P.S. Falls Euch diese sommerlichen Bilder in der Adventszeit etwas irritieren: Die Bilder stammen aus dem August und den Text habe ich im September geschrieben. Da sollte dieser Post eigentlich veröffentlicht werden. Jetzt habe ich ihn halbfertig wiedergefunden und gedacht: Besser spät als nie.

12/2/16

Zurück im Bloggerland, eine Shop-Vorstellung und eine tolle Verlosung für Euch!

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Es gibt so Tage, an denen läuft alles anders als gedacht. Und aus solchen Tagen werden manchmal Wochen und aus Wochen Monate. Der Alltag findet gar nicht mehr in den gewohnten Rhythmus. Ich persönlich mag das nicht besonders. Mir ist planbar lieber. Für uns als Familie war 2016 eine emotionale Achterbahnfahrt. Und mein kleines Hobby, dieser Blog, ist dabei völlig unter die Räder gekommen.

Der Dezember und ich haben nun beschlossen, dass ein versöhnliches und ruhiges Jahresende die einzige Chance sind dieses Jahr doch noch in guter Erinnerung zu behalten. Langsam kommt der Alltag zurück und so möchte ich auch den Blog wieder aufleben lassen. Ich freue mich auf ruhigere Zeiten bis zum Jahresende und werde mich endlich dem Umbau meines neuen Nähzimmers widmen. Ich nähe nun schon seit Monaten in einem Provisorium ohne Heizung. Das war im August noch kein Problem, so langsam vergeht mir aber der Spaß. Für morgen ist die Lieferung der neuen Heizung geplant. Hurra! Ich hoffe es wird am Ende so schön, wie ich es mir vorstelle. Sobald es fertig ist (was noch ein Weilchen dauern kann, je nachdem wann der Tischler sich berufen fühlt vorbeizuschauen) zeige ich es Euch, versprochen. Mein persönliches (zugegeben, sehr großes) Weihnachtsgeschenk.

Aber auch Euch möchte ich beschenken, die ihr mir trotz monatelanger Funkstille treu geblieben seid.

Gemeinsam mit meinen Blogpartnern dem Nähpark, Bernina, der Eulenmeisterei und dem Stoffsalat will ich Euch ein paar wirklich großartige Weihnachtsgeschenke unter den Baum legen. Dazu noch Bücher und etwas von mir für Euch – hach, wir werden es uns hier so richtig nett machen.

Auch wenn ich die Eulenmeisterei schon seit langem auf meinem Blog empfehle, habe ich Euch den Shop bisher nie vorgestellt. Es ist an der Zeit das endlich mal nachzuholen.
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Viele von Euch kennen die Eulenmeisterei wahrscheinlich längst. Entweder, weil ihr selbst schon einmal im Online-Shop nach qualitativ hochwertigen Biostoffen Ausschau gehalten habt oder auch, weil das Logo seit einer ganzen Weile oben rechts hier im Blog zu finden ist. Denn seit meiner ersten Bestellung dort empfehle ich diesen Online-Shop gerne weiter.
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(Foto: Bio-Fat Quarter von Birch Mod Basics “Firefly Dots”)

Was mir am Sortiment der Eulenmeisterei so gut gefällt? Silvia kauft für Ihren Laden konsequent Bio-Stoffe namhafter Hersteller ein. Sie hat wirklich ein Händchen für Schönes und so ist ihr Shop immer meine erste Anlaufadresse für zeitlose Canvasstoffe für z.B. Taschen. Cloud 9, Monaluna und Birch produzieren nämlich nicht nur Bio-Baumwollstoffe in höchster Qualität, sondern haben tolle Designer, die mit eher erwachsenen Mustern daherkommen. Genau mein Ding. Auch die deutschen Firmen Albstoffe und C.Pauli kann ich nur empfehlen. Tolle Qualität und mit wirklich schönem Design.
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(Foto: Bio-Canvas/Barkcloth “Time Wrap” von Jessica Jones für Cloud9)

Ganz generell wird das Sortiment der Stoffe für Selbermacher immer breiter. Vor ein paar Jahren noch gab es das Lager der Baumwollnäher und der Jerseyfreunde. Mittlerweile gesellen sich so viele weitere Stoffe wie Voile, Fleece– und Wollstoffe dazu. Alles in toller Qualität und farblich aufeinander abgestimmt. Ich persönlich habe mich in den letzten Jahren durch die Baumwoll-, Interlock-, Voile-, Canvas-, Fleece- und Double Gauze-Abteilung von Birch und Monaluna getestet und war von der Qualität der Stoffe jedes Mal begeistert.
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(Foto: Bio-Jersey Interlock “Sommerblumentraum” von C. Pauli)

Und nicht nur für Bekleidungsnäher ist es einen Versuch wert mit diesen Materialien zu arbeiten. Patchworkdecken aus Voile: Ein butterzarter Traum! Babydecken mit einer Rückseite aus Fleece oder Nicki? Yes, please!  Ich bin ja von jeher dem Flanell verfallen. Eine weichere Deckenunterseite gibt es nicht.
wollfleece(Foto: Bio-Wollfleece aus Schurwolle)

Im Shop der Eulenmeisterei habe ich im letzten Jahr auch das erste Mal ein Schnittmuster von Compagnie M., einer belgischen Firma, gefunden und bestellt.

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Auf den Blog hat der Rock “Lotta” es leider noch nicht geschafft aber es war ein Sommer-Lieblingsteil bei uns.

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Und das Schnittmuster (auch auf deutsch und für Erwachsene erhältlich), war eines der hochwertigsten nach dem ich je genäht habe.

Hier ist auch für fortgeschrittene Anfänger alles erklärt: Wie nähe ich einen Unterrock ein, wie einen verdeckten Reißverschluss und dazu einen verstellbaren Gummizug in den Bund. Das Ergebnis ist innen und außen ein sehr professionelles Kleidungsstück. Ein echter Klassiker, der je nach Material mal lässig sommerlich, mal festlich daherkommt.

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Sogar ein schickes Label ist bei dem Schnittmuster dabei!

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Das Material bis hin zum Knopf hat sich Theresa für diesen Rock selber ausgesucht. Der Rock nähe ich ganz sicher noch einmal. Vielleicht erst einmal eine Winterversion aus Cord oder Samt.

Das waren meine Lieblinge aus dem Eulenmeisterei-Shop. Mich interessiert nun, welches Produkt Euch am besten gefällt!
aneela-hoey(Foto: Foxglove Fat Quarter Set von Aneela Hoey für Cloud9)
wanderlust-2(Foto: Wanderlust Fat Quarter Set von Monaluna)

Verlosung:

Gemeinsam mit der Eulenmeisterei darf ich unter meinen Leserinnen ein Fat Quarter Paket der aktuellen “Wanderlust”-Kollektion verlosen. Enthalten sind 8 Fat Quarter (das sind Stoffstücke mit den Maßen 50x55cm, also zusammen rund 2 Meter Stoff) die zusammen eine wunderschöne Decke oder viele schöne Kissen, Taschen und Täschchen ergeben.

Teilnahmebedingungen:

Teilnehmen können alle Leser und Leserinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einem Kommentar unter diesem Blogpost bis Freitag, den 09.12.2016, 24:00 Uhr.

Wer seine Chancen auf den Gewinn erhöhen will ist herzlich eingeladen bei Fascebook oder Instagram ebenfalls teilzunehmen. Die Teilnahmebedingungen sind dort beschrieben.

Die Auszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen. Der Gewinner wird hier im Blog bekannt gegeben und per Email benachrichtigt.

Ich drücke schon einmal die Daumen!
Bis bald & viele Grüße

Barbara

P.S: Im Online-Shop gibt es gerade ein Weihnachts-Special mit 15% auf alles!