01/20/17

2016 – ein Jahresrückblick auf ein Jahr, dass sich wie zwei anfühlt

Ihr Lieben,

Seit 20 Tagen heißt das Jahr nun 2017. An Silvester habe ich in diesem Jahr besonders tief Luft geholt während die vergangenen 365 Tage im Geiste noch einmal an mir vorbeigezogen sind. Für mich war 2016 ein besonderes Jahr. Eines, dass in mir viel angestoßen hat. Eines, dass ich als eine andere wieder verlassen habe. Aber so ist das Leben: Manchmal läuft alles rund und in geregelten Bahnen, manchmal ist das Leben so schön, dass man es kaum fassen kann und manchmal reihen sich die großen und kleinen Katastrophen aneinander. In diesem Jahr war von allem ordentlich was dabei.

Hier auf dem Blog war es mehrfach viel zu lange ruhig. Das Leben hat getobt! Diejenigen, die mir auf Instagram folgen haben etwas mehr mitbekommen. Ein Foto lässt sich immer schnell hochladen. Ein Blogpost ist nicht ganz so schnell geschrieben.

2016 wird für mich in Erinnerung bleiben als das Jahr mit zwei schweren Autounfällen, einen alleine, einen mit der ganzen Familie auf der Autobahn. Gerade der Unfall mit der Familie, obwohl er im Ergebnis glimpflicher ausgegangen ist, hat mir gezeigt welches Ausmaß an Angst man in wenigen Minuten durchleben kann. Auch Sorge habe ich über die Maßen erfahren. Sorge um ein Kind. Monatelang hat sie mich Tag und Nacht begleitet. Eine unerwartete Wendung hat im Sommer alles verändert und die Tatsache, dass es meiner Tochter endlich gut geht, ist für mich das größte Glück des Jahres.

Seit dem Frühjahr haben wir wieder einen Hund im Haus! Ein silberner Labrador namens Duke mischt seitdem unseren Alltag auf. Er ist ein unglaublich lieber und lustiger Kerl aber eben auch ein Baby mit einer Menge Quatsch im Kopf und viel Freude an Bewegung. Auch an verregneten Herbst- und eiskalten Wintertagen. Brrrr. Ist ja an sich kein Fehler in solchen Momenten vor die Tür zu gehen, fühlt sich aber gleichzeitig so an.

Wir haben uns prima aneinander gewöhnt. Jedenfalls bis er auf die Idee kam das Kabel meines Nähmaschinenpedals zu zerbeißen. Das war ein durchaus schwieriger Tag für uns beide.
Collage Hund_kl(Auf den Fotos: Der Jumpsuit “Hoppe” nach einem Schnitt von Straight Grain. In Frottee sehr bequem und sommertauglich.)

2016 war gleichzeitig das Jahr der Feiern: Wir haben Einladungen erhalten zu einer Goldenen und einer Silberhochzeit, 7 Hochzeiten in drei Ländern und dazu mehrere runde Geburtstage. Das waren unglaublich schöne Tage.

Eine Hochzeit im März haben wir in Estoril bei Lissabon verbracht. Die Braut war Portugiesin und der Bräutigam ein Studienfreund. Die Hochzeit war unglaublich! Gefeiert haben wir in dieser alten Burg über dem Meer.
Collage Portugal2
Dann haben wir u.a. die junge Dame deren Babysitterin ich früher sein durfte und den besten Freund meines Mannes unter die Haube bekommen. Als Trauzeuge auch etwas ganz besonders Emotionales mit Rede und allem Pipapo und anschließend ein rauschendes Fest in der Zeche Zollverein.

Den Sommer haben wir in Tirol und Südtirol verbracht. Es waren herrliche Tage mit viel Sonne und Schwimmen in den Seen der Region. Fast überall durfte der Hund mit. Wir haben es uns richtig gut gehen lassen.
Südtirol
(Theresas Kleid ist “Joey”, ein Schnitt von “Make it perfect”, genäht aus wunderschönem Jersey von Katarina Rocella aus der “Lavish”-Serie)

Im September dann haben wir in Wien gefeiert. Auch diese Hochzeit war ein unglaubliches Erlebnis. Geheiratet in Grinzing und alle Mädels standesgemäß in selbst genähten Dirndln. Gegessen haben wir in Heurigen und gefeiert wurde im Haus des Meeres, einem mehrstöckigem Aquarium mit einer Location im 11. Stock hoch über Wien. Mit rund-um-Glasbalkon und über 20 Grad bis spät in die Nacht. Diesen Tag werde ich wohl nie vergessen. Dort durfte ich Fische mit der Hand füttern uns streicheln. Das war ein tolles Erlebnis!

Ich bin ja durch und durch Familienmensch. Endlich wieder alle Schwestern, Tanten und Cousins um mich! Diese Tage genieße ich sehr. Die Kinder fanden Wien und das Haus des Meeres so toll, dass wir in den Herbstferien wiedergekommen sind und danach noch ein paar Tage in der Wachau verbracht haben. Auf der Rückfahrt ist uns dann der Autounfall passiert.
Wien im Sommer
Zwischendurch immer wieder große und kleine Katastrophen. Einbrecher im Haus. Das war alles andere als schön. Die Kinder hatten wochenlang Angst im eigenen Zuhause. Dazu der Verlust von Erbschmuck, der mir viel bedeutet hat. Daran hatten wir eine ganze Weile zu knabbern.

Habt Ihr eigentlich mitbekommen, dass der Blog im Sommer mal eine Weile weg war? Auch nicht lustig. Es hat viel Mühe und Schweiß gekostet die Inhalte zu retten und alles wieder hochzuladen. Ich hab schon fest damit gerechnet, dass alles futsch ist.

Gedanklich habe ich Freunde durch schwere Zeiten begleitet. Denn am Ende des Tages ist ein Blog oder gestohlene Dinge sowas von wurscht, wenn ein Leben auf dem Spiel steht. Aber zum Glück scheint auch hier am Ende alles gut ausgegangen zu sein. Dafür bin ich sehr dankbar.

Überhaupt ein guter Moment über das nachzudenken wofür ich dankbar bin: Für meine Familie und Freunde. Vielleicht sei hier im Blog besonders erwähnt, wie sehr ich mich über die freue, die durch mein Hobby Nähen und diesen Blog in mein Leben gekommen sind. Nähen ist definitiv ein Teamsport!
Nähen ist ein Teamsport(Im Uhrzeigersinn: Grete von Stoffsalat, aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken, Carola alias Idaroellchen, wir haben gemeinsame Näh- und Quatsch-Nachmittage für uns entdeckt, Bine von Echt Knorke, wir genießen nicht nur das Beisammensein, sondern auch gutes Sushi, Ina von Pattydoo, hier bei ihrer rauschenden Buchparty. In diesem Jahr durfte ich Teil ihrer Blogtour sein und last but not least Annelie von Ahoi, gern gesehener Gast in Bochum und Verbündete in Sachen guter Rotwein).

Im Herbst dann Segeln in Dänemark. Oh wie ich Euch beneide, die ihr da oben an der Küste wohnt! Bis ich im letzten Jahr zum ersten Mal auf einem Segelboot stand dachte ich immer ich sei der Berg-Typ. Aber dann. Die Tage auf dem Wasser und schlafen im Boot in einer Phase, in der ich innerlich mächtig aus dem Gleichgewicht geraten bin, war die beste Kur überhaupt. Wenn einem der Wind um die Nase weht vergisst man die Welt.
SegelnUnd auch mit einem kleinen Wurm auf dem Arm ist das Glück perfekt. Der kleine Elian bzw. meine Schwester Veronika hat mich im Dezember wieder Tante werden lassen und ganz großes Glück in unsere Familie gebracht. Ich bin sowas von verliebt!! Zu ihrem zweiten Baby des Jahres, ihrem neuen Buch, in den nächsten Wochen mehr!
Elian

Nach mehr als einem Jahrzehnt mit denselben Menschen habe ich vor ein paar Wochen beruflich neu angefangen. Der Schritt ist mir sehr schwer gefallen. Seit ein paar Wochen bin ich nun “die Neue”. Die Tage sind stressig und ich lerne eine Menge. Aber gleichzeitig wusste ich von Anfang an, dass ich richtig entschieden habe. Aber ein Alltag hat sich verständlicherweise noch nicht eingestellt.

Insofern geht der Wirbel vorerst weiter und ich versuche das Nähen und Bloggen irgendwie beizubehalten. So vieles habe ich in diesem Jahr genäht und gewerkelt und Euch vorenthalten.

Zum Beispiel meine neu entdeckte Liebe für Filz! Filigrane Oster- und Weihnachtsdeko oder Geburtstagskronen. Daran habe ich viel Freude. Endlich habe ich auch angefangen für mich zu nähen! Immerhin auf 3  Kleider habe ich es gebracht, die ich auch regelmäßig trage. Dazu so manches an Kindergarderobe.
Collage instagram
(Kosmetiktasche: Schnitt von Noodlehead (ich habe ihn etwas vergrößert), der Stoff ist Nightfall von Maureen Cracknell, das Kleid des kleinen Flitzers ist nach dem Schnitt von Townmouse Patterns namens Adelaide Sundress entstanden. Perfekt für warme Sommertage!)

Und Quilts. Da liegt hier so einiges im fertigen und halbfertigen Zustand rum. Die Ergebnisse streue ich dann in den kommenden Wochen und/oder Monaten hier im Blog ein. Die nächsten drei sind schon im Geiste in Planung. Quilttops nähe ich wirklich gerne. Fast so entspannend wie Kosmetiktaschen.
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Aber erstmal geht es hier im Blog mit einer Verlosung weiter. Grete und ich haben bereits vor ein paar Wochen gewerkelt und uns einen, wie ich finde, tollen Preis für Euch überlegt. Und viel Inspiration für alle anderen. Ich hoffe, das gefällt Euch so gut wie mir. Dazu in den nächsten Tagen mehr.

An sich schaue ich also ganz entspannt auf 2017. Es läuft gut an! Wobei – vor ein paar Tagen ist das Wasserbett geplatzt. Nachts. Ich lag drin. Das ist im Nachhinein deutlich komischer als in dem Moment mitten in der Nacht.

Ich bin also vorsichtshalber auch für das neue Jahr auf alles gefasst. Euch von Herzen alles Gute für 2017!

Viele Grüße,
Barbara

10/21/15

Wenn etwas so richtig gut war…

…dann haben Grete und ich uns überlegt, kann man es doch einfach nochmal machen, oder?

Luggage Tag Houston_

Und deshalb geht es in wenigen Stunden wieder in die USA zum Quilt Market nach Houston, Texas. Die größte Messe für Patchworkstoffe haben wir bereits letztes Jahr besucht und waren restlos begeistert.

Ich habe nach dem letzten Besuch ausführlich darüber geschrieben. Wer nochmal nachlesen möchte, findet hier meine Posts dazu:

Kommt Ihr mit nach Houston? Tag 1 und 2
Kommt Ihr mit nach Houston? Free Spirit Fabrics
Kommt Ihr mit nach Houston? Cotton+Steel und Kokka
Kommt Ihr mit nach Houston? Art Gallery Fabrics
Kommt Ihr mit nach Houston? Birch Fabrics
Kommt Ihr mit nach Houston? Moda Fabrics

Wir freuen uns schon wie verrückt und ich werde natürlich wieder massenweise Fotos machen.

Wer nicht auf Blogposts warten will kann mir gerne auf Instagram folgen. Einfach diesem Link folgen (dafür muss man nicht bei Instagram angemeldet sein). Ich werde mich darum bemühen so viele Bilder wie möglich jeden Tag hochzuladen damit Ihr wenn Ihr möchtet, ganz unmittelbar daran teilhaben könnt. Ganz sicher macht Grete dasselbe, ihren Instagram-Account findet Ihr hier.

Mit den Nähfüssen geht es leider erst danach weiter. Ich hatte gehofft ich könnte den Blogpost bis heute Abend noch online stellen aber das war im Vorbereitungstrubel einfach nicht mehr drin. Aber jetzt sind alle Koffer gepackt und die Familie zu Hause versorgt. Ich reise dieses Mal mit einem halbleeren Koffer an, ich bin ja schließlich lernfähig. Mal sehn ob ich mit meinen Klamotten über die Woche komme. Aber Hauptsache es ist genug Platz im Koffer um ein paar Schätze mit nach Hause nehmen zu können…

Also, meine Lieben, wir sehen uns! Howdy!
Barbara

11/29/14

Kommt Ihr mit nach Houston? – Unsere Reise Tag 4

Bernina Quilt Market
Unser vierter Tag in Houston war ein besonders Schöner. Er begann mit einer 1 1/2 stündigen Schulung von Bernina. Ein ganzer Raum voller Bernina 750 Quilters Edition. So ein Maschinchnen kostet schlappe 4.000 Euro muss man dazu wissen… wir durften also mit der Besten lernen.
Bernina Quilt Market1
Nicht nur mit der besten Maschine, sondern auch mit einer richtig guten Bernina-Mitarbeiterin mit der wir uns an Nähfüssen probieren durften, bei denen ich vorher auch unter Aufbringung all meiner Fantasie nicht im Entferntesten gewusst hätte, was man damit anstellen kann. Ein großer Spaß. Hätte ich vorher gewusst, dass alle Hersteller über alle Tage verschiedenste Schulungen in diese Richtung anbieten, ich hätte meinen Platz im Bernina-Raum für mindestens 2 Tage nur für Lebensnotwendiges verlassen.
Bernina Quilt Market2 Bernina Quilt Market3
Danach haben wir uns mal ganz generell auf der Messe umgesehen. Wie gesagt, nicht an allen Ständen geht es um Stoff. Vieles ist nur mäßig spannend und gefühlt sind 30% der Stände von Leuten besetzt, die Quiltanleitungen verkaufen. Das muss in den USA ein riesen Geschäft sein, bei uns könnte man davon wohl kaum leben.

In den USA sind Batik-Stoffe ein großes Thema (gruselig, mein Ding ist das nicht) und auch die traditionellen Stoffe in erdigen, eher dunklen Farben finden der Präsenz nach regen Absatz. Solche Stände habe ich nicht fotografiert aber der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass sie einen nicht unwesentlichen Anteil am Gesamtbild ausmachen.
Cotton+Steel1
Zurück zu den viel schöneren Ständen: Cotton+Steel!!! Ich glaube den Stand habe ich an jedem Messetag besucht. Ich mach ja gar keinen Hehl daraus, dass ich sowohl den fünf Mädels, als auch ihren Designs verfallen bin.
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Und am Beispiel Cotton+Steel und später Kokka erkennt man deutlich zwei Trends im Stoffbereich: Das Einsetzen von Metallictönen, gerne auch auf Canvasstoffen, und das Material Double-Gauze, eine ganz weiche doppelt gewebte Baumwolle, die von mehreren Produzenten ins Sortiment aufgenommen wurde.
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Cotton+Steel hat mit “Bespoke” eine ganze Double-Gauze Kollektion herausgebracht. Ich freu mich schon total darauf, wenn sie Anfang Januar in die Läden kommen (einige Double-Gauze hat Grete bestellt. Ein Goldstück, diese Grete.) Double-Gauze passt zu allen Schnitten, die eher lässig und weich fallen dürfen.
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Double Gauze ist ein optimaler Bekleidungsstoff, wie gemacht für Blusen, Kleider und Kindermode aber auch (und auch dazu gab es Beispiele) für kuschelweiche Decken, hier ganz schlicht und handgequiltet.
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Mich erinnert Double Gauze an die Struktur von Baby-Spucktüchern nur eben viel edler. Ganz fein und locker gewebt und davon 2 Lagen übereinander, die alle paar Zentimeter miteinander vernäht sind.
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Cotton+Steel kommt im Dezember und Januar in die Läden und ausnahmsweise ohne zeitlichen Versatz zum offiziellen Veröffentlichungsdatum in den USA. Ich liebe besonders diese Canvas-Stoffe mit dem Goldprint
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Cotton+Steel17und auch die Baumwollstoffe aus der Serie “Mochi” von Rashisa Coleman-Hale.
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Hier sieht man nochmal ein Stück von dem Goldakzent-Canvas, diesmal in grün. Diesen Canvas wird es in pink und grün mit Goldaufdruck und in creme mit weißem Aufdruck geben. Die Idee daraus einen Mantel zu nähen finde ich super.
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Goldakzente gibt es auch auf Voiles (die heißen bei Cotton+Steel “Lawn”) wie z.B. dieser hier aus der Serie “Mesa” von Alexia Marcelle Abbegg
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Auch hier gibt es bei den Canvas Stoffen Goldakzente
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Und dieser Octopus-Voile! Ist das nicht ein Traum? Er gehört zu Sarah Watts Serie “Tokyo Train Ride”.
Cotton+Steel14Cotton+Steel13
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Die 5 neuen Kollektionen harmonieren nicht nur perfekt untereinander, sondern passen auch zu der Basic-Serie, die mit der ersten Kollektion erschienen ist. Wie man in den Regalen an der Rückseite des Standes sieht kann man sie auch mit den Stoffen der Vorgängerserie mischen.
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Wer auf die Cotton+Steel Stoffe genauso scharf ist wie ich kann sich freuen: Rund um Weihnachten wird es die Baumwollstoffe in Deutschland geben, eine stattliche Auswahl inklusive der Canvas Stoffe und Double-Gauze (ab Januar) wird es bei Stoffsalat und ganz sicher auch bei Still Water Designs geben.

Als nächstes haben wir bei Kokka vorbeigeschaut. Diese Serie gefiel mir besonders gut:
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Auch hier: Canvas mit Metallictönen bedruckt. Gefällt mir richtig gut.
Kokka5 Kokka4 Kokka9 Kokka3 Kokka2
Diese Decke aus Double-Gauze war dermaßen kuschelweich, die hätte ich am liebsten mit nach Hause genommen. Ganz einfach genäht, 2 Stoffe mit einer Lage Volumenvlies dazwischen. Ich glaube, aus dem Material wird es bei uns auch bald eine Decke geben…
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Ansonsten die Muster, die man von Kokka kennt und die mir auch nach Jahren noch gut gefallen. Ich mag diese etwas schwerere Baumwolle besonders gerne und es gab allerhand schöne Nähbeispiele zu bewundern.
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Am frühen Nachmittag beschlossen wir, dass wir ja nicht so viele tausende Kilometer angereist sind um nichts als eine Messehalle, den Highway und unser Häuschen zu sehen und so langsam hatten wir auch die kulinarisch wenig anspruchsvolle Starbucks-Küche leid, denn in den vergangenen Tagen hatten wir schon alles mindestens einmal gegessen, was dort morgens in die Vitrine geschoben wurde.
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Die Stadt Houston liegt ganz nah am Golf von Mexico und so stiegen wir ins Auto und fuhren die wenigen Meilen zum Meer. Auf dem Weg nach Kemah haben wir noch an einem Outletcenter angehalten um ein paar Dinge für die Daheimgebliebenen zu besorgen und dann waren wir da!
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Kemah ist bekannt für seine Strandpromenade und den Freizeitpark.
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Wir haben die Sonne genossen und uns ein schönes Plätzchen in einem Seafood-Restaurant direkt am Wasser gesucht
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Von dort aus haben wir den Booten zuschaut, gequatscht und die definitiv besten Krabben unseres Lebens gegessen.
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Alleine für diese Firecracker-Shrimps würde ich nochmal einen Intercontinentalflug auf mich nehmen! Ein Gedicht. Und während die Boote vor unserer Nase vorbeifuhren und so langsam die Nacht hereinbrach, saßen wir draußen bei mildem Wetter, aßen Hummer und hatten eine richtig Zeit.
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Danach sind wir noch ein bisschen über den Boardwalk gewandert und haben typisch Amerikanisches beschaut.

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Und für den Rest der Zeit in Texas haben wir dann wieder nur Messehallen gesehen. Aber auch das kann bekanntlich herrlich sein, mehr davon bald.

Habt ein schönes Wochenende!
Barbara

11/1/14

Kommt Ihr mit nach Houston? – Unsere Reise Tag 1 und 2

Grete Houston
Zwei Mal im Jahr findet in den USA der International Quilt Market statt. Der Quilt Market ist eine riesige Messe, die allen, die irgendetwas mit der Stoffindustrie zu tun haben, eine Ausstellungsfläche bietet. Die Messe richtet sich an Fachpublikum und nicht an Endverbraucher. Stoffhändler jeder Größe können hier die Kollektionen, die in den kommenden Monaten erscheinen werden, genau unter die Lupe nehmen und ihre Bestellungen abgeben (für die Europäer gilt das in aller Regel nicht). Hier findet man aber nicht nur Stoff sondern auch Nähmaschinenhersteller, Schnittmuster-Designer sowie Hersteller und Großhändler für Zubehör aller Art. Die Herbstmesse, die immer in Houston stattfindet, ist die größere der beiden Messen, eine Zweite im Frühjahr findet jedes Jahr an einem anderen Ort statt.

Ich bin ohne Zweifel ziemlich stoffverrückt. Manche behaupten sogar ich hätte mehr oder weniger einen eigenen Laden zu Hause. In jedem Fall verfolge ich sehr wachsam was wann wo rauskommt und gerate da gelegentlich auch etwas ins Sammeln. In den letzten Jahren habe ich gespannt am Computer verfolgt was auf den Messen vorgestellt wurde und hab mir insgeheim sehr gewünscht einmal dabei sein zu dürfen. In diesem Jahr hat mir Grete diesen großen Wunsch erfüllt und somit ging es für uns beide letzte Woche nach Houston. Das Glück war auf unserer Seite denn ganz fit war ich noch nicht nach meiner OP ein paar Tage vorher aber immerhin fit genug für den Flug und unsere Lufthansa-Maschine war eine der ersten, die nach dem großen Streik wieder im normalen Flugbetrieb in Richtung USA flog.
Haus Houston Garten
Haus Houston
Eingemietet hatten wir uns ganz in der Nähe in einem kleinen Häuschen, das wir über AirBnb gebucht hatten. Was das ist, hat Joanna von Liebesbotschaft hier ausführlich erklärt. Unser Haus war wirklich schön und komfortabel ausgestattet. Die Eigentümer wohnten gegenüber und es ging unheimlich nett und offen zu.
Highway
Dumm war nur, dass der Highway direkt über unseren Köpfen verlief, das hatten wir bei der Buchung nicht gewusst. Auf wundersame Weise haben wir trotz des Straßenlärms geschlafen wie die Babies. Grete hat schon darüber nachgedacht, sich eine CD “Highway by night” aufnehmen zu lassen. Scheinbar ist das beschauliche Havixbeck einfach zu leise für einen guten Nachtschlaf…
French Toast
Der erste Tag ging mit einem amerikanischem Frühstück los. French Toast, Rührei, Bacon. Das ist zwar sehr lecker aber auch schwer verdaulich und keine soooo gute Idee, wenn man danach aufnahmefähig sein will. Ab dem zweiten Tag gab es dann morgens Müsli…

Die eigentliche Messe beginnt immer erst am Samstagmorgen, es gibt aber reichlich Programm drum herum, das man ebenfalls buchen kann. Wenn wir schon mal da sind nehmen wir einfach mal alles mit dachten wir uns und somit begann das Programm für uns am Donnerstag mit einem ganztägigen Workshop zum Thema Marketing.
Seminar
Für die Inhalte hatte ich natürlich keinen direkten Nutzen, schließlich bin ich kein Einzelhändler, aber es war spannend zu sehen wir Amerikaner die unterschiedlichen Dinge angehen und welche Ideen sowohl die Dozenten, als auch die anderen Teilnehmer hatten.

Nach 7 Stunden Seminar hatten wir noch etwas Zeit zum shoppen um ein paar Mitbringsel für die Daheimgebliebenen zu besorgen. Die nächsten Tage sollten stressig werden, deshalb haben wir das in weiser Voraussicht direkt am ersten Tag erledigt.

Der zweite Tag war dann der Anstrengendste und Längste unserer Woche in Houston. Um 7:30 Uhr haben wir unser Haus verlassen und es ging mit einem nicht erwähnenswerten Seminar los.

Gegen 10:00 Uhr ging es im großen Saal mit einer gemeinsamen Veranstaltung weiter. Es wurde begrüßt und eine interessante Studie rund um das Nähverhalten der Amerikaner vorgestellt. Kurz gesagt: Der Markt in den USA wächst und es wird immer mehr Geld für das Hobby ausgegeben. Die Ergebnisse wurden, wen wundert es, mit Freude von allen um mich herum aufgenommen. Danach hatte die in den USA sehr bekannte Quiltdesignerin Judel Niemeyer/Quiltworx vor großem Publikum die Gelegenheit ihre neusten Werke vorzustellen. Handwerklich absolut beeindruckend aber so gar nicht mein Stil.
Quilt Niemeyer
Danach begannen die Schoolhouse-Vorträge, ein Herzstück des Quilt Market.

Schoolhouse ist der Oberbegriff für eine ganze Reihe Veranstaltungen, die jeweils nur 15 bzw. 30 Minuten dauern. Über 8 Stunden hinweg werden zur selben Zeit immer rund 20 verschiedene Vorträge angeboten. Ein Schwerpunkt ist die Vorstellung der neusten Kollektion durch die Designer selbst, oft geht es aber um das Vorführen von neuen Materialien, von Zubehör oder Schnittmustern. Die Themen sind breit gestreut und so begann alle 30 Minuten die große Völkerwanderung zwischen den vielen Räumen.
Shannon Fabrics
Grete und ich haben einige zusammen besucht aber uns auch je nach Interessenslage immer wieder getrennt. Begonnen habe ich alleine mit einer Vorstellung von Shannon Fabrics über die in den USA so beliebten Cuddle-Stoffen, eine Art extraweichem Fleece. Es gab viele Nähbeispiele und Vorschläge, wie man solche Produkte im Laden präsentieren und verkaufen kann. Ich hab mir das einfach mal interessiert angeschaut.
Cotton+Steel
Danach kam schon mein persönliches und wie man dem Andrang entnehmen konnte auch das Highlight so manch anderer Besucher: Das noch ganz junge Label Cotton+Steel stellte die neue Kollektion vor. Wie schon beim letzten Mal haben alle 5 Designer jeweils eine eigene Kollektion entworfen, die sich untereinander gut kombinieren lassen und zu der gemeinsamen Basic-Kollektion passt die in selber Form bestehen bleibt. Zusätzlich gab es einige Voiles, einige Canvasstoffe und eine gemeinsame Double-Gauze Kollektion (das ist ein Bekleidungsstoff). Dazu mehr, wenn ich Euch die Bilder vom Messestand zeige.
Cotton+Steel Schoolhouse
Melody Miller, eine der 5 Designerinnen und gleichzeitig Creative Director von Cotton+Steel, hat mich sehr berührt als sie ans Mikrofon getreten ist und mit tränenerstickter Stimme erzählt hat, wie sie vor Jahren mit einer Mappe unterm Arm und vielen Hoffnungen zum Quilt Market gekommen ist um eine Firma zu finden, die ihre Entwürfe auf Stoff drucken will. Vor 2 Jahren haben sich die fünf Designer dann zusammengetan, Cotton+Steel gegründet und ihre erste Kollektion ist eingeschlagen wie eine Bombe. Da standen sie nun, sichtlich überwältigt vom gemeinsamen Erfolg und spürbar aufgeregt, wie wohl die Nächste ankommen würde. Dazu gab es dann 2 Filme und jede Menge genähte Beispiele. Und ich muss sagen: Die neuen Kollektionen sind noch so viel toller als die Vorgänger. Einfach Wow!
Cotton+Steel 5
Cotton+Steel 4Cotton+Steel 3 Cotton+Steel 2Cotton+Steel 6 Cotton+Steel 7
Cotton+Steel QuiltCotton+Steel Quilt 2Cotton+Steel Quilt Backing
Mir gefiel aus den vielen gezeigten Teilen dieser Quilt besonders gut. Den Rückseitenstoff finde ich einfach super und habe Grete belabert ihn zu bestellen. Ihr gefiel die neue Kollektion glücklicherweise so gut wie mir und es wird ab Januar jede Menge Cotton+Steel in den Stoffsalat einziehen.
Cotton+Steel Canvas
Cotton+Steel Canvas Label
Diese Biker-Jacke aus Sparkle-Canvas fand ich auch sehr gelungen.
Cotton+Steel MM+BB
Über alle Messetage hinweg habe ich 5 oder 6 Mal mit Melody Miller gesprochen und ich muss sagen, sie ist einer der liebenswertersten Personen, die mir je begegnet sind.
Aloha Girl1
Danach ging es für mich weiter mit der Vorstellung von “Aloha Girl”, der glaube ich 26. Kollektion von Joanna Figuera/Fig Tree für Moda.
Joanna Figuera
Eine sehr lebendige Frau mit vielen neuen Quiltmustern im Gepäck, die paralell zu “Aloha Girl” veröffentlicht werden sollen.
Aloha Girl Aloha Girl Rock
Ein bisschen befremdlich war das für mich schon direkt vor den Leuten zu sitzen, deren Blog ich schon so lang verfolge und
Kimberly
neben Kimberly, der Besitzerin des Fat Quarter Shops, die später sicherlich tausende Meter aus der Serie einkaufen wird.
Laundry Baskets Quilts
Edytar Sitars (“Laundry Basket Quilts“) Vortrag über Ihre neuen Schnitte und die neue Garnserie mit Aurifil habe ich sehr genossen.
Laundry Baskets Quilts2 Laundry Baskets Quilts3
Gar nicht so sehr wegen der gezeigten Quilts sondern vielmehr weil diese Frau einfach zuckersüß und sehr humorvoll ist.
Denyse Schmidt Denyse Schmidt2
Ruhiger wurde es bei Denyse Schmidt und ihrer neuen Serie “Franklin” (ich mag ihre puristischen Quiltmuster und teile ihre Liebe zu Unistoffen) bevor es wieder lebendig wurde bei Tula Pink (was für ein cooles Handy!)
Handy Tula Pink
die ihre neuen Aurifil-Garne und Renaissance Ribbons-Webbänder passend zu meiner so geliebten Moonshine-Serie vorgestellt hat (wem die genauso gut gefallen wie mir: Sie ziehen demnächst bei Grete ein. Yuhuu!) Tula Pink hat wirklich Entertainer-Qualitäten!
Renaissance Ribbons TUla Pink2 Renaissance Ribbons TUla Pink Renaissance Ribbons TUla Pink3
Und irgendwie wurden wir sofort aufgenommen in den Kreise derer, die sich scheinbar schon lange und gut kennen. Auf dem Quilt Market geht es richtiggehend familiär zu und so saßen wir später wie auch noch so manches Mal an den kommenden Tagen mit Tula Pink, ihrem Bruder und der Mutter für ein Schwätzchen auf der Terrasse.
TP Terrasse TP Terrasse2
Anschließend gab es die viel beachtete Vorstellung von Tula Pinks neuer Kollektion “Elisabeth”, die im kommenden Frühjahr erscheinen wird und in der sich alles um Königin Elisabeth I. von England dreht. Ihre Quilts dazu sind wie immer der Hammer.
TP Union JackTula Pink Quilt Batting
TP Quilt
Das Schoolhouse- Programm haben wir mit der Vorstellung von Heather Baileys neuer Kollektion “Clementine” abgeschlossen.
Heather Bailey QuiltsHeather Bailey
Eine sehr nette Frau mit vielen tollen Verwendungsbeispielen für ihre Stoffe. Die Eulen wird es als Nadelkissen-Schnittmuster geben. Total süß, oder?
Heather Bailey Eulen
Und dann ein weiteres Highlight: Der Sample Spree. Oh mein Gott. Diese Veranstaltung muss man sich wie folgt vorstellen: Hunderte Menschen finden sich schon Stunden vor Beginn (um 20:00 Uhr geht es los) vor dem Eingang ein und bilden lange Schlangen.
Sample Spree1Sample Spree2
Im größten Veranstaltungsaal werden in der Zwischenzeit Tische aufgebaut und die Anbieter diverser Stoffe und Zubehörartikel breiten darauf ihre neuste Ware in relativ kleinen Stückzahlen aus. Die verkaufen sie ungefähr zum US-Einkaufspreis (für unsere Verhältnisse also echte Schnäppchen). Jeder in dieser Schlange hat selbst einen Laden oder beruflich bedingt ungehinderten Zugang zu Stoffen. Warum stellt man sich also an? Die Stofffirmen bringen kleine Mengen der Stoffe in Umlauf, die erst Monate später in den Handel kommen damit die Läden sich vor Erscheinen bereits Musterquilts und Deko nähen können. Von jeder Serie gibt es aber nur einige wenige Exemplare. Verkauft werden Fat Quarter Pakete (also 40x ein 1/4 Meter-Stücke), manchmal Fat Eights (die Hälfte davon), manchmal Halbe Yards-Pakete.

Wenn dann die Tür aufgeht gibt es ein Gekreische wie bei einem Backstreet Boys Konzert und alle rennen so schnell sie können um ein bißchen Beute zu machen.
Sample Spree3
Grete (“A woman’s gotta do what a woman’s gotta do”) hat die Szenerie schwer an den Karstadt-Winterschlussverkauf aus früheren Zeiten erinnert. Ich fand es zwar eingangs befremdlich, am Ende aber sehr lustig und unsere gemeinsame Beute war beachtlich:
Sample Spree Beute
Erst viel später kam uns der Gedanke, dass wir für diesen riesen Berg sicherlich ordentlich Übergepäck zahlen müssen. Aber glücklicherweise sind wir an sehr kulante Lufthansa-Mitarbeiter geraten, die ein Einsehen mit uns Stoffsüchtigen hatten.

Und so ging gegen 23:00 Uhr unser 2. Tag in Houston zu Ende. Am darauffolgenden Morgen begann endlich die Messe selbst. Und was wir dort erlebt und gesehen haben kommt in den nächsten Tagen…

Viele Grüße
Barbara

07/23/14

{Auf Reisen} Ole Liese und Gut Panker

Pferdewiese
Es gibt Orte, bei deren Anblick wird einem warm ums Herz. So erging es mir, als ich zum ersten Mal mit dem Auto in die Auffahrt des Gutsgeländes von Gut Panker, einem rund 500 Jahre alten Herrenhaus in der holsteinischen Schweiz, einbog.
Auffahrt
Der Weg ist links und rechts von alten Bäumen gesäumt, führt vorbei an Pferdewiesen, einer wunderschönen kleinen Kapelle um dann in der Kurve auf der rechten Seite einen ersten Blick auf den Buchsbaum- und Rosengarten des Gutshofs freizugeben. Ein Paradies.
PferdeKapelleEinfahrtGarten Gut Panker 3Garten Gut Panker 2Garten Gut Panker 4
Mich hat es bei meinem ersten Besuch vor rund 3 Jahren eigentlich nur durch einen Zufall hierher verschlagen. Ich war beruflich unterwegs, nur auf der Durchreise und habe am Abend vorher per Schnellverfahren über ein gängiges Interet-Hotelportal eine Unterkunft gesucht. Gebucht hatte ich einen Nacht in der Olen Liese.

Dieses kleine aber feine Hotel liegt mitten im beschaulichen 80 Einwohner-Dorf, das zur Gutsanlage gehört.
Alte Schule
Der Gutshof selbst wird bis heute privat bewohnt aber rund um den barocken Prachtbau in herrlicher Lage und direkter Ostseenähe befinden eine Vielzahl kleiner Läden und Galerien, die sich in den Remisen und Nebengebäuden der alten Gutsanlage angesiedelt haben.
GlasstudioGartengeschäftPanker DesignGartenmöbel
Hier kann man zwischen Büchern und Geschirr, Rosen und Gartenaccessoires, modernen und maritimen Einrichtungsstücken, Kunst und Gartenmöbeln hindurchschlendern. Herzstück des Dorfs ist aber neben dem Gastronomie- und Hotelbetrieb ein Trakehnergestüt, das mit seinen herrlichen Koppeln und Stallungen das Dorfbild prägt.
HortensienHauseingang
Alle Gebäude des kleinen Dorfs sind liebevoll und stilgetreu renoviert. Wunderschöne Bauerngärten und alte Alleebäume säumen die wenigen Straßen und völlig gleichgültig in welche Richtung man schaut: Überall gibt es Schönes zu entdecken. Ein herrlicher Blick auf das stattliche Gutshaus, auf einen liebevoll hergerichteten Hauseingang, auf  alte Bäume, Wildgänse oder die Pferde auf der Wiese.EIngang Ole Liese
Das Haupthaus der Olen Liese ist ein sehr altes Gebäude, das mit viel Liebe zu einem urigen Restaurant mit feiner Küche ausgebaut wurde.
Essen
Einige Zimmer des Hotels befinden sich ebenfalls hier. Besonders schön aber sind die Zimmer in der alten Schule gegenüber, die heute großzügige und helle Hotelzimmer beherbergt.
Kamin
Die Geschichte der Olen Liese ist eine sehr Sympathische: Nach über 300-jähriger Herrschaft der Rantzaus kaufte der schwedische König Frederik I. im Jahr 1739 Gut Pankau. Er war aus machtpolitischen Gründen mit der Königin Ulrika Elenora verheiratet und ihre Ehe blieb kinderlos. Sein Herz gehörte aber sein Leben lang der hübschen Gräfin Hedwig Ulrike Taube. Mit ihr hatte er 4 Kinder die natürlich von der schwedischen Thronfolge ausgeschlossen waren. Damit sie über seinen Tod hinaus abgesichert waren kaufte er jedem Kind einen Gutshof. Der älteste Sohn Friedrich Wilhelm, der Gutsherr des Guts Panker wurde, war ein beliebter, humorvoller, gütiger und tierlieber Mann. Damit es seinem Pferd “Liese” auch im Alter gut erging, gab er sie seinem Reitknecht für das Gnadenbrot und der erhielt als Gegenleistung eine Schankerlaubnis. Der Knecht benannte seine Kneipe kurzerhand nach dem Pferd und so entstand vor rund 200 Jahren die “Ole Liese”.
Rückseite Hotelzimmer
Beruflich bedingt habe ich schon viele Hotels in Deutschland gesehen. Und völlig gleichgültig wie viele Sterne sich das jeweilige Haus über die Tür hängen durfte: Nur ganz wenige Aufenthalte habe ich als Genuss empfunden. Aber mein “Burgunder”-Zimmer in der Olen Liese hätte ich am liebsten für Tage nicht mehr verlassen. Dieses Hotel ist absolut professionell geführt, bietet eine tolle Zimmerausstattung, sehr gute Küche und schafft gleichzeitig eine Behaglichkeit, die den Gast vergessen lässt, dass er ein Hotelzimmer bewohnt.  Mehr kann ein Hotel seinen Gästen nicht geben finde ich.
Hotelzimmer BurgunderHotelzimmer Burgunder SitzgruppeHotelzimmer Burgunder Ausblick
Erst vor ein paar Tagen war ich wieder hier. Selbst in dieser Umgebung ist beim Bummeln in den kleinen Geschäften der Österreicher in und mit mir durchgegangen und ich musste ein Knödelkochbuch mitnehmen.
Knödelküche
Nach einem wunderbaren Abendessen ging ich früh ins Bett, schlief so gut wie schon lange nicht mehr und wurde am nächsten Morgen von dem Wiehern der Pferde geweckt.
Wildgänse
Bei offenem Fenster beobachtete ich die Wildgänse auf der Koppel vor meinem Fenster noch eine Weile. Nach einem gemütlichen Frühstück drüben in der Olen Liese, bei dem es mir an nichts gefehlt hat, musste ich viel zu früh wieder weiter. Mit ein bißchen Wehmut fuhr ich auch dieses Mal die lange Auffahrt zurück zur Landstraße. Aber ich werde wiederkommen. Ich bin schließlich schon mehrmals wiedergekommen. Und irgendwann mit meiner Schwester und ihren Pferden denn die Ausritte rund um den Gutshof bis runter ans Meer sollen unglaublich schön sein. Das steht noch als fester Punkt auf meiner Lifelong-To-do-List.
Alte Schule
Für alle, die es einmal auf der Durchreise nach Dänemark oder Fehmarn in die Nähe von Gut Panker verschlägt empfehle ich unbedingt eine kleine Rast und den Bummel durchs Dorf, einen Kaffee und ein Stück Kuchen in der Olen Liese und für alle die ein Wochenende lang auftanken wollen kenne ich keinen schöneren Ort. Lasst es Euch dort gutgehen!
Schild Ole Liese

Weitere Informationen und Bilder zum Gut Panker und zur Olen Liese gibt es hier.

Viele Grüße
Barbara