11/16/13

Wofür ich heute dankbar bin

Jeden Freitag gibt es bei Steffi von Ohhh…Mhhh den Frage-Foto-Freitag. Das Ganze funktioniert so: Steffi stellt am Donnerstag auf Facebook 1-5 Fragen, die dann per Foto oder aber auch mit Text in Blogposts am Freitag beantwortet werden. Ich kenne die Aktion schon aus Zeiten bevor ich selbst gebloggt habe und  hab mir immer vorgenommen: Sollte ich auch mal selbst bloggen, mache ich da mit. Bisher hab ich das irgendwie nie auf die Reihe bekommen, aber heute steige ich ein. (Über das Tippen des Posts ist es nun Samstag geworden, so war das eigentlich nicht gedacht, aber nun gut…)

Es gibt heute nur eine einzige Frage zu beantworten: Wofür bist Du dankbar?

Diese Frage stelle ich mir recht häufig. Warum? Ich bin ein glücklicher Mensch. Das bin ich nicht, weil ich konsequent auf der Sonnenseite des Lebens wohne, sondern weil ich für mich entschieden habe in meinem Leben das Glück im Großen und vielleicht noch mehr das Glück im Kleinen sehr bewusst wahrzunehmen und Rückschlägen und unschönen Dingen mit der Weisheit meiner Oma zu begegnen.

Ich führe eine Art Glückstagebuch. Das tue ich nicht schriftlich, es findet nur in meinem Kopf statt. An jedem Abend während der allabendlichen Routine im Bad frage ich mich, was mich heute wirklich glücklich gemacht hat. Indem ich darüber nachdenke hole ich die noch recht frischen Eindrücke zurück und kann das Glück über einen wunderbaren Moment mit den Kindern, ein berufliches Erfolgserlebnis, eine Begegnung oder was auch immer noch ein zweites Mal empfinden. Und jeden Abend bin ich ehrlich dankbar für diese Momente. Der äußerst positive Nebeneffekt ist, dass ich begleitet von so vielen schönen Gefühlen, wunderbar und mit einem Lächeln auf den Lippen einschlafen kann.

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Insofern ist die heutige Frage meine tägliche Frage an mich selbst. Darauf habe ich mir schon unzählige und sehr verschiedene Antworten gegeben. Wenn ich sie aber nicht auf nur auf die vergangenen 24 Stunden sondern auf mein Leben beziehe, sind das meine Antworten:

1.
Ich bin unendlich dankbar dafür Mutter sein zu dürfen. Nein eigentlich: Mutter dieser beiden Kinder sein zu dürfen. Mit dem Mutter-werden habe ich mir zum Leidwesen meiner Schwiegermutter viel Zeit gelassen. Ich konnte mich ganz schwer von meinem an sich erfüllten Leben in einer wunderbaren Ehe, mit einem tollen und zeitaufwändigen Hobby, einem großen Freundes- und Bekanntenkreis und nicht zuletzt einem Beruf, der mir viel Spaß und Bestätigung gebracht hat, trennen. Ich wusste, viel davon wirst Du aufgeben müssen und dazu war ich lange nicht bereit. Heute, 5 Jahre und 2 Kinder später, weiß ich: Ich habe den schönsten Teil meines Lebens vor mir hergeschoben. Ja, ich habe aufgegeben aber es ist mir leicht gefallen. Ich habe etwas ungemein Wertvolleres dazugewonnen. Hannelore Elsner hat mal gesagt “Es ist eine Gnade für kinderlose Frauen, dass sie nicht wissen, was sie verpassen”. Und ich glaube, damit hat sie sehr recht. Ich bin sehr dankbar so lieben zu dürfen und so geliebt zu werden.

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2.
Ich bin sehr dankbar für meinen Ehemann. Er ist mein Hafen, mein Ruhepol. Ich wäre nicht dieselbe ohne ihn.

3.
Ich habe unglaubliches Glück mit meiner Familie. Meine 3 Schwestern und 2 Brüder sind das Wertvollste, dass mir meine Eltern mit auf meinen Lebensweg gegeben haben. Jeder für sich genommen eine große Bereicherung für mein Leben. Diese Familie ist mein Nest, wo sie sind ist Heimat. Und sie lieben mich wie ich bin, auch in Momenten, in denen ich mich selbst nur schwer ertragen kann.

4.
Erst seit dem Besuch einer lieben Freundin ist mir so richtig bewusst: Ich bin sehr dankbar selbst entscheiden zu können wo und wie ich lebe. Der Mann meiner Freundin Susi arbeitet für die Kirche. Ein Dritter bestimmt, in welchem Haus und für wie lange die Familie wo zu Hause ist. Sie würde glaube ich sehr gerne mal selbst entscheiden dürfen in welcher Umgebung sie leben möchte. Ich bin sehr dankbar, dass ich es kann.

5.
Gesundheit. Die meiner Lieben und meine eigene. Ein unschätzbares Glück, das einem oft erst bewusst wird, wenn  auf einen Schlag oder schleichend Krankheit und Schmerzen das Leben bestimmen. Ich bin sehr dankbar das Krankheit, wenigstens momentan, in unserem Leben wenig Raum einnimmt.

Alles ab hier sind Banalitäten. Denen widme ich mich dann wieder für mich alleine allabendlich im Badezimmer.

Habt ein schönes Wochenende mit vielen schönen Momenten!
Viele Grüße
Barbara