12/17/17

Über das Schenken und Beschenkt werden

Kindheitserinnerungen. Der Heilige Abend ist da. Die Aufregung und Vorfreude unter uns sechs Geschwistern kann man fast mit Händen greifen und unterm Baum liegen schön verpackte Geschenke. Für jedes Kind ein kleines Häufchen, sicherheitshalber mit Namensschildchen versehen. Wir stehen vor dem schön geschmückten Baum, bestückt mit vielen Anhängern, die mit Erinnerungen verbunden sind. Alle gemeinsam singen wir “Stille Nacht”. Mit acht Personen kann sich unser kleiner Chor durchaus hören lassen. Ein erster Blick huscht über die Geschenke und jedes Kind versucht auszumachen, ob ein Weihnachtswunsch größentechnisch in eines der Geschenke passen könnte. Ja, das längliche Paket könnte es sein. Ein Lächeln huscht über ein Kindergesicht. Ein paar kleine Geschenke kann ich in meiner Ecke nicht zuordnen. Aber das quadratische in Schuhkartongröße, das wird als letztes auspackt. Und zwar genüsslich.

Es ist so liebevoll und schön verpackt und der Handschrift am Anhänger gibt letzte Gewissheit über die Herkunft. Hier ist schon jetzt klar: Da ist etwas besonders Schönes drin. Der Geber hat von jeher das Wesen des Schenkens verstanden: Er macht sich in jedem Jahr Gedanken über ein Geschenk, das Freude macht. Eines, das überrascht und zum Beschenkten passt.

Oh ich hoffe, jeder von Euch hat diesen Moment schon erlebt. Das Auspacken eines besonderen Geschenks. Für mich ist es eine der schönsten Kindheits-Weihnachtserinnerungen und der Grund, warum ich mich auch als Erwachsene weigere auf das Schenken zu verzichten. Und warum ich so gerne Weihnachtsgeschenke hübsch verpacke.

Natürlich kann ich mir was ich brauche auch selbst kaufen. Aber ich kann mir diese Vorfreude beim Auspacken nicht schenken. Das überrascht werden. Die Begeisterung, wenn jemand etwas für mich ausgesucht hat worauf ich gar nicht gekommen wäre und damit dennoch goldrichtig liegt. Dieses Gefühl ist in jedem Alter schön.

Als Grete vom Stoffsalat vor ein paar Monaten die Stoffsalat-Surprise-Box ins Leben gerufen hat, stand genau diese Idee dahinter. Als leidenschaftliche Näherin und Stoffladen-Besitzerin weiß sie schließlich, womit man einer Näh-Komplizin eine Freude machen kann. Viel besser als Ehemann, Tochter oder Mutter, die mit dem Hobby nichts am Hut haben. Und ein Gutschein ist doch irgendwie nicht dasselbe.

Sich überraschen lassen von jemandem, der sehr wahrscheinlich weiß, was besonders schön, nützlich und ein Ausprobieren wert ist. Der Rücklauf zu dieser Idee war überraschend groß. So groß, dass Grete mir am Telefon mal gestanden hat, dass sie den logistischen Aufwand, der hinter einer solchen Box steht, wahrlich unterschätzt hat. Und als sie mir die Logistik dahinter erläutert hat, habe ich ebenfalls geschluckt. Aber nachdem die Box soviel Freude macht, war klar, dass es damit weitergeht und das die Abwicklung kurzerhand auf professionelle Füße gestellt wird.

Seit vier Monaten werden im Stoffsalat nun einmal im Monat unzählige Kartons gepackt. Jedes gleich bestückt. Logistisch ist das ein ziemlicher Akt. Mit einigem Vorlauf muss die richtige Menge brandaktueller Stoff und das Zubehör des Monats in großen Mengen bestellt und rechtzeitig geliefert werden. Dazu werden Anleitungen geschrieben und bebildert. Hunderte davon werden gedruckt, dazu Anhänger liebevoll grafisch gestaltet. Zum Schluss wird alles verpackt und versandt. Und jedem Monat wieder hoffen alle im Stoffsalat, dass der Inhalt Freude macht.

Ich selbst bekomme auch jeden Monat eine Box. Und das Auspacken ist jedes Mal herrlich. Damit all diejenigen, die heute das erste Mal von der Surprise-Box hören, einen Eindruck bekommen was da so drin ist, hier der Inhalt der ersten vier Monate:

Jede Stoffsalat-Box kommt in einem speziellen Karton und ist noch einmal separat als Geschenk eingepackt. Der Inhalt der ersten Box waren 4 Fat Quarter aus Amy Sinibaldis Weihnachtsserie “Little Town” und ein passender Uni-Fat Quarter von Art Gallery. Welche Stoffe enthalten sind steht immer auf dem Anhänger. Dazu eine Anleitung für ein Kissen und eine schicke Vintage-Handarbeitsschere.

Monat 2 bestand aus einer detaillierten Anleitung für einen Baby- oder kleinen Quilt und dem passenden Material. 10 Unis von Art-Gallery in herrlichen Grün- und Blautönen und ein Charm Pack von Riley Blake bestehend aus dezenten Stoffen mit viel Weißanteil. 

Mit jeder Anleitung verfolgt Grete die Idee, den Patchworkanfängern unter den Abonnenten eine neue Technik nahezubringen. In der dritten Box ging es im Hexies. Dieses kleinen Heaxagons näht man mit der Hand auf Papierstücke und verarbeitet sie dann weiter. Das Nähen von Hexies macht absolut süchtig und deshalb ist diese Box glaube ich auch bei den gestandenen Näherinnen gut angekommen. Den Hexi-Klebestift und ein neues Paket Papierschablonen kann man nämlich immer gebrauchen. Und die Stoffe waren diesmal sehr erwachsen. 5 Fat Quarter aus der Heartland-Kollektion von Art Gallery waren dabei.

Der Inhalt der vierten Box war der Applique-Technik gewidmet und enthielt die Anleitung für ein Kissen in dieser Technik und einen Meter eines herrlichen Magnolien-Stoffs aus der Wild Bloom Kollektion von Bari J. Dazu gab es noch einen weißen Charm Pack und eine Rolle Aurifil Garn in Weiß. Nichts, was je in einem Näher-Haushalt schlecht werden würde.

Ich bin schon gespannt wie es im kommenden Monat weitergeht. Auch wenn Grete und ich die Idee zur Surprise-Box gemeinsam hatten, habe ich mit der Bestückung der einzelnen Boxen nichts zu tun. Jede ist auch für mich eine Überraschung.

Wer jetzt Lust bekommen hat sich ein solches Abo zu Weihnachten zu wünschen, selbst zu schenken oder zu verschenken, hier gibt es weitere Infos dazu. Es besteht übrigens keine Pflicht für ein ganzes Jahr teilzunehmen.

Neben der Surprise-Box kam im Herbst eine zweite Idee dazu: Eine Box mit Uni-Stoffen. Ich bin ja bekennender Uni-Stoff-Fan. Was man daraus machen kann habe ich u.a. mit der Kissenaktion gezeigt. Unis alleine sind alles andere als langweilig. Aber auch in Kombination mit Musterstoffen setzen sie Akzente. Von einer schnellen farblichen Paspel an einer Tasche

über eine Kombination mit einem auffälligen Muster an einer Kosmetiktasche (die Anleitung zur Tasche findet Ihr hier im Blog)

bis hin zu Quilts ganz aus Unis oder mit Uni-Akzenten: Ich nutze sie fast in jedem Nähprojekt.

Im Frühjahr habe ich zum Beispiel einen Babyquilt für meinen neugeborenen Neffen Elian genäht. Er bestand größtenteils aus Unis von Art Gallery. Diesmal habe ich keinen weißen, sondern einen hellgrauen Hintergrund verwendet (Moda Bella Solid in “Ash”). So ist die Decke im Alltag etwas robuster und die Farben kommen noch ein bißchen mehr zum Strahlen.

Das eigentlich Erstaunliche dabei ist: Häufig brauche ich im Alltag Farben, die gar nicht zwingend zu meinen Lieblingsfarben gehören. Wenn ich eine Lieblingsfarbe großflächig verwende, dann benötige ich eher eine Komplementärfarbe oder eine, die als kleiner Farbflecks im Hauptstoff auftaucht. Da ist es einfach enorm praktisch, eine große Auswahl zur Hand zu haben.

Damit einen das Vorhaben sich eine schöne Auswahl Unistoffe zuzulegen nicht finanziell einholt, gibt es das Uni-Stoff-Abo. Über ein Jahr kommt jedem Monat ein Päckchen mit 6 Fat Quartern ins Haus.  Jede Kombination als solche ist in sich stimmig. Wer sie aber nicht sofort in Kombination vernähen will oder keine Zeit findet, baut damit schön langsam eine Sammlung aller 79 Art-Gallery-Unistoffe auf. Auf dem Bild oben sind sie abgebildet. Die 6 neuen Farben für 2018 sind auf dem Zettel oben gedruckt zu sehen und werden ebenfalls enthalten sein. Die Unis passen zu den Stoffserien von Art Gallery und sind damit ein ständiger Fundus um einen (zukünftigen)  Stoffkauf farblich zu ergänzen.

Für die Abonnenten fällt eine Startgebühr von 10 Euro an. Damit ist allerdings schon die Farbkarte im Wert von 12,50 Euro bei der ersten Lieferung inklusive. Ab dem 2. Monat ist das Abo monatlich kündbar. Wer bis zum 12. Monat dabei bleibt, erhält mit dem letzten Monat 13 statt der üblichen 6 Fat Quarter und hat damit den kompletten Regenbogen zu Hause. Das Abo kostet monatlich 21,- Euro plus Versandkosten. Im März geht es los. Wer also noch keinen Weihnachtswunsch an seine Lieben übermittelt hat: Das ist die Gelegenheit. Und dafür gibt es dann genau 13x Glücksgefühle: Unterm Baum an Heiligabend und 12 weitere Male wenn das Paket bei Euch eintrudelt. Und wahrscheinlich noch viele Male mehr, wenn ihr überraschend den perfekt passenden Stoff aus dem Stoffstapel zieht.

Ich bin an dem Erfolg der Box nicht, wie ihr nach diesem Post vielleicht vermuten würdet, umsatzbeteiligt. Ich bin einfach nur restlos davon überzeugt, dass es nichts hilfreicheres als eine gut sortierte Uni-Stoff-Abteilung in Eurem Stoffschrank gibt. Die Möglichkeiten sind endlos. Nicht zuletzt könnt Ihr Euch damit auch Eure eigenen Jahreszeiten-Pakete schnüren.

Wer jetzt Interesse hat, kann über Grete (at) stoffsalat.de das Abo bestellen und hier noch einmal die Details genau nachlesen.

So, und jetzt: Trommelwirbel für den Gewinner der Verlosung meiner liebsten 24 Art-Gallery Unis, gesponsert von Grete / Stoffsalat  (noch einmal vielen Dank dafür!):

Die Gewinnerin ist nach Befragung von Mr. Random der Eintrag Nummer 265, hat über Instagram teilgenommen und heißt @Samy58samy. Liebe Bernadette, herzlichen Glückwunsch! Ich habe gerade schon bei Dir im Profil geluschert. Wow, so tolle Bilder! Bei Dir wird der Stoff ganz sicher nicht alt. Viel Freude damit!

Ganz ehrlich: Ich würde gerne wöchentlich, ach was sag ich: Täglich etwas unter Euch verlosen. Nicht nur, weil ich Euch damit beschenken kann und mindestens einer oder eine sich am Ende über einen Gewinn freuen kann, sondern aus ganz egoistischen Gründen. Weil es MICH so glücklich macht. Nicht unbedingt das Schenken an sich (auch wenn das etwas sehr Schönes ist, das muss ich zugeben) sondern weil ich am Ende das Gefühl habe die Beschenkte zu sein.

Rund um jede Verlosung trudeln so viele Kommentare über Facebook, Instagram und hier über den Bog ein und ich lese sie jedes Mal mit einem Lächeln im Gesicht. Nicht nur, weil ihr so wahnsinnig liebe Dinge schreibt, sondern ehrlich gesagt am meisten, weil ihr mir damit so ganz nebenbei etwas von Euch erzählt. Die Kommentare von Euch und hier und da ein persönliches Aufeinandertreffen im echten Leben sind meine einzige Chance über die Zahlen und Statistiken hinaus zu begreifen, wer da eigentlich am anderen Ende des Internets mitliest.

Ich erfahre, dass es eine Annika, eine Susanne, eine Claudia und eine Steffi ist, die sich inspiriert fühlen, gerade im Mutterschutz sind und für das erste Kind nähen wollen oder schon für die Enkel. Ihr erzählt mir etwas von Euch und erst damit kann ich richtig begreifen, dass ich zwar ganz alleine vor meinem Computer sitze und etwas in die Welt hinaus sende, dass wir am Ende aber eine kleine Gemeinschaft sind. Ganz sicher wäre es schöner, könnten wir uns einmal in der Woche um einen Tisch versammeln und bei einer Tasse Kaffee über unser Hobby reden, lachen und Ideen austauschen. Aber auch so habe ich in diesem Momenten das Gefühl meine Begeisterung mit ganz vielen zu teilen. Und dafür bin ich dankbar.

Ich lese jeden Kommentar und jede Nachricht. Ich bin nur leider so schlecht darin auf alle (sofort) zu antworten. Ich komme da zeitlich und organisatorisch an meine Grenzen. Aber ich will Euch versichern ich antworte so gut ich kann. Es ist nur manchmal nicht so einfach z.B. aus dem Kopf auf dem Parkplatz einer Autobahnraststelle auszuhelfen, wenn es um einen Knoten im Kopf eines Lesers geht, der ein Schnittmuster betrifft, das ich nur ein einziges Mal und das vor mehreren Jahren selbst genäht habe. Ich bin im Alltag viel unterwegs. Beruf und Kinder halten ich auf Trab. Und manchmal geht da auch einfach was unter.

Ich weiß, ich erschwere Euch aufgrund der Captcha-Codes das Kommentieren hier im Blog. Und das ist wirklich das Letzte, was ich will. Hier eine bessere Lösung zu finden ist mein einziger Vorsatz für 2018. Denn ich möchte niemanden davon abhalten etwas zu schreiben. Im Zweifel erreicht Ihr ich aber auch immer per Email unter Barbara.Borchert (at) yahoo.com.

Und dann gibt es da noch die ganz besonderen Momente, in denen mich “echte” Post oder sogar ein Geschenk erreicht. In dieser Woche habe ich eine unglaublich liebe Karte von Caroline von @petite_reine_coud bekommen, über die ich mich wahnsinnig gefreut habe. Und dazu gab es handgemachten Christbaumschmuck, der so wunderschön ist, dass es mir fast die Sprache verschlägt. Tausend Dank! Deine Anhänger erhalten an unserem Baum einen Ehrenplatz! Und Du kannst Dir sicher sein, ich werde mich jedes Jahr beim Aufhängen und Anschauen an Dich und Deinen lieben Brief erinnern. 

Ich wünsche Euch schöne Feiertage im Kreise Eurer Lieben! Und wie auch immer Ihr zum Schenken steht, möchte ich Euch wissen lassen: Für mich seit Ihr ein Geschenk. Danke für so liebes Feedback in diesem Jahr. Auf welchem Weg auch immer wir miteinander zu tun hatten.

Eure
Barbara

08/12/16

Eine ganz besondere Stoffkollektion – “Les Fleurs” von Rifle Paper Co. für Cotton & Steel

Les Fleurs Set
Schönes zieht mich magisch an. So lässt sich sicher meine Liebe für Stoff erklären aber auch im Täglichen umgebe ich mich gern mit schönen Dingen. Mich inspiriert das. Am Schreibtisch zum Beispiel. Es gibt so herrliche Notizbücher, Füller und vieles mehr. Dafür bin ich schwer anfällig.
Les Fleurs Prints and Fabric
Deshalb besuche ich beim Bummeln durch fremde Städte nicht nur, wann immer die Zeit es zulässt, Stoffgeschäfte sondern gerne auch Läden, die sich mit Schreibwaren und Zubehör beschäftigen. Vor ein paar Jahren bin ich dabei in London auf die Notizbücher von Anna Bond gestoßen, die Designerin und Chefin des Labels Rifle Paper Co.
Logo RP
Anna ist noch so jung, aber was sie in den letzten sieben Jahren geschaffen hat ist schon außergewöhnlich. Angefangen hat es für sie mit einem Grafikstudium und dem Design von Hochzeitseinladungen. Irgendwann fand sie gemeinsam mit ihrem Mann den Mut eine ganze Schreibwarenkollektion unter ihrem eigenen Label “Rifle Paper Co.” auf den Markt zu bringen und der Siegeszug begann. Heute gibt es ihre Produkte, von denen sie bis heute jedes selbst malt und designt, in über 4.000 Läden auf der ganzen Welt und ihr Label hat über 120 Mitarbeiter. Eine echte Erfolgsstory.
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Bildrechte: Anna Bond/Rifle Paper Co.

Annas Stil ist einzigartig. Floral mit grandiosen Farben und hohem Wiedererkennungswert. So einige Rifle Paper Co. Produkte habe ich inzwischen und ich liebe sie sehr.
Rifle Paper Notebook and Prints
Mittlerweile gibt es neben den klassischen Büroartikeln noch viele weitere Produkte wie Taschen, Tapeten, Geschenkpapier, Handyhüllen und vieles mehr.Rifle Paper Notebook Rifle Paper Notebook Flamingo
Insofern habe ich mich sehr gefreut, als Cotton + Steel im letzten Jahr verkündet haben, dass sie im Sommer 2016 mit Anna Bond als Gastdesignerin eine Stoffkollektion auf den Markt bringen wollen. Ich erinnere mich noch an das Raunen und die Aufregung, das durch den Raum ging, als Melody Miller es während des Schoolhouse von Cotton+Steel verkündete.

Die Kollektion ist auf dem Quilt Market im Frühjahr eingeschlagen wie eine Bombe. Seit wenigen Tagen ist Anna Bonds Stoffkollektion “Les Fleurs”  nun in den USA im Handel erhältlich und vielerorts bereits ausverkauft.
Les Fleurs Fabric and Stationary3
Wenn wundert’s? Mich ehrlich gesagt nicht. Das, was da auf Stoff gedruckt wird, ist 100 % Anna Bond. Grandiose, leuchtende Farben, ihre so typischen Flamingos, Städteprints und Blumen. Eine Augenweide.
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Bildrechte: Rifle Paper Co.

Was bin ich froh, dass ich eine liebe Freundin namens Grete habe, die sich gelegentlich in die Einkaufsstrategie für ihr Stoffgeschäft reinquatschen lässt. Und so ist “Les Fleurs” so in ein bis zwei Wochen komplett im Stoffsalat erhältlich.

Und mit komplett ist gemeint:

13 Prints auf Baumwolle, teilweise mit Metallic-Akzenten
Les-Fleurs Collection
5 auf Canvas (perfekt für Taschen, zum Beziehen von Möbeln usw.),
Kissen Canvas Les Fleurs
Bildrechte: Rifle Paper Co.

4 Metallic-Prints auf Lawn (leichte, weiche Baumwolle für Blusen, besonders weiche Quilts und Kissen)
LF1

Bildrechte: Stash Fabrics (auch dort ist die komplette Serie vorrätig)

und 3 auf Rayon, einem klassischen Bekleidungsstoff.
Rayon
Bildrechte: Rifle Paper Co.
Les Fleurs Cotton +Steel
Bildrechte: Rifle Paper Co.

Ich freue mich schon riesig auf die Stoffe. Da werdet Ihr hier sicher noch so einiges von mir zu sehen bekommen. Ich habe bisher nur eine kleine Menge von vier Baumwollstoffen, die ich ganz egoistisch nur für mich selbst vernäht habe.Les Fleurs Canvas2
Drei Dinge, die ich täglich in der Hand habe, sind dabei entstanden. Ein kleines Täschchen für die Kosmetik in meiner Handtasche (der Schnitt ist die Mini-Gretelies in der kleinen Version)
Les Fleurs Gretelies Les Fleurs Gretelies3
ein Schlüsselanhänger, ganz simpel aus 2 Stoffen und einem Streifen Soft&Stable dazwischen
Les Fleurs Key Fob2
und ein Stiftemäppchen. Den Schnitt “Annex” von Sara Lawson/Sew Sweetness habe ich hier schonmal genäht.
Les Fleurs Annex3
Das hier ist die kleine Version. Das Schnittmuster beinhaltet drei Größen uns ist mittlerweile auch auf deutsch erhältlich (einfach beim Kauf des pdfs im Shop “auf deutsch” anklicken).
Les Fleurs Annex1 Les Fleurs Annex
Für die Schlaufe an der Tasche habe ich ein Stück der schönen Webkante des Stoffs genutzt und mit einem Streifen Samt aufgehübscht.
Les Fleurs Annex4
Verwendete Stoffe: “Les Fleurs” von Cotton+ Steel, die großen blauen Blumen heißen “Birch” und die Farbe “Periwinkle”, die kleinen hellen Blumen “Rosa” in “Periwinkle”, in dunkelblau “Rosa in “Navy” und der hellblaue Print “Queen Anne” in “Pale Blue”.
Les Fleurs Rifle Paper Co.2
Alle in den nächsten Tagen erhältlich bei Stoffsalat (einfach die Emailadresse eingeben, dann gibt es eine Nachricht sobald der Stoff da ist).

Bisher habe ich nur vier Stoffe aus der Kollektion zu Hause. In Australien sind sie aus Versehen mehrere Wochen zu früh ausgeliefert worden und ich konnte nicht widerstehen.

Gemixt habe ich sie mit den Unis von Cotton Couture in der Farbe “Boy” und “Royal”, einem dunkelblau von Bella Solid/Moda. Cognacfarbendes Leder passt einfach perfekt dazu denn diese cognacbraun ist, dezent eingestreut, in vielen der Stoffen vorhanden. Ich habe mir eine Handtasche aus diesem Mix vorgenommen.
Les Fleurs Gretelies4
Die verwendeten Metallreißverschlüsse sind von YKK und in vielen Farben bei  Zip.it über etsy erhältlich.

Meine Lederlabels kaufe ich bei Sirogane Leather Works über etsy. Mit dem Code “Das mach ich nachts” bekommt Ihr dort 10%. Einfach im Bestelltext angeben).

Wer Interesse an den Produkten von Rifle Paper Co. hat: Hier ist die Website. Sie liefern weltweit. Auch einige deutsche Geschäfte führen Produkte von Rifle Paper Co. Welche das sind, findet Ihr hier.
Rifle Paper Prints
Art Prints von Rifle Paper & Co/Garance Doré aus meinem Büro:  Hello SunshineCamera und  Friends Forever

Viele Grüße
Barbara

P.S.: Und meine Taschen wandern jetzt zu Greenfietsens Taschen Sew-Along 2016. Im Monat August geht es um Mini-Taschen, zusätzlich zu TT Taschen und Täschchen und natürlich auch Sew Sweetness Link Party bei Allie und Me Design. Alle Sammlungen sind eine wunderbare Inspirationsquelle mal einen neuen Schnitt auszuprobieren!

05/24/16

Der Mai uns seine Nähaktionen

Annex Pouch Sew Sweetness 12
Der Mai hält jedes Jahr schöne Aktionen für den Teil der Nähcommunity bereit, der sich vorrangig im Internet und im Besonderen auf Instagram tummelt. Eine Institution ist mittlerweile der “Me made May”, an dem jeden Tag den ganzen Mai über mindestens ein Kleidungsstück getragen und mit einem Foto dokumentiert wird, das selbst genäht ist. Ich käme genau bis zum 07. Mai, müsste dabei aber gleichzeitig auf einen sehr kalten Maianfang hoffen, damit ich noch ein oder zwei Schals untermogeln könnte.

Me made may

Ich nähe einfach zu wenig für mich selbst. Ganz im Gegensatz zu meiner Mutter, die glaube ich ihre liebe Not hätte ein Foto jeden Tag im Mai zu machen, mit mindestens einem gekauften Kleidungsstück. Wir würden sie sehr wahrscheinlich in Ermangelung einer Alternative irgendwann in der zweiten Maihälfte in Bademode und/oder Morgenmantel zu sehen bekommen, denn sie hat so gut wie ihre komplette Garderobe in den letzten Jahrzehnten selbst genäht. Und ich habe leider die Chance verpasst von ihr zu lernen, als wir noch nicht hunderte Kilometer auseinander gelebt haben. Sehr ärgerlich.

Und trotzdem verfolge ich interessiert die Aktion “Me made May” und entdecke viele interessante Schnittmuster an den verschiedensten Figuren. Denn dafür ist die Aktion eigentlich gedacht: Inspiration für andere zu sein und Schnittmuster am lebenden Objekt vorzuführen.

Mending-badge

Eine weitere Aktion ist der “Mend it May”. Hier geht es um das Reparieren von Kleidungsstücken. Und da bin ich dann völlig raus. Für mich ist es Höchststrafe Kleidungsstücke zu reparieren. Ich tue das nur, wenn es sich absolut nicht verhindern lässt und habe ja zum Glück eine geduldige und pragmatische Mutter, die sich in großen Abständen meinem “Reparier-Berg” im Nähzimmer annimmt. Für alle, die gerne Kleidung reparieren (falls es solche Menschen überhaupt gibt, und falls ja: Häää???? Was ist da los mit Euch?), ist das aber eine spannende Aktion. Da kann man noch so einige Tipps und Kniffe dazulernen. Einfach mal nach dem Hashtag #MeMendMay bei Instagram suchen.

MMayisformakerssmall

Und dann gibt es die Aktion “May is for Makers”, übersetzt, der “Mai ist für die Selbermacher”, ins Leben gerufen von Lindsey Rhodes vom Blog LR Stitched. Und dieser Aktion habe ich mich am Anfang des Monats angeschlossen. Sie widmet sich den vielen kleinen Schnittmuster-Designern, die als Selbstständige Schnitte konzipieren und verkaufen. An jedem Montag im Mai unterstützen die Teilnehmer einen unabhängigen Schnittmusterdesigner mit einem Kauf.
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Ich habe ein großes Herz für die vielen Kreativen da draußen, die geniale Ideen zu Papier bringen um daraus in vielen Stunden Arbeit einen Schnitt entwickeln, eine Anleitung schreiben und das Ganze dann unzählige Male testen. Dafür haben sie die paar Dollar oder Euro, die so ein Schnitt kostet, einfach verdient. Der Schnittmuster-Markt ist ein hartes Geschäft in einer Internet-basierten Welt, in der die Erwartungshaltung vorherrscht, alles irgendwo im Netz umsonst zu finden und es ein hässlicher Sport geworden ist, gekaufte Anleitungen ohne jedes Schamgefühl sogar in Facebook-Gruppen zu veröffentlichen bzw. zu teilen.
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Für eine gute Idee und eine gut gemachte Anleitung zahle ich gerne. Also habe ich an jedem Montag im Mai ein Schnittmuster gekauft. Die ersten drei Schnittmuster waren Kinderkleider, Blusen und Hosen (hier auf Instagram habe ich sie gezeigt, im Blog stelle ich die Schnittmuster dann mit den fertigen Kleidungsstücken vor).

Gestern habe ich  mich spontan für das neue Schnittmuster von Sew Sweetness, ein Täschchen mit einem Doppelreißverschlussfach, entschieden. Annex Pouch Sew Sweetness 5
Eine solche Tasche kann ich für meine Schminksachen unterwegs sehr gut gebrauchen. Mein Bisheriges ist nicht lang genug für meine Pinsel, die ich immer etwas unsanft reinstopfe. Ab jetzt nicht mehr.
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Was mich allerdings geritten hat einen neuen Schnitt mit Wachstuch innen und außen zu testen kann ich im Nachgang nicht mehr sagen. Mein Orientierungssinn ist von jeher nicht der Beste und die Schnittteile der Tasche sahen zu Beginn, nun ja, sagen wir mal: Spannend aus. Und auftrennen kommt bei Wachstuch nicht in Frage. Bügeln ist zwar mit einer doppelten Lage Baumwolle als Schutz möglich, aber ebenfalls mühsamer als nötig. Zum Glück hat es im ersten Anlauf geklappt und meine Schminkpinsel haben nun ein neues Zuhause.
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Für Innentaschen nutze ich zwar gerne Wachstuch, aber immer nur das Stumpfe. Alle glänzenden Wachstücher und beschichtete Baumwolle kleben regelrecht aneinander und das nervt mich im Tascheninneren.
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Die Anleitung enthält die Tasche in drei Größen. Ich habe die mittlere Größe genäht und hab am Ende nicht schlecht geschaut, wie groß sie eigentlich ist. Ich weiß, man kann sich vorher auch einfach die endgültigen Taschenmaße auf der Anleitung anschauen und vergleichen. Aber das wäre zu einfach gewesen.
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Damit die Tasche diese boxige Form erhält braucht sie eine Einlage aus Schaumstoff, der die Form hält. Ich habe Soft & Stable verwendet. Der dicke Schaumstoff schützt gleichzeitig den Inhalt. Gerade wenn wie bei Make-up oder Parfüm Glas im Spiel ist, nicht die schlechteste Idee.

Den Griff habe ich mit Decovil gefüttert. Außerdem ist es wichtig schmale, also “normale” Reißverschlüsse zu verwenden und nicht breite Taschenreißverschlüsse. Ansonsten passen die Schnittteile am Ende nicht mehr zusammen.
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Ganz sicher werde ich auch noch die anderen beiden Taschengrößen nähen und ganz sicher auch noch mal in Baumwolle, Canvas und vielleicht auch Leder. Der Schnitt ist wirklich schön gemacht und auch schnell genäht. In Sara Lawsons (die Frau hinter Sew Sweetness) Blogpost zum neuen Schnitt gibt es viele schöne Designbeispiele der Taschen zu bewundern.

So eine Doppel-Reißverschlusstasche eignet sich ganz sicher noch für viele andere Dinge neben Kosmetik. Und ganz sicher auch als Geschenk. Ich werde also noch ein paar produzieren. Und damit hat sich das Schnittmuster für mich auf jeden Fall gelohnt.

Schnittmuster: Sew Sweetness, Annex Double-Zip-Box-Pouch Das pdf zum Sofort-Download und Ausdrucken kostet 7 Dollar (ca. 6,50 Euro). Die Anleitung ist auf englisch, hat aber auch cm-Angaben und vor allem viele gute Bilder.
Wachstuch: Au Maison Birdcage/Vogelkäfig. Meiner stammt von der Glücksmarie in Hamburg, dort gibt es ihn noch auf mind-farbendem Untergrund. In weiß habe ich ihn hier gefunden.
Wachsttuch innen und Griff: diverse Reste, matt beschichtet.
Soft& Stable: Stoffsalat
Reißverschlüsse: Zipit über Etsy.

Viele Grüße
Barbara

P.S: Und damit auf zum Creadienstag und zum Handmade on Tuesday! Da muss ich gleich mal nachschauen was andere in dieser Woche so gezaubert haben.

03/5/15

Caravan Tote von Noodlehead und was man aus guten Schnittmustern lernen kann

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Als ich mir vor ein paar Jahren in den Kopf gesetzt habe mit dem Nähen anzufangen konnte ich absolut nichts und habe erst einmal einen Anfängerkurs mit 6 Doppelstunden besucht. Absolute Grundlagen gab es dort zu erlernen und wir haben gemeinsam einen Rock genäht (den ich übrigens noch nie getragen habe). Danach habe ich selbst ein bisschen rumprobiert um anschließend für eine ganze Weile einen Dauernähkurs mit einer Doppelstunde pro Woche zu besuchen. So rasend viel habe ich da ehrlich gesagt nicht gelernt aber ich hatte immerhin eine Anlaufadresse, wenn ich mal mit etwas nicht weitergekommen bin.
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Heute nähe ich nur noch alleine und sauge alles auf wie ein Schwamm, was das Internet mir an Weiterbildung ermöglicht. Und da gibt es eine ganze Menge! Zusätzlich habe ich mittlerweile einige Craftsy-Kurse belegt (die gibt es leider nur auf englisch) und dort vor allem was das Patchworken und Quilten betrifft eine Menge gelernt.

Wenn ich aber benennen müsste was mich in meinem Nähen am Weitesten gebracht hat dann waren es richtig gute Schnittmuster und Anleitungen, sog. E-Books. Das Internet ist mittlerweile voll von  kostenpflichtigen Anleitungen aller Art und bei Gott sind jede Menge davon ihr Geld absolut nicht wert aber es gibt ein paar verlässliche Schnittdesigner, die jeden Cent für Ihre Anleitungen verdient haben weil man hier immer etwas Neues fundiert lernen kann, die Schnitte gut durchdacht und das Ergebnis professionell verarbeitet ist.

Die Vier, die mir in meinem Nähen am meisten weitergeholfen haben sind Noodlehead (die Anleitungen sind auf englisch aber gut bebildert), die Machwerk-Schnitte (auf deutsch und bis ins letzte Detail bebildert), Oliver & S bzw. Lisl & Co. (für mich das Maß aller Dinge im Bereich Kinder- und Erwachsenenschnittmuster. Hochprofessionell, perfekte Passform und Verarbeitung und mit jeder Anleitung gibt es eine neue Technik zu erlernen) und Made by Rae (auf englisch aber sehr gut bebildert, tolle Passform und Verarbeitung). Von diesen Vieren habe ich ganz ganz viel gelernt.
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Als Anna von Noodlehead vor 2 Wochen einen neuen Taschenschnitt veröffentlicht hat war das für mich also ein Pflichtkauf. Einen Moment habe ich aber ehrlich gesagt doch gezögert, denn die “Caravan Tote” mit passendem Täschchen ist eine Tasche konzipiert für alle, die unterwegs gerne ihr Strick- oder Häkelzeug dabei haben. In der vorderen Reissverschlusstasche verstecken sich gem. der Anleitung Schubfächer für Häckelnadeln und das kleine Täschchen ist für Wolle und Co. gedacht. Leider kann ich weder häkeln noch stricken (jaaa, immer noch nicht) und kann mit diesen Taschen-Extras herzlich wenig anfangen.

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Ich habe mich aber trotzdem nach kurzer Bedenkzeit für den Kauf entschieden und die Einteilung für die Stricknadeln weggelassen bzw. durch einfache Schubfächer ersetzt.
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Und ein Täschchen dazu kann man ja immer gebrauchen, nicht?
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Der Schnitt sieht an der vorderen Klappe zwei Druckknöpfe zum Verschließen vor die ich zuerst auch angebracht habe (hier fürs Foto nochmal aufgesteckt),
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dann aber durch eine blanke Klappe ersetzt habe. So gefällt mir die Tasche einfach besser.
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Der Taschenschnitt sieht zwei verschiedene Trägerlösungen vor: Einfache Lederriemen oder Tragegurte aus Stoff. Ich habe mich für noch eine andere Variante, nämlich fertige Henkel entschieden.
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Meine kommen wie immer vom Da Wanda-Shop “Florale Rose“, eine tolle Quelle für Lederhenkel. Solche Träger werden mit einem dicken Faden per Hand angenäht. Das geht ganz schnell. Ich fixiere sie vorher mit Stylefix und nähe sie doppelt an. Die Rückseite sieht dann allerdings nicht so schön aus, deshalb habe ich sie auf die Außentasche genäht bevor ich die Innentasche mit der Außentasche verstürzt habe. Damit ist innen nichts zu sehen.
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Klappt wunderbar sofern man ein Stückchen weg vom oberen Rand annäht (da muss ja im letzten Schritt noch eine Steppnaht hin) und die Wendeöffnung etwas größer bemisst.
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Die Stoffkombination gefällt mir sehr: Außen habe ich einen Home Dekor-Stoff aus der Birch Farm-Serie von Joel Dewberry gewählt, innen farblich passende Oval Elements (das ist ein Basic-Muster von Art Gallery, in vielen Farben erhältlich und dauerhaft im Sortiment, hier die Farbe mist),
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dazu außen einen silbernen Flanell. Das ist ein sehr hochwertiger Stoff von Alfatex, eigentlich für Anzughosen oder Blazer gedacht.
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Für die Tasche brauchte ich davon nur 20cm.
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Für die Innentasche habe ich ein altes Schätzchen im passenden silber aufgebraucht, Bella von Lotta Jansdotter
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und Chainflower von Lotta Jansdotter. Dasselbe schöne Silber hat übrigens auch ihre neue Kollektion “Follie“. Das kleine Täschchen hat noch einen Farbkleks in Pink (Art Gallery Pat Bravo “Hyperrial Garden”) bekommen.
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Alles in allem bin ich mit meinen Taschen sehr glücklich. Die Farbe, Form und Größe sind genau mein Ding! Richtig gut gefällt mir das silberne Label von Cocosheaven. Ich glaub, davon brauche in Nachschub.

Für diese Tasche habe ich Metallreißverschlüsse vernäht. Ich finde sie einfach edler als die regulären Plastikreißverschlüsse und sie sind hier auch nicht übermäßig teuer (auch die Versandkosten sind moderat). Eine super Alternative sind diese hier in Metalloptik aus Kunststoff. Da kann man einfach drübernähen ohne einen Nadelbruch zu riskieren.

Und wie immer hat Anna auch mit dieser Anleitung nicht enttäuscht. Was ich diesmal gelernt habe? Wie man noch sauberer Taschen aufsetzt. Ich habe das für einen Mantel nach einer Burda-Anleitung schon mal gemacht aber diese sind im Ergebnis viel ordentlicher.
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Ich habe eine neue Technik des Reissverschluss-Einnähens beim Täschchen gelernt (sehr interessant). Gefällt mir sehr gut, auch wenn ich das nicht ganz korrekt gemacht habe indem ich den Reißverschluss zu kurz gewählt habe.
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und zusätzlich, wie man solche Vordertaschen richtig sauber einsetzt.
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Und zu guter Letzt habe ich eine interessante Vlies-Kombination kennengelernt. Normalerweise nähe ich alle meine Taschen nur noch mit Soft & Stable. Für mich ist das das beste Taschenvlies überhaupt. Als ich den Taschenschnitt aber runtergeladen hatte ist mir aufgefallen, dass ich gar nicht mehr ausreichend Soft & Stable im Haus hatte und habe deshalb auf die Materialkombination zurückgegriffen, die Anna in der Anleitung empfiehlt.

Und zwar nutzt sie G700, ein Vlies, das ich dank Allison schon vor einiger Zeit für mich entdeckt habe. Das Vlies ist dünn und elastisch und macht aus jedem Baumwoll-Stoff einen etwas festeren aber nie steifen Home-Dekor-Stoff. Dieses Vlies habe ich auf den an sich schon festen Home-Dekor-Stoff gebügelt und darauf dann die Vlieseline H250. Das ergibt eine interessante Kombination, fest aber nicht steif und dabei dünn. Über die vielen Lagen der Tasche (vorne gibt es ja noch die Innentasche mit Einteilungsfach) bekommt die Tasche einen guten Stand. Diese Kombination werde ich mir auf jeden Fall merken!

Und weil ich die Tasche nur für mich genäht habe wandert sie heute zu RUMS wo alles vorgestellt wird, das Frau für sich ganz alleine genäht hat.

Viele Grüße
Barbara

01/28/15

Ein besonderes Geschenk

Ende des letzten Jahres habe ich, während ich die Collagen für den Jahresrückblick zusammengestellt habe, eine Menge Fotos von meinen selbstgenähten Stücken gesichtet. So vieles hat es nie hier auf den Blog geschafft weil ich a) keine oder nur schlechte Fotos gemacht habe, b) ich es mir zwar vorgenommen, aber es einfach noch nicht gebacken bekommen habe oder in vielen Fällen c) weil ich mich darum bemühe nur etwas zu schreiben, wenn ich dazu auch etwas zu sagen habe und wen interessiert schon die 13. Stifterolle, die 10. Leggins oder schon wieder eine Kosmetiktasche?
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Und eben diese Kosmetiktaschen habe ich beim Sichten der Bilder gemerkt, habe ich wirklich in rauen Mengen genäht. 42 Stück waren es, Wahnsinn. Da hab ich ja bis auf den Briefträger so ziemlich jeden in meinem Umfeld mit einer bedacht!

Umso peinlicher war es mir, als mein von mir sehr geliebter Vater vor ein paar Wochen im Vorbeigehen meinte, dass wenn ich mal irgendwann Zeit hätte (aber bitte auf keinen Fall nachts, da soll ich schlafen!) und von irgendeinem Stoff noch ein Rest über wäre (zzzz…keine Sorge, an Stoff wird es mir in diesem Leben nicht mangeln), er sich sehr über eine Reisetasche für seine Sachen freuen würde. Um Himmels Willen: Wie konnte ich meinen Papa vergessen?!
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Dazu muss ich vielleicht etwas weiter ausholen: Mein Papa ist nicht nur mein treuester Blogleser seit den ersten Zeilen (und das obwohl er sich so gar nicht für die Materie interessiert) sondern seit 35 Jahren mein Fels in der Brandung. Ich habe das große Glück einer wunderbaren Familie, zwei liebende Eltern und die großartigsten 5 Geschwister der Welt. Und doch war ich von klein auf ein Papa-Kind. Zu ihm schaue ich bis heute auf, er ist mein Ratgeber und Zufluchtspunkt, von ihm habe ich für mein Leben gelernt. Er lebt mir vor, wie man ohne dem Ausfahren von Ellenbogen beruflich erfolgreich sein kann, wie man selbst ein glückliches Leben führt und trotzdem für andere da ist. Er ist großzügig, humorvoll, warmherzig, charmant und sehr intelligent. Er hat mir gezeigt, wie man offen und mit großen Vertrauen ins Leben zieht und wie man noch so hart in der Sache diskutieren kann aber niemals dabei den Gegenüber persönlich verletzt. Dieses Vorbild ist ein Schatz für mein ganzes Leben. Er ist mein heißgeliebter Vater.

Heute wird mein Vater 70 Jahre alt. Ich bin so dankbar, dass es 70 gesunde und schöne Jahre waren und wünsche ihm und mir so sehr, dass noch ganz viele folgen.

Und zu seinem Geburtstag hat mein Vater endlich seine Tasche bekommen. Genauer gesagt habe ich zwei genäht weil ich mich einfach für keine Variante entscheiden konnte. Denn selbstverständlich habe ich nicht wahllos einen Stoffrest aus dem Schrank gezogen sondern nach einer Farbe oder einem Motiv gesucht, dass auch zu ihm passt. Und ich muss sagen: Ich finde es schwierig für Männer etwas Farbenfrohes zu nähen, was eben immer noch männlich aussieht und nicht wie die ausgeborgte Tasche der Frau oder Enkelin.
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Die erste Tasche ist eine Mischung aus braunem Nappa-Leder und einem gehüteten Stoffschatz von Anna Maria Horner. Er heißt “Hugs & Kisses” aus der Serie Lou Lou Thi in der Farbe ocean. Das fand ich sehr passend. Im Englischen ist das Kürzel “XOXO” die Kurzform für Hugs & Kisses, also “Umarmung und Küsschen”.
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Innen habe ich die Tasche mit einem passenden Uni gefüttert, Kona Cotton in der Farbe “Jamaica“.
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Die zweite Tasche ist ebenfalls aus einem meiner Lieblingsstoffe. Es sind Canvasstoffe aus der Birch-Serie The Groove, die ich bereits schon einmal hier zu einer Tasche vernäht habe. Mein Vater liebt Wildtiere, sowohl vor dem Fenster im Garten und vielleicht noch ein bißchen mehr auf dem Teller. Deshalb dachte ich, diese Tasche könnte ihm ebenfalls gefallen.
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Der Futterstoff stammt aus der Elk Groove-Serie, ist aber Baumwolle. Die Serie ist leider nur noch in kleinen Resten zu bekommen, deshalb kann ich hier keine Quelle benennen. Eine schöne Auswahl an Birch-Stoffen in Deutschland gibt es aber hier.
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Gefüttert sind sie wie immer mit Soft & Stable (etwas anderes kommt mir nicht mehr ins Haus) und der Schnitt ist selbstgebastelt. Wenn ich es irgendwann mal auf die Reihe bekomme kommt zu dieser Kosmetiktaschenversion auch eine ausführliche Anleitung.

Die Lederlabels stammen von Sirogane Leather Works aus Südkorea (hier dazu mehr, mit dem Hinweis “Das mach ich nachts” bekommt ihr bei der Bestellung Rabatt), die Metallreissverschlüsse habe ich bei ZipIt, einem Etsy Shop in den USA, bestellt. Sie sind von YKK und dort günstig und in großer Auswahl zu bekommen. Das Leder habe ich schon vor einer Weile als Reststück bei Ebay bestellt.
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Aber jetzt wieder zurück zu den wichtigen Dingen! Alles Liebe zum Geburtstag, Du bester Papa, den einem der Herrgott nur mit auf den Weg geben kann!

XOXO Barbara