12/4/16

Für die, die mir am Herzen liegen

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Ich und Patchworken. Irgendwie läuft das ganz anders als bei anderen Leuten. Nur zwei aller bisher genähten Decken habe ich in einem Rutsch zugeschnitten, genäht, gequiltet und ihr direkt danach ein Binding verpasst. Und das auch nur, weil in beiden Fällen Weihnachten vor der Tür stand und ich damit keine Wahl hatte.
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Der Normalfall ist, dass diese 4 Stufen mindestens Wochen, aber auch mal Jahre auseinanderliegen. Wie in diesem Fall. Und ich kann absolut nicht sagen woran das liegt. Immer wieder stapeln sich die halbfertigen Decken und der Stapel liegt und liegt.
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Und doch ist diese Decke in diesem Sommer endlich fertig geworden. Zum Glück. Gedacht war sie mal als Babydecke für eine Freundin aus England. Die Kleine geht aber mittlerweile in den Kindergarten und ihr jetzt eine Krabbeldecke zu schenken wäre dann doch ein wenig sonderbar.
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Zwischenzeitlich war ich total unglücklich mit dem Ergebnis. Beim Zusammennähen (oder schon beim Zuschneiden?) muss ich geschlampt haben und so sitzen die Nähte nicht gerade top. Und dann sind beim Heften auch noch Falten reingekommen.
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Zu guter Letzt musste ich meinen ersten Quiltversuch, nämlich gerade Linien sternförmig ab der Mitte, wieder auftrennen. Das hat mir gar nicht gefallen und war so knubbelig in der Mitte. Und wer das Quilten für einen aufwändigen Prozess hält, dem ist bisher nur das Auftrennen desselbigen erspart geblieben…

Nachdem ich das Ding also innerlich schon abgeschrieben hatte, gab mir die liebe Carola den Tipp, dann doch wenigstens ein neues Quiltmuster auszuprobieren. Wenn dann was schief geht tut es wenigstens nicht so weh.
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Ein weiterer Tipp von ihr war ein Chevron-Muster zu verwenden. (Danke nochmal! Das gefällt mir super-gut!) und so habe ich es dann auch gemacht. In einer Ecke bin ich dann auch tatsächlich verrutscht. Aber es war ja zu dem Zeitpunkt schon eine offizielle Übungsdecke.
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Bis dahin war der eigentliche Plan, das Übungsstück anschließend dem Hund zu vermachen. Aber da hatten meine Mädels mächtig was dagegen. Die interessieren nämlich schiefe Nähte nicht die Bohne.

Sie lieben das große Herz vorne und die kuschelweiche Flanellrückseite und so wurde diese Decke unser ständiger Begleiter im Sommerurlaub in Tirol.
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Picknicks, Nickerchen im Garten, zum untätig Herumliegen am Bergsee oder zum Einkuscheln wenn es abends frischer wurde. Und die Decke war immer dabei.

Das Gute an dieser Decke ist nämlich, dass sie dreckig werden darf. Das wäre sie beim Hund ja auch geworden.

Vielleicht sollte ich von jetzt an jede Decke mit der Absicht nähen sie dem Hund zu vermachen. So werden sie nämlich bei und viel mehr genutzt! Und dafür ist ein Quilt schließlich da.
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Leider zu spät für diese Decke habe ich die Bloc Loc Ruler kennengelernt. Die wären eine riesige Hilfe gewesen und hätten mir sehr wahrscheinlich die krummen Nähte im Quilttop erspart.
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Diese Lineale sind gedacht, um z.B. Half Square Triangles, also aneinandergenähte Dreiecke anschließend wieder zu einem maßgenauen Quadrat zu schneiden.
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Das Besondere daran ist die Einkerbung in der Mitte, die automatisch an der Naht einrastet und das zuschneiden so schnell und präzise macht. Kann ich sehr empfehlen.

Die Bloc Loc Lineale gibt es in mehreren Größen. Das hier ist das Größte. Damit kann man alle Varianten bis zum Maß 6.5 x 6.5 inch schneiden.
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Grete hat dazu ein Video gemacht, falls Ihr sehen wollt wie genau das funktioniert:

Zur Decke:
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Das Schnittmuster heißt “I Heart you” von Vanessa Christenson und als pdf hier erhältlich (Anleitung auf englisch)
Die Stoffe sind Ombre-Stoffe, ebenfalls von V & Co. für Moda. Meine stammen noch aus ihrer früheren Kollektion, mittlerweile sind sie dauerhaft in verschiedenen Farben erhältlich. Diese hier enspricht “Hot Pink”.

Einen ähnlichen Effekt erzielt man, indem man ca. 6 verschiedene Unis im Farbverlauf mischt.
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Der weiße Kombistoff ist Moda Bella Solid White Bleached. Die Rückseite ist ein Flanell von Riley Blake namens Honeycomb Dots. Flanellstoffe sind perfekt für Quiltrückseiten. So kuschelweich!
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Der Stoff für das Binding stammt aus Sweetwaters letzter Weihnachtskollektion, “Hollys Tree Farm“. Ganz ähnliche Streifen gibt es in den Kollektionen von Bonnie & Camille oder Lella Boutique. Sie sehen als Binding einfach toll aus.
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Ich wünsche Euch einen wunderschönen zweiten Advent!

Zu Nikolaus sehrn wir uns dann hier wieder. Und glaubt mir, das Vorbeischauen lohnt sich! Ich bin schon ganz aufgeregt…
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Viele Grüsse
Barbara

P.S. Falls Euch diese sommerlichen Bilder in der Adventszeit etwas irritieren: Die Bilder stammen aus dem August und den Text habe ich im September geschrieben. Da sollte dieser Post eigentlich veröffentlicht werden. Jetzt habe ich ihn halbfertig wiedergefunden und gedacht: Besser spät als nie.

06/28/16

Nesting Baskets fürs Kinderzimmer & Craftsy-Kurse

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Ich nähe so gerne für Kinder. Und fürs Kinderzimmer. Mit Dingen aus Stoff kann man Räume so viel gemütlicher machen und ihnen eine ganz persönliche Note geben. Meine beiden Mädels haben schon jede Menge für Ihre Zimmer bekommen. Angefangen bei Kissen, Decken, Bettzeug, einem Zimmerzelt und vielem mehr. Es ist mittlerweile so viel, dass es hier im Blog einen eine eigene Kategorie dafür gibt. Wenn Ihr rechts in der Seitenleiste auf “Nähen fürs Kinderzimmer” klickt findet Ihr die entsprechenden Beiträge.
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Neben meinen eigenen Kindern werden aber auch Freunde und meine Nichten und Neffen benäht. Und am allerliebsten benähe ich meine kleine Nichte Claire. Sie freut sich jedes Mal so sehr über ein neues Teil.
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Zu Ihrem Geburtstag habe ich ihr u.a. Stapelkörbchen aus Stoff genäht, passend zu den Kissen in ihrem Zimmer. Der Schnitt dieser Körbchen, genannt “Nesting Baskets” stammt von by Annie. Dieselbe Annie, die das Soft & Stable erfunden hat. Und damit erklärt sich auch gleich, was als Stabilisator eingebaut ist damit sie so einen schönen Stand haben.
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Diese kleinen Körbchen sind so vielseitig! Annie hat sie eigentlich für ihr Nähzimmer konzipiert. Und verstaut auch ihre Weihnachtsdekoration darin. Grete hat einen Satz im Badezimmer stehen und ich finde sie einfach perfekt fürs Kinderzimmer. Und es gibt bestimmt noch viele, viele weitere Verwendungsmöglichkeiten.
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Sie sind einerseits ganz weich und lassen sich zusammenknautschen, bauen sich danach aber sofort wieder zu alter Form auf. Diesen Stand bekommen sie, indem hier zwei Lagen Soft & Stable eingenäht werden. Um alle drei Körbe zu nähen braucht man damit ca. 1,5 Meter Soft & Stable. Das ist schon ordentlich viel. Aber diese süßen Körbchen sind es absolut wert!
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Meine Nichte Claire weigert sich, sie mit etwas zu befüllen und zur Aufbewahrung zu nutzen. Sie stapelt sie lieber ineinander und spielt mit ihnen. Aber sollte ihr daran mal die Lust vergehen, sind sie ganz wunderbare Ordnungshüter im Kinderzimmer.
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Ich werde die Körbchen ganz sicher wieder nähen. Für mich selbst aber auch für meine Mädels. Es muss ja nicht immer das komplette Dreier-Set sein! Eines werde ich dann allerdings anders machen: Mir gefällt die offene Verarbeitung auf der Innenseite des Deckel und am Innenboden nicht. Die werde ich beim nächsten Mal mit Schräband einfassen. Ich weiß, es ist innen und man sieht es kaum aber mich stört es eben.
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Die Stoffe stammen von V&Co für Moda und sind große Lieblinge von mir. Allerdings sind sie mittlerweile kaum noch zu finden, denn die türkisen Blätter stammen aus Vanessa Christensons ersten Serie “Simply Color” aus 2012 und die anderen beiden Stoffe aus der Serie “Color me happy”, aus dem Jahr 2013. Wie immer, wenn Stoffe schon etwas älter sind, ist da irgendwann schwer dranzukommen. Wenn ich einen so alten Stoff selbst für mich noch einmal kaufen will, sind Etsy oder DaWanda meist die besten Adressen. Bei so manchem kleinen Händler lassen sich noch Reste finden.
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Die Anleitung ist wie immer auf englisch und nur in Papierform erhältlich. Da werden jetzt alle aufschreien, die sich mit englischen Anleitung schwertun oder lieber sofort starten wollen.
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Für beides gibt es in diesem Fall aber eine kleine Hilfe. Die Anleitung zum Schnitt gibt es in Papierform in Deutschland bei Stoffsalat, aber zu diesem Schnitt, in Kombination mit Annies meistverkauften Schnittmuster, dem Catch-all-Caddy, gibt es auch einen Craftsy-Kurs.

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Craftsy ist eine amerikanische Internetplattform auf der man per Video alles mögliche lernen kann. Nähen, Patchworken, Torten dekorieren, Möbel bauen, Malen, Fotobearbeitung und vieles mehr. Dafür bucht Craftsy die Profis der Branche zu einem spezifischen Thema und produziert ein sehr hochwertiges und ausführliches Lernvideo. Wenn man ein solches Video bucht, kann man lebenslang immer wieder darauf zurückgreifen und auch virtuell Fragen dazu stellen. Man kann immer wieder anhalten, die letzten 30 Sekunden zurück spulen und sich Lesezeichen und Bemerkungen hinterlegen.

Craftsy ist eine ganz wunderbare Idee und ein voller Erfolg in einem Land, indem viele außerhalb der Ballungsräume leben und kaum Zugang zu einem persönlichen Kurs haben. Oder für Menschen wie mich, die ganz woanders leben und vor Ort keinen Kurs zu einem ganz speziellen Thema wie z.B. “individuell angepasst Möbelbezüge nähen” finden können. Es ist schwierig hier in Deutschland Kurse zu ganz speziellen Techniken zu finden, wenn man ein fortgeschrittener Näher ist. Aber Craftsy bietet so ziemlich alles rund ums Patchworken, Nähen mit Leder oder auch zum Nähen von Kleidungsstücken. Ich habe hier schon wahnsinnig viel gelernt.Annie Craftsy Instructor
Annie Unrein ist eine der begehrtesten Craftsy-Trainerinnen. Ich hatte schon mehrfach das Glück sie persönlich zu treffen und habe viel von ihr lernen dürfen. Aber dank Craftsy kann jeder von ihrem Wissen und ihren Nähtechniken profitieren. Und Annie kann wirklich was! Im Online-Kurs werden die Taschen von Anfang bis Ende virtuell gemeinsam genäht und wer sich mit einer Textanleitung schwer tut, findet sich mit einem detaillierten Video sicher besser zurecht, selbst wenn es auf englisch ist.

Die Schnittmuster sind im Kurs übrigens immer inklusive. Manchmal ist es damit (jedenfalls wenn der Kurs gerade im Angebot ist) günstiger die Schnitte mit dem Viedeokurs zu kaufen als einzeln im Handel.

Wie viele US-Webshops kann auch Craftsy schlecht damit leben, wenn man etwas in seinen Warenkorb legt und dann doch nicht kauft und die Seite einfach wieder verlässt. Ich mache das oft und erhalte dann das Produkt oder den Kurs in den nächsten Tagen nochmal günstiger angeboten. Das geht manchmal runter bis zum halben Preis.

Darüber hinaus ist Craftsy einer der größten Stoffhändler der USA und versendet auch (schon fertig verzollt, kein Gang zum Zollamt nötig!) nach Deutschland. Über die Schnittmusterbörse können Schnittmuster verschiedener kleiner Label gekauft werden. Zudem sind hunderte kostenlose Schnittmuster oder kleine kostenlose Lernvideos hinterlegt. Dafür muss man sich nur kostenlos bei Craftsy anmelden und hat automatisch Zugang.

Ich habe Craftsy Ende 2012 für mich entdeckt und seitdem 17 Kurse gebucht und 14  -teils kostenlose – Schnittmuster runtergeladen. Auch Stoff und Zubehör habe ich in einem großen Sale schon einmal bestellt und kann deshalb aus ganz eigener Erfahrung sagen: es funktioniert gut.

Am meisten habe ich bisher aber von Annie gelernt. Ihre Tipps sind oft so einfach aber effektiv. Ich kann ihre Kurse uneinschränkt empfehlen.

Sew Sturdy Travel Organizers
Travel Organizers

Sew Sturdy Home Organizers
Home Organizers

Sew Sturdy The Ultimate Travel Bag.
Ultimate Travel Bag

Wenn ihr auf den Link klickt, kommt zuerst ein kurzes Video, das die Inhalte des Kurses erklärt. Annie spricht ein sehr gut verständliches Englisch. Man findet da schnell rein und kann ihr ja die ganze Zeit über beim Nähen zuschauen und immer wieder zurück spulen. Selbst wenn ihr Respekt vor dem Kurs in englischer Sprache habt kann ich Euch versichern, dass ihr, selbst mit einem etwas eingerosteten Schulenglisch,  gut folgen könnt und Euch mit dem Schnitt zurecht finden werdet.

Meine heutigen Links zu den Craftsy-Kursen sind sog. Affiliate-Links. Wenn Ihr darüber einen Kurs bucht oder etwas kauft wird Euer Einkauf mir zugeordnet und ich bekomme dafür eine kleine Gutschrift. Meine Empfehlung hat damit aber nichts zu tun. Ich würde diese Kurse sofort meiner besten Freundin empfehlen.

Wer das nicht möchte tippt die Adresse einfach selbst in den Browser anstelle dem Link zu folgen. Dann habe ich damit nichts zu tun.

Bis dahin viele Grüße
Barbara

P.S: Und weil heute Dienstag ist, auf zum Creadienstag und Handmade on Tuesday!

 

 

04/30/16

Backyard Roses Blogtour

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Hello and welcome to my stop on the Backyard Roses- Blogtour. Nadra Ridgeway created a bright and cheerful new collection, her second for Riley Blake. And to celebrate this beautiful line of fabrics, she started an international blogtour. And today is my turn. So exiting!

Heute macht die Backyard Roses Blogtour bei mir Halt. Und ich freu mich so! Nadra Ridgeway, die vielen von Euch besser unter dem Namen “Ellis & Higgs” bekannt ist, hat ihre zweite Stoffkollektion für Riley Blake entworfen. Und um das gebührend zu feiern zeigen drei Wochen lang Blogger in Europa und den USA was man aus diesen wunderschönen Stoffen schönes nähen kann.

This collection is spring at it’s best for me! Beautiful florals, vintage kitchen motives and great basics. What do I need more? These are the fabrics I worked with:

Mit den Stoffen ist der Frühling in mein Nähzimmer eingezogen. So frische Farben! Ich habe mir diese hier ausgesucht:
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I had so much fun sewing with these pretty fabrics. For those of you who never visited my blog before: I love sewing for my Girls. And bright fabrics. So I started with aprons for them.

Und da ich am liebsten für meine Kinder nähe, sind zuerst einmal Küchenschürzen entstanden.
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I never made aprons before. We used bought ones my girls got as a present a while ago. And, as usual, they didn’t fit at all. What is an Apron for when the Girls mess up their clothes anyway?

Mich nervt, dass herkömmlichen, gekauften Kinderschürzen immer viel zu lange Oberteile haben und die Schürzen dafür gerne mal zu schmal sind. Was hilft denn eine Schürze, wenn die Kleidung darunter am Ende doch total dreckig ist?
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I have no idea why I didn’t made aprons myself years ago. It’s so easy and fast! And they fit perfectly.

Und warum kauft sie denn überhaupt Schürzen, wenn man die auch relativ schnell und einfach selber nähen kann werdet Ihr Euch vielleicht fragen? Diese blöden Dinger, über die ich mich bisher geärgert habe, waren ein Geschenk und da tue ich mich immer schwer sie wieder auszusortieren. Aber jetzt habe ich es endlich getan.
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I drafted the pattern myself. The upper body part is shorter than an usual apron. The bottom is wider to protect the sides. It’s actually a reversible apron, only the pleated skirt is on one side. I used a soft interfacing on all pieces, exept the pleated skirt, to give the apron some body.

Also habe ich mir einen Schnitt ausgedacht, der ein kürzeres, aber breiteres Oberteil hat und so zu schließen ist, dass die Schürze auch nicht rutschen kann. Im Grunde ist es eine Wendeschürze geworden. Sie ist von beiden Seiten zu tragen (auch wenn nur die Vorderseite eine Oberschürze hat). Zusätzlich sind die Schürzenteile leicht verstärkt und liegen damit schön glatt an.
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Baking with daddy are one of my girls favorite weekend activities and now you can see, why aprons are really a must in our kitchen.

Und wie man sieht, ist eine gute Körperabdeckung auch keine soooo schlechte Idee bei meinen leidenschaftlichen Bäckerinnen.
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A few weeks ago I spend a weekend with Annie from Pattern by Annie on a big fair in Germany. And we talked a lot about her patterns and I admired many of her samples. With Backyard Roses in mind, I fell for her “Picnic in the Park”-Pattern. Isn’t it beautiful? Whenever the weather is sunny and the gras outside is dry, my girls take all their stuff outside to do picnics. They grab everything to eat they can find and tons of pillows, quilts and blankets to decorate our backyard. So I made them their very own picnic basket.
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Zusätzlich wollte ich noch etwas für den Garten nähen. Bei den Motiven lag das doch nahe, oder? Und als ich auf der H&H Messe in Köln das Schnittmuster “Picnic in the Park” in der Hand hielt war auch entschieden was. Ehrlich gesagt bin ich selbst kein großer Picknicker, aber meine Mädels umso mehr. Kaum ist das Wetter trocken und sonnig (die Temperatur ist dabei im Grunde egal) wollen sie draußen essen und schleppen Decken, Becher und alles Essbare, was sich finden lässt und nicht allzu gesund aussieht, auf den Rasen.
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This bag is huge! And so many beautiful and useful details inside and outside.

Wie groß diese Picknicktasche ist, war mir vorher ehrlich gesagt nicht klar. Das Ding ist riesig! Aber wie immer bei Annies Schnittmustern, auch total durchdacht. Überall gibt es Fächer für alles Mögliche und durch den gepolsterten Tragegriff lässt sich die Tasche angenehm tragen.
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The way Annie constructs her Patterns is a little bit different from everything I have done before. It all starts with a big sandwich of the main fabric, a layer of Soft and Stable as a stabilizer and a lining fabric. I used a simple quilting and after that, I cut out all the pieces.

Wie bei fast allen Schnittmustern von Annie wird im ersten Schritt ein großes Sandwich-Stoffstück, bestehend aus dem Außenstoff, einer Lage Soft & Stable als Stabilisator und dem Innenstoff der Tasche erstellt und nach Wunsch gequiltet. Ich habe mich für einfache Quadrate entschieden. Und aus diesem großen Stück werden dann alle die Teile zugeschnitten. Das Ergebnis ist sehr formstabil und professionell.
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To get professional results and to cover the raw edges, a lot of bias binding needs to be done.

Alle offenen Kanten werden später mit Stoffstreifen oder Schrägband versäubert.
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Inside the bag are Mesh-Fabric Pockets in all shapes and sizes to help to store everything. Mesh is such a great option for pockets! Lightwight Mesh is a little bit stretchy, especially together with Fold-over Elastic as a binding. Love it!

Innen wird Mesh-Fabric, ein weicher und elastischer Netzstoff, verarbeitet. Mesh kann man in verschiedenen Farben und als fertigen Zuschnitt kaufen. Für Taschen und Waschbeutel ist das einfach großartig. Da ein Netzstoff ein wenig elastisch ist kann man, gemeinsam mit einem Streifen Elastik-Band, die Einschubtaschen für das Besteck nähen, die sich dehnen und das Eingeschobene festhalten. Sehr praktisch.
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I really enjoyed making this bag. Even if it takes a while to sew it up. It’s so worth the effort! And, as with any of Annies Pattern I tried before, I have learned new techniques along the way.

Mir hat das Nähen der Tasche viel Spaß gemacht, auch wenn es um ehrlich zu sein ein aufwändiger Schnitt ist. Ich habe mehrere Abende gebraucht um die Tasche zu nähen. Aber bei Annies Schnitten lernt man einfach immer etwas dazu denn ihre Anleitungen sind sehr gut und ausführlich erklärt (wenn auch in englisch) und mit vielen Tricks und Kniffen bestückt.
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To be honest, this is not a beginner pattern. But I highly recommend it for advanced sewers with some experience with a Walking foot and bias binding.

Für eine erste oder zweite Tasche würde ich das Schnittmuster aber nicht empfehlen. Dafür ist es einfach zu aufwändig und an ein paar Stellen kommen schon einige Lagen Stoff zusammen. Dafür braucht man eine Nähmaschine, die man mit einem sog. Walking Foot ausstatten kann. Damit wird der Stoff nicht nur von unten, sondern auch von oben transportiert und die Lagen können nicht verrutschen.
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Fabrics: “Backyard Roses by Nadra Ridgeway for Riley Blake
Bag: Pattern is “Picnic in the Park” by Annie
Stabilizer: Soft and Stable by Annie
Purse Hardware, Mesh-Fabric, Fold-over Elastic and Zipper: www.byannie.com

Verwendete Stoffes: “Backyard Roses” von Nadra Ridgeway für Riley Blake
Schnitt der Schürzen: Selbstgebastelt
Schnitt der Tasche: “Picnic in the Park” by Annie (nur als Papierschnittmuster und auf englisch erhältlich. Die Anleitung ist aber sehr detailliert und gut geschrieben)
Vlies in der Tasche: Soft and Stable
Extra-breiter Taschenreißverschluss, Netzstoff, Elastikband und die Metallteile: by Annie, in Deutschland bei Stoffsalat erhältlich. Die Farben der Reißverschlüsse, des Elastikbands und der Netzstoffe sind auf einander abgestimmt passen damit perfekt zueinander.

Well, that’s it for me, for now. 😉  Be sure to visit Nadras Blog “Ellis and Higgs” for many more beautiful projects. Thank you Nadra for having me! And a big thank you to Riley Blake for the fabrics and Annie (www.byannie.com) for sending me the pattern and all the supplies for the bag.

Liebe Nadra, vielen Dank, dass ich bei Deiner Blogtour dabei sein durfte! Ein großes Dankeschön an Riley Blake für die Stoffe und Annie (www.byannie.com)  für das Schnittmuster und das komplette Zubehör für die Picknicktasche.

And for those of you who haven’t followed the Backyard Roses-Blogtour yet:  There are so many talented sewists and beautiful projects … I promise you won’t want to miss a single day of it!

Und wer jetzt so richtig Lust bekommen hat nachzuschauen, was andere aus diesen tollen Stoffen genäht haben, findet hier den Blogplan:
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18.4.2016 Julia rileyblakedesigns.com/blog
19.4.2016 Christina onelittlepooh.net
20.4.2016 Dorthe lalala-patchwork.blogspot.com
21.4.2016 Liz simplesimonandco.com
22.4.2016 Sedef downgrapevinelane.com
23.4.2016 Vicky venividivicky.wordpress.com
25.4.2016 Erin whynotsew.blogspot.com
26.4.2016 Amanda www.jedicraftgirl.com
27.4.2016 Gesine allie-and-me-design.blogspot.com
28.4.2016 Peta shequiltsalot.com
29.4.2016 Sharon lilabellelane.blogspot.com
30.4.2016 Barbara das-mach-ich-nachts.com
2.5.2016 Jemima tiedwitharibbon.com
3.5.2016 Ashley mommybydaycrafterbynight.com
4.5.2016 Taunja carriedawayquilting.blogspot.com
5.5.2016 Judith septembersquiltdelight.blogspot.com
6.5.2016 Melissa ohhowsweet.com
7.5.2016 Iva schnigschnag-quiltsandmore.com
9.5.2016 Lisa aspoonfulofsugardesigns.com
10.5.2016 Katharina greenfietsen.blogspot.com
11.5.2016 Andy abrightcorner.com
12.5.2016 Nadra ellisandhiggs.com

Happy Sewing!
Barbara

02/16/16

“Oh Pinwheels” oder besser: “Oh Mist!”

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Meine geschätzte Leserschaft deckt, soweit ich das aus Kommentaren, Email und aus persönlichem Kontakt weiß, ein weites Feld ab. Einige von Euch sind richtig gute, erfahrene Näher und Patchworker, andere haben gerade erst Feuer gefangen und stehen noch mit einem Haufen Fragen ganz am Anfang.
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Dieser Post heute dient der ersten Gruppe eher zum Unterhaltung, ich hoffe aber, dass ich all denjenigen, die sich gerade an die ersten Patchworkdecken wagen, kostbare Hilfestellung leisten kann.
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Ein paar Dinge, die beim Patchworken sehr wichtig sind, lernt man wie so oft im Leben nur durch Fehler. Oder man lässt andere die Fehler machen und lernt daraus. An sich meine bevorzugte Variante aber den heute beschriebenen Fehler habe ich höchst selbst begangen und für mein Nähleben daraus gelernt.

Vor rund 3 Jahren, mitten in meiner Nestbautrieb-Phase (sprich: Schwangerschaft mit Charlotte) habe ich beschlossen, alles Textile im Kinderzimmer selbst zu nähen und habe das auch getan. Weitestgehend aus der Stoffserie “Noteworthy” von Sweetwater, die damals gerade im “Stoffsalat” eingetrudelt ist.
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Eine Decke für das Tagesbett bzw. unser Lesesofa sollte auch dabei sein und als im Moda-Bake-Shop, dem Schnittmuster-Blog des großen Patchworkstoff-Produzenten Moda, diese kostenlose Anleitung erschienen ist, war es um mich geschehen. “Oh Pinwheels” heißt der Schnitt und war als eher einfach klassifiziert. Die Decke sollte es also werden.
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Also los, Stoffe kaufen (die einfachste Übung, wird bei mir immer umgehend und gerne erledigt) und zuschneiden. Und da erhielt meine Euphorie und mein Tatendrang einen ersten Dämpfer. Bis dahin hatte ich nur die Basisversion von Patchworkdecke genäht: Das simple Aneinandernähen von Quadraten. Eine Decke nach einer richtigen, für mich komplexen, Anleitung war mir neu. Es ging gleich damit los, dass ich den Zuschnittplan überhaupt nicht verstanden habe.

Das angloamerikanische Maß ist uns Europäern ja erst einmal fremd. Alle Maßangaben sind nicht in cm sondern in Inch und gerne auch in Brüchen dargestellt. Schon mit den ersten englischsprachigen Schnittmustern habe ich mir deshalb ein zweites Lineal mit Inch-Angaben zugelegt und rechne nichts mehr um. Wenn ich in Inch nähe, bleibe ich auch im Inch-System. Das hat sich seitdem sehr bewährt, ist wesentlich einfacher und weniger fehleranfällig. Wer das einmal ausprobieren möchte und nicht gleich in ein teures Quiltlineal investieren möchte, dem kann ich dieses Rollhandmaß von Prym empfehlen. 300 cm lang, auf einer Seite mit cm-Angabe, auf der anderen Inch.
Ecke Pinwheels Quilt
In besagter Anleitung stand nun (ich zitiere):
Cutting

  1. Choose 25 strips from your Noteworthy Jelly Roll.
    From 9 strips, cut:

    • 2 – 2.5″ x 8.5″ strips
    • 2 – 2.5″ x 4.5″ strips

    From 8 strips, cut:

    • 1 – 2.5″ x 13.5″ strips
    • 8 – 2.5″ squares

    From 8 strips, cut:

    • 1 – 2.5″ x 10.5″ strips
    • 8 – 2.5″ square
  2. For background, sashing and inner borders, cut:
    • 21 – 4.5″ x 8.5″ rectangles
    • 16 – 2.5″ x 4.5″ rectangles
    • 116 – 2.5″ squares
    • 8 – 4.5″ squares
    • 9 – 2.5″ x WOF strips, subcut into:
      • 6 – 2.5″ x 40.5″ strips
      • 2 – 2.5″ x 52.5″ strips
    • For binding, cut 7 – 2.5″ x WOF (width of fabric) strips

Damals dachte ich nur: Bitte was??? Und deshalb hier eine kleine Erläuterung für all diejenigen, die mit diesem System und der üblichen Darstellungsweise in amerikanischen Quiltanleitungen nicht vertraut sind:

Hier steht:

1. Suche Dir 25 Streifen aus der Jelly Roll aus (enthält üblicherweise rund 4o Streifen insgesamt). Aus neun dieser Streifen schneidest Du:

–  je zwei Teile mit den Maßen 2.5 Inch (in Anleitungen nur ” für Inch) x 8.5 Inch
– je zwei Teile mit den Maßen 2.5 x 4.5 Inch

Weitere 8 Streifen werden wie folgt zerschnitten:

– je 1 Stück mit den Maßen 2.5 x 13.5 Inch
– aus den Resten jedes Streifens  je 8 Quadrate mit den Maßen 2.5 x 2.5 Inch zuschneiden

Wieder 8 der Jelly Roll Streifen werden zerschnitten in

– Je ein Streifen mit den Maßen 2.5 x 10.5 Inch
– aus den Resten jeweils 8 Quadrate mit den Maßen 2.5 x 2.5 Inch.

Der Hintergrundstoff wird wie folgt zugeschnitten:

…jetzt ist das Prinzip klar, oder?

Nachdem ich das irgendwann verstanden, alles zugeschnitten und gemäß der Anleitung die Blöcke genäht hatte, habe ich den entscheidenden Fehler gemacht, der dazu geführt hat, dass ich die halbfertige Decke für 2 1/2 Jahre in die Ecke geworfen und mich furchtbar über sie oder vielmehr über mich geärgert habe: Das kleine Sätzchen “Trim your Blocks” habe ich ignoriert. Auf deutsch heißt das: Den fertigen Block am Ende Korrektur schneiden.
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Jaaaa, ihr habt richtig gelesen: Diese Decke war für über 2 Jahre ein UFO (sprich, ein “unfertiges Objekt”) in meinem Nähzimmer. Und als ich mit Grete im letzten Sommer für eine Woche nach Holland zum exessiven Nähen gefahren bin, habe ich alle meine UFO’s mitgenommen um sie endlich fertig zu nähen.
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Als ich Grete kurz geschildert habe, wie lange und warum dies halbfertige Decke in der Ecke lag (ich musste alles wieder auseinandernehmen, schneiden und neu zusammensetzen – eine sau-blöde und langwierige Arbeit), war ihre Antwort ein herzliches Lachen und ein “Aber, Schätzchen: Das weiß man doch!”.
Oh Pinwheels Quilt Noteworthy Sweetwater
Jaaaa, heute weiß ich das, aber das ist doch kein Wissen, dass einem mit der Muttermilch mitgegeben wird! Da nimmt einen doch keiner am Schulhof zur Seite, schaut verschwörerisch von links und rechts und erklärt einem dann frei heraus in ein paar knappen, dahingemurmelten Sätzen, was beim Patchworken unerlässlich ist! Nix tun die am Schulhof, gar nix! Und noch nicht Mal Arte hat sich bisher zu einem Themenabend hinreißen lassen. Woher soll man das also bitte ganz selbstverständlich wissen???

Sonderlich logisch ist es jedenfalls nicht, dass man mit einem Patchworklineal maximal akkurat zugeschnittenen und nachweißlich gerade genähten Stoffstücke noch einmal Korrektur schneiden muss. Man sollte meinen, dass jetzt immer noch alles gerade ist. Das ist aber mitnichten so. Heute weiß ich das. Gerade durch das anschließende (und unerlässliche!) Bügeln der Nähte ergeben sich zwar keine Zentimeter, aber immerhin Verschiebungen in Millimeterbereich. Und wenn eine Decke nicht nur aus einfachen, großen Quadraten besteht, wo eine solche Differenz sicher wenig auffällt, dann ergibt die Summe vieler kleiner Teile mit vielen Millimetern Längen- und Höhenunterschied unschöne Übergänge und so gar nichts will mehr so richtig zusammenpassen.
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Quilts mit richtigen Mustern werden deshalb in Blöcken genäht und als Schritt in der Anleitung steht als letztes “Trim”. Und damit ist das Korrekturschneiden des Blocks auf ein einheitliches Maß gemeint. Und ich kann nur empfehlen diesen Schritt nicht und niemals leichtfertig zu überspringen. Diese Ungenauigkeiten kann man im Nachgang mit nichts mehr retten.
Ecken Pinwheels Noteworthy SweetwaterDank der Auftrenn und-neu zusammensetz-Aktion passt der Rahmen rundherum farblich nicht mehr. Ein blauer Randblock unter einem blauen Quiltblock ist nun wirklich nicht optimal, aber es hilft ja nix, die Decke sollte endlich fertig werden.

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Ein bisschen habe ich doch geschlampt und darauf verzichtet, die vielen Windräder wieder auseinanderzubauen. Damit passt das Muster nicht hundertprozentig aber dafür haben wir jetzt endlich eine Decke. Gedacht für die vielen Nächte in denen ein kleines Mädchen Durst, Bauchweh oder einfach nur keine Lust auf Durchschlafen hat und die Mutter beim in-den-Schlaf-schuckeln nicht erfrieren will.

Dafür kam sie jetzt leider, dank meiner unschönen Angewohnheit meinen UFO’s erst einmal eine angemessen lange Zeit böse zu sein, ein wenig zu spät. Aber jetzt werden mit der Decke Höhlen gebaut, Umhänge gebastelt, Puppen zugedeckt und beide Mädels darunter gekuschelt während wir allabendliche Bilderbücher anschauen.
Bücherecke
Die finalen Maße der Decke sind übrigens 140 x 165cm. Das Binding habe ich auf der Rückseite mit der Hand angenäht. Das sieht einfach schöner aus und ist eine wirklich entspannende Tätigkeit vor dem Fernseher oder auf langen Autofahrten.

Die Kissen dazu sind schon seit Jahren fertig. Über das Cathedral Window-Kissen habe ich hier schon mal geschrieben.
Cathedral Window Pillow Noteworthy Detail Cathedral Window Kissen
Dank der sehr langen Fertigstellungszeit kann ich Euch leider keine Bezugsquelle mehr für den Stoff nennen.  Was ich noch sagen kann, ist, dass der cremefarbende Kombistoff auf der Vor-und Rückseite Moda Bella Solid Porcelain ist und die passende Garnfarbe fürs Quilten Aurifil #2026.

Mein bevorzugtes Batting, also die Volumeneinlage, ist ein reines Wollvlies ohne Synthetik. Ich mag dieses Vlies für Decken am liebsten, weil es dank der 100% Wolle schön warm ist. Ich finde wärmer als Polyesterwolle obwohl es viel dünner ist. Außerdem ist das Vlies sehr flach und lässt sich damit sehr gut quilten. Dieses Vlies gibt es in einer Breite von 2,40 oder  3,00 Meter und wird im gewünschten Maß von der Rolle geschnitten. Für das Quilten ist es wichtig, dass der Rückseitenstoff und das Vlies ca. 10cm breiter sind als die Vorderseite. Am Ende wird dann Korrektur geschnitten.
Quilt gefaltet
Apropos quilten. Schwieriges Thema. Bei dieser Decke wollte ich alles richtig machen, habe mir extra parallel Gretes Makerist-Lehrvideo zum Quilten-lernen angeschaut um dann ganze vier Mal meine Handschuhe mit anzunähen.
Binding Quilt
Das Mäander-Muster ist zwar insofern geglückt, wenn man dabei bedenkt, dass die einzige Regeln lauten:

1. Baue keine Ecken ein
2. Verteile die Kurven gleichmäßig auf der Decke
3. Achte darauf, dass Du nicht in der Größe variierst (zum Beispiel zum Ende hin immer kleiner werdend)
4. Nähe von Anfang bis Ende durch. Kein sichtbarer Anfang und kein Ende.

Quilting Noteworthy Quilt
Soweit habe ich es auch diesmal geschafft. Aber wenn ich auf diese Decke schaue, dann ist sie für mich eine Hommage an die männlichen Geschlechtsteile. Ich fürchte, ich bin talentfrei.

Sei’s drum. Wie immer im Leben: Alles ist schwer, bevor es einfach wird. Irgendwann lerne sogar ich das noch. Hoffe ich.

Kommt gut durch die Woche!
Liebe Grüße

Barbara

P:S: Huch, so gerade eben noch Dienstag! Also auf zum Creadienstag!

08/19/15

Kleiner Bär auf Reisen & eine Anleitung für einen verdeckten Reißverschluss (Tutorial)

Bärenkissen2
Schon vor einiger Zeit habe ich Euch von Amy Sinibaldis Buch “Sweetly Stitched Handmades” erzählt, das mir so richtig gut gefällt. Neben den süßen Rasseln und vielem mehr findet sich dort auch eine Anleitung für ein Patchworkkissen. Genauso süß wie die kleinen Rasseln, oder? Und deshalb habe ich zusätzlich auch das Kissen genäht.
Bär2
Eines der ersten Dinge, die ich je genäht habe, war ein Kissen für Theresa. Ein ganz einfacher Kissenbezug, hinten mit Hotelverschluss zu schließen (den ich auch noch falsch herum angebracht habe). Genäht habe ich nach einem YouTube-Video und es hat eeeewig gedauert, weil ich weder nähen konnte, noch meine Nähmaschine im Griff hatte. Aber irgendwie ist es fertig geworden, ich war stolz und Theresa hat es geliebt.

Das tut sie bis heute und nimmt es zu jedem Auswärtsbesuch und jeder längeren Autofahrt mit. Und das ist mir dann wiederum ein bißchen peinlich denn nach x-maligem Waschen sieht es heute so aus:
Kissen Theresa
Der Bezug ist viel zu klein und springt hinten auf. Aber sie liebt es und das hat mich damals motiviert mit dem Nähen weiter zu machen, also darf es bleiben.

Nachdem Charlotte nun auch gerne ein Reisekissen haben wollte und ich ja nun weiß, dass es viel ausgeführt werden wird, habe ich lieber mal ein bißchen Mühe gegeben. Ich finde den kleinen Bären total süß und sie zum Glück auch.

Die Anleitung (wenn auch auf englisch) hat viele süße Details. Sind z.B. diese Ohren nicht schnuckelig?
Ohren1
Ohren2
Oder die kleinen Knöpfe?
Knöpfe
Nachdem ich schon ganz früh erkannt habe, dass Kissen ohne Reißverschluss blöd sind, habe ich mich durch verschiedene Varianten probiert und bin vor rund 2 Jahren bei dieser Methode hängengeblieben.
RV RV2
Sie ist bis heute mein Favorit und das aus folgendem Grund:

1. Der Reißverschluss und alle Metallteile sind verdeckt. Damit können die Kissen auch falsch herum zum Kuscheln genutzt werden ohne das etwas kratzt

2. Das Ergebnis sieht sehr ordentlich aus

3. Es ist schnell genäht

4. Ich brauche für die Rückseite nicht immer 40 oder 50 cm Stoff am Stück (je nachdem wie groß das Kissen werden soll) sondern kann die Schnittteile für oben und unten auch nebeneinander ausschneiden. Damit komme ich auch mit einem Stoffstreifen von ca. 30cm bei voller Stoffbreite zurecht.

5. Wenn die Reißverschlussfarbe nicht genau passt merkt das keiner.

Ihr braucht für die Rückseite eines 40×40 Kissens:

a. Zwei Streifen Stoff, jeweils 42cm breit und einmal ca. 20 cm lang, einmal ca. 28cm. Damit liegt der Reißverschluss im unteren Drittel. Wenn Ihr ihn anders positionieren wollt, dementsprechend anders zuschneiden. Mit der Breite nehme ich es genau, mit der Länge nicht wirklich. Den Überschuss schneide ich am Ende ab.

b. Zwei keine Stoffstücke für die Reißverschlussenden, beide ca. 5 x 8 cm.

c. Einen Reißverschluss von mindestens 37cm Länge (35 geht auch, dann müssen die Stoffstücke für die Reißverschlussenden aber länger zugeschnitten werden)

d. Ein Lineal, eine Schere oder einen Rollschneider sowie einen Markierstift (wasserlöslich) oder Schneiderkreide

e. ein Bügeleisen

f. wenn vorhanden Stylefix

Und so wird es gemacht:

Zu allererst sicherheitshalber die Vorderseite des Kissens vermessen und rund herum 1cm Nahtzugabe für die Rückseite hinzurechnen.
Kissen VOrderseite
Alle Stoffteile zuschneiden. Wenn Ihr Baumwollstoffe verwendet und gerne etwas stabilere Kissen haben möchtet, die aber nicht steif sind, kann man nun Vlieseline G700 aufbügeln. Damit bekommen Kissen eine professionelle Haptik. Probiert es mal aus, es lohnt sich!
Schnittteile
Zuerst bügele ich alle Teile noch einmal. Dann beginnen ich mit den Endstücken des Reißverschlusses. Jeweils die beiden Endstücke ca. 0,5-1 cm nach innen schlagen und bügeln. Dann in der Mitte falten und wieder bügeln.
RV Enden RV Enden2
Jetzt den Reißverschluss auf 37cm kürzen.
RV einkürzen22
Unten ebenfalls bis zum Stopper kürzen. Wer sichergehen will, dass er beim Nähen nicht an den Stopper gerät, kürzt ihn mit weg.
RV einkürzen23
Danach mit Stylefix oder Nähnadeln beide Reißverschlussenden zwischen die Stoffstreifen fassen und knappkantig festnähen. Dabei den Reißverschluss nur ganz am Anfang einlegen.
RV Stylefix22
RV Stylefix Enden einfassen RV Stylefix Enden einfassen3 RV Stylefix Enden einfassen4
Jetzt ist der Reißverschluss auf beiden Seiten um ein Stück Stoff verlängert. Nun auf die Stoffteile einen Streifen Stylefix möglichst gerade an die Außenkanten setzen.
RV Stylefix Enden einfassen5
und die Verlängerungsstreifen auf die Breite des Reißverschlusses einkürzen. Das Stylefix wird nur auf die Oberseite des Reißverschlusses geklebt (hier ist die Rückseite zu sehen).
Seitenteile kürzen22
Das untere Stoffteil an einer langen Seite (wenn der Stoff ein Motiv hat, dann die obere Kante) auf voller Länge erst mit einer Overlock oder einem Zick-Zack Stich versäubern (Ich habe es hier vergessen und erst am Ende gemacht, vorher ist es aber einfacher). Danach 1 cm umbügeln.
Kanten umbügeln
Hier ist eine gerade Kante gefragt. Ich nutze dafür einen Kantenformer. Alternativ kann man einfach mit großer Strichlänge eine Naht nähen, dann fällt die Kante beim Knicken genau an dieser Stelle um. Die Kante dann sauber bügeln und den Faden ziehen. Das ist übrigens auch ein super Trick bei runden Säumen. Klappt zuverlässig und akkurat.
Kanten umbügeln4 Kanten umbügeln3
Die obere Stoffhälfte wird ebenfalls umgebügelt. Zuerst um 1 cm, dann ein weiteres Mal um 1,5 cm. Das Ganze sieht dann so aus:
Kanten umbügeln2
Anschließend mit Hilfe eines Lineals und einem Markierstift (der sich wieder entfernen lässt!) 1,5cm oberhalb der zweiten Bügelkante auf ganzer Länge eine Linie aufzeichnen.
Kanten umbügeln6 Kanten umbügeln7 Linie einzeichnen
Sicherheitshalber die Mitte des Reißverschlusses und der beiden Stoffstreifen mit einer Nadel markieren. So passen alle Teile am Ende sauber aufeinander.
markieren2
Jetzt wird der eingeschlagene untere Stoffstreifen auf den Klebestreifen des Reißverschlusses gesetzt. Möglichst ordentlich und gerade.
markieren3
Den oberen eingeschlagenen Stoffstreifen ebenfalls von der Mitte aus festkleben oder mit Nadeln feststecken.
Kissenteile zusammen-2
Jetzt die Teile knappkantig annähen. Dafür braucht man keinen Reißverschlussfuß.
RV annähen
Dabei begegnet man auf beiden Seiten dem Schieber. Einfach anhalten, Nähfuß heben, das Kissen drehen, den Schieber vorbeischieben, den Nähfuß wieder senken und weiternähen.
RV aus dem Weg
An beiden Seiten bis ganz zum Rand nähen.
RV bis zum Ende nähen
Jetzt das obere Teil an der eingebügelten Falte umlegen und mit Nadeln an der Seite
Umschlag feststecken
und über die Länge gerade feststecken
Umschlag feststecken2
und entlang der aufgezeichneten Linie gerade nähen.IMG_1562

Und fertig ist der eingenähte Reißverschluss! Jetzt die markierte Linie mit Wasser entfernen und die komplette Rückseite auf die Maße 42 x 42 einkürzen.
Fertig 2
Jetzt könnt Ihr die Rückseite an die Vorderseite nähen. Dabei kann man auch noch eine Paspel zwischenfassen oder wie hier, im Nachgang eine Einfassung wählen, die wie ein Quiltbinding angebracht wird. Wichtig ist nur, dass Ihr darauf achtet, dass die “Klappe”, die über dem Reißverschluss liegt, beim Zusammennähen flach aufliegt. Um sicher zu gehen kann man auch die Klappe an der Seite innerhalb der Nahtzugabe mit ein paar Stichen annähen.
Fertig 3
Verwendete Stoffe:

Leinen: Robert Kaufman Essex Linen in Flax (55% Leinen und 45% Baumwolle und damit formstabiler als reines Leinen), gekauft bei Stoffsalat
Patchworkstoffe: Heather Bailey aus den Serien “Up Parasol”, “Lottie Da”, “True Colors” und “Clementine”, alle gekauft bei Stoffsalat
Reißverschluss: Zip it über etsy. Für mich die beste Reißverschlussauswahl im Internet. Hier kann man sich die Pakete selbst zusammenstellen und aus 60 Farben und unzähligen Längen wählen.
Lieblingskissen2

Lieblingskissen3

Viele Grüße
Barbara