12/17/17

Über das Schenken und Beschenkt werden

Kindheitserinnerungen. Der Heilige Abend ist da. Die Aufregung und Vorfreude unter uns sechs Geschwistern kann man fast mit Händen greifen und unterm Baum liegen schön verpackte Geschenke. Für jedes Kind ein kleines Häufchen, sicherheitshalber mit Namensschildchen versehen. Wir stehen vor dem schön geschmückten Baum, bestückt mit vielen Anhängern, die mit Erinnerungen verbunden sind. Alle gemeinsam singen wir “Stille Nacht”. Mit acht Personen kann sich unser kleiner Chor durchaus hören lassen. Ein erster Blick streift über die Geschenke und jedes Kind versucht auszumachen, ob ein Weihnachtswunsch größentechnisch in eines der Geschenke passen könnte. Ja, das längliche Paket könnte es sein. Ein Lächeln huscht über ein Kindergesicht. Ein paar kleine Geschenke kann ich in meiner Ecke nicht zuordnen. Aber das quadratische in Schuhkartongröße, das wird als letztes auspackt. Und zwar genüsslich.

Es ist so liebevoll und schön verpackt und der Handschrift am Anhänger gibt letzte Gewissheit über die Herkunft. Hier ist schon jetzt klar: Da ist etwas besonders Schönes drin. Der Geber hat von jeher das Wesen des Schenkens verstanden: Er macht sich in jedem Jahr Gedanken über ein Geschenk, das Freude macht. Eines, das überrascht und zum Beschenkten passt.

Oh ich hoffe, jeder von Euch hat diesen Moment schon erlebt. Das Auspacken eines besonderen Geschenks. Für mich ist es eine der schönsten Kindheits-Weihnachtserinnerungen und der Grund, warum ich mich auch als Erwachsene weigere auf das Schenken zu verzichten. Und warum ich so gerne Weihnachtsgeschenke hübsch verpacke.

Natürlich kann ich mir was ich brauche auch selbst kaufen. Aber ich kann mir diese Vorfreude beim Auspacken nicht schenken. Das überrascht werden. Die Begeisterung, wenn jemand etwas für mich ausgesucht hat worauf ich gar nicht gekommen wäre und damit dennoch goldrichtig liegt. Dieses Gefühl ist in jedem Alter schön.

Als Grete vom Stoffsalat vor ein paar Monaten die Stoffsalat-Surprise-Box ins Leben gerufen hat, stand genau diese Idee dahinter. Als leidenschaftliche Näherin und Stoffladen-Besitzerin weiß sie schließlich, womit man einer Näh-Komplizin eine Freude machen kann. Viel besser als Ehemann, Tochter oder Mutter, die mit dem Hobby nichts am Hut haben. Und ein Gutschein ist doch irgendwie nicht dasselbe.

Sich überraschen lassen von jemandem, der sehr wahrscheinlich weiß, was besonders schön, nützlich und ein Ausprobieren wert ist. Der Rücklauf zu dieser Idee war überraschend groß. So groß, dass Grete mir am Telefon mal gestanden hat, dass sie den logistischen Aufwand, der hinter einer solchen Box steht, wahrlich unterschätzt hat. Und als sie mir die Logistik dahinter erläutert hat, habe ich ebenfalls geschluckt. Aber nachdem die Box soviel Freude macht, war klar, dass es damit weitergeht und das die Abwicklung kurzerhand auf professionelle Füße gestellt wird.

Seit vier Monaten werden im Stoffsalat nun einmal im Monat unzählige Kartons gepackt. Jedes gleich bestückt. Logistisch ist das ein ziemlicher Akt. Mit einigem Vorlauf muss die richtige Menge brandaktueller Stoff und das Zubehör des Monats in großen Mengen bestellt und rechtzeitig geliefert werden. Dazu werden Anleitungen geschrieben und bebildert. Hunderte davon werden gedruckt, dazu Anhänger liebevoll grafisch gestaltet. Zum Schluss wird alles verpackt und versandt. Und jedem Monat wieder hoffen alle im Stoffsalat, dass der Inhalt Freude macht.

Ich selbst bekomme auch jeden Monat eine Box. Und das Auspacken ist jedes Mal herrlich. Damit all diejenigen, die heute das erste Mal von der Surprise-Box hören, einen Eindruck bekommen was da so drin ist, hier der Inhalt der ersten vier Monate:

Jede Stoffsalat-Box kommt in einem speziellen Karton und ist noch einmal separat als Geschenk eingepackt. Der Inhalt der ersten Box waren 4 Fat Quarter aus Amy Sinibaldis Weihnachtsserie “Little Town” und ein passender Uni-Fat Quarter von Art Gallery. Welche Stoffe enthalten sind steht immer auf dem Anhänger. Dazu eine Anleitung für ein Kissen und eine schicke Vintage-Handarbeitsschere.

Monat 2 bestand aus einer detaillierten Anleitung für einen Baby- oder kleinen Quilt und dem passenden Material. 10 Unis von Art-Gallery in herrlichen Grün- und Blautönen und ein Charm Pack von Riley Blake bestehend aus dezenten Stoffen mit viel Weißanteil. 

Mit jeder Anleitung verfolgt Grete die Idee, den Patchworkanfängern unter den Abonnenten eine neue Technik nahezubringen. In der dritten Box ging es um Hexies. Dieses kleinen Heaxagons näht man mit der Hand auf Papierstücke und verarbeitet sie dann weiter. Das Nähen von Hexies macht absolut süchtig und deshalb ist diese Box glaube ich auch bei den gestandenen Näherinnen gut angekommen. Den Hexi-Klebestift und ein neues Paket Papierschablonen kann man nämlich immer gebrauchen. Und die Stoffe waren diesmal sehr erwachsen. 5 Fat Quarter aus der Heartland-Kollektion von Art Gallery waren dabei.

Der Inhalt der vierten Box war der Applique-Technik gewidmet und enthielt die Anleitung für ein Kissen in dieser Technik und einen Meter eines herrlichen Magnolien-Stoffs aus der Wild Bloom Kollektion von Bari J. Dazu gab es noch einen weißen Charm Pack und eine Rolle Aurifil Garn in Weiß. Nichts, was je in einem Näher-Haushalt schlecht werden würde.

Ich bin schon gespannt wie es im kommenden Monat weitergeht. Auch wenn Grete und ich die Idee zur Surprise-Box gemeinsam hatten, habe ich mit der Bestückung der einzelnen Boxen nichts zu tun. Jede ist auch für mich eine Überraschung.

Wer jetzt Lust bekommen hat sich ein solches Abo zu Weihnachten zu wünschen, selbst zu schenken oder zu verschenken, hier gibt es weitere Infos dazu. Es besteht übrigens keine Pflicht für ein ganzes Jahr teilzunehmen.

Neben der Surprise-Box kam im Herbst eine zweite Idee dazu: Eine Box mit Uni-Stoffen. Ich bin ja bekennender Uni-Stoff-Fan. Was man daraus machen kann habe ich u.a. mit der Kissenaktion gezeigt. Unis alleine sind alles andere als langweilig. Aber auch in Kombination mit Musterstoffen setzen sie Akzente. Von einer schnellen farblichen Paspel an einer Tasche

über eine Kombination mit einem auffälligen Muster an einer Kosmetiktasche (die Anleitung zur Tasche findet Ihr hier im Blog)

bis hin zu Quilts ganz aus Unis oder mit Uni-Akzenten: Ich nutze sie fast in jedem Nähprojekt.

Im Frühjahr habe ich zum Beispiel einen Babyquilt für meinen neugeborenen Neffen Elian genäht. Er bestand größtenteils aus Unis von Art Gallery. Diesmal habe ich keinen weißen, sondern einen hellgrauen Hintergrund verwendet (Moda Bella Solid in “Ash”). So ist die Decke im Alltag etwas robuster und die Farben kommen noch ein bißchen mehr zum Strahlen.

Das eigentlich Erstaunliche dabei ist: Häufig brauche ich im Alltag Farben, die gar nicht zwingend zu meinen Lieblingsfarben gehören. Wenn ich eine Lieblingsfarbe großflächig verwende, dann benötige ich eher eine Komplementärfarbe oder eine, die als kleiner Farbflecks im Hauptstoff auftaucht. Da ist es einfach enorm praktisch, eine große Auswahl zur Hand zu haben.

Damit einen das Vorhaben sich eine schöne Auswahl Unistoffe zuzulegen nicht finanziell einholt, gibt es das Uni-Stoff-Abo. Über ein Jahr kommt jedem Monat ein Päckchen mit 6 Fat Quartern ins Haus.  Jede Kombination als solche ist in sich stimmig. Wer sie aber nicht sofort in Kombination vernähen will oder keine Zeit findet, baut damit schön langsam eine Sammlung aller 79 Art-Gallery-Unistoffe auf. Auf dem Bild oben sind sie abgebildet. Die 6 neuen Farben für 2018 sind auf dem Zettel oben gedruckt zu sehen und werden ebenfalls enthalten sein. Die Unis passen zu den Stoffserien von Art Gallery und sind damit ein ständiger Fundus um einen (zukünftigen)  Stoffkauf farblich zu ergänzen.

Für die Abonnenten fällt eine Startgebühr von 10 Euro an. Damit ist allerdings schon die Farbkarte im Wert von 12,50 Euro bei der ersten Lieferung inklusive. Ab dem 2. Monat ist das Abo monatlich kündbar. Wer bis zum 12. Monat dabei bleibt, erhält mit dem letzten Monat 13 statt der üblichen 6 Fat Quarter und hat damit den kompletten Regenbogen zu Hause. Das Abo kostet monatlich 21,- Euro plus Versandkosten. Im März geht es los. Wer also noch keinen Weihnachtswunsch an seine Lieben übermittelt hat: Das ist die Gelegenheit. Und dafür gibt es dann genau 13x Glücksgefühle: Unterm Baum an Heiligabend und 12 weitere Male wenn das Paket bei Euch eintrudelt. Und wahrscheinlich noch viele Male mehr, wenn ihr überraschend den perfekt passenden Stoff aus dem Stoffstapel zieht.

Ich bin an dem Erfolg der Box nicht, wie ihr nach diesem Post vielleicht vermuten würdet, umsatzbeteiligt. Ich bin einfach nur restlos davon überzeugt, dass es nichts hilfreicheres als eine gut sortierte Uni-Stoff-Abteilung in Eurem Stoffschrank gibt. Die Möglichkeiten sind endlos. Nicht zuletzt könnt Ihr Euch damit auch Eure eigenen Jahreszeiten-Pakete schnüren.

Wer jetzt Interesse hat, kann über Grete (at) stoffsalat.de das Abo bestellen und hier noch einmal die Details genau nachlesen.

So, und jetzt: Trommelwirbel für den Gewinner der Verlosung meiner liebsten 24 Art-Gallery Unis, gesponsert von Grete / Stoffsalat  (noch einmal vielen Dank dafür!):

Die Gewinnerin ist nach Befragung von Mr. Random der Eintrag Nummer 265, hat über Instagram teilgenommen und heißt @Samy58samy. Liebe Bernadette, herzlichen Glückwunsch! Ich habe gerade schon bei Dir im Profil geluschert. Wow, so tolle Bilder! Bei Dir wird der Stoff ganz sicher nicht alt. Viel Freude damit!

Ganz ehrlich: Ich würde gerne wöchentlich, ach was sag ich: Täglich etwas unter Euch verlosen. Nicht nur, weil ich Euch damit beschenken kann und mindestens einer oder eine sich am Ende über einen Gewinn freuen kann, sondern aus ganz egoistischen Gründen. Weil es MICH so glücklich macht. Nicht unbedingt das Schenken an sich (auch wenn das etwas sehr Schönes ist, das muss ich zugeben) sondern weil ich am Ende das Gefühl habe die Beschenkte zu sein.

Rund um jede Verlosung trudeln so viele Kommentare über Facebook, Instagram und hier über den Bog ein und ich lese sie jedes Mal mit einem Lächeln im Gesicht. Nicht nur, weil ihr so wahnsinnig liebe Dinge schreibt, sondern ehrlich gesagt am meisten, weil ihr mir damit so ganz nebenbei etwas von Euch erzählt. Die Kommentare von Euch und hier und da ein persönliches Aufeinandertreffen im echten Leben sind meine einzige Chance über die Zahlen und Statistiken hinaus zu begreifen, wer da eigentlich am anderen Ende des Internets mitliest.

Ich erfahre, dass es eine Annika, eine Susanne, eine Claudia und eine Steffi ist, die sich inspiriert fühlen, gerade im Mutterschutz sind und für das erste Kind nähen wollen oder schon für die Enkel. Ihr erzählt mir etwas von Euch und erst damit kann ich richtig begreifen, dass ich zwar ganz alleine vor meinem Computer sitze und etwas in die Welt hinaus sende, dass wir am Ende aber eine kleine Gemeinschaft sind. Ganz sicher wäre es schöner, könnten wir uns einmal in der Woche um einen Tisch versammeln und bei einer Tasse Kaffee über unser Hobby reden, lachen und Ideen austauschen. Aber auch so habe ich in diesem Momenten das Gefühl meine Begeisterung mit ganz vielen zu teilen. Und dafür bin ich dankbar.

Ich lese jeden Kommentar und jede Nachricht. Ich bin nur leider so schlecht darin auf alle (sofort) zu antworten. Ich komme da zeitlich und organisatorisch an meine Grenzen. Aber ich will Euch versichern ich antworte so gut ich kann. Es ist nur manchmal nicht so einfach z.B. aus dem Kopf auf dem Parkplatz einer Autobahnraststelle auszuhelfen, wenn es um einen Knoten im Kopf eines Lesers geht, der ein Schnittmuster betrifft, das ich nur ein einziges Mal und das vor mehreren Jahren selbst genäht habe. Ich bin im Alltag viel unterwegs. Beruf und Kinder halten ich auf Trab. Und manchmal geht da auch einfach was unter.

Ich weiß, ich erschwere Euch aufgrund der Captcha-Codes das Kommentieren hier im Blog. Und das ist wirklich das Letzte, was ich will. Hier eine bessere Lösung zu finden ist mein einziger Vorsatz für 2018. Denn ich möchte niemanden davon abhalten etwas zu schreiben. Im Zweifel erreicht Ihr ich aber auch immer per Email unter Barbara.Borchert (at) yahoo.com.

Und dann gibt es da noch die ganz besonderen Momente, in denen mich “echte” Post oder sogar ein Geschenk erreicht. In dieser Woche habe ich eine unglaublich liebe Karte von Caroline von @petite_reine_coud bekommen, über die ich mich wahnsinnig gefreut habe. Und dazu gab es handgemachten Christbaumschmuck, der so wunderschön ist, dass es mir fast die Sprache verschlägt. Tausend Dank! Deine Anhänger erhalten an unserem Baum einen Ehrenplatz! Und Du kannst Dir sicher sein, ich werde mich jedes Jahr beim Aufhängen und Anschauen an Dich und Deinen lieben Brief erinnern. 

Ich wünsche Euch schöne Feiertage im Kreise Eurer Lieben! Und wie auch immer Ihr zum Schenken steht, möchte ich Euch wissen lassen: Für mich seit Ihr ein Geschenk. Danke für so liebes Feedback in diesem Jahr. Auf welchem Weg auch immer wir miteinander zu tun hatten.

Eure
Barbara

12/3/17

Die Farbpracht des Herbstes in einem Kissen & Verlosung eines Fat Quarter Pakets mit 24 Pure Elements!

Wie bereits angekündigt zeige ich Euch direkt im Nachgang zu Herbstkissen Nummer Eins meine farbintensive Version. Als ich meinem Mann dieses Kissen unter die Nase hielt und fragte, welcher Jahreszeit er dieses Kissen denn zuordnen würde meinte er: “Frühling. Auf jeden Fall Frühling.” Ist der denn völlig verwirrt?!

Für mich sind es die Eindeutigsten aller möglichen Herbstfarben. Nicht umsonst wird der Herbst der Farbkasten der Natur genannt.  Satte Beerentöne, das Goldgelb der tiefstehenden Sonne und dazu das Blau der der Abenddämmerung. Mehr Herbst geht nicht. Jedenfalls nicht in meinem Kopf.

Ich kann diese starken Farben nicht das ganze Jahr gut ertragen. Jedenfalls nicht jeden Tag um mich herum. Aber im Herbst finde ich sie toll. Saisonal wird dieses Kissen also immer wieder in meine Leseecke einziehen.

Die verwendeten Farben sind (von links nach rechts): Art Gallery Pure Elements in Cabernet (Pflaume/Aubergine), Tile Blue (Petrol), Turmeric (Goldgelb), Mediterraneo (Mittelblau), alle aus dem Herbstpaket, und zusätzlich Dark Citron (grün) aus dem Sommerpaket und Spiceberry (Beerenrot) aus dem Winterpaket.

Meine Idee die Farben nach Jahreszeiten zu vernähen ist nur eine von unzähligen Varianten meine 24 Lieblingsunis zu benutzen. So viele Kombinationen sind denkbar.

Meine Farbauswahl für den Herbst, so stellte sich eher per Zufall heraus, sind gleichzeitig Lieblingsfarben der Designerin Anna Maria Horner. Alle Stoffe, mit denen ich diese sechs Unis kombiniert habe, stammen von ihr. Aus verschiedenen Kollektion der vergangenen Jahre.

Bei IKEA habe ich dazu ein Samtkissen im exakt zu Spiceberry passendem Farbton gefunden. Diese Kissen gibt es auch im passenden Goldgelb und Petrol.


Das Muster des Kissens ist mit Hilfe eines kleinen Lineals entstanden, das eigentlich für einen ganz anderen Zweck gedacht ist: Ist ist ein Mini-Binding Tool.

Dieses kleine Lineal hilft dabei das Bindung so zuzuschneiden, dass die Enden genau aufeinander passen. Wie es funktioniert seht ihr hier. Ich nutze es seit Jahren für alle meine Quilts und habe mir diese Mini-Version vor langem für kleinere Projekte wie Mini-Quilts bestellt. Genutzt habe ich die kleine Version bisher selten. Für die normale Version habe ich definitiv mehr Verwendung. Aber zweckentfremdet hat es mir gute Dienste geleistet.

Indem ich das Lineal nach dem ersten Zuschneiden einfach umgedreht habe, ist diese Dreiecksform entstanden. Diese Schnittteile habe ich dann so ausgelegt, dass immer ein Uni neben dem passenden gemusterten Stoff liegt. Zusammengenäht habe ich sie erst längst und dann die Reihen aneinander gefügt. Dank des exakten Zuschnitts mit Hilfe der Schablone ist es sehr einfach exakt zu nähen.

Wenn ein Kissen aus so vielen Teilen besteht ist es wichtig das fertige Kissenvorderteil auf ein Vlies zu bügeln und zu vernähen. Die Nähte würden sonst das Waschen nicht überstehen und sich wieder auflösen. Damit das Vlies dauerhaft hält, muss es mit der Vorderseite des Kissens vernäht werden (das sog. Quilten). Ich mache das meist so simpel wie möglich. Erstens weil ich es im Gegensatz zu Grete nicht gut kann und wenig Übung habe, zweitens weil es mir oft dezent eingesetzt besser gefällt und drittens weil aufwändiges Quilten schon mal länger dauern kann als das Zusammennähen der Deckenvorderseite. Ein echter Zeitfresser also.

In diesem Fall habe ich füsschenbreit in der Farbe des jeweiligen Dreiecks genäht. Es nicht nimmt sich dadurch optisch sehr zurück. Wichtig ist nur, dass man es der Langlebigkeit zuliebe überhaupt macht.

Für die Rückseite habe ich Art Gallery Pure Elements in der Farbe “Cabernet” (im Herbstpaket enthalten) verwendet. Davon hatte ich noch ein größeres Stück im Schrank und einen exakt passenden Reißverschluss. Grund genug. Wie ich die verdeckten Reissverschlüsse an der Rückseite einnähe habe ich hier erklärt. 

Die 24 Lieblingsfarben kann man noch in unzähligen anderen Kombinationen vernähen. Und eine oder einer von Euch bekommt dank Gretes grosszügigem Giveaway auch die Chance dazu!

Verlosung:

Unter allen Kommentaren hier im Blog, auf Instagram oder Facebook verlose ich gemeinsam mit Stoffsalat ein Fat Quarter Paket meiner 24 Lieblingsunis von Art Gallery Fabrics. Bitte nur einen Kommentar je Teilnehmer! Die Verlosung schließt am 12.12.20017 um 24 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und eine Auszahlung des Gewinns nicht möglich.

Wem es jetzt in den Fingern juckt sofort damit zu nähen, der kann die 4 Jahreszeiten-Pakete auch einfach bei Stoffsalat bestellen. Im Stoffsalat sind alle verfügbaren Art Gallery Pure Elements auf Lager. Wem einzelne Farben besonders gut gefallen haben oder wem ganz andere Farbkombinationen in den Sinn gekommen sind, findet alle Farben hier. Zusätzlich ist eine Farbkarte mit Stoffproben aller verfügbaren Farben erhältlich. So etwas ist sehr praktisch um Zuhause nach der Farbe zu suchen, die zum Projekt passt. Die Abbildungen im Internet sind da oft trügerisch.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr in Euren Kommentaren ein bißchen erzählt welches Jahreszeitenpaket Euch am meisten reizt, welches Kissen Euch am besten gefallen hat (gerne auch warum) oder was ihr mit dem Fat Quarter Paket anstellen würdet. Ich freue mich von Euch zu lesen!

Der Gewinner wird hier im Blog bekannt gegeben und auch per Email angeschrieben.

Hier noch einmal alle Farben auf einen Blick. Danke, liebe Grete, für die schöne Grafik.

Viele Grüße,
Barbara

12/1/17

Herbstkissen Nummer Eins aus meinen Lieblings-Unifarben

Ihr Lieben,

für diejenigen, die hier reichlich Geduld und Sitzfleisch an den Tag gelegt haben um ein knappes Jahr auf die Fortsetzung einer Unikissen-Blogaktion zu warten, die schon vor Monaten hätte beendet sein sollen: Sonderapplaus für Euch. Ihr seid wirklich treue Begleiter und ich weiß Euch sehr zu schätzen.

Für alle anderen möchte ich gerne noch einmal kurz erläutern um was es hier eigentlich geht: Vor einem Jahr hat meine liebe Freundin Grete vom Stoffsalat mich gefragt, welche denn meine liebsten Uni-Farben sind. Die ursprüngliche Idee war ein Stoffpaket meiner liebsten und meist genutzten Art Gallery Pure Elements zusammenzustellen und anschießend unter Euch zu verlosen.

Es ist mir gar nicht so schwer gefallen die 24 Lieblingsfarben auszusuchen. Aber die damit einhergehende Idee umzusetzen etwas aus ihnen zu nähen fand ich relativ schwierig. So viele verschiedene Farben nutze ich eigentlich nie in einem Projekt. Und so ist die Idee entstanden aus den 24 Farben vier Pakete mit jeweils 6 Farben zu schnüren, sie den Jahreszeiten zuzuordnen und aus dem Farbmix jeder Jahreszeit ein Kissen zu nähen. Es gibt bereits Kissen und Stoffpakete zum Winter, Frühling, Sommer und ab heute auch endlich zum Herbst.

Wenn ich an den Herbst denke, dann kommen mir automatisch zwei Farbpaletten in den Sinn: Zum einen die ruhigen Braun- und Cremetöne und zum anderen die satten, kräftigen Farben der Blätter, Früchte und Beeren im Herbst. Und nach langem Überlegen habe ich mich dazu entschieden mein Herbstpaket auf zwei Kissen aufzuteilen. Eines für jede Farbpalette in meinem Kopf.

Um es Euch ein bißchen besser nachvollziehbar zu machen warum ich gerade diese Farben der jeweiligen Jahreszeit zugeordnet habe, sind auch für den Herbst wieder sog. Moodboards entstanden. Zusammengestellt habe ich sie mit Hilfe von Pinterest-Bildern, die meine Stimmung, Farben und Motive zur jeweiligen Saison einfangen.

Gerade nachdem ich jetzt stundenlang Bilder gesucht und zusammengestellt habe kann ich sehr gut verstehen, dass der Herbst die Lieblingsjahreszeit so vieler ist. Diese satten Farben! Und gleichzeitig strahlen viele der Bilder eine solche Ruhe aus. Denn auch das ist der Herbst für mich: Zeit zum warm Einkuscheln und Lesen.

Einige Farben, die für mich in den Herbst gehören, habe ich bereits in anderen Monaten verwendet. Und um beiden Vorstellungen von “Herbst” in meinem Kopf gerecht zu werden, gibt es zwei sehr unterschiedliche Vorschläge für Herbstkissen von mir. Das heute gezeigte in ruhigen Farben und ein zweites Kissen in kräftigen und satten Tönen. Diese 6 Herbstfarben runden mein Paket der 24 Lieblings-Unistoffe ab:

 

Die Farben des Pakets von oben nach unten:

Mediterraneo (Mittelblau)Turmeric (warmes Gelb), Sandstone (helles Beige), Macchiato (Milchkaffeebraun), Tile Blue (Petrol) und Cabernet (dunkle Aubergine)

 

Für mein erstes Kissen, das schon vor Monaten entstanden ist und seit Wochen meine Leseecke im Schlafzimmer schmückt, habe ich zu Teilen auf die Farben aus dem Herbstpaket zurückgegriffen, aber auch das Beerenrot und Marineblau aus den Winterfarben und ein Grün sowie das Cremeweiß aus dem Sommerpaket eingestreut.

Wer hier schon länger mitliest kennt meine Liebe zu den Unifarben bereits. Und ich finde gerade dieses Schnittmuster zeigt, wie schön eine Unimischung wirken kann und ein Muster oft viel mehr zur Geltung bringen kann.

Das Schnittmuster heißt Mirth und kann über den Craftsy-Schnittmustershop als pdf gekauft werden. Mirth wird auf Papier genäht damit das Ergebnis möglichst akkurat wird. Das dauert zwar eine Weile, ist aber gleichzeitig sehr meditativ und führt zu guten Ergebnissen. Ich finde, es ist die Mühe wert.

Wer sich noch nie am Paper Piecing versucht hat, dem kann Verena von “einfach bunt” mit ihrer tollen und ausführlichen Anleitung bestimmt weiterhelfen.

Diese Hilfsmittel haben sich bei mir sehr bewährt:

Ein Add-a-Quarter-Lineal. (Affiliate Link was das ist erkläre ich am Ende des Blogposts). Damit ist das ständige Kürzen der Nahtzugabe ganz einfach und immer akkurat. Zusätzlich ein Rollschneider und der Stiletto von by Annie. Die spitze Seite ist dafür gedacht Stoff, zum Beispiel beim Einfassen, ganz nah an der Nadel festzuhalten und ist damit ein Garant für schöne Nähte. Beim Paper Picing kommt aber das hintere Ende des Stilettos zum Einsatz: Diese abschrägte Kante dient dazu Nähte auseinander zu bügeln. Damit ist nicht nach jeder Naht der Gang zum Bügeleisen notwendig. Das ist schon eine enorme Zeitersparnis.

Beim Zurechtschneiden von Quiltblöcken ist eine rotierende Schneidematte (Affiliate Link) eine große Hilfe. Es gibt sie in allen möglichen Ausführungen. Meine ist 30x30cm. Bei einer rotierenden Schneidematte kann man das Schneidebrett im Kreis drehen. Es muss beim Zuschneiden also nur einmal das Lineal sauber angelegt werden. Danach drehe ich an der Platte und setze nicht, wie herkömmlich, das Lineal von der anderen Seite erneut an. Damit verrutscht nichts während ich rund herum schneide. Eine ziemlich große Zeitersparnis. Ich will meine nicht mehr missen.

Anschließend werden die einzelnen Teile zusammengenäht. Ich habe vorher das Papier auf der Rückseite entfernt. Im Nachhinein habe ich mich darüber geärgert denn beim Zusammennähen haben sich ein paar Teile leicht verschoben. Das passiert mit der Papierrückseite nicht.

Das Quilting ist ganz simpel. Ich habe nur füsschenbreit jeden farbigen Bestandteil umnäht. Das gibt einen schönen 3D-Effekt.

Wie auch schon bei einem Weihnachtskissen habe ich auf einen schräg gestreiften Bindingsstoff zurückgegriffen. Wann immer eine Serie mit diesen Schrägstreifen  erscheint schlage ich zu. Gerade für Kissen und Decken aus Unistoffen sind sie eine optimale Einfassung. Dieser Taube-fabende stammt aus Vanessa Goertzen/ Lella Boutiques Serie “Olives Flower Market”. Gekauft habe ich ihn letztes Jahr im Stoffsalat. Er ist mittlerweile leider nicht mehr erhältlich. Aber solche Stoffe kommen alle paar Monate in Serien vor.

Wie alle meine Kissen hat es hinten einen verdeckten Reißverschluss. Damit ist auch die Rückseite weich und der Zipper kann in keiner Wolldecke oder einem Kleidungsstück hängen bleiben. Wie es geht habe ich hier erklärt.

Für dieses Kissen habe ich die folgenden 9 Art Gallery Pure Elements-Farben verwendet (3 davon aus dem Herbstpaket):

von oben nach unten:

Lemonade (helles Grün, aus dem Frühlingspaket)Nocturnal (Dunkelblau, aus dem Winterpaket)White Linen (Hintergrundstoff, bereits im Sommerpaket enthalten), Turmeric (warmes Gelb)Sandstone (helles Beige), Dark Citron (sattes Grün, aus dem Sommerpaket), Spiceberry (Beerenrot, aus dem Winterpaket),  Macchiato (Milchkaffeebraun), zu guter Letzt ein paar kleine Schnipsel Coffee Bean (Dunkelbraun). Nur so um mit meiner eigenen Regel zu brechen die da hieß nur Unis zu verwenden, die zu den 24 Auserwählten gehören. Aber des Gesameindrucks wegen (sowohl dem Optischen als auch zusätzlich als Ausdruck meiner eigenen Wankelmütigkeit) musste da einfach noch ein bisschen Braun dazu. Diese Farbe ist in den 24 Favoriten nicht enthalten.

Und in einem zweiten Post gibt es dann die farblich deutlich kraftvollere Variante eines Herbstkissens. Ich bin ja gespannt welches Euch besser gefällt.

Mit dem Abschluss der Serie verlose ich gemeinsam mit Grete vom Stoffsalat ein Fat Quarter-Paket mit meinen 24 Lieblings-Unisstoffen von Art Gallery. Ich hoffe wir haben mit dieser Kissenaktion zeigen können, was in Uni-Stoffen steckt!

Genießt die letzten Herbsttage bei heißem Tee und einem guten Buch. Eine wunderbare Zeit um mitten zwischen selbstgenähten Kissen und Decken zu sitzen und zu schmökern, nicht wahr?

Liebe Grüße
Barbara

P.S: Was ist ein Affiliate Link? Große Versandhäuser wie z.B. Amazon bieten uns Bloggern die Möglichkeit eine kleine Provision zu erhalten, wenn ein Leser einem Link folgt und ein Produkt dort kauft. Den Leser kostet das nichts, uns Bloggern bietet es aber die Möglichkeit unbeeinflusst Produkte zu empfehlen, Quellen zu benennen und mit der Summe der Provisionen unsere Kosten, die uns durch das Bloggen entstehen wie Hostingkosten oder Gebühren für Fotobearbeitungsprogramme, zu decken. Ich freue mich also, wenn ihr mit Eurem Kauf über den Link mich als Blogger unterstützt. Im Grunde geht es mir aber vorrangig darum Euch eine mögliche Einkaufsquelle für das empfohlene Produkt zu benennen. Ich bin ein großer Freund des (Stoff-) Einzelhandels und bin mir sicher, dass der Händler Eures Vertrauens Euch die Produkte auch bestellen kann.

12/20/16

10 Tipps zur Overlock, die mir geholfen haben & Gewinnerin der Overlock

10-tipps-overlockAls ich mich dafür entschieden habe den Dezember der Verlosungen zu starten, war ich voller Vorfreude. Schließlich darf ich die Glücksfee sein und Euch ein paar wirklich tolle Weihnachtsgeschenke machen!

Mir war nicht bewusst, dass es da auch eine Schattenseite gibt. Am Ende dieses Blogposts steht die Gewinnerin der Bernina Overlock L450, gesponsert vom Nähpark, die ich hier verlosen durfte. Mr. Random hat gewählt, aus tausenden Einträgen hier auf dem Blog, auf Facebook und Instagram.

Ich habe in den letzten Tagen alle Einträge und Kommentare gelesen, mit denen Ihr teilgenommen hat. Das war so schön und spannend! Ich danke Euch dafür! Und jetzt gibt es also eine Glückliche und tausende lange Gesichter. Und das bedrückt mich irgendwie schon. Ich bin offensichtlich emotional nicht stabil genug für Verlosungen.

Also habe ich mir überlegt, dass ich all den anderen, die heute ohne Overlock wieder weiterziehen müssen, auch etwas dalassen möchte.

Für das kommende Jahr ist eine Blogreihe geplant, die “10 Tipps, die mir geholfen haben” heißt. Dort findet Ihr dann komprimiert zu den verschiedensten Themen wie “Nähen mit Leder”, “Taschen nähen” oder “Nähen mit Jersey” Tipps, die ich irgendwo aufgeschnappt und für hilfreich befunden habe. Mein Nähen hat sich damit konsequent verbessert.  Diese Tipps möchte ich über das kommende Jahr hinweg mit Euch teilen.

Aus gegebenem Anlass werde ich also schon heute damit starten und zwar mit dem Thema Overlock.

Zwei wesentliche Erkenntnisse habe ich zudem aus Euren vielen Kommentaren zum Blogpost “Wie finde ich die richtige Overlock” mitgenommen:

a) Discountermaschinen sind Geldverschwendung. Hunderte Male habe gelesen, wie unzufrieden Ihr seid und dringend auf eine hochwertigere Maschine umsteigen wollt. Das ist so frustrierend! Das hart verdiente und gesparte Geld in etwas investiert zu haben, was einfach zu keinen guten Ergebnissen führt und dann in der Ecke steht oder mit großem Wertverlust wieder verkauft wird. Das hat mich in meiner Empfehlung bestärkt, lieber noch länger zu warten bis das Wunschmodell zusammengespart ist oder auf ein gebrauchtes Markengerät zu setzen.

b) Viele meiner Leser haben gerade erst mit dem Overlocken angefangen oder tragen sich mit dem Gedanken einzusteigen. Für Euch sollen diese 10 Tipps sein.

1. Stecken: Das Wichtigste zuerst: Keine Stecknadeln in die Nähe der Messer kommen lassen.
overlock-clover-clips
Es wird viel davor gewarnt und ich habe einmal in einem Nähkurs mitbekommen, was passiert, wenn das Messer einer Overlock bei voller Geschwindigkeit auf eine Nadel trifft: Die abgetrennte Nadel ist ein Katapult, dass mit voller Wucht in das Gesicht der darüber gebeugten Näherin geflogen ist. Aua. Das kann im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen. Zudem nimmt in jedem Fall das Messer Schaden. Deshalb: Nie, nie, niemals, nicht: nah an der Kante Stecknadeln platzieren. Es passiert so schnell, dass man eine vergisst oder sie sich unter dem Stoff versteckt.
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Besser: Clover-Clips verwenden oder längst mit deutlichem Abstand zur Kante stecken.

2. Auftrennen: Eine Overlock näht mit 4 Fäden damit die Naht stabil ist. Das macht das Auftrennen einer Naht aber auch gleichzeitig zu einer sehr aufwändigen Prozedur. Es gibt da einen Trick. Wie es geht, siehst Du in diesem You Tube-Video und in diesem.

3. Nähte sichern: Eine Overlock verriegelt eine Naht nicht. Damit hat man am Anfang und Ende einer Naht Fadenschwänze. Wenn man sie abschneidet, ist die Naht nicht gesichert und ribbelt wieder auf. Kein Problem, wenn man mit einer gekreuzten Naht darüber geht, ansonsten muss das Ende zur Sicherung per Hand mit einer (Stopf-)Nadel reingezogen werden. Auch die Fangnadel von Prym vereinfacht das Durchziehen des Fadenschwanzes.  Alternativ kann man den Anfang sichern, in  dem man über den Fadenschwanz näht (wie das geht siehst Du hier).

4. Wellige Nähte: Schnell kommt es beim Overlocken zu welligen Nähten.
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Dieses Problem kann vorrangig mit dem Verstellen des Differenzials behoben werden. Pauschal lässt sich sagen, dass ein höherer Wert Wellen verhindert und ein Minuswert einkräuselt. Oft hilft aber auch schon ein ordentliches Bügeln mit viel Dampf, damit sich die Nähte setzen. Denn auch die Nähte an elastischen Kleidungsstücken sollten vorsichtig gebügelt werden, damit sie sich setzen. Und zwar bevor eine weitere Naht kreuzt.

5. Garn: Eine Overlock arbeitet mit jedem Nähgarn. Meist werden aber diese großen Konen verwendet.
overlockgarn
Auch wenn die Maschinen jede Garnqualität verarbeiten, führen die Knötchen in minderwertigem Garn vom Discounter oder Stoffmarkt zu gerissenen Fäden auf Höhe der Nadeln weil der Knoten nicht durchs Nadelöhr passt. Ärgerlich.
fehlerhaftes-overlockgarn-2
Lieber wenigstens von den Hauptfarben schwarz, dunkelblau, grau, beige und weiß Markenkonen kaufen.

Zugegeben, ich habe mehr Farben als die oben benannten und auch Stoffmarkt-Konen. Fakt ist aber auch: Ich brauche die restlichen Farben kaum. Meine meist genutzten Farben sind grau, weiß und beige. Sie passen zu fast allem.

Die verschiedenen Spulen werden unterschiedlich stark beansprucht. Die linken beiden verbrauchen viel weniger als die rechten. Deshalb immer wieder mal tauschen, damit sich alle vier Farben gleichmäßig verbrauchen.

Sollte von der passenden Farbe nur die Nähgarnrolle da sein: Damit am besten die linke Nadel füttern. Nur dieser Faden ist beim Dehnen der Naht von außen sichtbar. Aller übrigen Fäden liegen auf der Innenseite des Kleidungsstücks. Da können dann z.B. drei verschiedene Nuancen der selben Farbe gemischt werden.

Wenn zwei verschiedene Farben aufeinandertreffen kann die dritte Spule von links mit der Farbe der Oberseite gefüttert werden. So sieht es von beiden Seiten unauffällig aus.
verschiedene-farben-fadeln verschiedene-farben-fadeln2(Fotos: Petra Neuhierl)

Damit sich die Konen nicht selbst abrollen, hilft ein kleiner Einschnitt mit einem Teppichmesser, am besten am Boden der Kone, um die Enden festzuhalten.

6. Nadeln: Die Maschinen der Marken Brother, Bernina, Janome und Juki arbeiten mit ganz normalen Universalnadeln.
bernina-overlock-nadeln
Die Modelle der Hersteller Pfaff, Babylock, Husquana und Singer benötigen spezielle ELX Nadeln.

In jedem Fall Qualitäts- und Markennadeln verwenden. Bei günstigen Alternativen können die Nadeln in sich oder das Nadelöhr schief sein. Das führt zu Problemen beim Nähen und kann an der Maschine zu Schäden führen.

7. Reinigen: Overlocken macht durch das Abschneiden des Stoffes viel Dreck, auch in der Maschine. Deshalb ist es ganz wichtig sie regelmäßig zu reinigen.
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Der mitgelieferte Pinsel ist dafür nicht wirklich geeignet. Ich verwende einen größeren aus dem Baumarkt. Auch Kosmetikpinsel funktionieren gut.
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Das mitgelieferte Öl mit Hilfe eines Q-Tipps auf alle Teile geben, die sich bewegen, wenn man das Handrad dreht.
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Druckluftsprays sind zum Reinigen keine gute Idee. Sie pusten den feinen Schmutz in das Maschineninnere wo er noch mehr Schaden anrichtet.

Ein feiner Staubsaugeraufsatz ist viel besser geeignet, denn er zieht den Schmutz raus und bläst nichts rein. Alternativ kann ein Baby-Strohhalm aus dem Drogeriemarkt auf den Staubsauger aufgesetzt werden und saugt in Sekunden die Overlock wieder sauber. Wie es funktioniert ist hier erklärt.

8. Musterbuch: Bei einer Overlockmaschine muss die Fadenspanung von 4 Fäden berücksichtigt werden, dazu der Nähfussandruck, die Stichlänge und Stichbreite. Eine gute Übersicht der verschiedenen Stiche gibt es auf dem Bernina Blog.
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Bei jedem Materialwechsel müssen Einstellungen geändert werden. Das ist am Anfang eine kleine Herausforderung. Eine riesen Hilfe ist es, dafür ein Musterbuch anzulegen. Hier notierst Du Dir gemeinsam mit einem eingeklebten Musterstück, welche Einstellungen Du z.B für Jersey (dick und dünn), Frottee, Walkstoff oder einem Rollsaum auf Seide verwendet hast.Auf dieses Musterbuch wirst Du am Anfang sicher oft zurückgreifen, später wahrscheinlich nur noch bei Stoffen, die Du selten verwendest. Grundsätzliche Hilfe beim Einstellen der verschiedenen Fäden bietet Tobi in seinem wunderbar erklärten You Tube Video.

9. Pinzette: Falls bei Deiner Maschine keine gute Pinzette dabei war: Gönn Dir eine. Spitz, lang und scharf.
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Sonst wird das Einfädeln wirklich zur Quälerei.
bernina-overlock-einfadeln Richtig gute Pinzetten gibt es von Bernina. Als Ersatzteil kann man sie auch einzeln bestellen.
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Ich bewahre meine Pinzette immer griffbereit oben an der Maschine auf. Da stört sie nicht und ich habe sie ohne Suchen immer zur Hand.

10. Fadenriss: Wenn ein Faden gerissen ist, reicht oft das wieder einfädeln des gerissenen Fadens nicht aus um das Problem zu beheben. Er reißt direkt wieder. Das passiert, weil die Fäden jetzt nicht richtig verschlingen. Um den Fehler zu beheben am besten die oberen Fäden aus dem Nadelöhr nehmen, die unteren Greiferfäden wieder einfädeln einmal das Handrad drehen und die oberen Fäden wieder in die Nadel fädeln. Und schon läuft es wieder.

Buchempfehlungen zum Thema:
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An sich ist Overlocken total einfach. Solange die Maschine für das Projekt richtig eingestellt ist. Wie man die richtige Einstellung findet und Probleme im Stichbild behebt ist wichtiges Wissen, das so manche Maschine vor dem Wurf aus dem Fenster bewahrt hätte. Aber es gibt ja Fachliteratur:

Overlock, die ersten Stiche von Gaby Seeberg-Wilhelm

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Ist ein Klassiker, der oft gemeinsam mit der Overlock ins Haus kommt. Das war auch bei mir so. Der erste Teil des Buchs ist durchaus hilfreich. Z.B. wird Bild für Bild erklärt, wie eine (Bernina 1150 MDA) Overlock eingefädelt wird.
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Wie praktisch, das ist ja meine Maschine! Der zweite Teil des Buchs befasst sich mit Nähprojekten, die mit der Maschine vertraut machen sollen.

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Der Praxis Ratgeber “Richtig nähen mit Overlock- und Coverlockmaschinen” von Christelle Beneytout und Sandra Guernier ist mein persönlicher Favorit.
buch-overlock
Es ist ein echtes Nachschlagewerk mit vielen Praxistipps und noch dazu eines der wenigen Bücher auf dem Markt, dass sich auch mit der Coverlock beschäftigt.

Über beide Bücher habe ich hier schon einmal ausführlich geschrieben.

Online-Kurse:

Ich habe bisher drei Online-Kurse zu dem Thema belegt:

Zum einen auf deutsch bei Makerist die Kurse
“Grundkurs: Verlockende Overlock” und “Aufbaukurs: Overlock und Coverlock”.

Zum anderen auf Englisch einen Craftsy Kurs namens “Beginner Sergering” von Amy Alan. Er hat mir persönlich besser gefallen, sofern man mit der englischen Sprache gut zurecht kommt.

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Jetzt aber endlich zur Gewinnerin! Mr. Random hat eine Nummer ausgespuckt und es ist….Trommelwirbel….. Ein Kommentar hier aus dem Blog, von Evgenia Trenkle.

Kommentar 634 schrieb:

So viele Ideen! Der Overlock darf dabei einfach nicht fehlen. Ich versuche auch mein Glück ?
LG an alle

Herzlichen Glückwunsch, Evgenia! Ich freue mich mit Dir! Du bekommst zeitnah eine Email.

Allen anderen schöne und möglichst stressfreie Vorweihnachtstage!
Barbara

P.S. Und auch die Gewinnerin des Fat Quarter Pakets “Wanderlust”, gesponsert von der Eulenmeisterei, darf ich verkünden! Es ist ein Facebook-Kommentar und zwar von Mandy Geierhos. Ich werde Dich über Facebook kontaktieren, Mandy! Herzlichen Glückwunsch!

08/16/16

“Eine Tüte brauche ich nicht, danke” – Ein Tutorial für einen Handtaschen-Einkaufsbeutel

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Jeder Deutsche verbraucht pro Jahr im Schnitt 71 Plastiktüten. Damit liegen wir zwar schon heute unter der EU-Vorgabe von 90 Tüten, aber mal ehrlich: Wie viele davon müssen wirklich sein?

Wenn ich zum Wocheneinkauf in den Supermarkt aufbreche, habe ich immer einen Korb und stabile Tüten dabei. Aber was ich leider bisher nicht gut hinbekommen habe, sind die vielen kleinen Alltagsbesorgungen, die ich über den Tag und zwischendurch erledige.  Kurz was vom Schuster, der Apotheke oder im Schreibwarenhandel mitnehmen, weil es gerade auf dem Weg liegt. Da stehe ich oft an der Kasse und muss die angebotene Tüte zähneknirschend annehmen, weil ich den Einkauf sonst nicht transportieren kann. Diese Einkäufe ärgern mich tütentechnisch immer wieder.
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Früher hatte ich immer diese kleinen Nylonbeutel in der Handtasche, die man in Drogeriemärkten kaufen kann. Sie sind zwar meist grässlich bunt aber sie machen sich in der Handtasche ganz klein und werden bei Nichtgebrauch in einem Beutel verstaut. Nur leider verschlampe ich ständig die Beutel! Warum sind die denn nicht festgemacht? Und irgendwann bin ich auf die Idee gekommen mir sowas einfach selber zu nähen.
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(Foto: Erster Prototyp. Stoffe von der Eulenmeisterei/Träger und die Dackel habe ich bei Elsbeth und ich gekauft).

Meine Beutel machen sich in der  integrierten Tasche zum Verstauen klein und passen damit in die Handtasche, sind aber aufgeklappt groß, stabil und schick.
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(Foto: Zweiter Prototyp: Stoffe von Kokka, leider nicht mehr erhältlich)

Wer auch einen solche Handtaschen-Einkaufsbeutel nähen will: Hier kommt die Anleitung. Ich habe mich darum bemüht viele Fotos zu machen damit auch weniger routinierte Näher und Näherinnen folgen können. Hier soll keiner auf dem Weg frustriert aufgeben.

Die Bildqualität ist leider nicht so dolle. Ich habe spät abends fotografiert und blöderweise einen hellen Canvas für die Anleitung gewählt. Das war nur, sagen wir mal, mittel-pfiffig. Ich hoffe, Ihr könnt trotzdem alles erkennen.

Vorab:

  • Auf Nahtzugaben braucht ihr nicht zu achten, sie sind im Zuschnitt inklusive
  • Alles wird füsschenbreit genäht, außer es ist in der Anleitung erwähnt. Damit ist gemeint, dass die Nadel mittig eingestellt ist und ihr den Nähfuss an der rechten Seite bündig am Stoff langführt.
  • Jede Naht wird am Anfang und am Ende verriegelt. Das bedeutet, dass ein paar Stiche vor und zurück genäht werden um die Naht zu sichern.

Ihr braucht:

50 cm von einen stabilen Stoff (Canvas, leichter Jeansstoff, ein Home-Dekorstoff oder stabiles Leinen) für die Tasche selbst

20 cm eines kontrastierenden stabilen Stoffs für  die Träger (wenn der Stoff 140 cm oder breiter liegt reichen auch 10 cm)

Stoffreste für die Innentasche bzw. den späteren Beutel (22 x 38cm). Ich nutze Canvas außen und Baumwolle innen.

22 cm Kordel, alternativ ein Stoffrest, der zum Band vernäht wird.

Ein stabiler Knopf, mindestens 23 mm Durchmesser passend zum Außenstoff der Innentasche, alternativ einen selbst beziehbaren Knopf und einen Stoffrest. Wie man einen Knopf bezieht habe ich hier erklärt.

Passendes Garn zu allen verwendeten Stoffen

Und so wird es gemacht:

Alle Stoffe bügeln, dann wird der Zuschnitt genauer.

Vom Außenstoff werden 2 Teile mit den Maßen 50cm hoch x 45 cm breit zugeschnitten.

Vom Stoff für die Träger 2 Teile mit den Maßen 10 cm x 68 cm zuschneiden

Für den Beutel 22cm breit  x 38cm hoch und vom Innenstoff 21cm x 38 cm zuschneiden. Ja, der Innenstoff wird 1cm schmaler zugeschnitten.
Stoff statt Kordel
Wer keine Kordel zur Hand hat, schneidet ein Stoffstück 5 cm x 22 cm zu. Dieser Streifen wird jetzt längst gefaltet, die Falte gebügelt. Jetzt wieder aufklappen, die Außenseiten zur Mitte klappen und wieder bügeln. Entlang der Mittelkante wieder zuklappen und mit einer Näht die offene Seite knappkantig schließen. Wer mit dieser Textbeschreibung nicht viel anfangen kann, schaut einfach mal beim Schnullerband-Tutorial vorbei. Dort ist genau erklärt wie es geht, nur das der Streifen hier deutlich schmaler ist.

Beginnen wir mit den Trägern. Mit beiden Trägern parallel verfahren.
Einkaufstasche Träger 1
Die 10 cm breiten Streifen werden längst gefaltet und festgesteckt. Mit einer Naht schließen. Dabei die kurzen Seiten oben und unten offen lassen.
Einkaufstasche Träger 2
Jetzt den Träger so drehen, dass die Naht nicht mehr auf der Seite liegt sondern mittig. Mit Nadeln oder Clips fixieren, damit sich die Naht nicht wieder zur Seite rollt.
Einkaufstasche Träger 3
Nun mit dem Fingernagel die Naht teilen, dann mit viel Dampf drüber bügeln bis sie gerade und flach anliegt.

Jetzt wird der Träger gewendet. Das geht mit einem Wendetool (ich liebe dieses Quick Turn Tool von Dritz), alternativ mit der hier erklärten Methode wenden.
Einkaufstasche Träger 4
Wieder mit viel Dampf bügeln und darauf achten, das die Naht auf der Rückseite gerade mittig liegt.
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Nun werden die Träger mit Nähten stabilisiert. Dafür wird die Stichlänge auf ca. 3,5 verlängert und auf jeder Seite eine Naht füsschenbreit entlang der Kante genäht. Nun etwas schmaler als füsschenbreit auf beiden Seiten eine zweite Naht danebensetzen. Damit haben wir stabile Träger die nicht so schnell in der Hand zusammenknautschen und zusätzlich die umgebügelte Nahtzugabe innen mit einer Naht fixiert. Die Träger zur Seite legen. So kann auch nach dem Waschen nichts verdrehen.
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Nun wird der kleine Beutel genäht. Dafür das Außensteil längst vor Dich legen und einen Punkt mittig und 8cm unter der oberen Mitte markieren. Hier wird ein Knopfloch genäht.

Falls ihr noch nie ein Knopfloch genäht habt, dann ist es Zeit für das Erstlingswerk. Es ist leichter als gedacht! Viele Maschinen haben dafür ein gesonderten Nähfuss. Einfach der Anleitung der Maschine folgen. Alternativ wird hier auf You Tube  ganz wunderbar erklärt, wie es ohne Sondernähfuss geht.

Wichtig ist hierbei, dass wir das Knopfloch nicht für den Knopf, sondern als Durchlass für die Kordel brauchen. Es reicht also, wenn das Knopfloch rund 1,4 cm breit ist (je nachdem wie dick Eure Kordel ist).
Einkaufstasche 17
Das genähte Knopfloch wird mit einem Nahtauftrenner geöffnet. Zwei Stecknadeln vor den Außennähten schützen davor, dass ihr es aus Versehen einschneidet.

Wer sich kein Knopfloch zutraut, kann alternativ eine Öse einschlagen. Ösen gibt es von Prym, die Anleitung wie sie angebracht werden z.B. hier.
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Jetzt auf der Rückseite des Innenstoffes, 10 cm unter der Oberkante die Mitte mit einem Stift markieren. Aus der Kordel eine Schlinge formen und mit ca. 1cm Überstand auflegen (siehe Foto). An der mit einem Strich im Foto markierten Stelle mit einer eng gestellten Zick-Zack-Naht übernähen.
Einkaufstasche 19
Diese Naht liegt später innen und muss nicht schön aussehen. Sie muss nur stabil sein.
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Die Rückseite wird später im Inneren des Beutels liegen und sichtbar sein.
Einkaufstasche 21
Jetzt den Innenstoff des Beutels mit der Kordel nach oben auf die rechte Stoffseite des Außenstoffes der Innentasche legen. Der Außenstoff ist dabei 1cm breiter als der Innenstoff (siehe Foto). An einer Seite mit einer Naht schließen.
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Dann die zweite Seite. Wenden und bügeln.
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Die offene Oberkante wird nun 2 cm umgebügelt
Einkaufstasche Innentasche3
und gleich noch einmal 2 cm. So ergibt sich eine schöne Kante. Sie wird mit zwei Nähten (Stichlänge wieder auf 3,5 vergrößern) fixiert.
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Einmal knappkantig, ein weiteres Mal füsschenbreit neben der knappkantigen Naht nähen.
Einkaufstasche Innentasche5
Einkaufstasche Innentasche
So sieht das dann von innen aus.

Nun wird an der Oberkante am Außenstoff eine Linie 4 cm unter dem Rand markiert. Die Kordel durch das Knopfloch ziehen und mit einer Nadel aus dem Weg stecken.
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Jetzt den unteren Teil bis an diese Linie einklappen und feststecken.
Einkaufstasche 25P
Nun an beiden Seiten von oben bis ganz unten nähen. Dabei doppelt über die Übergangsstelle auf Höhe der markierten Linie nähen.
Einkaufstasche 5
Diese Naht wird später beim Aus-und Einwickeln beansprucht, deshalb ist es wichtig, dass sie stabil ist.
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Die Innentasche wenden, die Ecken mit Hilfe eines stumpfen Bleistift ausformen und bügeln. Dabei müsste sich der Teil oberhalb der 4 cm-Linie umklappen und der Innenteil faltenfrei anliegen. Damit der Innenstoff etwas mehr auf Zug ist, haben wir ihn 1cm knapper zugeschnitten.

Sollte es noch Falten geben, zu den Seiten ausstreichen und unter der umgeklappten Kante verstecken. Am besten oben mit einer Nähmaschinen- oder wie hier mit einer Overlocknaht fixieren damit es glatt bleibt. Diese offene Kante wird später nicht zu sehen sein.

Die Innentasche zur Seite legen. Jetzt wird die Außentasche genäht:
Einkaufstasche 6P
Dafür die Stoffteile der Außenseite so vor Euch legen, dass die Seiten 5 cm länger sind als die Ober- und Unterkante.

Beide Teile rechts auf rechts, also mit den schönen Stoffseiten, aufeinander legen und an den Seiten feststecken. Unten nun mit Hilfe eines Lineals an beiden Seiten Ecken mit den Maßen 5 x 5 cm ausmessen und abschneiden. Das wird der Boden.
Einkaufstasche Beutel 1
An der kurzen Seite der Tasche (der Oberkante) wird der Stoff 3 cm umgebügelt.
Einkaufstasche Beutel 2x
dann weitere 3 cm umbügeln. Ich nutze dafür en Modii Kantenformer, dass ich hier schon mal vorgestellt habe. Jetzt die umgebügelten Kanten wieder aufklappen.
Einkaufstasche 7
Bitte jetzt entscheiden, wie die Nahtzugaben innen versäubert werden sollen. Wenn die Nahtzugaben mit einer Overlock (wie in meiner Anleitung), alternativ mit einem Zick-Zack-Stich versäubert werden sollen, werden die Stoffe nun rechts auf rechts gelegt.

Wenn sie dank einer französischen Naht innen nicht sichtbar sein sollen, werden die Stoffe jetzt links auf links zusammengenäht. Wie eine französische Naht funktioniert ist hier gut erklärt.

Bei meiner Versäuberungsvariante mit einer Overlock bzw. einem Zick-Zack-Stich geht es so weiter:
Einkaufstasche 8x
Die Seiten und den Boden feststecken, nur die Ecken bleiben offen (der Teil zwischen den Nahtauftrennern, also die Ecke selbst, wird nicht genäht). Die Seiten und den Boden mit einer Naht schließen und mit einer Overlock-Maschine oder einen Zick-Zack-Stich versäubern.
Einkaufstasche 9x
Einkaufstasche 10
Jetzt die Nähte und Nahtzugaben von innen und außen bügeln. Sie Seitenteile beide in dieselbe Richtung, den Boden in die Gegenrichtung.

Nun werden die Ecken zu einem “O” geformt und in der Mitte zusammengesetzt.
Einkaufstasche 11P
Da die Nahtzugaben in unterschiedliche Richtungen gebügelt wurden, rasten die Nähte nun ineinander wenn man sie in der Mitte zueinander schiebt.
Einkaufstasche 12P
Auf beiden Seiten die Nahtzugabe mit einer Stecknadel fixieren und mit einer Naht schließen.
Einkaufstasche 13
Nun einmal kurz zur Kontrolle wenden. Wenn die Naht von außen so aussieht, von innen versäubern. Mit der zweiten Ecke genauso verfahren. Ecken ausbügeln.
Einkaufstasche 14
Wenn Ihr, wie ich, mit einer Overlock versäubert, ist es wichtig, die Nahtenden an beiden Seiten zu fixieren.
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Die Tasche ist nun an den Seiten und am Boden geschlossen. Die vorher umgebügelte Kante müsste sich jetzt fast von alleine rundherum zweimal umklappen. Wir haben es nur vorher gemacht weil es viel einfacher ist zwei kurze gerade Strecken sauber umzubügeln als einen Ring. Nochmals ringsherum mit Dampf bügeln.Einkaufstasche 26
Den Taschenteil in der Mitte falten und die jeweilige Mitte mit einer Stecknadel auf beiden Seiten markieren.
Einkaufstasche 27P

Mit dem Beutel genauso verfahren und mit einer Stecknadel des Beutels nicht an der noch unversäuberten Oberkante, sondern an der Taschenkante fixieren.
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Jetzt wird der 4 cm Überstand unter den Taschenumschlag geschoben. Dabei sollte sich die Mittelmarkierung der Tasche und die Mitte der Innentasche genau treffen. Oben mit Stecknadeln oder wie hier, mit Clover Clips, feststecken.
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Die Träger werden nun mit einem Abstand von 9 cm zu Innenkante der Träger links und rechts der Innentasche festgesteckt indem auch der Träger unter dem Umschlag geschoben werden. Dabei schaut die Trägerseite mit der Mittelnaht nach unten.
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Auf der Gegenseite ohne Beutel genauso verfahren. Die Träger 9 cm links und rechts der Stecknadel unter den Rand schieben. So sollte es nun in Eurer Tasche aussehen.
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Zusätzlich die Träger etwa 6 cm unter der Kante mit einer Nadel fixieren. Sie können sonst beim Nähen leicht verrutschen.
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Jetzt rund herum knappkantig nähen. Dafür die Stichlänge wieder auf 3,5 verlängern und auf ein Garn passend zum Außenstoff wechseln. Bei einer Seitennaht die Naht beginnen und beenden.

Alle Stecknadeln und Clips entfernen. die Träger hochklappen. Dabei darauf achten, dass sich die Unterkante des Umschlags der Außentasche nicht hochrollt. Mit einer Stecknadel von außen mittig fixieren. Der Träger sollte ganz gerade anliegen.
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Jetzt die äußere Markierung an der Nähmaschine (ich zeige mit dem Nahtauftrenner auf die Markierungslinie) zur Orientierung nutzen, alternativ mit einem gut sichtbaren Klebeband eine Markierungslinie ca. 2,5 cm entfernt von der Nadel anbringen und erneut einmal rund herum nähen. Dabei die Oberkante der Tasche entlang dieser Linie führen.
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Nun werden die Träger zusätzlich mit einem “Haus vom Nikolaus” fixiert. So hält die Tasche auch dem Transport schwerer Gegenstände stand. Am besten dafür das “X” einzeichnen und nachnähen. Einkaufstasche 36P
Um die Tasche zusammenzufalten werden die Träger in die Tasche gelegt und der Beutel nach außen geklappt, mit der offenen Seite nach oben.
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Nun die Seitenteile nach innen klappen,
Einkaufstasche 40
4x von unten umschlagen
Einkaufstasche 41P
und mit dem 5. Umschlag in die Innentasche befördern.
Einkaufstasche 42
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Jetzt die Kordel nach vorne schlagen und die Stelle mit einem Stift markieren, an der der Knopf angebracht werden soll.
Knopf anbringen
Lieber die Kordel etwas auf Zug anhalten, sonst wird es zu locker. Mit der Hand den Knopf annähen. Wenn möglich dabei nur den oberen der Taschenstoffe durchstechen, dann bleibt der angenähte Knopf an der Tascheninnenseite unsichtbar.
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Und fertig ist der Handtaschen-Einkaufsbeutel!

Ich habe für diesen Beutel folgende Stoffe verwendet:

Außenstoff: Canvas von Clarke & Clarke, gekauft beim Stoffekontor.
Träger und Innentasche: Bekko Tatami von Trenna Travis für Michael Miller, z.B. hier, in pink in verschiedenen Ausführungen bei Stoffsalat
Innenstoff Beutel: Moda Bella Solid
Knopf: “Blue Daisy” von StillWaterDesigns (hier ist gerade Räumungsverkauf und auch die Knöpfe sind 50% reduziert!)

Viel Freude beim Nachnähen.

Viele Grüße Barbara

P.S. Und weil heute Dienstag ist – auf zum Creadienstag!