10/2/17

Ein Lebenszeichen in Form einer Reisetasche aus Oilskin

Ihr Lieben,

es fühlt sich seltsam an nach so vielen Monaten wieder den Rechner aufzuklappen um einen Blogpost zu schreiben. Und trotzdem sehr vertraut, schließlich habe ich es schon hunderte Male gemacht. Nur eben nicht in letzter Zeit. Vor allem ist es schon ziemlich merkwürdig sich mitten in einer Blogaktion so völlig sang- und klanglos in eine Pause zu verabschieden. So geschehen im Frühjahr, mitten in der Vier-Jahreszeiten-Kissen-Aktion.

Zum Jahreswechsel hatte ich hier über mein emotional und körperlich sehr anstrengendes 2016 geschrieben und auch von meinen beruflichen Neustart erzählt. Auch wenn sich das als eine sehr gute Idee rausgestellt hat, habe ich erst nach ein paar Wochen im neuen Jahr wahrgenommen, wie leer mein Akku eigentlich war und wie dringend ich mich endlich mit voller Aufmerksamkeit um mein körperliches Wohlergehen kümmern musste. Die Erkenntnis ist ja das eine, aber wirklich und nachhaltig die täglichen Routinen so zu verändern, dass sich spürbar etwas ändert, das ist ungleich schwerer.

Und trotzdem habe ich es fertiggebracht an einem Donnerstag im Februar mich erst mental, und dann ganz handfest im Alltag, neu aufzustellen. Denn es hilft ja nichts: Irgendwann muss man an einem” heute” anfangen und nicht immer nur jeden Vorsatz auf “morgen” oder “den nächsten Montag” verschieben. Ich habe mir mehr Schlaf verordnet. Mein Blog trägt nicht umsonst diesen Namen. Ich habe all die Jahre bis in die Nacht rein genäht und habe selten mehr als 5 oder 6 Stunden geschlafen.

Ich habe mein Sportprogramm wieder aufgegriffen bzw. nach einer einjährigen Pause nochmal ganz von vorne angefangen und, der Teil ist mir am schwersten gefallen, meine Ernährung grundlegend umgestellt. Für mich war das ein mentaler Kraftakt und meine Sorge den Fokus zu verlieren hat mich von Anfang an begleitet.

Indem ich diesen Dingen nach meiner Familie und meinem Beruf die größte Priorität eingeräumt habe, war klar, dass andere Dinge, und vor allem die Zeitfresser in meinem Alltag, ab jetzt und für eine lange Zeit hinten anstehen werden. Und so habe ich monatelang nur wenig genäht und gar nicht mehr gebloggt. Lediglich auf Instagram habe ich hier und da noch etwas Genähtes gezeigt.

Nach einigen Monaten in meinem neuen, deutlich bewussteren Leben geht es mir körperlich und mental viel viel besser. Ich bin froh, dass ich so rigoros Veränderungen umgesetzt habe. Wer weiß ob ich es sonst fertig gebracht hätte einen neuen Weg einzuschlagen.

Eine spannende Erfahrung auf dem Weg war, dass auch eine richtige Nähpause (über den Sommer habe ich zum ersten Mal seit Jahren wochenlang gar nicht genäht) der eigenen Kreativität sehr zuträglich sein kann. Ich habe danach Stoffe vernäht die schon lange im Schrank lagen und die ich quasi ein zweites Mal für mich entdeckt habe.

Und auch meinen Schnittmusterbestand und meine Pinterest-Boards habe ich nach Schnitten durchsucht, die ich schon lange einmal nähen wollte aber es irgendwie nie angegangen bin. Dabei bin ich auf diesen Schnitt gestoßen, der schon ewig auf meinem Zettel stand: Der Cargo-Duffle von Noodehead. Es ist ein kostenloser Schnitt der auf der Seite von Robert Kaufman runtergeladen werden kann. Da er in den letzten Jahren schon unzählige Male in Blogspost vorgestellt wurde, habe ich bei meiner Tasche einige der Vorschläge aufgenommen die mir bei anderen gut gefallen haben.

Ich habe meine Tasche zum Beispiel 4 inch breiter genäht als im Schnittmuster angegeben. Damit passt mehr rein und die Wahrscheinlichkeit einer vollgestopften Tasche mit geknittertem Inhalt und einen ständig gespannten und damit ausriss-gefährdeten Reißverschluss minimiert sich. Theoretisch jedenfalls.

Praktisch ist es wahrscheinlich wie mit dem Auto bei jeder Urlaubsfahrt. Der Wagen ist voll. Immer. Völlig gleichgültig wie groß das Auto und die Anzahl der Urlaubstage ist. Man reduziert sich weniger je mehr Platz man zur Verfügung hat. Ich habe sicherheitshalber einen sehr stabilen Reißverschluss eingesetzt. Manchmal hilft es, wenn man sich selbst ganz gut kennt.

Für die Träger habe ich weiches Gurtband statt den im Schnittmuster empfohlenen Stoff verwendet. Ich finde, damit trägt sich die Tasche besser. Zudem knittert Gurtband nicht. Stoff hingegen schon, wenn man ihn immer an der selben Stelle zusammendrückt. Aus rein optischen Gründen habe ich das Gurtband mit einem Stoff-Schrägband eingefasst.

Und zu guter Letzt habe ich die häufigste Abwandlung des Schnittes anderer Näher umgesetzt: Ich habe der Tasche ein Futter verpasst.

Um das Schnittmuster einfach zu halten, hat der eigentliche Schnitt kein Futter und sieht demnach von innen nicht so schön aus. Die offenen Nähte werden im Original mit Schrägband eingefasst was ich dreimal mühsamer finde als ein Futter einzusetzen. Ich habe noch kurz über Innentaschen und veränderte Außentaschen nachgedacht, es dann aber gelassen. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich sie nicht nutze. Da kann ich mir die Mühe sparen.

Wer das Schnittmuster ausprobieren möchte findet den kostenlosen Download hier. Eine Anleitung, wie man der Tasche ein Futter verpasst, findet ihr hier. Und diese sowie diese Taschen zeigt weitere Änderungen, die mir gut gefallen haben, die ich bei meiner Tasche aber nicht umgesetzt habe. Hier und hier gibt es einen Sew Along mit vielen Fotos.

Da ich schon vorher Reisetaschen genäht habe, zum Beispiel die Aeroplane Bag, die bei uns oft und gerne im Einsatz ist, weiß ich, dass solche Taschen beim Beladen des Autos gerne mal davor abgestellt werden und von unten schnell dreckig werden. Das ist ärgerlich. Deshalb habe ich mich diesmal für eine hochwertige und robuste Lösung entschieden. Ich habe Oilskin verwendet. Das ist echtes Wachstuch. Kennt ihr noch die englischen Barbour-Wachsjacken? Solche Jacken werden aus Oilskin genäht. Das Material ist dünn, weich und biegsam mit einer wachsigen Oberfläche, die 100% wasserdicht und damit abwischbar ist.

Ich habe es vor Monaten in die Hände bekommen, als Elsbeth und Ich, unser herrliches Stoffgeschäft hier in Bochum, die ersten Rollen geliefert bekommen hat. Ich war sofort hin und weg. Es vernäht sich ganz wunderbar und viel einfacher als klassisches Wachstuch, dass unter der Nähmaschine stoppt und viel weniger biegsam ist.

Mittlerweile gibt es wegen großer Nachfrage bei Elsbeth und Ich eine schöne Farbauswahl und ich werde ganz sicher noch mehr daraus nähen. Ich denke da an eine Handtasche, einen Shopper oder eine (Männer-)Kosmetiktasche mit Lederakzenten. Genau die richtige Mischung aus schick, sportlich und praktisch.

Die grafischen Stoffe stammen ebenfalls von Elsbeth und Ich, genau wie der stabile Kunststoffreißverschluss in Metalloptik. Das Gurtband habe ich vor Ewigkeiten einmal in Berlin gekauft und das Futter ist wie so oft Soft and Stable von byAnnie’s. Durch das verquilten des Außenstoffs mit dem Soft and Stable erhält die Tasche ihre Form. An der Stelle wäre es allerdings sinnvoll gewesen den Standart-Rat zu befolgen und erstmal das komplette Schnittmuster zu lesen. Dann wäre mir nämlich aufgefallen, dass hier, anders als bei Annies Schnitten, nicht alle Teile vorab gequiltet werden.

Ich bin sicher, dass die Tasche bei uns viel Verwendung finden wird. Die Größe ist für einen Übernachtungsbesuch oder einen Wochenendtrip genau richtig.

Die Stoffe, der Reißverschluss und das Oilskin/gewachste Baumwolle waren ein Geschenk von Elsbeth und Ich. Vielen lieben Dank dafür! Das Material hat es mir wirklich angetan.

Viele Grüße und auf bald! Jetzt, wo ich wieder in meine kleine Ecke des Internets gefunden habe, hoffe ich auf ein baldiges Wiedersehen. Wahrscheinlich weiterhin unregelmäßig, aber ich bin wieder zurück in der Bloggerwelt. Soviel ist sicher. Und das Herbstkissen, das nun schon eine ganze Weile meinen Leseplatz schmückt, müsst Ihr einfach gesehen haben.

Danke für Eure Treue und Geduld mit mir in den letzten Monaten.

Habt einen schönen Feiertag!
Barbara

03/4/17

Meine liebsten Pure Elements für den Sommer und Gretes Kissen dazu

Ihr Lieben,

zugegeben, die 4-Jahreszeiten-Aktion zieht sich hier etwas in die Länge, aber immerhin machen es die ersten warmen Sonnenstrahlen heute etwas leichter, sich in den Sommer reinzufühlen.
Sommer. Für so viele die schönste Jahreszeit. Ich kann mich gar nicht so richtig entscheiden. Gerade beim Erstellen der Collagen ist mir wieder bewußt geworden wie gerne ich an einem Ort lebe, der 4 Jahreszeiten im Programm hat. Jede für sich so schön und besonders.

Der Sommer spricht besonders mein emotionales Gedächtnis an: Die Abendsonne im Gesicht, der Duft der abgemähten Felder, die frische Luft am frühen Morgen. Und besonders Kindheitserinnerungen werden wach. Ich habe meine Kindheit mit meinen Geschwistern wo immer es ging draußen verbracht. Unser Haus war das letzte in der Straße, zu zwei Seiten umgeben von Wald. Ich erinnere mich wie ich selbst als recht kleines Kind die letzten Minuten am Abend, bevor zum Abendessen gerufen wurde, auf der Wiese liegend verbracht habe. Augen zu, den Geruch von frischem, warmen Gras in der Nase. Als Jugendliche dann mit den Pferden über die abgemähten Felder galoppieren – das war das Größte. Und Sommerurlaube vorrangig am Wasser in wärmeren Gefilden.

Die Farben, die für mich zu dieser Jahreszeit gehören, sind frisch, klar und warm. Gelb gehört natürlich dazu. Das warme Gelb der Sonne, der Weizenfelder, Sonnenblumen und Früchte. Türkis und Mint als Erinnerung an Wasser und Meer. Grün für das Gras und die Blumenpracht im Garten. Und auch ein kräftiges Pink darf nicht fehlen. Denn jetzt darf es farblich mal so richtig knallen.

Die Fotos meiner Collagen habe ich auch diesmal wieder in einem Pinterest-Board abgelegt. Hier findet Ihr die Originale, noch mehr Sommerbilder und den Verweis zur Ursprungsquelle der Bilder.

Wie ja schon im Frühlings-Blogpost angekündigt, haben Grete und ich uns das Vernähen der vier Jahreszeitenpakete geteilt. Frühling und Sommer stammen von ihr. Ist das Sommerkissen nicht toll geworden? Es wird während der warmen Jahreszeit ganz sicher meinen Leseplatz verschönen.

Die Farben meines Sommers sind:

Art Gallery Pure Elements (von links nach rechts) Banana Cream (gelb), Dark Citron (grün), Sweet Mint, Rasperry Rose (Pink), White Linen (helles Cremeweiß) und Cozumel Blue (türkis).


Im Kontrast zum Frühlingskissen ist dieses nur ganz zurückhaltend im Nahtschatten gequiltet. Nur das Kreuz in der Mitte ist zu sehen.
(Schuhe: Boden direct)

Ich freue mich jetzt schon aufs Barfußlaufen und die offenen Sommerschuhe. Ich hab die Socken-Saison so satt. Ein paar Grad wird es wohl noch brauchen, aber dann…

Und? Welche sind Eure Sommerfarben und warum? Erzählt mir doch davon!

Liebe Grüße
Barbara

P.S: Wer neu im Blog ist (ganz kurz vorab: Ein herzliches Willkommen! Schön, dass Du da bist!), findet hier meine Winter– und Frühlingsfarben und Kisseninspiration dazu.

P.P.S: Parallel zu meiner Jahreszeitenaktion haben Julia von Fine Fabric und Judith von Septembers Quiltdelight eine tolle Aktion und Linkparty ins Leben gerufen, die sich das ganze Jahr über mit Farben und ihrer Wirkung auseinandersetzt. Schaut doch mal vorbei!

02/3/17

Frühling lässt sein blaues Band…. oder meine liebsten Frühlingsfarben vereint in einem Kissen


Wie in meinem letzten Blogpost schon erzählt habe, durfte ich mir ein Fat Quarter Paket mit 24 wunderschönen Unis  von Art Gallery zusammenstellen. Dieses Paket habe ich wiederum in 4 Jahreszeiten unterteilt und gemeinsam mit Grete für jede Jahreszeit Kissen daraus genäht. Wenn wir Euch alle Kissen vorgestellt haben wird es das komplette Fat Quarter Paket für Euch zu gewinnen geben. Ein riesig toller Gewinn, gesponsert vom Stoffsalat! Dazu mehr, wenn ich Euch den Sommer und Herbst in Kissenform gezeigt habe.

Nachdem ich Euch vor ein paar Tage meine Winterfarben und -Kissen vorgestellt habe (an der Stelle vielen Dank für Eure tollen Kommentare dazu!) ist nun der Frühling dran.

Wenn ich an Frühlingsfarben denke, dann sind es automatisch Pastelltöne. Leuchtende, aber sanfte Farben kommen mir in den Sinn. Und ein kräftiges, strahlendes Grün. Auch hier habe ich mit Moodboards versucht meine Stimmung in Bildern einzufangen. Die Bilder sind alle bei Pinterest auf einem Board abgelegt.

Das Nähen eines Frühlingskissens hat Grete übernommen. Als Meisterin des Freihandquiltens hat ihr Kissen eine wunderschöne Textur erhalten.

Ich wünschte, ich könnte sowas auch einfach so aus dem Handgelenk. Nicht, dass sie nicht schon geduldig versucht hätte es mir beizubringen.

Und auch Ihr Makerist-Kurs dazu ist eine riesen Hilfe für jeden Quilteinsteiger. Denn mit geschickten Übungen (und vor allem regelmäßigem Üben, daran hapert es bei mir) kann das jeder lernen.

Meine 6 Frühjahrsfarben sind also diese hier:
Die Farben heißen (von oben nach unten):

Quartz Pink (rosa), Sweet Mint (ein grünstichiger Mintton), Lemonate (leuchtendes Grün), Coral Reef (ein zartes Korallenrot), Crystal Pink (Babyrosa) und Icy Mint (zartes Eisblau). Der Hintergrungstoff ist Snow (Reinweiß). Besonders Icy Mint und Lemonate verwende ich häufig. Das sind zwei besonders schöne Farbtöne.

In diesen Frühlingsmix passen übrigens wunderbar gelb- und zarte Orangetöne. Mit einer Farbkarte in der Hand lassen sich passende Unis viel besser aussuchen. Eine gute Investition, die vor vielen Fehlkäufen schützt, besonders für Online-Käufer.

Und? Frühlingsgefühle geweckt? Welche sind Eure persönlichen Frühlingsfarben?

Viele Grüße
Barbara

∼ Er ist’s ∼

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike (1804 – 1875)

01/29/17

Vier Jahreszeiten, vier Stoffpakete und zwei Kissen für den Winter

Ende November haben Grete und ich eine Verlosung für Euch ausgeheckt, die eigentlich schon im Dezember über die Bühne gehen sollte. Da sie aber etwas aufwändiger geworden ist startet sie erst heute. Aber im Grunde ist das ja wurscht.

Die (ich kann es nicht oft genug sagen) großartige Grete, hat mir die Wahl eines Gewinns für Euch überlassen. Und die Entscheidung war ruck-zuck getroffen: Meine Lieblingsfarben der so wunderschönen Art Gallery “Pure Elements” in einem Fat Quarter Paket! Seit Kurzem führt der Stoffsalat alle verfügbaren Farben.

Warum gerade diese? Ich liebe Uni-Stoffe. Ich kann es nicht oft genug schreiben. Sie sind das Grundgerüst meines Nähens. Sie lassen andere Stoffe hervortreten, neutralisieren wilde Muster und eine Paspel hier, ein Streifen da, wertet so gut wie jedes Nähprojekt auf. Sie sind sich aber auch selbst genug und reine Uni-Projekte ein riesen Trend in der Patchworkszene. Kurzum: Ich bin davon überzeugt, dass jede von Euch damit etwas anfangen kann.

Warum die “Pure Elements”? Wer schon einmal einen Baumwollstoff von Art Gallery in der Hand hatte weiß, dass sie sich viel feiner und leichter anfühlen als die klassischen Baumwollstoffe für Patchworker. Sie sind allesamt auch für Kleidung geeignet und haben eine sagenhafte Farbtiefe und Leuchtkraft.
(Dieser wunderbar winterliche Apfelkuchen stammt aus dem neuen Buch meiner Schwester “Gesund Backen ist Liebe”, im Buchhandel oder hier erhältlich)

Das Sortiment ist mit knapp über 70 Farben eher klein. Und trotzdem ist es mir schwer gefallen meine 24 Lieblinge zu bestimmen.

Mit so einer Denksportaufgabe habe ich dann ein bisschen zu tun. Ich bin also mal tief in mich gegangen und habe überlegt, welche Farben ich sehr regelmäßig benutze und welche mich immer wieder anziehen. Das Ganze habe ich dann versucht so abzurunden, dass die Stoffe untereinander in sehr vielen Kombinationen zu einander passen.

Zuletzt meinte Grete, wir könnten doch etwas für Euch daraus nähen. Dafür haben wir uns dann extra in ihrem Laden zum Nähen verabredet. Dafür ist mir ja im Grunde jeder Vorwand recht. Und auf dem Weg dahin dachte ich mir: Nee, Barbara, Du würdest für Dich nie so viele unterschiedliche Farben in einem Projekt vernähen.

Und so kamen wir auf das, was es jetzt auf ein paar Blogpost verteilt für Euch zu sehen und später zu gewinnen gibt: Ich habe “mein” Fat Quarter Paket in 4 Pakete zerlegt. Und zwar nach Jahreszeiten.

Die Jahreszeiten haben Grete und ich unter uns aufgeteilt und jeweils Kissen genäht um Euch eine Vorstellung davon zu geben, wie die Farben miteinander aussehen. Ich hatte vorgegeben, dass wir alle Kissen im Format 50x 50cm nähen und nur die Unis aus dem jeweiligen Jahreszeitenpaket verwenden. Wie ihr seht habe ich mich im Gegensatz zu Grete weder an das eine, noch an das andere Vorgabe gehalten. Hoppala.

Jeweils 6 Farben symbolisieren für mich eine Jahreszeit. Los geht es heute mit dem Winter. Damit ihr eine grobe Vorstellung davon bekommt was ich bei der jeweiligen Farbzusammenstellung im Sinn hatte, habe ich sog. Moodboards erstellt. Das sind Collagen mit Bildern, die versuchen mein Gefühl mit Hilfe von Bildern sichtbar zu machen. Für die Links zu den Originalfotos, die ich vorrangig auf Pinterest gefunden habe, habe ich dort Pinnwände angelegt.

Der Winter besteht aus den Monaten Dezember, Januar und Februar. Dezember steht auch bei mir ganz im Zeichen von Weihnachten. Ich mag klassisches Tannengrün, Weiß, kräftiges Rot  – die klassischen Weihnachtsfarben. Aber spätestens nach Silvester wandert die komplette Dekoration wieder in den Keller und auch der Tannenbaum zieht aus. Bleiben noch zwei Monate des Winters über, die auch eine kuschelige Deko verdient haben.

Also habe ich mich an Töne gehalten, die mich auch durch den Januar und Februar begleiten dürfen. Meine Winterfarben.

Genäht habe ich daraus eine Patchwork-Schneeflocke. Genau meine Farben und sehr passend zu den übrigen Textilien meiner Récamière, meinem Leseplatz im Schlafzimmer.

Wie man so ein Kissen näht zeigt Amanda von “Crazy Mom Quilts” sehr ausführlich und gut bebildert auf ihrem Blog. Die Anleitung ist auf englisch und kostenlos.

Wie man ein Kissen mit einem verdeckten Reißverschluss schließt habe ich hier schon einmal gezeigt. Eine weitere Anleitung gibt es auf dem Blog von Martina / Frau Machwerk.

Ich habe das Kissen mit graden Linien außen gequiltet und habe mich innen an den Sternen orientiert. Das Quilten erhöht die Stabilität und gibt dem Stern eine schöne Struktur.

Das zweite Kissen ist nach dem Schnittmuster “Tall Tall Trees” von nanaCompany/ Amy Sinibaldi genäht. Diese Anleitung kann man über etsy als pdf kaufen.

Beim Zusammensetzen der Baumreihe hat sich dann auch gleich gerächt, dass wir dabei die ganze Zeit gequatscht haben. So stehen zwei sehr ähnliche Bäume nebeneinander. Aber das soll’s. Zur Abwechslung habe ich einen Baum in Patchworkstoffen eingestreut und als Binding einen schräg laufenden Streifenstoff verwendet.

Dieser hier ist ein Schatz aus einer alten Bonnie & Camille Kollektion (hat noch jemand was abzugeben? Er fehlt mir jetzt schon. Der Stoff ist aus der “Daysail”-Kollektion und im Handel nicht mehr erhältlich).

In letzter Zeit habe ich alle Quilts und Kissen mit solchen Schrägstreifen eingefasst. Mir gefällt das sehr.

Die 6 Farben meines Winterpakets heißen (von oben nach unten) : Mauvelous (Mauve, helles Flieder), “Spiceberry” (Beere), Snow (Reinweiß), “Mystic Grey” (helles Grau, der Hintergrundstoff des Kissens), “Ash” (dunkles Grau) und “Nocturnal” (Dunkelblau).

Nach dem Winter kommt ja bekanntlich der Frühling. Nähtechnisch hat Grete ihn übernommen. Ihr sagenhaft gequiltetes Kissen seht ihr dann demnächst an dieser Stelle.

Die Verlosung des kompletten 24-teiligen Fat Quarter Pakets folgt dann nachdem ihr alle Jahreszeiten und unsere Kissen dazu gesehen habt.

Und? Wie sieht Euer Winter aus?

Viele Grüße
Barbara

01/20/17

2016 – ein Jahresrückblick auf ein Jahr, dass sich wie zwei anfühlt

Ihr Lieben,

Seit 20 Tagen heißt das Jahr nun 2017. An Silvester habe ich in diesem Jahr besonders tief Luft geholt während die vergangenen 365 Tage im Geiste noch einmal an mir vorbeigezogen sind. Für mich war 2016 ein besonderes Jahr. Eines, dass in mir viel angestoßen hat. Eines, dass ich als eine andere wieder verlassen habe. Aber so ist das Leben: Manchmal läuft alles rund und in geregelten Bahnen, manchmal ist das Leben so schön, dass man es kaum fassen kann und manchmal reihen sich die großen und kleinen Katastrophen aneinander. In diesem Jahr war von allem ordentlich was dabei.

Hier auf dem Blog war es mehrfach viel zu lange ruhig. Das Leben hat getobt! Diejenigen, die mir auf Instagram folgen haben etwas mehr mitbekommen. Ein Foto lässt sich immer schnell hochladen. Ein Blogpost ist nicht ganz so schnell geschrieben.

2016 wird für mich in Erinnerung bleiben als das Jahr mit zwei schweren Autounfällen, einen alleine, einen mit der ganzen Familie auf der Autobahn. Gerade der Unfall mit der Familie, obwohl er im Ergebnis glimpflicher ausgegangen ist, hat mir gezeigt welches Ausmaß an Angst man in wenigen Minuten durchleben kann. Auch Sorge habe ich über die Maßen erfahren. Sorge um ein Kind. Monatelang hat sie mich Tag und Nacht begleitet. Eine unerwartete Wendung hat im Sommer alles verändert und die Tatsache, dass es meiner Tochter endlich gut geht, ist für mich das größte Glück des Jahres.

Seit dem Frühjahr haben wir wieder einen Hund im Haus! Ein silberner Labrador namens Duke mischt seitdem unseren Alltag auf. Er ist ein unglaublich lieber und lustiger Kerl aber eben auch ein Baby mit einer Menge Quatsch im Kopf und viel Freude an Bewegung. Auch an verregneten Herbst- und eiskalten Wintertagen. Brrrr. Ist ja an sich kein Fehler in solchen Momenten vor die Tür zu gehen, fühlt sich aber gleichzeitig so an.

Wir haben uns prima aneinander gewöhnt. Jedenfalls bis er auf die Idee kam das Kabel meines Nähmaschinenpedals zu zerbeißen. Das war ein durchaus schwieriger Tag für uns beide.
Collage Hund_kl(Auf den Fotos: Der Jumpsuit “Hoppe” nach einem Schnitt von Straight Grain. In Frottee sehr bequem und sommertauglich.)

2016 war gleichzeitig das Jahr der Feiern: Wir haben Einladungen erhalten zu einer Goldenen und einer Silberhochzeit, 7 Hochzeiten in drei Ländern und dazu mehrere runde Geburtstage. Das waren unglaublich schöne Tage.

Eine Hochzeit im März haben wir in Estoril bei Lissabon verbracht. Die Braut war Portugiesin und der Bräutigam ein Studienfreund. Die Hochzeit war unglaublich! Gefeiert haben wir in dieser alten Burg über dem Meer.
Collage Portugal2
Dann haben wir u.a. die junge Dame deren Babysitterin ich früher sein durfte und den besten Freund meines Mannes unter die Haube bekommen. Als Trauzeuge auch etwas ganz besonders Emotionales mit Rede und allem Pipapo und anschließend ein rauschendes Fest in der Zeche Zollverein.

Den Sommer haben wir in Tirol und Südtirol verbracht. Es waren herrliche Tage mit viel Sonne und Schwimmen in den Seen der Region. Fast überall durfte der Hund mit. Wir haben es uns richtig gut gehen lassen.
Südtirol
(Theresas Kleid ist “Joey”, ein Schnitt von “Make it perfect”, genäht aus wunderschönem Jersey von Katarina Rocella aus der “Lavish”-Serie)

Im September dann haben wir in Wien gefeiert. Auch diese Hochzeit war ein unglaubliches Erlebnis. Geheiratet in Grinzing und alle Mädels standesgemäß in selbst genähten Dirndln. Gegessen haben wir in Heurigen und gefeiert wurde im Haus des Meeres, einem mehrstöckigem Aquarium mit einer Location im 11. Stock hoch über Wien. Mit rund-um-Glasbalkon und über 20 Grad bis spät in die Nacht. Diesen Tag werde ich wohl nie vergessen. Dort durfte ich Fische mit der Hand füttern uns streicheln. Das war ein tolles Erlebnis!

Ich bin ja durch und durch Familienmensch. Endlich wieder alle Schwestern, Tanten und Cousins um mich! Diese Tage genieße ich sehr. Die Kinder fanden Wien und das Haus des Meeres so toll, dass wir in den Herbstferien wiedergekommen sind und danach noch ein paar Tage in der Wachau verbracht haben. Auf der Rückfahrt ist uns dann der Autounfall passiert.
Wien im Sommer
Zwischendurch immer wieder große und kleine Katastrophen. Einbrecher im Haus. Das war alles andere als schön. Die Kinder hatten wochenlang Angst im eigenen Zuhause. Dazu der Verlust von Erbschmuck, der mir viel bedeutet hat. Daran hatten wir eine ganze Weile zu knabbern.

Habt Ihr eigentlich mitbekommen, dass der Blog im Sommer mal eine Weile weg war? Auch nicht lustig. Es hat viel Mühe und Schweiß gekostet die Inhalte zu retten und alles wieder hochzuladen. Ich hab schon fest damit gerechnet, dass alles futsch ist.

Gedanklich habe ich Freunde durch schwere Zeiten begleitet. Denn am Ende des Tages ist ein Blog oder gestohlene Dinge sowas von wurscht, wenn ein Leben auf dem Spiel steht. Aber zum Glück scheint auch hier am Ende alles gut ausgegangen zu sein. Dafür bin ich sehr dankbar.

Überhaupt ein guter Moment über das nachzudenken wofür ich dankbar bin: Für meine Familie und Freunde. Vielleicht sei hier im Blog besonders erwähnt, wie sehr ich mich über die freue, die durch mein Hobby Nähen und diesen Blog in mein Leben gekommen sind. Nähen ist definitiv ein Teamsport!
Nähen ist ein Teamsport(Im Uhrzeigersinn: Grete von Stoffsalat, aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken, Carola alias Idaroellchen, wir haben gemeinsame Näh- und Quatsch-Nachmittage für uns entdeckt, Bine von Echt Knorke, wir genießen nicht nur das Beisammensein, sondern auch gutes Sushi, Ina von Pattydoo, hier bei ihrer rauschenden Buchparty. In diesem Jahr durfte ich Teil ihrer Blogtour sein und last but not least Annelie von Ahoi, gern gesehener Gast in Bochum und Verbündete in Sachen guter Rotwein).

Im Herbst dann Segeln in Dänemark. Oh wie ich Euch beneide, die ihr da oben an der Küste wohnt! Bis ich im letzten Jahr zum ersten Mal auf einem Segelboot stand dachte ich immer ich sei der Berg-Typ. Aber dann. Die Tage auf dem Wasser und schlafen im Boot in einer Phase, in der ich innerlich mächtig aus dem Gleichgewicht geraten bin, war die beste Kur überhaupt. Wenn einem der Wind um die Nase weht vergisst man die Welt.
SegelnUnd auch mit einem kleinen Wurm auf dem Arm ist das Glück perfekt. Der kleine Elian bzw. meine Schwester Veronika hat mich im Dezember wieder Tante werden lassen und ganz großes Glück in unsere Familie gebracht. Ich bin sowas von verliebt!! Zu ihrem zweiten Baby des Jahres, ihrem neuen Buch, in den nächsten Wochen mehr!
Elian

Nach mehr als einem Jahrzehnt mit denselben Menschen habe ich vor ein paar Wochen beruflich neu angefangen. Der Schritt ist mir sehr schwer gefallen. Seit ein paar Wochen bin ich nun “die Neue”. Die Tage sind stressig und ich lerne eine Menge. Aber gleichzeitig wusste ich von Anfang an, dass ich richtig entschieden habe. Aber ein Alltag hat sich verständlicherweise noch nicht eingestellt.

Insofern geht der Wirbel vorerst weiter und ich versuche das Nähen und Bloggen irgendwie beizubehalten. So vieles habe ich in diesem Jahr genäht und gewerkelt und Euch vorenthalten.

Zum Beispiel meine neu entdeckte Liebe für Filz! Filigrane Oster- und Weihnachtsdeko oder Geburtstagskronen. Daran habe ich viel Freude. Endlich habe ich auch angefangen für mich zu nähen! Immerhin auf 3  Kleider habe ich es gebracht, die ich auch regelmäßig trage. Dazu so manches an Kindergarderobe.
Collage instagram
(Kosmetiktasche: Schnitt von Noodlehead (ich habe ihn etwas vergrößert), der Stoff ist Nightfall von Maureen Cracknell, das Kleid des kleinen Flitzers ist nach dem Schnitt von Townmouse Patterns namens Adelaide Sundress entstanden. Perfekt für warme Sommertage!)

Und Quilts. Da liegt hier so einiges im fertigen und halbfertigen Zustand rum. Die Ergebnisse streue ich dann in den kommenden Wochen und/oder Monaten hier im Blog ein. Die nächsten drei sind schon im Geiste in Planung. Quilttops nähe ich wirklich gerne. Fast so entspannend wie Kosmetiktaschen.
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Aber erstmal geht es hier im Blog mit einer Verlosung weiter. Grete und ich haben bereits vor ein paar Wochen gewerkelt und uns einen, wie ich finde, tollen Preis für Euch überlegt. Und viel Inspiration für alle anderen. Ich hoffe, das gefällt Euch so gut wie mir. Dazu in den nächsten Tagen mehr.

An sich schaue ich also ganz entspannt auf 2017. Es läuft gut an! Wobei – vor ein paar Tagen ist das Wasserbett geplatzt. Nachts. Ich lag drin. Das ist im Nachhinein deutlich komischer als in dem Moment mitten in der Nacht.

Ich bin also vorsichtshalber auch für das neue Jahr auf alles gefasst. Euch von Herzen alles Gute für 2017!

Viele Grüße,
Barbara