12/20/16

10 Tipps zur Overlock, die mir geholfen haben & Gewinnerin der Overlock

10-tipps-overlockAls ich mich dafür entschieden habe den Dezember der Verlosungen zu starten, war ich voller Vorfreude. Schließlich darf ich die Glücksfee sein und Euch ein paar wirklich tolle Weihnachtsgeschenke machen!

Mir war nicht bewusst, dass es da auch eine Schattenseite gibt. Am Ende dieses Blogposts steht die Gewinnerin der Bernina Overlock L450, gesponsert vom Nähpark, die ich hier verlosen durfte. Mr. Random hat gewählt, aus tausenden Einträgen hier auf dem Blog, auf Facebook und Instagram.

Ich habe in den letzten Tagen alle Einträge und Kommentare gelesen, mit denen Ihr teilgenommen hat. Das war so schön und spannend! Ich danke Euch dafür! Und jetzt gibt es also eine Glückliche und tausende lange Gesichter. Und das bedrückt mich irgendwie schon. Ich bin offensichtlich emotional nicht stabil genug für Verlosungen.

Also habe ich mir überlegt, dass ich all den anderen, die heute ohne Overlock wieder weiterziehen müssen, auch etwas dalassen möchte.

Für das kommende Jahr ist eine Blogreihe geplant, die “10 Tipps, die mir geholfen haben” heißt. Dort findet Ihr dann komprimiert zu den verschiedensten Themen wie “Nähen mit Leder”, “Taschen nähen” oder “Nähen mit Jersey” Tipps, die ich irgendwo aufgeschnappt und für hilfreich befunden habe. Mein Nähen hat sich damit konsequent verbessert.  Diese Tipps möchte ich über das kommende Jahr hinweg mit Euch teilen.

Aus gegebenem Anlass werde ich also schon heute damit starten und zwar mit dem Thema Overlock.

Zwei wesentliche Erkenntnisse habe ich zudem aus Euren vielen Kommentaren zum Blogpost “Wie finde ich die richtige Overlock” mitgenommen:

a) Discountermaschinen sind Geldverschwendung. Hunderte Male habe gelesen, wie unzufrieden Ihr seid und dringend auf eine hochwertigere Maschine umsteigen wollt. Das ist so frustrierend! Das hart verdiente und gesparte Geld in etwas investiert zu haben, was einfach zu keinen guten Ergebnissen führt und dann in der Ecke steht oder mit großem Wertverlust wieder verkauft wird. Das hat mich in meiner Empfehlung bestärkt, lieber noch länger zu warten bis das Wunschmodell zusammengespart ist oder auf ein gebrauchtes Markengerät zu setzen.

b) Viele meiner Leser haben gerade erst mit dem Overlocken angefangen oder tragen sich mit dem Gedanken einzusteigen. Für Euch sollen diese 10 Tipps sein.

1. Stecken: Das Wichtigste zuerst: Keine Stecknadeln in die Nähe der Messer kommen lassen.
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Es wird viel davor gewarnt und ich habe einmal in einem Nähkurs mitbekommen, was passiert, wenn das Messer einer Overlock bei voller Geschwindigkeit auf eine Nadel trifft: Die abgetrennte Nadel ist ein Katapult, dass mit voller Wucht in das Gesicht der darüber gebeugten Näherin geflogen ist. Aua. Das kann im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen. Zudem nimmt in jedem Fall das Messer Schaden. Deshalb: Nie, nie, niemals, nicht: nah an der Kante Stecknadeln platzieren. Es passiert so schnell, dass man eine vergisst oder sie sich unter dem Stoff versteckt.
overlock-stecknadeln
Besser: Clover-Clips verwenden oder längst mit deutlichem Abstand zur Kante stecken.

2. Auftrennen: Eine Overlock näht mit 4 Fäden damit die Naht stabil ist. Das macht das Auftrennen einer Naht aber auch gleichzeitig zu einer sehr aufwändigen Prozedur. Es gibt da einen Trick. Wie es geht, siehst Du in diesem You Tube-Video und in diesem.

3. Nähte sichern: Eine Overlock verriegelt eine Naht nicht. Damit hat man am Anfang und Ende einer Naht Fadenschwänze. Wenn man sie abschneidet, ist die Naht nicht gesichert und ribbelt wieder auf. Kein Problem, wenn man mit einer gekreuzten Naht darüber geht, ansonsten muss das Ende zur Sicherung per Hand mit einer (Stopf-)Nadel reingezogen werden. Auch die Fangnadel von Prym vereinfacht das Durchziehen des Fadenschwanzes.  Alternativ kann man den Anfang sichern, in  dem man über den Fadenschwanz näht (wie das geht siehst Du hier).

4. Wellige Nähte: Schnell kommt es beim Overlocken zu welligen Nähten.
wellige-naht
Dieses Problem kann vorrangig mit dem Verstellen des Differenzials behoben werden. Pauschal lässt sich sagen, dass ein höherer Wert Wellen verhindert und ein Minuswert einkräuselt. Oft hilft aber auch schon ein ordentliches Bügeln mit viel Dampf, damit sich die Nähte setzen. Denn auch die Nähte an elastischen Kleidungsstücken sollten vorsichtig gebügelt werden, damit sie sich setzen. Und zwar bevor eine weitere Naht kreuzt.

5. Garn: Eine Overlock arbeitet mit jedem Nähgarn. Meist werden aber diese großen Konen verwendet.
overlockgarn
Auch wenn die Maschinen jede Garnqualität verarbeiten, führen die Knötchen in minderwertigem Garn vom Discounter oder Stoffmarkt zu gerissenen Fäden auf Höhe der Nadeln weil der Knoten nicht durchs Nadelöhr passt. Ärgerlich.
fehlerhaftes-overlockgarn-2
Lieber wenigstens von den Hauptfarben schwarz, dunkelblau, grau, beige und weiß Markenkonen kaufen.

Zugegeben, ich habe mehr Farben als die oben benannten und auch Stoffmarkt-Konen. Fakt ist aber auch: Ich brauche die restlichen Farben kaum. Meine meist genutzten Farben sind grau, weiß und beige. Sie passen zu fast allem.

Die verschiedenen Spulen werden unterschiedlich stark beansprucht. Die linken beiden verbrauchen viel weniger als die rechten. Deshalb immer wieder mal tauschen, damit sich alle vier Farben gleichmäßig verbrauchen.

Sollte von der passenden Farbe nur die Nähgarnrolle da sein: Damit am besten die linke Nadel füttern. Nur dieser Faden ist beim Dehnen der Naht von außen sichtbar. Aller übrigen Fäden liegen auf der Innenseite des Kleidungsstücks. Da können dann z.B. drei verschiedene Nuancen der selben Farbe gemischt werden.

Wenn zwei verschiedene Farben aufeinandertreffen kann die dritte Spule von links mit der Farbe der Oberseite gefüttert werden. So sieht es von beiden Seiten unauffällig aus.
verschiedene-farben-fadeln verschiedene-farben-fadeln2(Fotos: Petra Neuhierl)

Damit sich die Konen nicht selbst abrollen, hilft ein kleiner Einschnitt mit einem Teppichmesser, am besten am Boden der Kone, um die Enden festzuhalten.

6. Nadeln: Die Maschinen der Marken Brother, Bernina, Janome und Juki arbeiten mit ganz normalen Universalnadeln.
bernina-overlock-nadeln
Die Modelle der Hersteller Pfaff, Babylock, Husquana und Singer benötigen spezielle ELX Nadeln.

In jedem Fall Qualitäts- und Markennadeln verwenden. Bei günstigen Alternativen können die Nadeln in sich oder das Nadelöhr schief sein. Das führt zu Problemen beim Nähen und kann an der Maschine zu Schäden führen.

7. Reinigen: Overlocken macht durch das Abschneiden des Stoffes viel Dreck, auch in der Maschine. Deshalb ist es ganz wichtig sie regelmäßig zu reinigen.
overlock-reinigen
Der mitgelieferte Pinsel ist dafür nicht wirklich geeignet. Ich verwende einen größeren aus dem Baumarkt. Auch Kosmetikpinsel funktionieren gut.
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Das mitgelieferte Öl mit Hilfe eines Q-Tipps auf alle Teile geben, die sich bewegen, wenn man das Handrad dreht.
overlock-olen-mit-q-tip
Druckluftsprays sind zum Reinigen keine gute Idee. Sie pusten den feinen Schmutz in das Maschineninnere wo er noch mehr Schaden anrichtet.

Ein feiner Staubsaugeraufsatz ist viel besser geeignet, denn er zieht den Schmutz raus und bläst nichts rein. Alternativ kann ein Baby-Strohhalm aus dem Drogeriemarkt auf den Staubsauger aufgesetzt werden und saugt in Sekunden die Overlock wieder sauber. Wie es funktioniert ist hier erklärt.

8. Musterbuch: Bei einer Overlockmaschine muss die Fadenspanung von 4 Fäden berücksichtigt werden, dazu der Nähfussandruck, die Stichlänge und Stichbreite. Eine gute Übersicht der verschiedenen Stiche gibt es auf dem Bernina Blog.
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Bei jedem Materialwechsel müssen Einstellungen geändert werden. Das ist am Anfang eine kleine Herausforderung. Eine riesen Hilfe ist es, dafür ein Musterbuch anzulegen. Hier notierst Du Dir gemeinsam mit einem eingeklebten Musterstück, welche Einstellungen Du z.B für Jersey (dick und dünn), Frottee, Walkstoff oder einem Rollsaum auf Seide verwendet hast.Auf dieses Musterbuch wirst Du am Anfang sicher oft zurückgreifen, später wahrscheinlich nur noch bei Stoffen, die Du selten verwendest. Grundsätzliche Hilfe beim Einstellen der verschiedenen Fäden bietet Tobi in seinem wunderbar erklärten You Tube Video.

9. Pinzette: Falls bei Deiner Maschine keine gute Pinzette dabei war: Gönn Dir eine. Spitz, lang und scharf.
bernina-pinzette
Sonst wird das Einfädeln wirklich zur Quälerei.
bernina-overlock-einfadeln Richtig gute Pinzetten gibt es von Bernina. Als Ersatzteil kann man sie auch einzeln bestellen.
aufbewahrung-pinzette
Ich bewahre meine Pinzette immer griffbereit oben an der Maschine auf. Da stört sie nicht und ich habe sie ohne Suchen immer zur Hand.

10. Fadenriss: Wenn ein Faden gerissen ist, reicht oft das wieder einfädeln des gerissenen Fadens nicht aus um das Problem zu beheben. Er reißt direkt wieder. Das passiert, weil die Fäden jetzt nicht richtig verschlingen. Um den Fehler zu beheben am besten die oberen Fäden aus dem Nadelöhr nehmen, die unteren Greiferfäden wieder einfädeln einmal das Handrad drehen und die oberen Fäden wieder in die Nadel fädeln. Und schon läuft es wieder.

Buchempfehlungen zum Thema:
buch-overlock-und-coverlock
An sich ist Overlocken total einfach. Solange die Maschine für das Projekt richtig eingestellt ist. Wie man die richtige Einstellung findet und Probleme im Stichbild behebt ist wichtiges Wissen, das so manche Maschine vor dem Wurf aus dem Fenster bewahrt hätte. Aber es gibt ja Fachliteratur:

Overlock, die ersten Stiche von Gaby Seeberg-Wilhelm

overlock-die-ersten-stiche

Ist ein Klassiker, der oft gemeinsam mit der Overlock ins Haus kommt. Das war auch bei mir so. Der erste Teil des Buchs ist durchaus hilfreich. Z.B. wird Bild für Bild erklärt, wie eine (Bernina 1150 MDA) Overlock eingefädelt wird.
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Wie praktisch, das ist ja meine Maschine! Der zweite Teil des Buchs befasst sich mit Nähprojekten, die mit der Maschine vertraut machen sollen.

buch-overlock-und-coverlock-2

Der Praxis Ratgeber “Richtig nähen mit Overlock- und Coverlockmaschinen” von Christelle Beneytout und Sandra Guernier ist mein persönlicher Favorit.
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Es ist ein echtes Nachschlagewerk mit vielen Praxistipps und noch dazu eines der wenigen Bücher auf dem Markt, dass sich auch mit der Coverlock beschäftigt.

Über beide Bücher habe ich hier schon einmal ausführlich geschrieben.

Online-Kurse:

Ich habe bisher drei Online-Kurse zu dem Thema belegt:

Zum einen auf deutsch bei Makerist die Kurse
“Grundkurs: Verlockende Overlock” und “Aufbaukurs: Overlock und Coverlock”.

Zum anderen auf Englisch einen Craftsy Kurs namens “Beginner Sergering” von Amy Alan. Er hat mir persönlich besser gefallen, sofern man mit der englischen Sprache gut zurecht kommt.

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Jetzt aber endlich zur Gewinnerin! Mr. Random hat eine Nummer ausgespuckt und es ist….Trommelwirbel….. Ein Kommentar hier aus dem Blog, von Evgenia Trenkle.

Kommentar 634 schrieb:

So viele Ideen! Der Overlock darf dabei einfach nicht fehlen. Ich versuche auch mein Glück 📍
LG an alle

Herzlichen Glückwunsch, Evgenia! Ich freue mich mit Dir! Du bekommst zeitnah eine Email.

Allen anderen schöne und möglichst stressfreie Vorweihnachtstage!
Barbara

P.S. Und auch die Gewinnerin des Fat Quarter Pakets “Wanderlust”, gesponsert von der Eulenmeisterei, darf ich verkünden! Es ist ein Facebook-Kommentar und zwar von Mandy Geierhos. Ich werde Dich über Facebook kontaktieren, Mandy! Herzlichen Glückwunsch!

12/4/16

Für die, die mir am Herzen liegen

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Ich und Patchworken. Irgendwie läuft das ganz anders als bei anderen Leuten. Nur zwei aller bisher genähten Decken habe ich in einem Rutsch zugeschnitten, genäht, gequiltet und ihr direkt danach ein Binding verpasst. Und das auch nur, weil in beiden Fällen Weihnachten vor der Tür stand und ich damit keine Wahl hatte.
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Der Normalfall ist, dass diese 4 Stufen mindestens Wochen, aber auch mal Jahre auseinanderliegen. Wie in diesem Fall. Und ich kann absolut nicht sagen woran das liegt. Immer wieder stapeln sich die halbfertigen Decken und der Stapel liegt und liegt.
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Und doch ist diese Decke in diesem Sommer endlich fertig geworden. Zum Glück. Gedacht war sie mal als Babydecke für eine Freundin aus England. Die Kleine geht aber mittlerweile in den Kindergarten und ihr jetzt eine Krabbeldecke zu schenken wäre dann doch ein wenig sonderbar.
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Zwischenzeitlich war ich total unglücklich mit dem Ergebnis. Beim Zusammennähen (oder schon beim Zuschneiden?) muss ich geschlampt haben und so sitzen die Nähte nicht gerade top. Und dann sind beim Heften auch noch Falten reingekommen.
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Zu guter Letzt musste ich meinen ersten Quiltversuch, nämlich gerade Linien sternförmig ab der Mitte, wieder auftrennen. Das hat mir gar nicht gefallen und war so knubbelig in der Mitte. Und wer das Quilten für einen aufwändigen Prozess hält, dem ist bisher nur das Auftrennen desselbigen erspart geblieben…

Nachdem ich das Ding also innerlich schon abgeschrieben hatte, gab mir die liebe Carola den Tipp, dann doch wenigstens ein neues Quiltmuster auszuprobieren. Wenn dann was schief geht tut es wenigstens nicht so weh.
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Ein weiterer Tipp von ihr war ein Chevron-Muster zu verwenden. (Danke nochmal! Das gefällt mir super-gut!) und so habe ich es dann auch gemacht. In einer Ecke bin ich dann auch tatsächlich verrutscht. Aber es war ja zu dem Zeitpunkt schon eine offizielle Übungsdecke.
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Bis dahin war der eigentliche Plan, das Übungsstück anschließend dem Hund zu vermachen. Aber da hatten meine Mädels mächtig was dagegen. Die interessieren nämlich schiefe Nähte nicht die Bohne.

Sie lieben das große Herz vorne und die kuschelweiche Flanellrückseite und so wurde diese Decke unser ständiger Begleiter im Sommerurlaub in Tirol.
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Picknicks, Nickerchen im Garten, zum untätig Herumliegen am Bergsee oder zum Einkuscheln wenn es abends frischer wurde. Und die Decke war immer dabei.

Das Gute an dieser Decke ist nämlich, dass sie dreckig werden darf. Das wäre sie beim Hund ja auch geworden.

Vielleicht sollte ich von jetzt an jede Decke mit der Absicht nähen sie dem Hund zu vermachen. So werden sie nämlich bei und viel mehr genutzt! Und dafür ist ein Quilt schließlich da.
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Leider zu spät für diese Decke habe ich die Bloc Loc Ruler kennengelernt. Die wären eine riesige Hilfe gewesen und hätten mir sehr wahrscheinlich die krummen Nähte im Quilttop erspart.
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Diese Lineale sind gedacht, um z.B. Half Square Triangles, also aneinandergenähte Dreiecke anschließend wieder zu einem maßgenauen Quadrat zu schneiden.
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Das Besondere daran ist die Einkerbung in der Mitte, die automatisch an der Naht einrastet und das zuschneiden so schnell und präzise macht. Kann ich sehr empfehlen.

Die Bloc Loc Lineale gibt es in mehreren Größen. Das hier ist das Größte. Damit kann man alle Varianten bis zum Maß 6.5 x 6.5 inch schneiden.
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Grete hat dazu ein Video gemacht, falls Ihr sehen wollt wie genau das funktioniert:

Zur Decke:
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Das Schnittmuster heißt “I Heart you” von Vanessa Christenson und als pdf hier erhältlich (Anleitung auf englisch)
Die Stoffe sind Ombre-Stoffe, ebenfalls von V & Co. für Moda. Meine stammen noch aus ihrer früheren Kollektion, mittlerweile sind sie dauerhaft in verschiedenen Farben erhältlich. Diese hier enspricht “Hot Pink”.

Einen ähnlichen Effekt erzielt man, indem man ca. 6 verschiedene Unis im Farbverlauf mischt.
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Der weiße Kombistoff ist Moda Bella Solid White Bleached. Die Rückseite ist ein Flanell von Riley Blake namens Honeycomb Dots. Flanellstoffe sind perfekt für Quiltrückseiten. So kuschelweich!
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Der Stoff für das Binding stammt aus Sweetwaters letzter Weihnachtskollektion, “Hollys Tree Farm“. Ganz ähnliche Streifen gibt es in den Kollektionen von Bonnie & Camille oder Lella Boutique. Sie sehen als Binding einfach toll aus.
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Ich wünsche Euch einen wunderschönen zweiten Advent!

Zu Nikolaus sehrn wir uns dann hier wieder. Und glaubt mir, das Vorbeischauen lohnt sich! Ich bin schon ganz aufgeregt…
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Viele Grüsse
Barbara

P.S. Falls Euch diese sommerlichen Bilder in der Adventszeit etwas irritieren: Die Bilder stammen aus dem August und den Text habe ich im September geschrieben. Da sollte dieser Post eigentlich veröffentlicht werden. Jetzt habe ich ihn halbfertig wiedergefunden und gedacht: Besser spät als nie.

11/16/15

Bernina-Nähfußserie – Der Nähfuß mit Gleitsohle #52 – und wieder als GIVEAWAY!

Nähfüsse Bernina-2
Ganz vorneweg: Auch wenn ich ihn hier aus Gewohnheit Teflon-Fuß nenne, heißt dieser Fuß offiziell “Zick-Zack-Nähfuß mit Gleitsohle #52
Vinyl nähen-2
In den letzten Wochen haben viele von Euch geschrieben, dass er für Euch zu den meist genutzten Nähfüßen gehört. Das bei mir nicht anders. Einen solchen Fuß haben eigentlich alle namhaften Hersteller im Programm, falls Ihr mit einem anderen Fabrikat näht.
GleitsohleGleitsohle1
Aber wofür braucht man ihn? Sieht ja eigentlich aus wie ein normaler Nähfuß, nur eben nicht in Metalloptik sondern beschichtet (meiner ist schon ordentlich im Einsatz gewesen, deshalb sieht die Unterseite etwas mitgenommen aus. Das stört aber beim Nähen nicht.).
Schlaufe Wachstuch
Außenseite Wachstuch Innenseite Vinyl
Diese Beschichtung ist immer dann notwendig, wenn Materialien vernäht werden, über die ein metallener Nähfuß nicht gleitet, sondern stoppt.

MAchwerk_Reiseetui1
(Blogpost zu diesem Reiseetui hier)

Das passiert z.B. bei Leder, Kunstleder, Folie, Wachstuch und Stoffen mit einer Beschichtung.
Material stoppt beim Nähen
Eine Nähmaschine schiebt mit Hilfe der kleinen Zähnchen, Transporteur genannt, den Stoff gleichmäßig unter der Nadel durch. Wenn dann aber obenauf ein Stoff liegt der im Kontakt mit dem metallenen Nähfuß den Transport stark drosselt oder ganz stoppt näht die Maschine ganz viele enge Stiche auf der Stelle (auf dem oben Bild in der unteren Reihe zu sehen). Damit werden viele Materialien geradezu perforiert. Bei allen klebrigen, pappigen oder stumpfen Materialien gilt es deshalb für ein gleichmäßiges Stichbild die Gleitfähigkeit zu erhalten. Und dafür braucht es eine Beschichtung wie in einer Teflon-Pfanne.
Nähen auf Backpapier
Wer nur sehr selten mit solchen Materialien arbeitet kann sich behelfen indem zwischen das Nähgut und den metallenen Standardnähfuß Backpapier gelegt und die Stichlänge verlängert wird (was bei diesen Materialien auch bei Verwendung eines Teflon-Fuß zu empfehlen ist).
Nähen auf Backpapier2
Damit kann ganz normal genäht werden, nichts bremst und das Backpapier wird am Ende ausgerissen. Allerdings kann man das Nähgut so nicht sehen. Das ist schon ein Nachteil.
Washi-Tape unterm Nähfuß
Ein weiterer Trick ist das Bekleben der Unterseite des Metallnähfußes mit Tesa- oder Washi-Klebeband. Auf Leder klappt es damit aber immer noch nicht so gut wie mit einem beschichteten Nähfuß. Auf Wachstuch habe ich damit aber recht gute Erfahrungen gemacht.
Tasche Zen CHic_Leder
Wer aber wie ich regelmäßig die oben genannten Materialien vernäht, dem kann ich nur zu einem speziellen Nähfuß raten. Er funktioniert auch auf Baumwolle. Wenn ich wie hier Leder mit Baumwolle verarbeite (für den Moment eine sehr geliebte Kombination von mir), dann nähe ich komplett mit dem Teflonfuß.
Tasche Zen CHic_RV1
Am schwierigsten finde ich es, wenn man eine Naht setzt und eine Seite gleitfähig ist (hier der Baumwollstoff) und eine Seite stoppt (hier das Wildleder). Da bekomme ich mit den benannten Hilfsmitteln keine vernünftigen Ergebnisse mehr hin. Da hilft nur der Teflonfuß. Damit klappt es auch ohne Perforation wenn man mal vergisst die Stichlänge zu vergrößern…hoppala..
Tasche Zen CHic_Leder_Detail
(Schnitt: Selbstgebastelt, Stoff: ZenChic Modern Background, Black on Eggshell Handwriting (ja, das ist deutsch! Und ja, das ist Goethe! Ich liebe diesen Stoff.) Demnächst auch bei Stoffsalat, schon jetzt in grau und schwarz. Wildleder: Vom Wühltisch bei Alfatex gefischt. Metallreißverschluß: Zip it)

Auch für diese Kofferanhänger (hier für den Instrumentenkoffer von Theresa), genäht aus einer Kombination aus Wachstuch, Vinylfolie und Stoff, ist ein Teflonfuß die einzig mögliche Wahl.
Kofferanhänger2 Kofferanhänger1 Kofferanhänger2-2 Kofferanhänger3
Anleitung für den Kofferanhänger hier, Wachstuch: A.U. Maison in mint z.B. DaWanda, in anderen Farben bei Glücksmarie , pinker Stoff: Cotton & Steel Playful, Wordfind pink, Vinyl: Stoffsalat

Dasselbe gilt für das Nähen von Vinyl. Das Material kann man mittlerweile auch in Deutschland von der Rolle kaufen und es lässt sich wunderbar verarbeiten. Klarsichtfenster sind einfach eine feine Sache, besonders für Innentaschen, in denen man auch etwas wiederfinden will. Auch hier wird zwar auf Stoff genäht, aber der Fuß liegt dabei auf der Folie auf.
Vinyl nähenInnentaschen Vinyl2 Innentaschen Vinyl3
Schnitt: Double Pocket Pouch, Aneela Hoey/Comfortstitching über Payhip  Vinyl: Stoffsalat, Reißverschluss in Metalloptik: Machwerk-Shop, Stoff: Tula Pink Elizabeth, Tudor in lila, z.B. hier, Webbänder hellblau und lila: Spinning Wheels, Anna Maria Horner/Renaissance Ribbons

LouLouThi2
(Blogpost zu dieser Tasche aus Nappaleder hier)

Einen solchen Teflon-Nähfuß gibt es auch um Einnähen von Reißverschlüssen auf nicht gleitenden Materialien. Das ist dann der “Reißverschlussfuß mit Spezialgleitsohle #54“. Einen solchen habe ich leider noch nicht, er steht aber ganz oben auf meinem Wunschzettel seit ich mich immer mehr an Leder traue.

Ledertaschen Shimmer2RV Ledertäschchen braun3

Zusätzlich gibt es mit einer Gleitsohle noch eine Variante als offener Stickfuß zum Applizieren (#56) und einen Geradstichfuß (#53). Ich plädiere nach wie vor für eine Variante des Schmalkantfußes #10 mit Gleitsohle. Damit wäre das Angebot der Gleitsohlenfüße für mich perfekt.
RV Ledertäschchen blau1 RV Ledertäschchen blau5
(Schnitt dieser Taschen: Selbstgebastelt. Stoffe: Shimmer 2 von Jennifer Sampou, Wildleder: Reststücke von Alfatex, grauer Stoff innen: eine alte Sweetwater-Serie namens Reunion, nicht mehr erhältlich, Reißverschluß silber in Metalloptilk: Machwerk-Shop, Reißverschluss Gold: Zip-it, Wattierung: Soft & Stable)

Kosmetiktasche Leder_4

Blogpost zu dieser Nappaleder-Tasche hier)

Und jetzt der spannende Teil: Auch dieser Nähfuß sucht dank der freundlichen Unterstützung von Bernina ein neues Zuhause. Ihr könnt auch diesen Fuß mit etwas Glück und einem Kommentar unter diesem Post passend für Eure Bernina-Maschine gewinnen! Die Teilnahme ist zum 25.11.2015 möglich. Wie immer wird der unbestechliche Mr. Random, ein Zufallsgenerator, mit der Auswahl des Gewinners beauftragt. Euch allen viel Glück!

Viele Grüße
Barbara

P.S: Wer sich jetzt fragt, warum es hier IMMER NOCH NICHTS AUS HOUSTON ZU LESEN GIBT, den kann ich fürs Erste nur zum Bilderschauen zu Instagram schicken oder für einen äußerst amüsanten Bericht von meiner bezaubernden Begleiterin Grete rüber zum Bernina-Blog. Sie war wie so oft schneller. Ich wühle mich noch durch die unzähligen Bilder und muss da erst mal eine kleine Auswahl zusammenstellen. Aber bis spätestens Ostern krieg ich das schon hin. Vielleicht….wir werden sehen…

08/30/15

Mein Lieblingsnähfuss, Bernina #10 {Giveaway}

Nähfüsse Bernina-2
Mit der Überschrift ist eigentlich schon alles gesagt. Der Nähfuss #10 von Bernina ist und bleibt mein absoluter Favorit. Und damit willkommen zum zweiten Teil der Nähfuss-Serie!

Wer gerade erst einsteigt, findet den ersten Post der Serie hier.

Und auch in dieser Woche könnt Ihr den vorgestellten Nähfuss, passend zu Eurem jeweiligen Bernina-Nähmaschinen-Modell, gewinnen!
Bernina Nähfuss 10
Den Nähfuss #10 benutze ich genauso häufig wie meinen Standard-Nähfuss. Er ist im Grunde ein Standard-Nähfuss mit Führungsschiene und hilft dabei in schnellem Tempo 100% gerade Nähte zu erzeugen. Und jeder, der hier seit mehr als einer Woche mitliest weiß, dass mich schiefe Nähte wahnsinnig machen. Dieser Nähfuss wurde quasi für Menschen mit meinem Tick erfunden.

Wie es funktioniert? Die Führungsschiene in der Mitte wird parallel zum Stoff bzw. der Kante angesetzt und die Nadel, die bei den meisten Bernina-Maschinen in mehreren Stufen nach links und rechts versetzt werden kann, wird so positioniert, dass die Naht den gewünschten Abstand zur Kante hat. Dann muss beim Nähen nur noch darauf geachtet werden, dass der Stoff immer genau an der Führungsschiene anliegt.
RV einnähen
Die Führungsschiene sorgt dann dafür, dass der Abstand über die komplette Naht genau gleich bleibt. Und das bei jedem Nähtempo.
RV einnähen 2
RV einnähen Detail
Wann braucht man diesen Fuß? Immer dann, wenn die Naht später sichtbar ist und daher besonders gerade verlaufen soll. Das ist z.B. bei den Ziernähten an Bekleidung der Fall, erst recht wenn die Nahtfarbe deutlich heller oder dunkler ist als der Stoff und sofort ins Auge springt.
Topstitching Kleidung
Oder bei jeder Form von Binding, ob nun an Quilts
Binding
oder einem Kleidungsstück, das mit Schrägband eingefasst wird.
Liberty Detail
Gold wert ist dieser Nähfuss beim Annähen von Webbändern.
Bänder annähen
Jedes Webband hat eine Webkante. Und wenn man es genau dort festnäht und passendes Garn verwendet, kann man die Naht später kaum sehen.
Bänder annähen1
Dafür fixiere ich das Webband auf der Rückseite mit Stylefix und nähe es dann mit dem Fuß #10 fest.
Webband annähen2
Wenn die Maschine einen Obertransport hat (das ist bei der 700-er und 800-er Serie der Fall), kann man den Fuß dank des zuschaltbaren Obertransports auch zum Quilten verwenden
Patchwork
Aufgesetzte Taschen gelingen damit wunderbar
Caravan_Tote_Noodlehead_Front Pocket3 (1 von 1)
gerade wenn die Naht doppelreihig ist. Dabei fallen schiefe Nähte besonders schnell auf
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Und auch andere gut sichtbare Details gelingen damit gut, besonders wenn sie knappkantig oder rund bzw. wellig sind.Renaissance Ribbons_Tula Pink ICase_open2
Wenn die Nadel mittig eingestellt wird, also genau hinter der Führungsschiene, verschwindet die Naht im Nahtschatten zwischen zwei Stoffteilen. Sie ist dann nur noch auf der Rückseite zu sehen.
Nahtstich

Bei mir ist dieser Fuß jeden Tag im Einsatz. Eine gerade Naht bekommt man mit etwas Übung auch so hin, ich behaupte aber nicht so akkurat und vor allem schaffen das nur die Wenigsten bei hohem Nähtempo.

Wenn ich also einem Bernina-Besitzer nur einen einzigen Nähfuss empfehlen dürfte, es wäre dieser. Ich wünschte es gäbe auch eine Teflon-Variante. Das würde meinen Mut zu Ziernähten auf Leder deutlich erhöhen.

Zum GIVEWAY:

Auch in dieser Woche sponsert Bernina einen Nähfuss #10 für einen von Euch, passend zur eigenen Maschine. Was Ihr tun müsst um dabei zu sein? Jeder, der einen Kommentar unter diesem Blogpost hinterlässt, wandert in den Lostopf. Wer nur einen Kommentar hinterlassen will ohne teilzunehmen ist herzlich eingeladen (ich freue mich über jeden Eurer Kommentare!). Bitte dann nur vermerken, dass Ihr nicht an der Verlosung teilnehmen möchtet.

Den Gewinner der Verlosung sucht wie immer Mr. Random aus.

Die Verlosung schließt am Dienstag, den 08.09.2015, 24:00 Uhr.

Der Gewinner wird anschließend hier im Blog bekannt gegeben und zusätzlich per Mail angeschrieben.

Viel Glück & Euch allen einen guten Start in die Woche!
Barbara

08/21/15

Start der Nähfuss-Serie und GIVEAWAY! – Heute: Patchworknähfüsse

Nähfüsse Bernina-2

Nachdem ich vor ein paar Wochen über die neue Nähmaschine meiner Freundin Anna geschrieben und in dem Zusammenhang gefragt habe, ob Ihr Interesse an einer Serie zum Thema Nähfüsse habt, haben mich viele Emails erreicht. Ganz besonders gefreut habe ich mich über eine Email aus der Schweiz. Matthias Fluri von Bernina hatte meinen Blogpost gelesen und sich auf unglaublich liebe Art dafür bedankt, dass ich mich mit großer Begeisterung als Bernina-Fan zeige. Wäre ich nicht schon vor der Email und einem ausführlichen Telefonat Bernina-Fan gewesen – ich wäre es jetzt.

Und ich freue mich sehr über sein Angebot, jeden der in dieser Serie vorgestellten Nähfüsse an jeweils einen meiner Leser zu verlosen und zwar immer passend zum eigenen Maschinentyp. Vielen Dank, liebes Bernina-Team, für Eure Unterstützung!

Und so wird es hier in den nächsten Wochen nicht nur einen Einblick in meine Nähfüsschensammlung geben, sondern eben auch jede Menge tolle Giveaways für Euch. Und damit jetzt nicht all diejenigen die Mundwinkel hängen lassen, die mangels einer Bernina mit den Nähfüssen gar nichts anfangen können, wird es quasi als großes Finale mit einer Verlosung weitergehen, die Bücher, Stoff und Garne beinhaltet. Alles in allem feiern wir hier ein bißchen Weihnachten im Hochsommer und Nähzubehör im Gesamtwert von rund 500 Euro werden unter Euch verteilt. Also: Lesen lohnt! (hoffentlich auch des Inhalts wegen).

Als ich meine erste Nähmaschine, eine Brother Innov-IS 1250, vor ca. 3 Jahren nach 14 Monaten Nutzung weiterverkauft habe und auf eine Bernina-Maschine umgestiegen bin, habe ich das recht umfangreiche Zubehör zusammengesucht, dass ich damals mit der Maschine bekommen habe. Es waren sage und schreibe 14 Nähfüsse, die bis auf zwei alle noch originalverpackt in der Zubehörtasche lagen. Nur zwei hatte ich in der ganzen Zeit benutzt! Ausgepackt hatte ich den Standardnähfuss und den Reißverschlussfuss. Ich hatte schlicht und ergreifend nicht gewusst, was ich mit den anderen anfangen soll!

Irgendwann habe ich dann erkannt, welches Potential in dieser großen Auswahl an Nähfüßen liegt, die Nähmaschinenhersteller als Sonderzubehör anbieten. Sie machen das Näherleben so viel einfacher und helfen enorm, den Nähergebnissen ein richtig professionelles Aussehen zu verleihen.

Aber braucht man sie? Ich glaube, selbst ein Profi-Schneider wird auf bestimmte Sonderfüße, wie z.B. einen Nähfuss für nahtverdeckte Reißverschlüsse, nicht verzichten wollen. Und ein Quilter nicht auf einen Patchwork- und einen Obertransportfuss. Jemand, der viel Leder oder Wachstuch näht, hat sehr wahrscheinlich einen Teflonfuss zu Hause. Und so muss dann jeder selbst entscheiden, an welcher Stelle man sich anderweitig behelfen kann, weil man die Nähtechnik nur selten anwendet, und wo es eine enorme Arbeits- und Zeitersparnis ist, sich einen passenden Nähfuss anzuschaffen.

Bei mir war es eingangs nicht mal die Investition, die mich abgeschreckt hat. Eine große Auswahl war ja sogar im Lieferumfang der Maschine enthalten, ich hatte sie also sogar schon zu Hause! Ich hatte schlicht keine Ahnung wie und wofür man sie verwendet.

Aus der mittlerweile recht stattlichen Auswahl meiner Nähfüsse habe ich fünf ausgesucht, die ich besonders praktisch finde und oft nutze. In den nächsten Wochen werde ich Euch jeweils einen davon genauer vorstellen und zeigen, warum sie meine Favoriten sind. Den Anfang macht der Patchworkfuss Nummer 57  bzw. generell die Patchworkfüsse. Bernina Nähfuss 37

Wofür braucht man einen Patchworkfuss? Beim Patchworken wird, so bekloppt sich das anhört, Stoffe in viele kleine Teile zerschnitten um sie dann neu zu arrangieren und wieder zusammenzusetzen. Ich weiß noch genau, wie ich bei meinem ersten Nähmaschinenkauf gefragt wurde ob ich denn auch quilte und eine dementsprechende Maschine bräuchte (ich konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht mal geradeaus nähen) und ich habe die Dame im Laden nur verständnislos angeschaut und gefragt warum man sich denn beim Maschinenkauf über so was Gedanken machen müsse. Wenn man eine Decke genäht hat braucht man doch nicht noch eine! Heute muss ich darüber lachen, denn Patchworken macht süchtig. Es gibt unzählige Muster und Nähtechniken, die immer wieder eine neue Herausforderung sind. Ich könnte die ganze Zeit nur Decken nähen. Und manche Leute tun das auch.

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Fotorechte: Crazy Mom Quilts (Auf dem Foto seht Ihr die 91 Decken, die Amanda von Crazy Mom Quilts für den “Eigenbedarf” genäht hat. Ein verrücktes Huhn, im besten Sinne.)

Beim Patchworken geht es um Maßarbeit. Deshalb wird in der Patchwork- und Quiltingwelt ein einheitliches Maß verwendet, nämlich 1/4 Inch. So breit ist immer die Nahtzugabe, völlig egal welches Muster genäht wird. Und je detaillierter ein Schnittmuster ist, desto wichtiger ist die Präzision. starflowercollage

Fotorechte: Jennifer Mathis/ EllisonLane  kostenlose Anleitung über www.sewwequilt.com

Ein Patchworknähfuss (hier der reguläre Patchworkfuss #37) hilft also dabei, dieses Maß genau einzuhalten. Von der mittig gestellten Nadel bis zur linken und rechten Seitenkante sind es exakt 1/4 Inch, also 6mm.

1-4 inch

Wenn man den Stoff an der Innenseite des Fußes entlang führt, näht man mit genau 1/8 Inch. Dieses Maß kommt zwar seltener vor, wird aber auch genutzt. 1-8 inch

Und auch sonst hat der Nähfuss sinnvolle Markierungen: Bernina Nähfuss 37 Markierungen

An der Seite haben alle Patchworkfüsse diese 3 Einkerbungen, alle im Abstand von 1/4 Inch. Wenn man sich daran orientiert kann man ganz präzise um die Ecke nähen. 57 D Bernina

Einfach bis zum vorderen Strich nähen, 57 D Bernina Mrkierungen

Nähfuss anheben, 57 D Bernina Mrkierungen2

den Stoff wenden 57 D Bernina Mrkierungen3
und den Nähfuss wieder senken. IMG_4828
Passt genau.

Besonders nützlich sind diese Markierungen wenn das Quiltbinding angenäht wird: Stoppen, wenn der Nähfuss mit der vorderen Markierung die Ecke erreicht. IMG_4830

Nähfuss anheben und im 45 Grad-Winkel zur Ecke nähen. IMG_4831

Entlang dieser Naht den Stoff falten IMG_4836
und nach oben klappen, IMG_4835
dann an der hinteren Markierung orientieren IMG_4839
und gerade weiternähen. IMG_4842
Wenn das Binding am Ende umgeklappt wird, gelingt so immer eine perfekte Ecke. IMG_4847
Immer. Ohne Ausnahme.

Relativ neu im Sortiment ist der Patchworkfuss #97. Auch er entspricht genau dem 1/4 Inch-Maß Erläuterung Bernina
hat aber zusätzlich noch eine Führungsschiene die hilft, den Stoff gerade an den Fuß heranzuführen. IMG_4858
Ohne Zweifel maximale Präzision. Dank der Führungsschiene sind auch Patchworkteile, die kurvig geschnitten sind, kein Problem.

Im Alltag bin ich beim Patchworkfuss #57 hängengeblieben. Er ist eigentlich für Patchworkanfänger konzipiert worden und hat eine kleine Führungsschiene. Bernina Nähfuss 57
Ich brauche die Führungsschiene zwar eigentlich längst nicht mehr, kann damit aber in höherem Tempo präzise nähen. Wer mal stundenlang Teile zusammengenäht hat, wird diese kleine Vereinfachung zu schätzen wissen.

Alle Nähfüsse sind mit einer Nummer versehen und zusätzlich oft mit einem Buchstaben. Der Buchstabe ist ein Hinweis auf welchen Maschinentyp der jeweilige Nähfuss passt. Ich nutze wo immer erhältlich die D-Variante. Meine Maschine hat einen zuschaltbaren Obertransport, der bei allen D-Nähfüssen funktioniert. Damit wird der Stoff gleichmäßiger transportiert. Die normalen Nähfüsse in meinem Bestand stammen noch von der Vorgängermaschine, passen aber gleichzeitig auch auf die neueren Maschinen. IMG_4848
Um einfach mal auszuprobieren, ob Euch das Patchworken gefällt, braucht ihr sicher keinen Patchworknähfuss. Für den Anfang kann man sich wunderbar mit den Markierungen an der Maschine, Markierungen Maschine
einem Stück Malerkrepp oder Washi-Tape behelfen, dass ihr im richtigen Abstand an die Maschine klebt. Auch ein Küchengummi, einmal stramm um den Arm der Maschine gelegt, funktioniert.

Wer aber Spaß entwickelt und sich an aufwändigere Muster wagen möchte, dem empfehle ich einen Patchworkfuss. Damit wird das Ergebnis deutlich präziser. Das Basismodell hat so gut wie jeder Nähmaschinenhersteller im Programm.

Für alle Nähmaschinenfüße gibt es auf der Internetseite von Bernina ein Video mit einer genauen Anleitung wie und wofür der jeweilige Fuß verwendet wird. Die Videos findet Ihr hier.

GIVEAWAY (sponsored by Bernina) – VERLOSUNG BEREITS GESCHLOSSEN

Den Patchworkfuss #37 oder #57 könnt Ihr gewinnen und zwar passend zu Eurer eigenen Bernina-Maschine. Mit einem Kommentar zu diesem Post seit Ihr automatisch dabei (außer, Ihr schreibt dazu, dass Ihr nicht teilnehmen und nur kommentieren wollt). Es entscheidet wie immer Mr. Random.

Teilnahmesschluss ist Sonntag, der 30. August 2015, 24:00 Uhr

Der Gewinner wird hier bekannt gegeben und zusätzlich per Mail kontaktiert. Viel Glück!

Kommt gut ins Wochenende!
Viele Grüße
Barbara