12/4/16

Für die, die mir am Herzen liegen

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Ich und Patchworken. Irgendwie läuft das ganz anders als bei anderen Leuten. Nur zwei aller bisher genähten Decken habe ich in einem Rutsch zugeschnitten, genäht, gequiltet und ihr direkt danach ein Binding verpasst. Und das auch nur, weil in beiden Fällen Weihnachten vor der Tür stand und ich damit keine Wahl hatte.
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Der Normalfall ist, dass diese 4 Stufen mindestens Wochen, aber auch mal Jahre auseinanderliegen. Wie in diesem Fall. Und ich kann absolut nicht sagen woran das liegt. Immer wieder stapeln sich die halbfertigen Decken und der Stapel liegt und liegt.
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Und doch ist diese Decke in diesem Sommer endlich fertig geworden. Zum Glück. Gedacht war sie mal als Babydecke für eine Freundin aus England. Die Kleine geht aber mittlerweile in den Kindergarten und ihr jetzt eine Krabbeldecke zu schenken wäre dann doch ein wenig sonderbar.
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Zwischenzeitlich war ich total unglücklich mit dem Ergebnis. Beim Zusammennähen (oder schon beim Zuschneiden?) muss ich geschlampt haben und so sitzen die Nähte nicht gerade top. Und dann sind beim Heften auch noch Falten reingekommen.
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Zu guter Letzt musste ich meinen ersten Quiltversuch, nämlich gerade Linien sternförmig ab der Mitte, wieder auftrennen. Das hat mir gar nicht gefallen und war so knubbelig in der Mitte. Und wer das Quilten für einen aufwändigen Prozess hält, dem ist bisher nur das Auftrennen desselbigen erspart geblieben…

Nachdem ich das Ding also innerlich schon abgeschrieben hatte, gab mir die liebe Carola den Tipp, dann doch wenigstens ein neues Quiltmuster auszuprobieren. Wenn dann was schief geht tut es wenigstens nicht so weh.
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Ein weiterer Tipp von ihr war ein Chevron-Muster zu verwenden. (Danke nochmal! Das gefällt mir super-gut!) und so habe ich es dann auch gemacht. In einer Ecke bin ich dann auch tatsächlich verrutscht. Aber es war ja zu dem Zeitpunkt schon eine offizielle Übungsdecke.
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Bis dahin war der eigentliche Plan, das Übungsstück anschließend dem Hund zu vermachen. Aber da hatten meine Mädels mächtig was dagegen. Die interessieren nämlich schiefe Nähte nicht die Bohne.

Sie lieben das große Herz vorne und die kuschelweiche Flanellrückseite und so wurde diese Decke unser ständiger Begleiter im Sommerurlaub in Tirol.
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Picknicks, Nickerchen im Garten, zum untätig Herumliegen am Bergsee oder zum Einkuscheln wenn es abends frischer wurde. Und die Decke war immer dabei.

Das Gute an dieser Decke ist nämlich, dass sie dreckig werden darf. Das wäre sie beim Hund ja auch geworden.

Vielleicht sollte ich von jetzt an jede Decke mit der Absicht nähen sie dem Hund zu vermachen. So werden sie nämlich bei und viel mehr genutzt! Und dafür ist ein Quilt schließlich da.
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Leider zu spät für diese Decke habe ich die Bloc Loc Ruler kennengelernt. Die wären eine riesige Hilfe gewesen und hätten mir sehr wahrscheinlich die krummen Nähte im Quilttop erspart.
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Diese Lineale sind gedacht, um z.B. Half Square Triangles, also aneinandergenähte Dreiecke anschließend wieder zu einem maßgenauen Quadrat zu schneiden.
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Das Besondere daran ist die Einkerbung in der Mitte, die automatisch an der Naht einrastet und das zuschneiden so schnell und präzise macht. Kann ich sehr empfehlen.

Die Bloc Loc Lineale gibt es in mehreren Größen. Das hier ist das Größte. Damit kann man alle Varianten bis zum Maß 6.5 x 6.5 inch schneiden.
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Grete hat dazu ein Video gemacht, falls Ihr sehen wollt wie genau das funktioniert:

Zur Decke:
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Das Schnittmuster heißt “I Heart you” von Vanessa Christenson und als pdf hier erhältlich (Anleitung auf englisch)
Die Stoffe sind Ombre-Stoffe, ebenfalls von V & Co. für Moda. Meine stammen noch aus ihrer früheren Kollektion, mittlerweile sind sie dauerhaft in verschiedenen Farben erhältlich. Diese hier enspricht “Hot Pink”.

Einen ähnlichen Effekt erzielt man, indem man ca. 6 verschiedene Unis im Farbverlauf mischt.
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Der weiße Kombistoff ist Moda Bella Solid White Bleached. Die Rückseite ist ein Flanell von Riley Blake namens Honeycomb Dots. Flanellstoffe sind perfekt für Quiltrückseiten. So kuschelweich!
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Der Stoff für das Binding stammt aus Sweetwaters letzter Weihnachtskollektion, “Hollys Tree Farm“. Ganz ähnliche Streifen gibt es in den Kollektionen von Bonnie & Camille oder Lella Boutique. Sie sehen als Binding einfach toll aus.
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Ich wünsche Euch einen wunderschönen zweiten Advent!

Zu Nikolaus sehrn wir uns dann hier wieder. Und glaubt mir, das Vorbeischauen lohnt sich! Ich bin schon ganz aufgeregt…
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Viele Grüsse
Barbara

P.S. Falls Euch diese sommerlichen Bilder in der Adventszeit etwas irritieren: Die Bilder stammen aus dem August und den Text habe ich im September geschrieben. Da sollte dieser Post eigentlich veröffentlicht werden. Jetzt habe ich ihn halbfertig wiedergefunden und gedacht: Besser spät als nie.

08/30/15

Mein Lieblingsnähfuss, Bernina #10 {Giveaway}

Nähfüsse Bernina-2
Mit der Überschrift ist eigentlich schon alles gesagt. Der Nähfuss #10 von Bernina ist und bleibt mein absoluter Favorit. Und damit willkommen zum zweiten Teil der Nähfuss-Serie!

Wer gerade erst einsteigt, findet den ersten Post der Serie hier.

Und auch in dieser Woche könnt Ihr den vorgestellten Nähfuss, passend zu Eurem jeweiligen Bernina-Nähmaschinen-Modell, gewinnen!
Bernina Nähfuss 10
Den Nähfuss #10 benutze ich genauso häufig wie meinen Standard-Nähfuss. Er ist im Grunde ein Standard-Nähfuss mit Führungsschiene und hilft dabei in schnellem Tempo 100% gerade Nähte zu erzeugen. Und jeder, der hier seit mehr als einer Woche mitliest weiß, dass mich schiefe Nähte wahnsinnig machen. Dieser Nähfuss wurde quasi für Menschen mit meinem Tick erfunden.

Wie es funktioniert? Die Führungsschiene in der Mitte wird parallel zum Stoff bzw. der Kante angesetzt und die Nadel, die bei den meisten Bernina-Maschinen in mehreren Stufen nach links und rechts versetzt werden kann, wird so positioniert, dass die Naht den gewünschten Abstand zur Kante hat. Dann muss beim Nähen nur noch darauf geachtet werden, dass der Stoff immer genau an der Führungsschiene anliegt.
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Die Führungsschiene sorgt dann dafür, dass der Abstand über die komplette Naht genau gleich bleibt. Und das bei jedem Nähtempo.
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RV einnähen Detail
Wann braucht man diesen Fuß? Immer dann, wenn die Naht später sichtbar ist und daher besonders gerade verlaufen soll. Das ist z.B. bei den Ziernähten an Bekleidung der Fall, erst recht wenn die Nahtfarbe deutlich heller oder dunkler ist als der Stoff und sofort ins Auge springt.
Topstitching Kleidung
Oder bei jeder Form von Binding, ob nun an Quilts
Binding
oder einem Kleidungsstück, das mit Schrägband eingefasst wird.
Liberty Detail
Gold wert ist dieser Nähfuss beim Annähen von Webbändern.
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Jedes Webband hat eine Webkante. Und wenn man es genau dort festnäht und passendes Garn verwendet, kann man die Naht später kaum sehen.
Bänder annähen1
Dafür fixiere ich das Webband auf der Rückseite mit Stylefix und nähe es dann mit dem Fuß #10 fest.
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Wenn die Maschine einen Obertransport hat (das ist bei der 700-er und 800-er Serie der Fall), kann man den Fuß dank des zuschaltbaren Obertransports auch zum Quilten verwenden
Patchwork
Aufgesetzte Taschen gelingen damit wunderbar
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gerade wenn die Naht doppelreihig ist. Dabei fallen schiefe Nähte besonders schnell auf
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Und auch andere gut sichtbare Details gelingen damit gut, besonders wenn sie knappkantig oder rund bzw. wellig sind.Renaissance Ribbons_Tula Pink ICase_open2
Wenn die Nadel mittig eingestellt wird, also genau hinter der Führungsschiene, verschwindet die Naht im Nahtschatten zwischen zwei Stoffteilen. Sie ist dann nur noch auf der Rückseite zu sehen.
Nahtstich

Bei mir ist dieser Fuß jeden Tag im Einsatz. Eine gerade Naht bekommt man mit etwas Übung auch so hin, ich behaupte aber nicht so akkurat und vor allem schaffen das nur die Wenigsten bei hohem Nähtempo.

Wenn ich also einem Bernina-Besitzer nur einen einzigen Nähfuss empfehlen dürfte, es wäre dieser. Ich wünschte es gäbe auch eine Teflon-Variante. Das würde meinen Mut zu Ziernähten auf Leder deutlich erhöhen.

Zum GIVEWAY:

Auch in dieser Woche sponsert Bernina einen Nähfuss #10 für einen von Euch, passend zur eigenen Maschine. Was Ihr tun müsst um dabei zu sein? Jeder, der einen Kommentar unter diesem Blogpost hinterlässt, wandert in den Lostopf. Wer nur einen Kommentar hinterlassen will ohne teilzunehmen ist herzlich eingeladen (ich freue mich über jeden Eurer Kommentare!). Bitte dann nur vermerken, dass Ihr nicht an der Verlosung teilnehmen möchtet.

Den Gewinner der Verlosung sucht wie immer Mr. Random aus.

Die Verlosung schließt am Dienstag, den 08.09.2015, 24:00 Uhr.

Der Gewinner wird anschließend hier im Blog bekannt gegeben und zusätzlich per Mail angeschrieben.

Viel Glück & Euch allen einen guten Start in die Woche!
Barbara

08/21/15

Start der Nähfuss-Serie und GIVEAWAY! – Heute: Patchworknähfüsse

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Nachdem ich vor ein paar Wochen über die neue Nähmaschine meiner Freundin Anna geschrieben und in dem Zusammenhang gefragt habe, ob Ihr Interesse an einer Serie zum Thema Nähfüsse habt, haben mich viele Emails erreicht. Ganz besonders gefreut habe ich mich über eine Email aus der Schweiz. Matthias Fluri von Bernina hatte meinen Blogpost gelesen und sich auf unglaublich liebe Art dafür bedankt, dass ich mich mit großer Begeisterung als Bernina-Fan zeige. Wäre ich nicht schon vor der Email und einem ausführlichen Telefonat Bernina-Fan gewesen – ich wäre es jetzt.

Und ich freue mich sehr über sein Angebot, jeden der in dieser Serie vorgestellten Nähfüsse an jeweils einen meiner Leser zu verlosen und zwar immer passend zum eigenen Maschinentyp. Vielen Dank, liebes Bernina-Team, für Eure Unterstützung!

Und so wird es hier in den nächsten Wochen nicht nur einen Einblick in meine Nähfüsschensammlung geben, sondern eben auch jede Menge tolle Giveaways für Euch. Und damit jetzt nicht all diejenigen die Mundwinkel hängen lassen, die mangels einer Bernina mit den Nähfüssen gar nichts anfangen können, wird es quasi als großes Finale mit einer Verlosung weitergehen, die Bücher, Stoff und Garne beinhaltet. Alles in allem feiern wir hier ein bißchen Weihnachten im Hochsommer und Nähzubehör im Gesamtwert von rund 500 Euro werden unter Euch verteilt. Also: Lesen lohnt! (hoffentlich auch des Inhalts wegen).

Als ich meine erste Nähmaschine, eine Brother Innov-IS 1250, vor ca. 3 Jahren nach 14 Monaten Nutzung weiterverkauft habe und auf eine Bernina-Maschine umgestiegen bin, habe ich das recht umfangreiche Zubehör zusammengesucht, dass ich damals mit der Maschine bekommen habe. Es waren sage und schreibe 14 Nähfüsse, die bis auf zwei alle noch originalverpackt in der Zubehörtasche lagen. Nur zwei hatte ich in der ganzen Zeit benutzt! Ausgepackt hatte ich den Standardnähfuss und den Reißverschlussfuss. Ich hatte schlicht und ergreifend nicht gewusst, was ich mit den anderen anfangen soll!

Irgendwann habe ich dann erkannt, welches Potential in dieser großen Auswahl an Nähfüßen liegt, die Nähmaschinenhersteller als Sonderzubehör anbieten. Sie machen das Näherleben so viel einfacher und helfen enorm, den Nähergebnissen ein richtig professionelles Aussehen zu verleihen.

Aber braucht man sie? Ich glaube, selbst ein Profi-Schneider wird auf bestimmte Sonderfüße, wie z.B. einen Nähfuss für nahtverdeckte Reißverschlüsse, nicht verzichten wollen. Und ein Quilter nicht auf einen Patchwork- und einen Obertransportfuss. Jemand, der viel Leder oder Wachstuch näht, hat sehr wahrscheinlich einen Teflonfuss zu Hause. Und so muss dann jeder selbst entscheiden, an welcher Stelle man sich anderweitig behelfen kann, weil man die Nähtechnik nur selten anwendet, und wo es eine enorme Arbeits- und Zeitersparnis ist, sich einen passenden Nähfuss anzuschaffen.

Bei mir war es eingangs nicht mal die Investition, die mich abgeschreckt hat. Eine große Auswahl war ja sogar im Lieferumfang der Maschine enthalten, ich hatte sie also sogar schon zu Hause! Ich hatte schlicht keine Ahnung wie und wofür man sie verwendet.

Aus der mittlerweile recht stattlichen Auswahl meiner Nähfüsse habe ich fünf ausgesucht, die ich besonders praktisch finde und oft nutze. In den nächsten Wochen werde ich Euch jeweils einen davon genauer vorstellen und zeigen, warum sie meine Favoriten sind. Den Anfang macht der Patchworkfuss Nummer 57  bzw. generell die Patchworkfüsse. Bernina Nähfuss 37

Wofür braucht man einen Patchworkfuss? Beim Patchworken wird, so bekloppt sich das anhört, Stoffe in viele kleine Teile zerschnitten um sie dann neu zu arrangieren und wieder zusammenzusetzen. Ich weiß noch genau, wie ich bei meinem ersten Nähmaschinenkauf gefragt wurde ob ich denn auch quilte und eine dementsprechende Maschine bräuchte (ich konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht mal geradeaus nähen) und ich habe die Dame im Laden nur verständnislos angeschaut und gefragt warum man sich denn beim Maschinenkauf über so was Gedanken machen müsse. Wenn man eine Decke genäht hat braucht man doch nicht noch eine! Heute muss ich darüber lachen, denn Patchworken macht süchtig. Es gibt unzählige Muster und Nähtechniken, die immer wieder eine neue Herausforderung sind. Ich könnte die ganze Zeit nur Decken nähen. Und manche Leute tun das auch.

 quilt party watermark

Fotorechte: Crazy Mom Quilts (Auf dem Foto seht Ihr die 91 Decken, die Amanda von Crazy Mom Quilts für den “Eigenbedarf” genäht hat. Ein verrücktes Huhn, im besten Sinne.)

Beim Patchworken geht es um Maßarbeit. Deshalb wird in der Patchwork- und Quiltingwelt ein einheitliches Maß verwendet, nämlich 1/4 Inch. So breit ist immer die Nahtzugabe, völlig egal welches Muster genäht wird. Und je detaillierter ein Schnittmuster ist, desto wichtiger ist die Präzision. starflowercollage

Fotorechte: Jennifer Mathis/ EllisonLane  kostenlose Anleitung über www.sewwequilt.com

Ein Patchworknähfuss (hier der reguläre Patchworkfuss #37) hilft also dabei, dieses Maß genau einzuhalten. Von der mittig gestellten Nadel bis zur linken und rechten Seitenkante sind es exakt 1/4 Inch, also 6mm.

1-4 inch

Wenn man den Stoff an der Innenseite des Fußes entlang führt, näht man mit genau 1/8 Inch. Dieses Maß kommt zwar seltener vor, wird aber auch genutzt. 1-8 inch

Und auch sonst hat der Nähfuss sinnvolle Markierungen: Bernina Nähfuss 37 Markierungen

An der Seite haben alle Patchworkfüsse diese 3 Einkerbungen, alle im Abstand von 1/4 Inch. Wenn man sich daran orientiert kann man ganz präzise um die Ecke nähen. 57 D Bernina

Einfach bis zum vorderen Strich nähen, 57 D Bernina Mrkierungen

Nähfuss anheben, 57 D Bernina Mrkierungen2

den Stoff wenden 57 D Bernina Mrkierungen3
und den Nähfuss wieder senken. IMG_4828
Passt genau.

Besonders nützlich sind diese Markierungen wenn das Quiltbinding angenäht wird: Stoppen, wenn der Nähfuss mit der vorderen Markierung die Ecke erreicht. IMG_4830

Nähfuss anheben und im 45 Grad-Winkel zur Ecke nähen. IMG_4831

Entlang dieser Naht den Stoff falten IMG_4836
und nach oben klappen, IMG_4835
dann an der hinteren Markierung orientieren IMG_4839
und gerade weiternähen. IMG_4842
Wenn das Binding am Ende umgeklappt wird, gelingt so immer eine perfekte Ecke. IMG_4847
Immer. Ohne Ausnahme.

Relativ neu im Sortiment ist der Patchworkfuss #97. Auch er entspricht genau dem 1/4 Inch-Maß Erläuterung Bernina
hat aber zusätzlich noch eine Führungsschiene die hilft, den Stoff gerade an den Fuß heranzuführen. IMG_4858
Ohne Zweifel maximale Präzision. Dank der Führungsschiene sind auch Patchworkteile, die kurvig geschnitten sind, kein Problem.

Im Alltag bin ich beim Patchworkfuss #57 hängengeblieben. Er ist eigentlich für Patchworkanfänger konzipiert worden und hat eine kleine Führungsschiene. Bernina Nähfuss 57
Ich brauche die Führungsschiene zwar eigentlich längst nicht mehr, kann damit aber in höherem Tempo präzise nähen. Wer mal stundenlang Teile zusammengenäht hat, wird diese kleine Vereinfachung zu schätzen wissen.

Alle Nähfüsse sind mit einer Nummer versehen und zusätzlich oft mit einem Buchstaben. Der Buchstabe ist ein Hinweis auf welchen Maschinentyp der jeweilige Nähfuss passt. Ich nutze wo immer erhältlich die D-Variante. Meine Maschine hat einen zuschaltbaren Obertransport, der bei allen D-Nähfüssen funktioniert. Damit wird der Stoff gleichmäßiger transportiert. Die normalen Nähfüsse in meinem Bestand stammen noch von der Vorgängermaschine, passen aber gleichzeitig auch auf die neueren Maschinen. IMG_4848
Um einfach mal auszuprobieren, ob Euch das Patchworken gefällt, braucht ihr sicher keinen Patchworknähfuss. Für den Anfang kann man sich wunderbar mit den Markierungen an der Maschine, Markierungen Maschine
einem Stück Malerkrepp oder Washi-Tape behelfen, dass ihr im richtigen Abstand an die Maschine klebt. Auch ein Küchengummi, einmal stramm um den Arm der Maschine gelegt, funktioniert.

Wer aber Spaß entwickelt und sich an aufwändigere Muster wagen möchte, dem empfehle ich einen Patchworkfuss. Damit wird das Ergebnis deutlich präziser. Das Basismodell hat so gut wie jeder Nähmaschinenhersteller im Programm.

Für alle Nähmaschinenfüße gibt es auf der Internetseite von Bernina ein Video mit einer genauen Anleitung wie und wofür der jeweilige Fuß verwendet wird. Die Videos findet Ihr hier.

GIVEAWAY (sponsored by Bernina) – VERLOSUNG BEREITS GESCHLOSSEN

Den Patchworkfuss #37 oder #57 könnt Ihr gewinnen und zwar passend zu Eurer eigenen Bernina-Maschine. Mit einem Kommentar zu diesem Post seit Ihr automatisch dabei (außer, Ihr schreibt dazu, dass Ihr nicht teilnehmen und nur kommentieren wollt). Es entscheidet wie immer Mr. Random.

Teilnahmesschluss ist Sonntag, der 30. August 2015, 24:00 Uhr

Der Gewinner wird hier bekannt gegeben und zusätzlich per Mail kontaktiert. Viel Glück!

Kommt gut ins Wochenende!
Viele Grüße
Barbara

02/5/15

Nützliches Zubehör {4} Das Jelly Roll-Lineal & Nähen mit Jelly Rolls

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Beim Quilt Market in den USA habe ich ein interessantes Lineal gesehen und gleich mitgenommen, womit sich die Schneidearbeiten für viele Quiltmuster um ein Vielfaches vereinfachen und verkürzen lassen.
Jelly Roll Kona Cotton
Die Breite von 2 1/2 Inch (6,35 cm) ist unter Quiltern ein gängiges Maß. Es ist die Breite eines Jelly-Roll-Streifens (so heißen diese süßen Päckchen mit Streifen aller Farben aus einer Serie, immer 2 1/2 Inch breit bei voller Stoffbreite von 110cm). Mit diesen Streifen kann man eine ganze Menge anstellen und es gibt im Netz unzählige Quiltmuster, kostenfreie und kostenpflichtige, die man mit einer Jelly Roll nachnähen kann.
Jelly Roll Kona Cotton2Jelly Roll Kona Cotton3
Jelly Rolls erfreuen sich aus 3 Gründen großer Beliebtheit: 1. kann man auf einfachem Wege eine ganze Kollektion kaufen und vernähen. Alles Stoffe passen zueinander und man kann einfach loslegen 2. Die Streifen sind bereits geschnitten und damit ist ein gutes Stück der Schneidearbeit im Vorfeld schon präzise erledigt und 3. ist es ein recht kostengünstiger Weg eine Patchworkdecke zu nähen. Eine Jelly Roll kostet gut 50 Euro und daraus kann man die komplette Vorderseite einer großen Decke nähen. Jeder, der schon mal im Laden selbst ein Stoffpaket für eine Decke zusammengestellt hat weiß, dass man da oft deutlich oberhalb von 50 Euro rauskommt. Also: Ein Hoch auf die Jelly Rolls!

Wer sich damit mal etwas mehr befassen möchte findet hier, hier und hier schöne Muster  (und natürlich auch bei Pinterest) und hier, hier oder hier eine gute Auswahl an Jelly Rolls verschiedenster Serien und Hersteller.

Die einfache und schöne Jelly-Roll-Decke ist das Schnittmuster “Jelly Roll Jam” vom Fat Quarter Shop. 2 Decken mit einer Jelly Roll, das ist nicht schlecht. Die ausführliche und kostenfreie Videoanleitung findet Ihr hier.
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Fotorechte: Vanessa Christenson / V & Co.
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Mit dem hier gezeigten Lineal kann man die Vorarbeiten um ein Vielfaches verkürzen und gleichzeitig sehr präzise arbeiten. Denn das ist beim Quilten unerlässlich.
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Das Lineal hat seitliche Führungsschienen. Damit kann ein Stoffstapel während des Zuschneidens nicht verrutschen. Bis zu 12 Streifen können in beliebiger Länge so ganz akkurat auf einmal geschnitten werden. Zu einer Seite hin gerade, auf der anderen Seite mit exaktem 45 Grad-Winkel.
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Zusätzlich kann die Mittelschiene genutzt werden um JellyRoll-Streifen ganz sauber der Länge nach zu halbieren.
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Hergestellt wird das Lineal von PM Quilting und hier gibt es ein Demo-Video dazu. Für alle, die gerne und viel mit Streifen arbeiten eine gute Investition!

Soweit ich weiß hat Grete ein paar Lineale für den Laden mitgebracht. Bei Interesse also einfach rüber zum Stoffsalat hüpfen und eine Email schreiben.

Viele Grüße
Barbara

07/30/14

Nützliches Nähzubehör {#3} Soft and Stable

Diese Woche geht es hier Schlag auf Schlag! Aber bevor ich Euch Soft and Stable by Annie vorstelle ein dickes Dankeschön für Eure vielen und so unglaublich lieben Glückwünsche zum 1. Bloggeburtstag! Danke Euch allen!
Soft and Stable
In der losen Reihe “Nützliches Nähzubehör” stelle ich Euch Produkte und Helferlein vor, die ich irgendwo entdeckt, getestet und für äußerst hilfreich befunden habe. Heute geht es um ein Taschenvlies namens “Soft and Stable“. Und das, soviel vorab, ist für einen Taschennäher wirklich eine Offenbarung.
Manicure Wallet Lottie Da
Das Schönste am Nähen ist, dass man nicht mehr ewig suchen muss, bis man einen Schal, eine Tasche oder ein Kleidungsstück in genau dem Design findet, das man vor dem inneren Auge hat. Man kann sich das Gewünschte kurzerhand selbst nähen und mit ein bisschen Übung gelingt das auch mit einem professionellen Anstrich.

Aber am Taschennähen hat mir ziemlich bald die fehlende Einlage den Spaß an der Sache verdorben. Denn bei näherer Betrachtung und vor allem bei einer Fühlprobe hat man immer den Unterschied gemerkt. Ich habe wirklich eine Menge versucht und jede, wirklich jede der H-Volumenvliese, der S-Schabrackeneinlagen und der Decovileinlagen probiert und auch jede erdenkliche Kombination daraus: Dass Ergebnis war immer dasselbe. Entweder zu weich und ohne Stand, oder steif und zu hart. Mit der Erkenntnis habe ich ab da einen Bogen um alle Taschenschnitte gemacht, die etwas mehr Stand gebrauchen könnten weil mir klar war, dass ich das Ergebnis nicht wirklich mögen würde.

Vor rund einem Jahr habe ich auf Sara Lawsons Blog “Sew Sweetness” zum ersten Mal Taschen gesehen, die jedenfalls auf dem Foto nach einer Haptik aussahen wie die Varianten, die ich mir als Ergebnis wünschen würde. Sie empfiehlt eine Einlage namens “Soft and Stable” die von dem kleinen Label by Annies produziert wird. Dieses You Tube Video, indem sie “Soft and Stable” etwas genauer vorstellt und zeigt wie es sich verhält wenn man es zusammenknüllt, hat mich endgültig überzeugt, dass das die Einlage ist, nach der ich immer gesucht habe.
Soft and Stable Material
Wie sich nach einiger Recherche herausstellte, ist das Vlies mittlerweile in den USA sehr verbreitet und wird in vielen Taschenschnitt-Anleitungen empfohlen. Aber in Europa bzw. in Deutschand habe ich keine Bezugsquelle gefunden.

Nach ein paar Wochen der inneren Einkehr habe ich mich überwunden und trotz der im Verhältnis zum Vlies absurd hohen Versandkosten (ist ja eher sperrig das Zeug!) eine Probepackung bestellt und bin restlos begeistert. Von da an habe ich die liebe Grete vom Stoffsalat belabert und belabert doch bitte größere Mengen zu ordern um endlich eine Bezugsquelle in Deutschland zu haben.
Soft and Stable geknickt
Und weil Grete eben Grete und damit wunderbar ist hat sie es auch getan, was sich als gar nicht so leicht herausstellte. Etwas beschämt habe ich auf Ihrem Blog gelesen was sie damit auf sich genommen hat… Aber – alles für den Dackel, alles für den Club! – Es ist da und für uns alle endlich auf kurzem Wege zu beziehen! Juhuu und D A N K E!!!
Soft and Stable Weekender
Dieser kleine Weekender hat Soft and Stable als Einlage. Die Tasche ist für das Foto nicht gefüllt worden um sie zu stabilisieren, sie ist von sich aus formstabil! Die Tasche zeige ich Euch morgen etwas genauer. Endlich mal wieder etwas für mich, das muss ich zelebrieren!

Noch ein paar Worte zum Vlies selbst: “Soft and Stable” ist genau das, was der Name besagt, weich und gleichzeitig stabil. Es ist ein o,5cm dicker Schaumstoff der sich ganz leicht auf ein Drittel zusammendrücken lässt. Damit lässt es sich optimal vernähen. Es ist glatt in der Oberfläche und richtet sich nach dem eindrücken von selbst wieder auf. Taschen haben damit diesen festen Griff, man hat “etwas in der Hand”.
Soft and Stable Oberfläche
Es lässt sich ganz einfach vernähen und wird genauso breit zugeschnitten wie der Stoff, es macht keine Probleme in der Nahtzugabe wie zum Beispiel Schabrackeneinlagen wie man auf diesen Fotos hoffentlich gut erkennen kann.
Soft and Stable Aufbau
Es ist kein aufbügelbares Vlies sondern es wird befestigt indem man innerhalb der Nahtzugabe den Stoff rund herum feststeppt und dabei den Stoff etwas dehnt damit keine Wellen entstehen. Ich benutze gerne Sprühkleber um den Stoff erst einmal faltenfrei aufzubringen, streiche Wellen zu den Seiten aus und fixiere ihn dann mit einer knappkantigen Naht. Es geht aber auch ohne Sprühkleber. Perfekt wird es dann, wenn man von der Mitte aus etwas dehnt und zur Hilfe nach außen hin ein paar Stecknadeln setzt. Wem eine Falte auf dem Weg herzlich egal ist, der näht einmal rings rum und fertig. Auch damit wird es am Ende eine Tasche.

EDIT: Im Rahmen dieses Tutorials habe ich Bild für Bild erklärt wie man Soft und Stable einnäht.

Bei diesem Maniküre Täschchen, dass ich hier schon mal gezeigt habe, hab ich leider nicht so gut gedehnt. Beim Weekender hätte ich auch noch etwas mehr ziehen können. Aber jetzt hab ich den Dreh raus und bei der Variante der Maniküre-Tasche auf dem Eingangsbild in creme/rosa sieht man wie schön der Stoff anliegt wenn man beim Feststeppen den Stoff ein bisschen zieht.
Snappy Manicure Wallet FrontSnappy Manicure Wallet FIlled
Gerade nähe ich Brotkörbchen und Divided Baskets mit Soft and Stable und bin gespannt auf das Ergebnis.

Ich kann jedem Taschennäher nur empfehlen das Vlies einmal auszuprobieren! Und wer beim Meterpreis von 25 Euro zuckt (die Versand- und Zollabgaben fordern ihren Tribut) dem sei mit auf den Weg gegeben: Das Vlies liegt ganze 147cm breit und hiervon reicht beim Vernähen eine Schicht! Wenn man sich vor Augen führt was meine bisher bevorzugte Kombination für Stand und Volumen bestehend aus H640 innen (90 cm breit, ab 8,20 Euro/Meter), S320 außen (90 cm breit, ab 6,20Euro/Meter) zusammen kostet tut sich das nicht viel.

Auf Wunsch, für alle die einen Versuch mit einer Tasche wagen wollen, gibt es auch einen Zuschnitt mit den Maßen 50 x 73cm für 6,50 Euro oder jedes Maß ab 25cm bei voller Breite zu bestellen bei Stoffsalat.

Für alle, die das Vlies in den USA bestellen wollen: Hier ist der Link zur Seite des Herstellers. Es gibt das Vlies in weiß und schwarz. Die unterschiedlichen Farben der Packungen (rot, blau und grün) geben nur Auskunft über die Größe des Zuschnitts, das Vlies ist immer dasselbe.

Ich bin sehr gespannt welche Erfahrungen Ihr damit macht. Erzählt doch mal!

Viele Grüße
Barbara