10/2/17

Ein Lebenszeichen in Form einer Reisetasche aus Oilskin

Ihr Lieben,

es fühlt sich seltsam an nach so vielen Monaten wieder den Rechner aufzuklappen um einen Blogpost zu schreiben. Und trotzdem sehr vertraut, schließlich habe ich es schon hunderte Male gemacht. Nur eben nicht in letzter Zeit. Vor allem ist es schon ziemlich merkwürdig sich mitten in einer Blogaktion so völlig sang- und klanglos in eine Pause zu verabschieden. So geschehen im Frühjahr, mitten in der Vier-Jahreszeiten-Kissen-Aktion.

Zum Jahreswechsel hatte ich hier über mein emotional und körperlich sehr anstrengendes 2016 geschrieben und auch von meinen beruflichen Neustart erzählt. Auch wenn sich das als eine sehr gute Idee rausgestellt hat, habe ich erst nach ein paar Wochen im neuen Jahr wahrgenommen, wie leer mein Akku eigentlich war und wie dringend ich mich endlich mit voller Aufmerksamkeit um mein körperliches Wohlergehen kümmern musste. Die Erkenntnis ist ja das eine, aber wirklich und nachhaltig die täglichen Routinen so zu verändern, dass sich spürbar etwas ändert, das ist ungleich schwerer.

Und trotzdem habe ich es fertiggebracht an einem Donnerstag im Februar mich erst mental, und dann ganz handfest im Alltag, neu aufzustellen. Denn es hilft ja nichts: Irgendwann muss man an einem” heute” anfangen und nicht immer nur jeden Vorsatz auf “morgen” oder “den nächsten Montag” verschieben. Ich habe mir mehr Schlaf verordnet. Mein Blog trägt nicht umsonst diesen Namen. Ich habe all die Jahre bis in die Nacht rein genäht und habe selten mehr als 5 oder 6 Stunden geschlafen.

Ich habe mein Sportprogramm wieder aufgegriffen bzw. nach einer einjährigen Pause nochmal ganz von vorne angefangen und, der Teil ist mir am schwersten gefallen, meine Ernährung grundlegend umgestellt. Für mich war das ein mentaler Kraftakt und meine Sorge den Fokus zu verlieren hat mich von Anfang an begleitet.

Indem ich diesen Dingen nach meiner Familie und meinem Beruf die größte Priorität eingeräumt habe, war klar, dass andere Dinge, und vor allem die Zeitfresser in meinem Alltag, ab jetzt und für eine lange Zeit hinten anstehen werden. Und so habe ich monatelang nur wenig genäht und gar nicht mehr gebloggt. Lediglich auf Instagram habe ich hier und da noch etwas Genähtes gezeigt.

Nach einigen Monaten in meinem neuen, deutlich bewussteren Leben geht es mir körperlich und mental viel viel besser. Ich bin froh, dass ich so rigoros Veränderungen umgesetzt habe. Wer weiß ob ich es sonst fertig gebracht hätte einen neuen Weg einzuschlagen.

Eine spannende Erfahrung auf dem Weg war, dass auch eine richtige Nähpause (über den Sommer habe ich zum ersten Mal seit Jahren wochenlang gar nicht genäht) der eigenen Kreativität sehr zuträglich sein kann. Ich habe danach Stoffe vernäht die schon lange im Schrank lagen und die ich quasi ein zweites Mal für mich entdeckt habe.

Und auch meinen Schnittmusterbestand und meine Pinterest-Boards habe ich nach Schnitten durchsucht, die ich schon lange einmal nähen wollte aber es irgendwie nie angegangen bin. Dabei bin ich auf diesen Schnitt gestoßen, der schon ewig auf meinem Zettel stand: Der Cargo-Duffle von Noodehead. Es ist ein kostenloser Schnitt der auf der Seite von Robert Kaufman runtergeladen werden kann. Da er in den letzten Jahren schon unzählige Male in Blogspost vorgestellt wurde, habe ich bei meiner Tasche einige der Vorschläge aufgenommen die mir bei anderen gut gefallen haben.

Ich habe meine Tasche zum Beispiel 4 inch breiter genäht als im Schnittmuster angegeben. Damit passt mehr rein und die Wahrscheinlichkeit einer vollgestopften Tasche mit geknittertem Inhalt und einen ständig gespannten und damit ausriss-gefährdeten Reißverschluss minimiert sich. Theoretisch jedenfalls.

Praktisch ist es wahrscheinlich wie mit dem Auto bei jeder Urlaubsfahrt. Der Wagen ist voll. Immer. Völlig gleichgültig wie groß das Auto und die Anzahl der Urlaubstage ist. Man reduziert sich weniger je mehr Platz man zur Verfügung hat. Ich habe sicherheitshalber einen sehr stabilen Reißverschluss eingesetzt. Manchmal hilft es, wenn man sich selbst ganz gut kennt.

Für die Träger habe ich weiches Gurtband statt den im Schnittmuster empfohlenen Stoff verwendet. Ich finde, damit trägt sich die Tasche besser. Zudem knittert Gurtband nicht. Stoff hingegen schon, wenn man ihn immer an der selben Stelle zusammendrückt. Aus rein optischen Gründen habe ich das Gurtband mit einem Stoff-Schrägband eingefasst.

Und zu guter Letzt habe ich die häufigste Abwandlung des Schnittes anderer Näher umgesetzt: Ich habe der Tasche ein Futter verpasst.

Um das Schnittmuster einfach zu halten, hat der eigentliche Schnitt kein Futter und sieht demnach von innen nicht so schön aus. Die offenen Nähte werden im Original mit Schrägband eingefasst was ich dreimal mühsamer finde als ein Futter einzusetzen. Ich habe noch kurz über Innentaschen und veränderte Außentaschen nachgedacht, es dann aber gelassen. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich sie nicht nutze. Da kann ich mir die Mühe sparen.

Wer das Schnittmuster ausprobieren möchte findet den kostenlosen Download hier. Eine Anleitung, wie man der Tasche ein Futter verpasst, findet ihr hier. Und diese sowie diese Taschen zeigt weitere Änderungen, die mir gut gefallen haben, die ich bei meiner Tasche aber nicht umgesetzt habe. Hier und hier gibt es einen Sew Along mit vielen Fotos.

Da ich schon vorher Reisetaschen genäht habe, zum Beispiel die Aeroplane Bag, die bei uns oft und gerne im Einsatz ist, weiß ich, dass solche Taschen beim Beladen des Autos gerne mal davor abgestellt werden und von unten schnell dreckig werden. Das ist ärgerlich. Deshalb habe ich mich diesmal für eine hochwertige und robuste Lösung entschieden. Ich habe Oilskin verwendet. Das ist echtes Wachstuch. Kennt ihr noch die englischen Barbour-Wachsjacken? Solche Jacken werden aus Oilskin genäht. Das Material ist dünn, weich und biegsam mit einer wachsigen Oberfläche, die 100% wasserdicht und damit abwischbar ist.

Ich habe es vor Monaten in die Hände bekommen, als Elsbeth und Ich, unser herrliches Stoffgeschäft hier in Bochum, die ersten Rollen geliefert bekommen hat. Ich war sofort hin und weg. Es vernäht sich ganz wunderbar und viel einfacher als klassisches Wachstuch, dass unter der Nähmaschine stoppt und viel weniger biegsam ist.

Mittlerweile gibt es wegen großer Nachfrage bei Elsbeth und Ich eine schöne Farbauswahl und ich werde ganz sicher noch mehr daraus nähen. Ich denke da an eine Handtasche, einen Shopper oder eine (Männer-)Kosmetiktasche mit Lederakzenten. Genau die richtige Mischung aus schick, sportlich und praktisch.

Die grafischen Stoffe stammen ebenfalls von Elsbeth und Ich, genau wie der stabile Kunststoffreißverschluss in Metalloptik. Das Gurtband habe ich vor Ewigkeiten einmal in Berlin gekauft und das Futter ist wie so oft Soft and Stable von byAnnie’s. Durch das verquilten des Außenstoffs mit dem Soft and Stable erhält die Tasche ihre Form. An der Stelle wäre es allerdings sinnvoll gewesen den Standart-Rat zu befolgen und erstmal das komplette Schnittmuster zu lesen. Dann wäre mir nämlich aufgefallen, dass hier, anders als bei Annies Schnitten, nicht alle Teile vorab gequiltet werden.

Ich bin sicher, dass die Tasche bei uns viel Verwendung finden wird. Die Größe ist für einen Übernachtungsbesuch oder einen Wochenendtrip genau richtig.

Die Stoffe, der Reißverschluss und das Oilskin/gewachste Baumwolle waren ein Geschenk von Elsbeth und Ich. Vielen lieben Dank dafür! Das Material hat es mir wirklich angetan.

Viele Grüße und auf bald! Jetzt, wo ich wieder in meine kleine Ecke des Internets gefunden habe, hoffe ich auf ein baldiges Wiedersehen. Wahrscheinlich weiterhin unregelmäßig, aber ich bin wieder zurück in der Bloggerwelt. Soviel ist sicher. Und das Herbstkissen, das nun schon eine ganze Weile meinen Leseplatz schmückt, müsst Ihr einfach gesehen haben.

Danke für Eure Treue und Geduld mit mir in den letzten Monaten.

Habt einen schönen Feiertag!
Barbara

02/17/17

Zen Chic Inspired Blog Hop – eine Buchvorstellung


In den letzten Jahren habe ich immer häufiger Quilts genäht – große und kleine und das mit zunehmender Freude. Mir macht es einfach wahnsinnig viel Spaß mich da kreativ ausleben. Allgemein gilt Patchworken und Quilten aber als ein ganz schön altbackenes Hobby. Dabei ist die Gruppe der Frauen und Männer beachtlich groß geworden, die sich für dieses Thema begeistern können, es aber moderner umsetzen. Wie immer in der Stoffwelt ging die Entwicklung Richtung moderner Stoffserien vor mehreren Jahren in den USA los, dem Mutterland des Quiltens.

Und die Stoffindustrie hat sich inzwischen bestens auf die modernen Quilter eingestellt und füttert uns Monat für Monat mit mehr Stoffserien und neuen Schnitten, als man überhaupt kaufen, geschweige denn vernähen kann. Ein sehr komfortabler Zustand wie ich finde.

Eine, die diese Entwicklung maßgeblich prägte, ist Brigitte Heitland. Die einzige deutsche Stoffdesignerin, die bisher mit ihrem Label “Zen Chic” den internationalen Durchbruch geschafft hat. Ihre inzwischen 14 Stoffkollektionen für das große Stoffhaus “Moda” stehen für den modernen Stil und sind echte Kassenschlager.

Ich habe Brigitte bisher drei Mal treffen dürfen. Während beider Besuche auf dem Quiltmarket in Houston/Texas (von dort stammen auch die oberen Fotos. Im Herbst 2015 hat sie dort ihre Serie “Flow” und passende Schnittmuster vorgestellt) und einmal in den Niederlanden bei einem Workshop. Und ich bin nicht nur ein großer Fan ihrer Designs, sondern vielleicht noch ein bisschen mehr von der Person dahinter.

Hier ist das Wort “Stoffdesigner” gut aufgehoben. Jede Kollektion ist anders aber immer auf den Punkt. Da steckt schon viel Können in jedem Entwurf. Hier habe ich bereits vor Jahren über Brigitte einen Blogbeitrag geschrieben.

Zum Glück hat Brigitte neben Stoff auch immer Schnittmuster entworfen damit der moderne Quilter auch mit passenden Umsetzungsideen versorgt ist. Auch hier: So ganz anders als alle anderen. Und so schön. Decken, die in ein modernes Zuhause passen. Alle Schnittmuster gibt es als pdf in Ihrem Webshop.

Und endlich gibt es ein Buch dazu: “Zen Chic inspired – A Guide to modern Quilt Design” – ein Quiltbuch der ganz anderen Art. Eines, dass eine Lücke schließt, die trotz der vielen Bücher und Bildbände auf dem Markt ganz klar da war: Ein Buch nämlich mit wertvoller Hilfestellung, wie jeder ein stimmiges Design für seinen eigenen Wohnstil finden kann.

Ich hab das Thema für mich noch nicht so gut im Griff. Wir leben in einem modernen und hellen Zuhause. Ruhige Farben, Holz und viel Licht. Ich will es nicht anders haben. So fühlt es sich für mich richtig an.

Gleichzeitig aber ziehen mich so viele verschiedene Stoffe an und ich nähe etwas daraus. Damit sind die entstandenen Decken vielleicht in sich stimmig, aber für unser Wohn- oder Schlafzimmer sind sie nichts. Sie passen einfach nicht dazu. Deshalb steht auf meiner To-Do-Liste für dieses Jahr noch eine Decke, die sich einfügt, zurücknimmt und damit dauerhaft ein Bleiberecht auf unserer Couch hat.

Dem Buch  “Zen Chic Inspired” merkt man ganz deutlich an, dass hier jemand schreibt, der sich mit Textildesign auskennt. Im ausführlichen ersten Teil geht es darum zu erkennen, welchen Stil und welche Farben einen Raum prägen. Eine kleine Schulung in Sachen Wohnraumgestaltung. Als Erstes gilt es die Farben auszumachen, die in dem Raum zu finden sind um sie (ggf. in Teilen) im eigenen Entwurf wieder aufzunehmen.

Eine riesen Hilfe ist dabei ein sog. “Palette Builder”. Das ist ein Tool, das ein Foto in seine Farbbestandteile zerlegt. So etwas gibt es zum Beispiel auf der Internetseite von Moda. Dort lädt man kostenlos sein Foto des entsprechenden Zimmers hoch und erhält eine Übersicht, welche Farben aus der Moda-Uniserie zu den gefundenen Farben im Bild passen.

Das musste ich natürlich gleich mal mit einem Fotoausschnitt aus unserem Wohnzimmer ausprobieren und das ist das Ergebnis:

Ja, ganz gut getroffen denke ich. Das sind unsere Wohnzimmerfarben.

Die passenden Unis werden sofort zugeordnet. Je nach Bildausschnitt werden die Farben leicht unterschiedlich ausgeworfen, aber dieses Tool hilft ungemein die vorhandenen Farben zu erkennen, oder?

Im zweiten Teil des Buches werden einer Wohnsituation Designvorschläge zugeordnet. So lässt sich gut erkennen welches Quilt-Design einen Wohnstil unterstützt. Hier ein Beispiel aus dem Buch:

Die Nähanleitungen der 12 vorgestellten Entwürfe sind natürlich ebenfalls im Buch enthalten.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sowohl das Moda-Internettool, aber vor allem Brigittes Buch auch Euch eine große Hilfe sein kann ein bißchen genauer zu erforschen, welcher Stil und welche Farben in Euer zu Hause passen. Mir hat es jedenfalls wahnsinnig Spaß gemacht, Quilts mal aus einer ganz anderen Richtung zu planen.

Das Buch “Zen Chic Inspired” durfte ich Euch im Rahmen des Blog-Hops vorstellen. Es wurde mit vom Martingale-Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Wer jetzt Interesse an dem Thema gefunden hat ist herzlich eingeladen, sich bei meinen Mitstreiterinnen, die bereits darüber geschrieben haben, umzuschauen:

15. Februar —> Julia of fine fabric
18. Februar —> Grete von Stoffsalat

19. Februar —> Brigitte, Zen Chic

Das Buch führt mittlerweile in den USA die Amazon-Bestsellerliste für diesen Themenbereich an (völlig zurecht natürlich) und kann in Deutschland vorbestellt werden. Es erscheint in englischer Sprache. Von mir eine klare Kaufempfehlung. Mir gefällt das Buch und vor allem die Idee dahinter wahnsinnig gut! Alternativ kann das Buch natürlich auch beim Buchhändler vor Ort gekauft werden. Grete von Stoffsalat, die morgen ebenfalls teil der Blogtour sein wird, bietet sogar signierte Bücher in ihrem Laden an.

Spannend fand ich im Übrigen auch, das im Buch so gut wie nur mit Uni-Stoffen gearbeitet wird. Denn mit diesem Thema geht es dann ganz bald hier im Blog weiter. Der Sommer steht an! Jedenfalls, was mein Jahreszeitenprojekt angeht.

Kommt gut ins Wochenende!

Viele Grüße
Barbara

02/3/17

Frühling lässt sein blaues Band…. oder meine liebsten Frühlingsfarben vereint in einem Kissen


Wie in meinem letzten Blogpost schon erzählt habe, durfte ich mir ein Fat Quarter Paket mit 24 wunderschönen Unis  von Art Gallery zusammenstellen. Dieses Paket habe ich wiederum in 4 Jahreszeiten unterteilt und gemeinsam mit Grete für jede Jahreszeit Kissen daraus genäht. Wenn wir Euch alle Kissen vorgestellt haben wird es das komplette Fat Quarter Paket für Euch zu gewinnen geben. Ein riesig toller Gewinn, gesponsert vom Stoffsalat! Dazu mehr, wenn ich Euch den Sommer und Herbst in Kissenform gezeigt habe.

Nachdem ich Euch vor ein paar Tage meine Winterfarben und -Kissen vorgestellt habe (an der Stelle vielen Dank für Eure tollen Kommentare dazu!) ist nun der Frühling dran.

Wenn ich an Frühlingsfarben denke, dann sind es automatisch Pastelltöne. Leuchtende, aber sanfte Farben kommen mir in den Sinn. Und ein kräftiges, strahlendes Grün. Auch hier habe ich mit Moodboards versucht meine Stimmung in Bildern einzufangen. Die Bilder sind alle bei Pinterest auf einem Board abgelegt.

Das Nähen eines Frühlingskissens hat Grete übernommen. Als Meisterin des Freihandquiltens hat ihr Kissen eine wunderschöne Textur erhalten.

Ich wünschte, ich könnte sowas auch einfach so aus dem Handgelenk. Nicht, dass sie nicht schon geduldig versucht hätte es mir beizubringen.

Und auch Ihr Makerist-Kurs dazu ist eine riesen Hilfe für jeden Quilteinsteiger. Denn mit geschickten Übungen (und vor allem regelmäßigem Üben, daran hapert es bei mir) kann das jeder lernen.

Meine 6 Frühjahrsfarben sind also diese hier:
Die Farben heißen (von oben nach unten):

Quartz Pink (rosa), Sweet Mint (ein grünstichiger Mintton), Lemonate (leuchtendes Grün), Coral Reef (ein zartes Korallenrot), Crystal Pink (Babyrosa) und Icy Mint (zartes Eisblau). Der Hintergrungstoff ist Snow (Reinweiß). Besonders Icy Mint und Lemonate verwende ich häufig. Das sind zwei besonders schöne Farbtöne.

In diesen Frühlingsmix passen übrigens wunderbar gelb- und zarte Orangetöne. Mit einer Farbkarte in der Hand lassen sich passende Unis viel besser aussuchen. Eine gute Investition, die vor vielen Fehlkäufen schützt, besonders für Online-Käufer.

Und? Frühlingsgefühle geweckt? Welche sind Eure persönlichen Frühlingsfarben?

Viele Grüße
Barbara

∼ Er ist’s ∼

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike (1804 – 1875)

01/29/17

Vier Jahreszeiten, vier Stoffpakete und zwei Kissen für den Winter

Ende November haben Grete und ich eine Verlosung für Euch ausgeheckt, die eigentlich schon im Dezember über die Bühne gehen sollte. Da sie aber etwas aufwändiger geworden ist startet sie erst heute. Aber im Grunde ist das ja wurscht.

Die (ich kann es nicht oft genug sagen) großartige Grete, hat mir die Wahl eines Gewinns für Euch überlassen. Und die Entscheidung war ruck-zuck getroffen: Meine Lieblingsfarben der so wunderschönen Art Gallery “Pure Elements” in einem Fat Quarter Paket! Seit Kurzem führt der Stoffsalat alle verfügbaren Farben.

Warum gerade diese? Ich liebe Uni-Stoffe. Ich kann es nicht oft genug schreiben. Sie sind das Grundgerüst meines Nähens. Sie lassen andere Stoffe hervortreten, neutralisieren wilde Muster und eine Paspel hier, ein Streifen da, wertet so gut wie jedes Nähprojekt auf. Sie sind sich aber auch selbst genug und reine Uni-Projekte ein riesen Trend in der Patchworkszene. Kurzum: Ich bin davon überzeugt, dass jede von Euch damit etwas anfangen kann.

Warum die “Pure Elements”? Wer schon einmal einen Baumwollstoff von Art Gallery in der Hand hatte weiß, dass sie sich viel feiner und leichter anfühlen als die klassischen Baumwollstoffe für Patchworker. Sie sind allesamt auch für Kleidung geeignet und haben eine sagenhafte Farbtiefe und Leuchtkraft.
(Dieser wunderbar winterliche Apfelkuchen stammt aus dem neuen Buch meiner Schwester “Gesund Backen ist Liebe”, im Buchhandel oder hier erhältlich)

Das Sortiment ist mit knapp über 70 Farben eher klein. Und trotzdem ist es mir schwer gefallen meine 24 Lieblinge zu bestimmen.

Mit so einer Denksportaufgabe habe ich dann ein bisschen zu tun. Ich bin also mal tief in mich gegangen und habe überlegt, welche Farben ich sehr regelmäßig benutze und welche mich immer wieder anziehen. Das Ganze habe ich dann versucht so abzurunden, dass die Stoffe untereinander in sehr vielen Kombinationen zu einander passen.

Zuletzt meinte Grete, wir könnten doch etwas für Euch daraus nähen. Dafür haben wir uns dann extra in ihrem Laden zum Nähen verabredet. Dafür ist mir ja im Grunde jeder Vorwand recht. Und auf dem Weg dahin dachte ich mir: Nee, Barbara, Du würdest für Dich nie so viele unterschiedliche Farben in einem Projekt vernähen.

Und so kamen wir auf das, was es jetzt auf ein paar Blogpost verteilt für Euch zu sehen und später zu gewinnen gibt: Ich habe “mein” Fat Quarter Paket in 4 Pakete zerlegt. Und zwar nach Jahreszeiten.

Die Jahreszeiten haben Grete und ich unter uns aufgeteilt und jeweils Kissen genäht um Euch eine Vorstellung davon zu geben, wie die Farben miteinander aussehen. Ich hatte vorgegeben, dass wir alle Kissen im Format 50x 50cm nähen und nur die Unis aus dem jeweiligen Jahreszeitenpaket verwenden. Wie ihr seht habe ich mich im Gegensatz zu Grete weder an das eine, noch an das andere Vorgabe gehalten. Hoppala.

Jeweils 6 Farben symbolisieren für mich eine Jahreszeit. Los geht es heute mit dem Winter. Damit ihr eine grobe Vorstellung davon bekommt was ich bei der jeweiligen Farbzusammenstellung im Sinn hatte, habe ich sog. Moodboards erstellt. Das sind Collagen mit Bildern, die versuchen mein Gefühl mit Hilfe von Bildern sichtbar zu machen. Für die Links zu den Originalfotos, die ich vorrangig auf Pinterest gefunden habe, habe ich dort Pinnwände angelegt.

Der Winter besteht aus den Monaten Dezember, Januar und Februar. Dezember steht auch bei mir ganz im Zeichen von Weihnachten. Ich mag klassisches Tannengrün, Weiß, kräftiges Rot  – die klassischen Weihnachtsfarben. Aber spätestens nach Silvester wandert die komplette Dekoration wieder in den Keller und auch der Tannenbaum zieht aus. Bleiben noch zwei Monate des Winters über, die auch eine kuschelige Deko verdient haben.

Also habe ich mich an Töne gehalten, die mich auch durch den Januar und Februar begleiten dürfen. Meine Winterfarben.

Genäht habe ich daraus eine Patchwork-Schneeflocke. Genau meine Farben und sehr passend zu den übrigen Textilien meiner Récamière, meinem Leseplatz im Schlafzimmer.

Wie man so ein Kissen näht zeigt Amanda von “Crazy Mom Quilts” sehr ausführlich und gut bebildert auf ihrem Blog. Die Anleitung ist auf englisch und kostenlos.

Wie man ein Kissen mit einem verdeckten Reißverschluss schließt habe ich hier schon einmal gezeigt. Eine weitere Anleitung gibt es auf dem Blog von Martina / Frau Machwerk.

Ich habe das Kissen mit graden Linien außen gequiltet und habe mich innen an den Sternen orientiert. Das Quilten erhöht die Stabilität und gibt dem Stern eine schöne Struktur.

Das zweite Kissen ist nach dem Schnittmuster “Tall Tall Trees” von nanaCompany/ Amy Sinibaldi genäht. Diese Anleitung kann man über etsy als pdf kaufen.

Beim Zusammensetzen der Baumreihe hat sich dann auch gleich gerächt, dass wir dabei die ganze Zeit gequatscht haben. So stehen zwei sehr ähnliche Bäume nebeneinander. Aber das soll’s. Zur Abwechslung habe ich einen Baum in Patchworkstoffen eingestreut und als Binding einen schräg laufenden Streifenstoff verwendet.

Dieser hier ist ein Schatz aus einer alten Bonnie & Camille Kollektion (hat noch jemand was abzugeben? Er fehlt mir jetzt schon. Der Stoff ist aus der “Daysail”-Kollektion und im Handel nicht mehr erhältlich).

In letzter Zeit habe ich alle Quilts und Kissen mit solchen Schrägstreifen eingefasst. Mir gefällt das sehr.

Die 6 Farben meines Winterpakets heißen (von oben nach unten) : Mauvelous (Mauve, helles Flieder), “Spiceberry” (Beere), Snow (Reinweiß), “Mystic Grey” (helles Grau, der Hintergrundstoff des Kissens), “Ash” (dunkles Grau) und “Nocturnal” (Dunkelblau).

Nach dem Winter kommt ja bekanntlich der Frühling. Nähtechnisch hat Grete ihn übernommen. Ihr sagenhaft gequiltetes Kissen seht ihr dann demnächst an dieser Stelle.

Die Verlosung des kompletten 24-teiligen Fat Quarter Pakets folgt dann nachdem ihr alle Jahreszeiten und unsere Kissen dazu gesehen habt.

Und? Wie sieht Euer Winter aus?

Viele Grüße
Barbara

12/4/16

Für die, die mir am Herzen liegen

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Ich und Patchworken. Irgendwie läuft das ganz anders als bei anderen Leuten. Nur zwei aller bisher genähten Decken habe ich in einem Rutsch zugeschnitten, genäht, gequiltet und ihr direkt danach ein Binding verpasst. Und das auch nur, weil in beiden Fällen Weihnachten vor der Tür stand und ich damit keine Wahl hatte.
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Der Normalfall ist, dass diese 4 Stufen mindestens Wochen, aber auch mal Jahre auseinanderliegen. Wie in diesem Fall. Und ich kann absolut nicht sagen woran das liegt. Immer wieder stapeln sich die halbfertigen Decken und der Stapel liegt und liegt.
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Und doch ist diese Decke in diesem Sommer endlich fertig geworden. Zum Glück. Gedacht war sie mal als Babydecke für eine Freundin aus England. Die Kleine geht aber mittlerweile in den Kindergarten und ihr jetzt eine Krabbeldecke zu schenken wäre dann doch ein wenig sonderbar.
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Zwischenzeitlich war ich total unglücklich mit dem Ergebnis. Beim Zusammennähen (oder schon beim Zuschneiden?) muss ich geschlampt haben und so sitzen die Nähte nicht gerade top. Und dann sind beim Heften auch noch Falten reingekommen.
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Zu guter Letzt musste ich meinen ersten Quiltversuch, nämlich gerade Linien sternförmig ab der Mitte, wieder auftrennen. Das hat mir gar nicht gefallen und war so knubbelig in der Mitte. Und wer das Quilten für einen aufwändigen Prozess hält, dem ist bisher nur das Auftrennen desselbigen erspart geblieben…

Nachdem ich das Ding also innerlich schon abgeschrieben hatte, gab mir die liebe Carola den Tipp, dann doch wenigstens ein neues Quiltmuster auszuprobieren. Wenn dann was schief geht tut es wenigstens nicht so weh.
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Ein weiterer Tipp von ihr war ein Chevron-Muster zu verwenden. (Danke nochmal! Das gefällt mir super-gut!) und so habe ich es dann auch gemacht. In einer Ecke bin ich dann auch tatsächlich verrutscht. Aber es war ja zu dem Zeitpunkt schon eine offizielle Übungsdecke.
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Bis dahin war der eigentliche Plan, das Übungsstück anschließend dem Hund zu vermachen. Aber da hatten meine Mädels mächtig was dagegen. Die interessieren nämlich schiefe Nähte nicht die Bohne.

Sie lieben das große Herz vorne und die kuschelweiche Flanellrückseite und so wurde diese Decke unser ständiger Begleiter im Sommerurlaub in Tirol.
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Picknicks, Nickerchen im Garten, zum untätig Herumliegen am Bergsee oder zum Einkuscheln wenn es abends frischer wurde. Und die Decke war immer dabei.

Das Gute an dieser Decke ist nämlich, dass sie dreckig werden darf. Das wäre sie beim Hund ja auch geworden.

Vielleicht sollte ich von jetzt an jede Decke mit der Absicht nähen sie dem Hund zu vermachen. So werden sie nämlich bei und viel mehr genutzt! Und dafür ist ein Quilt schließlich da.
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Leider zu spät für diese Decke habe ich die Bloc Loc Ruler kennengelernt. Die wären eine riesige Hilfe gewesen und hätten mir sehr wahrscheinlich die krummen Nähte im Quilttop erspart.
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Diese Lineale sind gedacht, um z.B. Half Square Triangles, also aneinandergenähte Dreiecke anschließend wieder zu einem maßgenauen Quadrat zu schneiden.
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Das Besondere daran ist die Einkerbung in der Mitte, die automatisch an der Naht einrastet und das zuschneiden so schnell und präzise macht. Kann ich sehr empfehlen.

Die Bloc Loc Lineale gibt es in mehreren Größen. Das hier ist das Größte. Damit kann man alle Varianten bis zum Maß 6.5 x 6.5 inch schneiden.
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Grete hat dazu ein Video gemacht, falls Ihr sehen wollt wie genau das funktioniert:

Zur Decke:
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Das Schnittmuster heißt “I Heart you” von Vanessa Christenson und als pdf hier erhältlich (Anleitung auf englisch)
Die Stoffe sind Ombre-Stoffe, ebenfalls von V & Co. für Moda. Meine stammen noch aus ihrer früheren Kollektion, mittlerweile sind sie dauerhaft in verschiedenen Farben erhältlich. Diese hier enspricht “Hot Pink”.

Einen ähnlichen Effekt erzielt man, indem man ca. 6 verschiedene Unis im Farbverlauf mischt.
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Der weiße Kombistoff ist Moda Bella Solid White Bleached. Die Rückseite ist ein Flanell von Riley Blake namens Honeycomb Dots. Flanellstoffe sind perfekt für Quiltrückseiten. So kuschelweich!
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Der Stoff für das Binding stammt aus Sweetwaters letzter Weihnachtskollektion, “Hollys Tree Farm“. Ganz ähnliche Streifen gibt es in den Kollektionen von Bonnie & Camille oder Lella Boutique. Sie sehen als Binding einfach toll aus.
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Ich wünsche Euch einen wunderschönen zweiten Advent!

Zu Nikolaus sehrn wir uns dann hier wieder. Und glaubt mir, das Vorbeischauen lohnt sich! Ich bin schon ganz aufgeregt…
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Viele Grüsse
Barbara

P.S. Falls Euch diese sommerlichen Bilder in der Adventszeit etwas irritieren: Die Bilder stammen aus dem August und den Text habe ich im September geschrieben. Da sollte dieser Post eigentlich veröffentlicht werden. Jetzt habe ich ihn halbfertig wiedergefunden und gedacht: Besser spät als nie.