02/17/17

Zen Chic Inspired Blog Hop – eine Buchvorstellung


In den letzten Jahren habe ich immer häufiger Quilts genäht – große und kleine und das mit zunehmender Freude. Mir macht es einfach wahnsinnig viel Spaß mich da kreativ ausleben. Allgemein gilt Patchworken und Quilten aber als ein ganz schön altbackenes Hobby. Dabei ist die Gruppe der Frauen und Männer beachtlich groß geworden, die sich für dieses Thema begeistern können, es aber moderner umsetzen. Wie immer in der Stoffwelt ging die Entwicklung Richtung moderner Stoffserien vor mehreren Jahren in den USA los, dem Mutterland des Quiltens.

Und die Stoffindustrie hat sich inzwischen bestens auf die modernen Quilter eingestellt und füttert uns Monat für Monat mit mehr Stoffserien und neuen Schnitten, als man überhaupt kaufen, geschweige denn vernähen kann. Ein sehr komfortabler Zustand wie ich finde.

Eine, die diese Entwicklung maßgeblich prägte, ist Brigitte Heitland. Die einzige deutsche Stoffdesignerin, die bisher mit ihrem Label “Zen Chic” den internationalen Durchbruch geschafft hat. Ihre inzwischen 14 Stoffkollektionen für das große Stoffhaus “Moda” stehen für den modernen Stil und sind echte Kassenschlager.

Ich habe Brigitte bisher drei Mal treffen dürfen. Während beider Besuche auf dem Quiltmarket in Houston/Texas (von dort stammen auch die oberen Fotos. Im Herbst 2015 hat sie dort ihre Serie “Flow” und passende Schnittmuster vorgestellt) und einmal in den Niederlanden bei einem Workshop. Und ich bin nicht nur ein großer Fan ihrer Designs, sondern vielleicht noch ein bisschen mehr von der Person dahinter.

Hier ist das Wort “Stoffdesigner” gut aufgehoben. Jede Kollektion ist anders aber immer auf den Punkt. Da steckt schon viel Können in jedem Entwurf. Hier habe ich bereits vor Jahren über Brigitte einen Blogbeitrag geschrieben.

Zum Glück hat Brigitte neben Stoff auch immer Schnittmuster entworfen damit der moderne Quilter auch mit passenden Umsetzungsideen versorgt ist. Auch hier: So ganz anders als alle anderen. Und so schön. Decken, die in ein modernes Zuhause passen. Alle Schnittmuster gibt es als pdf in Ihrem Webshop.

Und endlich gibt es ein Buch dazu: “Zen Chic inspired – A Guide to modern Quilt Design” – ein Quiltbuch der ganz anderen Art. Eines, dass eine Lücke schließt, die trotz der vielen Bücher und Bildbände auf dem Markt ganz klar da war: Ein Buch nämlich mit wertvoller Hilfestellung, wie jeder ein stimmiges Design für seinen eigenen Wohnstil finden kann.

Ich hab das Thema für mich noch nicht so gut im Griff. Wir leben in einem modernen und hellen Zuhause. Ruhige Farben, Holz und viel Licht. Ich will es nicht anders haben. So fühlt es sich für mich richtig an.

Gleichzeitig aber ziehen mich so viele verschiedene Stoffe an und ich nähe etwas daraus. Damit sind die entstandenen Decken vielleicht in sich stimmig, aber für unser Wohn- oder Schlafzimmer sind sie nichts. Sie passen einfach nicht dazu. Deshalb steht auf meiner To-Do-Liste für dieses Jahr noch eine Decke, die sich einfügt, zurücknimmt und damit dauerhaft ein Bleiberecht auf unserer Couch hat.

Dem Buch  “Zen Chic Inspired” merkt man ganz deutlich an, dass hier jemand schreibt, der sich mit Textildesign auskennt. Im ausführlichen ersten Teil geht es darum zu erkennen, welchen Stil und welche Farben einen Raum prägen. Eine kleine Schulung in Sachen Wohnraumgestaltung. Als Erstes gilt es die Farben auszumachen, die in dem Raum zu finden sind um sie (ggf. in Teilen) im eigenen Entwurf wieder aufzunehmen.

Eine riesen Hilfe ist dabei ein sog. “Palette Builder”. Das ist ein Tool, das ein Foto in seine Farbbestandteile zerlegt. So etwas gibt es zum Beispiel auf der Internetseite von Moda. Dort lädt man kostenlos sein Foto des entsprechenden Zimmers hoch und erhält eine Übersicht, welche Farben aus der Moda-Uniserie zu den gefundenen Farben im Bild passen.

Das musste ich natürlich gleich mal mit einem Fotoausschnitt aus unserem Wohnzimmer ausprobieren und das ist das Ergebnis:

Ja, ganz gut getroffen denke ich. Das sind unsere Wohnzimmerfarben.

Die passenden Unis werden sofort zugeordnet. Je nach Bildausschnitt werden die Farben leicht unterschiedlich ausgeworfen, aber dieses Tool hilft ungemein die vorhandenen Farben zu erkennen, oder?

Im zweiten Teil des Buches werden einer Wohnsituation Designvorschläge zugeordnet. So lässt sich gut erkennen welches Quilt-Design einen Wohnstil unterstützt. Hier ein Beispiel aus dem Buch:

Die Nähanleitungen der 12 vorgestellten Entwürfe sind natürlich ebenfalls im Buch enthalten.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sowohl das Moda-Internettool, aber vor allem Brigittes Buch auch Euch eine große Hilfe sein kann ein bißchen genauer zu erforschen, welcher Stil und welche Farben in Euer zu Hause passen. Mir hat es jedenfalls wahnsinnig Spaß gemacht, Quilts mal aus einer ganz anderen Richtung zu planen.

Das Buch “Zen Chic Inspired” durfte ich Euch im Rahmen des Blog-Hops vorstellen. Es wurde mit vom Martingale-Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Wer jetzt Interesse an dem Thema gefunden hat ist herzlich eingeladen, sich bei meinen Mitstreiterinnen, die bereits darüber geschrieben haben, umzuschauen:

15. Februar —> Julia of fine fabric
18. Februar —> Grete von Stoffsalat

19. Februar —> Brigitte, Zen Chic

Das Buch führt mittlerweile in den USA die Amazon-Bestsellerliste für diesen Themenbereich an (völlig zurecht natürlich) und kann in Deutschland vorbestellt werden. Es erscheint in englischer Sprache. Von mir eine klare Kaufempfehlung. Mir gefällt das Buch und vor allem die Idee dahinter wahnsinnig gut! Alternativ kann das Buch natürlich auch beim Buchhändler vor Ort gekauft werden. Grete von Stoffsalat, die morgen ebenfalls teil der Blogtour sein wird, bietet sogar signierte Bücher in ihrem Laden an.

Spannend fand ich im Übrigen auch, das im Buch so gut wie nur mit Uni-Stoffen gearbeitet wird. Denn mit diesem Thema geht es dann ganz bald hier im Blog weiter. Der Sommer steht an! Jedenfalls, was mein Jahreszeitenprojekt angeht.

Kommt gut ins Wochenende!

Viele Grüße
Barbara

02/3/17

Frühling lässt sein blaues Band…. oder meine liebsten Frühlingsfarben vereint in einem Kissen


Wie in meinem letzten Blogpost schon erzählt habe, durfte ich mir ein Fat Quarter Paket mit 24 wunderschönen Unis  von Art Gallery zusammenstellen. Dieses Paket habe ich wiederum in 4 Jahreszeiten unterteilt und gemeinsam mit Grete für jede Jahreszeit Kissen daraus genäht. Wenn wir Euch alle Kissen vorgestellt haben wird es das komplette Fat Quarter Paket für Euch zu gewinnen geben. Ein riesig toller Gewinn, gesponsert vom Stoffsalat! Dazu mehr, wenn ich Euch den Sommer und Herbst in Kissenform gezeigt habe.

Nachdem ich Euch vor ein paar Tage meine Winterfarben und -Kissen vorgestellt habe (an der Stelle vielen Dank für Eure tollen Kommentare dazu!) ist nun der Frühling dran.

Wenn ich an Frühlingsfarben denke, dann sind es automatisch Pastelltöne. Leuchtende, aber sanfte Farben kommen mir in den Sinn. Und ein kräftiges, strahlendes Grün. Auch hier habe ich mit Moodboards versucht meine Stimmung in Bildern einzufangen. Die Bilder sind alle bei Pinterest auf einem Board abgelegt.

Das Nähen eines Frühlingskissens hat Grete übernommen. Als Meisterin des Freihandquiltens hat ihr Kissen eine wunderschöne Textur erhalten.

Ich wünschte, ich könnte sowas auch einfach so aus dem Handgelenk. Nicht, dass sie nicht schon geduldig versucht hätte es mir beizubringen.

Und auch Ihr Makerist-Kurs dazu ist eine riesen Hilfe für jeden Quilteinsteiger. Denn mit geschickten Übungen (und vor allem regelmäßigem Üben, daran hapert es bei mir) kann das jeder lernen.

Meine 6 Frühjahrsfarben sind also diese hier:
Die Farben heißen (von oben nach unten):

Quartz Pink (rosa), Sweet Mint (ein grünstichiger Mintton), Lemonate (leuchtendes Grün), Coral Reef (ein zartes Korallenrot), Crystal Pink (Babyrosa) und Icy Mint (zartes Eisblau). Der Hintergrungstoff ist Snow (Reinweiß). Besonders Icy Mint und Lemonate verwende ich häufig. Das sind zwei besonders schöne Farbtöne.

In diesen Frühlingsmix passen übrigens wunderbar gelb- und zarte Orangetöne. Mit einer Farbkarte in der Hand lassen sich passende Unis viel besser aussuchen. Eine gute Investition, die vor vielen Fehlkäufen schützt, besonders für Online-Käufer.

Und? Frühlingsgefühle geweckt? Welche sind Eure persönlichen Frühlingsfarben?

Viele Grüße
Barbara

∼ Er ist’s ∼

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike (1804 – 1875)

01/29/17

Vier Jahreszeiten, vier Stoffpakete und zwei Kissen für den Winter

Ende November haben Grete und ich eine Verlosung für Euch ausgeheckt, die eigentlich schon im Dezember über die Bühne gehen sollte. Da sie aber etwas aufwändiger geworden ist startet sie erst heute. Aber im Grunde ist das ja wurscht.

Die (ich kann es nicht oft genug sagen) großartige Grete, hat mir die Wahl eines Gewinns für Euch überlassen. Und die Entscheidung war ruck-zuck getroffen: Meine Lieblingsfarben der so wunderschönen Art Gallery “Pure Elements” in einem Fat Quarter Paket! Seit Kurzem führt der Stoffsalat alle verfügbaren Farben.

Warum gerade diese? Ich liebe Uni-Stoffe. Ich kann es nicht oft genug schreiben. Sie sind das Grundgerüst meines Nähens. Sie lassen andere Stoffe hervortreten, neutralisieren wilde Muster und eine Paspel hier, ein Streifen da, wertet so gut wie jedes Nähprojekt auf. Sie sind sich aber auch selbst genug und reine Uni-Projekte ein riesen Trend in der Patchworkszene. Kurzum: Ich bin davon überzeugt, dass jede von Euch damit etwas anfangen kann.

Warum die “Pure Elements”? Wer schon einmal einen Baumwollstoff von Art Gallery in der Hand hatte weiß, dass sie sich viel feiner und leichter anfühlen als die klassischen Baumwollstoffe für Patchworker. Sie sind allesamt auch für Kleidung geeignet und haben eine sagenhafte Farbtiefe und Leuchtkraft.
(Dieser wunderbar winterliche Apfelkuchen stammt aus dem neuen Buch meiner Schwester “Gesund Backen ist Liebe”, im Buchhandel oder hier erhältlich)

Das Sortiment ist mit knapp über 70 Farben eher klein. Und trotzdem ist es mir schwer gefallen meine 24 Lieblinge zu bestimmen.

Mit so einer Denksportaufgabe habe ich dann ein bisschen zu tun. Ich bin also mal tief in mich gegangen und habe überlegt, welche Farben ich sehr regelmäßig benutze und welche mich immer wieder anziehen. Das Ganze habe ich dann versucht so abzurunden, dass die Stoffe untereinander in sehr vielen Kombinationen zu einander passen.

Zuletzt meinte Grete, wir könnten doch etwas für Euch daraus nähen. Dafür haben wir uns dann extra in ihrem Laden zum Nähen verabredet. Dafür ist mir ja im Grunde jeder Vorwand recht. Und auf dem Weg dahin dachte ich mir: Nee, Barbara, Du würdest für Dich nie so viele unterschiedliche Farben in einem Projekt vernähen.

Und so kamen wir auf das, was es jetzt auf ein paar Blogpost verteilt für Euch zu sehen und später zu gewinnen gibt: Ich habe “mein” Fat Quarter Paket in 4 Pakete zerlegt. Und zwar nach Jahreszeiten.

Die Jahreszeiten haben Grete und ich unter uns aufgeteilt und jeweils Kissen genäht um Euch eine Vorstellung davon zu geben, wie die Farben miteinander aussehen. Ich hatte vorgegeben, dass wir alle Kissen im Format 50x 50cm nähen und nur die Unis aus dem jeweiligen Jahreszeitenpaket verwenden. Wie ihr seht habe ich mich im Gegensatz zu Grete weder an das eine, noch an das andere Vorgabe gehalten. Hoppala.

Jeweils 6 Farben symbolisieren für mich eine Jahreszeit. Los geht es heute mit dem Winter. Damit ihr eine grobe Vorstellung davon bekommt was ich bei der jeweiligen Farbzusammenstellung im Sinn hatte, habe ich sog. Moodboards erstellt. Das sind Collagen mit Bildern, die versuchen mein Gefühl mit Hilfe von Bildern sichtbar zu machen. Für die Links zu den Originalfotos, die ich vorrangig auf Pinterest gefunden habe, habe ich dort Pinnwände angelegt.

Der Winter besteht aus den Monaten Dezember, Januar und Februar. Dezember steht auch bei mir ganz im Zeichen von Weihnachten. Ich mag klassisches Tannengrün, Weiß, kräftiges Rot  – die klassischen Weihnachtsfarben. Aber spätestens nach Silvester wandert die komplette Dekoration wieder in den Keller und auch der Tannenbaum zieht aus. Bleiben noch zwei Monate des Winters über, die auch eine kuschelige Deko verdient haben.

Also habe ich mich an Töne gehalten, die mich auch durch den Januar und Februar begleiten dürfen. Meine Winterfarben.

Genäht habe ich daraus eine Patchwork-Schneeflocke. Genau meine Farben und sehr passend zu den übrigen Textilien meiner Récamière, meinem Leseplatz im Schlafzimmer.

Wie man so ein Kissen näht zeigt Amanda von “Crazy Mom Quilts” sehr ausführlich und gut bebildert auf ihrem Blog. Die Anleitung ist auf englisch und kostenlos.

Wie man ein Kissen mit einem verdeckten Reißverschluss schließt habe ich hier schon einmal gezeigt. Eine weitere Anleitung gibt es auf dem Blog von Martina / Frau Machwerk.

Ich habe das Kissen mit graden Linien außen gequiltet und habe mich innen an den Sternen orientiert. Das Quilten erhöht die Stabilität und gibt dem Stern eine schöne Struktur.

Das zweite Kissen ist nach dem Schnittmuster “Tall Tall Trees” von nanaCompany/ Amy Sinibaldi genäht. Diese Anleitung kann man über etsy als pdf kaufen.

Beim Zusammensetzen der Baumreihe hat sich dann auch gleich gerächt, dass wir dabei die ganze Zeit gequatscht haben. So stehen zwei sehr ähnliche Bäume nebeneinander. Aber das soll’s. Zur Abwechslung habe ich einen Baum in Patchworkstoffen eingestreut und als Binding einen schräg laufenden Streifenstoff verwendet.

Dieser hier ist ein Schatz aus einer alten Bonnie & Camille Kollektion (hat noch jemand was abzugeben? Er fehlt mir jetzt schon. Der Stoff ist aus der “Daysail”-Kollektion und im Handel nicht mehr erhältlich).

In letzter Zeit habe ich alle Quilts und Kissen mit solchen Schrägstreifen eingefasst. Mir gefällt das sehr.

Die 6 Farben meines Winterpakets heißen (von oben nach unten) : Mauvelous (Mauve, helles Flieder), “Spiceberry” (Beere), Snow (Reinweiß), “Mystic Grey” (helles Grau, der Hintergrundstoff des Kissens), “Ash” (dunkles Grau) und “Nocturnal” (Dunkelblau).

Nach dem Winter kommt ja bekanntlich der Frühling. Nähtechnisch hat Grete ihn übernommen. Ihr sagenhaft gequiltetes Kissen seht ihr dann demnächst an dieser Stelle.

Die Verlosung des kompletten 24-teiligen Fat Quarter Pakets folgt dann nachdem ihr alle Jahreszeiten und unsere Kissen dazu gesehen habt.

Und? Wie sieht Euer Winter aus?

Viele Grüße
Barbara

12/4/16

Für die, die mir am Herzen liegen

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Ich und Patchworken. Irgendwie läuft das ganz anders als bei anderen Leuten. Nur zwei aller bisher genähten Decken habe ich in einem Rutsch zugeschnitten, genäht, gequiltet und ihr direkt danach ein Binding verpasst. Und das auch nur, weil in beiden Fällen Weihnachten vor der Tür stand und ich damit keine Wahl hatte.
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Der Normalfall ist, dass diese 4 Stufen mindestens Wochen, aber auch mal Jahre auseinanderliegen. Wie in diesem Fall. Und ich kann absolut nicht sagen woran das liegt. Immer wieder stapeln sich die halbfertigen Decken und der Stapel liegt und liegt.
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Und doch ist diese Decke in diesem Sommer endlich fertig geworden. Zum Glück. Gedacht war sie mal als Babydecke für eine Freundin aus England. Die Kleine geht aber mittlerweile in den Kindergarten und ihr jetzt eine Krabbeldecke zu schenken wäre dann doch ein wenig sonderbar.
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Zwischenzeitlich war ich total unglücklich mit dem Ergebnis. Beim Zusammennähen (oder schon beim Zuschneiden?) muss ich geschlampt haben und so sitzen die Nähte nicht gerade top. Und dann sind beim Heften auch noch Falten reingekommen.
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Zu guter Letzt musste ich meinen ersten Quiltversuch, nämlich gerade Linien sternförmig ab der Mitte, wieder auftrennen. Das hat mir gar nicht gefallen und war so knubbelig in der Mitte. Und wer das Quilten für einen aufwändigen Prozess hält, dem ist bisher nur das Auftrennen desselbigen erspart geblieben…

Nachdem ich das Ding also innerlich schon abgeschrieben hatte, gab mir die liebe Carola den Tipp, dann doch wenigstens ein neues Quiltmuster auszuprobieren. Wenn dann was schief geht tut es wenigstens nicht so weh.
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Ein weiterer Tipp von ihr war ein Chevron-Muster zu verwenden. (Danke nochmal! Das gefällt mir super-gut!) und so habe ich es dann auch gemacht. In einer Ecke bin ich dann auch tatsächlich verrutscht. Aber es war ja zu dem Zeitpunkt schon eine offizielle Übungsdecke.
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Bis dahin war der eigentliche Plan, das Übungsstück anschließend dem Hund zu vermachen. Aber da hatten meine Mädels mächtig was dagegen. Die interessieren nämlich schiefe Nähte nicht die Bohne.

Sie lieben das große Herz vorne und die kuschelweiche Flanellrückseite und so wurde diese Decke unser ständiger Begleiter im Sommerurlaub in Tirol.
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Picknicks, Nickerchen im Garten, zum untätig Herumliegen am Bergsee oder zum Einkuscheln wenn es abends frischer wurde. Und die Decke war immer dabei.

Das Gute an dieser Decke ist nämlich, dass sie dreckig werden darf. Das wäre sie beim Hund ja auch geworden.

Vielleicht sollte ich von jetzt an jede Decke mit der Absicht nähen sie dem Hund zu vermachen. So werden sie nämlich bei und viel mehr genutzt! Und dafür ist ein Quilt schließlich da.
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Leider zu spät für diese Decke habe ich die Bloc Loc Ruler kennengelernt. Die wären eine riesige Hilfe gewesen und hätten mir sehr wahrscheinlich die krummen Nähte im Quilttop erspart.
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Diese Lineale sind gedacht, um z.B. Half Square Triangles, also aneinandergenähte Dreiecke anschließend wieder zu einem maßgenauen Quadrat zu schneiden.
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Das Besondere daran ist die Einkerbung in der Mitte, die automatisch an der Naht einrastet und das zuschneiden so schnell und präzise macht. Kann ich sehr empfehlen.

Die Bloc Loc Lineale gibt es in mehreren Größen. Das hier ist das Größte. Damit kann man alle Varianten bis zum Maß 6.5 x 6.5 inch schneiden.
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Grete hat dazu ein Video gemacht, falls Ihr sehen wollt wie genau das funktioniert:

Zur Decke:
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Das Schnittmuster heißt “I Heart you” von Vanessa Christenson und als pdf hier erhältlich (Anleitung auf englisch)
Die Stoffe sind Ombre-Stoffe, ebenfalls von V & Co. für Moda. Meine stammen noch aus ihrer früheren Kollektion, mittlerweile sind sie dauerhaft in verschiedenen Farben erhältlich. Diese hier enspricht “Hot Pink”.

Einen ähnlichen Effekt erzielt man, indem man ca. 6 verschiedene Unis im Farbverlauf mischt.
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Der weiße Kombistoff ist Moda Bella Solid White Bleached. Die Rückseite ist ein Flanell von Riley Blake namens Honeycomb Dots. Flanellstoffe sind perfekt für Quiltrückseiten. So kuschelweich!
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Der Stoff für das Binding stammt aus Sweetwaters letzter Weihnachtskollektion, “Hollys Tree Farm“. Ganz ähnliche Streifen gibt es in den Kollektionen von Bonnie & Camille oder Lella Boutique. Sie sehen als Binding einfach toll aus.
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Ich wünsche Euch einen wunderschönen zweiten Advent!

Zu Nikolaus sehrn wir uns dann hier wieder. Und glaubt mir, das Vorbeischauen lohnt sich! Ich bin schon ganz aufgeregt…
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Viele Grüsse
Barbara

P.S. Falls Euch diese sommerlichen Bilder in der Adventszeit etwas irritieren: Die Bilder stammen aus dem August und den Text habe ich im September geschrieben. Da sollte dieser Post eigentlich veröffentlicht werden. Jetzt habe ich ihn halbfertig wiedergefunden und gedacht: Besser spät als nie.

02/16/16

“Oh Pinwheels” oder besser: “Oh Mist!”

Oh Pinwheels Quilt Noteworthy Sweetwater4
Meine geschätzte Leserschaft deckt, soweit ich das aus Kommentaren, Email und aus persönlichem Kontakt weiß, ein weites Feld ab. Einige von Euch sind richtig gute, erfahrene Näher und Patchworker, andere haben gerade erst Feuer gefangen und stehen noch mit einem Haufen Fragen ganz am Anfang.
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Dieser Post heute dient der ersten Gruppe eher zum Unterhaltung, ich hoffe aber, dass ich all denjenigen, die sich gerade an die ersten Patchworkdecken wagen, kostbare Hilfestellung leisten kann.
Quilt Noteworthy Sweetwater6
Ein paar Dinge, die beim Patchworken sehr wichtig sind, lernt man wie so oft im Leben nur durch Fehler. Oder man lässt andere die Fehler machen und lernt daraus. An sich meine bevorzugte Variante aber den heute beschriebenen Fehler habe ich höchst selbst begangen und für mein Nähleben daraus gelernt.

Vor rund 3 Jahren, mitten in meiner Nestbautrieb-Phase (sprich: Schwangerschaft mit Charlotte) habe ich beschlossen, alles Textile im Kinderzimmer selbst zu nähen und habe das auch getan. Weitestgehend aus der Stoffserie “Noteworthy” von Sweetwater, die damals gerade im “Stoffsalat” eingetrudelt ist.
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Eine Decke für das Tagesbett bzw. unser Lesesofa sollte auch dabei sein und als im Moda-Bake-Shop, dem Schnittmuster-Blog des großen Patchworkstoff-Produzenten Moda, diese kostenlose Anleitung erschienen ist, war es um mich geschehen. “Oh Pinwheels” heißt der Schnitt und war als eher einfach klassifiziert. Die Decke sollte es also werden.
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Also los, Stoffe kaufen (die einfachste Übung, wird bei mir immer umgehend und gerne erledigt) und zuschneiden. Und da erhielt meine Euphorie und mein Tatendrang einen ersten Dämpfer. Bis dahin hatte ich nur die Basisversion von Patchworkdecke genäht: Das simple Aneinandernähen von Quadraten. Eine Decke nach einer richtigen, für mich komplexen, Anleitung war mir neu. Es ging gleich damit los, dass ich den Zuschnittplan überhaupt nicht verstanden habe.

Das angloamerikanische Maß ist uns Europäern ja erst einmal fremd. Alle Maßangaben sind nicht in cm sondern in Inch und gerne auch in Brüchen dargestellt. Schon mit den ersten englischsprachigen Schnittmustern habe ich mir deshalb ein zweites Lineal mit Inch-Angaben zugelegt und rechne nichts mehr um. Wenn ich in Inch nähe, bleibe ich auch im Inch-System. Das hat sich seitdem sehr bewährt, ist wesentlich einfacher und weniger fehleranfällig. Wer das einmal ausprobieren möchte und nicht gleich in ein teures Quiltlineal investieren möchte, dem kann ich dieses Rollhandmaß von Prym empfehlen. 300 cm lang, auf einer Seite mit cm-Angabe, auf der anderen Inch.
Ecke Pinwheels Quilt
In besagter Anleitung stand nun (ich zitiere):
Cutting

  1. Choose 25 strips from your Noteworthy Jelly Roll.
    From 9 strips, cut:

    • 2 – 2.5″ x 8.5″ strips
    • 2 – 2.5″ x 4.5″ strips

    From 8 strips, cut:

    • 1 – 2.5″ x 13.5″ strips
    • 8 – 2.5″ squares

    From 8 strips, cut:

    • 1 – 2.5″ x 10.5″ strips
    • 8 – 2.5″ square
  2. For background, sashing and inner borders, cut:
    • 21 – 4.5″ x 8.5″ rectangles
    • 16 – 2.5″ x 4.5″ rectangles
    • 116 – 2.5″ squares
    • 8 – 4.5″ squares
    • 9 – 2.5″ x WOF strips, subcut into:
      • 6 – 2.5″ x 40.5″ strips
      • 2 – 2.5″ x 52.5″ strips
    • For binding, cut 7 – 2.5″ x WOF (width of fabric) strips

Damals dachte ich nur: Bitte was??? Und deshalb hier eine kleine Erläuterung für all diejenigen, die mit diesem System und der üblichen Darstellungsweise in amerikanischen Quiltanleitungen nicht vertraut sind:

Hier steht:

1. Suche Dir 25 Streifen aus der Jelly Roll aus (enthält üblicherweise rund 4o Streifen insgesamt). Aus neun dieser Streifen schneidest Du:

–  je zwei Teile mit den Maßen 2.5 Inch (in Anleitungen nur ” für Inch) x 8.5 Inch
– je zwei Teile mit den Maßen 2.5 x 4.5 Inch

Weitere 8 Streifen werden wie folgt zerschnitten:

– je 1 Stück mit den Maßen 2.5 x 13.5 Inch
– aus den Resten jedes Streifens  je 8 Quadrate mit den Maßen 2.5 x 2.5 Inch zuschneiden

Wieder 8 der Jelly Roll Streifen werden zerschnitten in

– Je ein Streifen mit den Maßen 2.5 x 10.5 Inch
– aus den Resten jeweils 8 Quadrate mit den Maßen 2.5 x 2.5 Inch.

Der Hintergrundstoff wird wie folgt zugeschnitten:

…jetzt ist das Prinzip klar, oder?

Nachdem ich das irgendwann verstanden, alles zugeschnitten und gemäß der Anleitung die Blöcke genäht hatte, habe ich den entscheidenden Fehler gemacht, der dazu geführt hat, dass ich die halbfertige Decke für 2 1/2 Jahre in die Ecke geworfen und mich furchtbar über sie oder vielmehr über mich geärgert habe: Das kleine Sätzchen “Trim your Blocks” habe ich ignoriert. Auf deutsch heißt das: Den fertigen Block am Ende Korrektur schneiden.
Rückseite Quilt Noteworthy Sweetwater
Jaaaa, ihr habt richtig gelesen: Diese Decke war für über 2 Jahre ein UFO (sprich, ein “unfertiges Objekt”) in meinem Nähzimmer. Und als ich mit Grete im letzten Sommer für eine Woche nach Holland zum exessiven Nähen gefahren bin, habe ich alle meine UFO’s mitgenommen um sie endlich fertig zu nähen.
Quilt wieder auseinanderne
Als ich Grete kurz geschildert habe, wie lange und warum dies halbfertige Decke in der Ecke lag (ich musste alles wieder auseinandernehmen, schneiden und neu zusammensetzen – eine sau-blöde und langwierige Arbeit), war ihre Antwort ein herzliches Lachen und ein “Aber, Schätzchen: Das weiß man doch!”.
Oh Pinwheels Quilt Noteworthy Sweetwater
Jaaaa, heute weiß ich das, aber das ist doch kein Wissen, dass einem mit der Muttermilch mitgegeben wird! Da nimmt einen doch keiner am Schulhof zur Seite, schaut verschwörerisch von links und rechts und erklärt einem dann frei heraus in ein paar knappen, dahingemurmelten Sätzen, was beim Patchworken unerlässlich ist! Nix tun die am Schulhof, gar nix! Und noch nicht Mal Arte hat sich bisher zu einem Themenabend hinreißen lassen. Woher soll man das also bitte ganz selbstverständlich wissen???

Sonderlich logisch ist es jedenfalls nicht, dass man mit einem Patchworklineal maximal akkurat zugeschnittenen und nachweißlich gerade genähten Stoffstücke noch einmal Korrektur schneiden muss. Man sollte meinen, dass jetzt immer noch alles gerade ist. Das ist aber mitnichten so. Heute weiß ich das. Gerade durch das anschließende (und unerlässliche!) Bügeln der Nähte ergeben sich zwar keine Zentimeter, aber immerhin Verschiebungen in Millimeterbereich. Und wenn eine Decke nicht nur aus einfachen, großen Quadraten besteht, wo eine solche Differenz sicher wenig auffällt, dann ergibt die Summe vieler kleiner Teile mit vielen Millimetern Längen- und Höhenunterschied unschöne Übergänge und so gar nichts will mehr so richtig zusammenpassen.
Binding Quilt2
Quilts mit richtigen Mustern werden deshalb in Blöcken genäht und als Schritt in der Anleitung steht als letztes “Trim”. Und damit ist das Korrekturschneiden des Blocks auf ein einheitliches Maß gemeint. Und ich kann nur empfehlen diesen Schritt nicht und niemals leichtfertig zu überspringen. Diese Ungenauigkeiten kann man im Nachgang mit nichts mehr retten.
Ecken Pinwheels Noteworthy SweetwaterDank der Auftrenn und-neu zusammensetz-Aktion passt der Rahmen rundherum farblich nicht mehr. Ein blauer Randblock unter einem blauen Quiltblock ist nun wirklich nicht optimal, aber es hilft ja nix, die Decke sollte endlich fertig werden.

Oh Pinwheels Quilt Noteworthy Sweetwater4

Ein bisschen habe ich doch geschlampt und darauf verzichtet, die vielen Windräder wieder auseinanderzubauen. Damit passt das Muster nicht hundertprozentig aber dafür haben wir jetzt endlich eine Decke. Gedacht für die vielen Nächte in denen ein kleines Mädchen Durst, Bauchweh oder einfach nur keine Lust auf Durchschlafen hat und die Mutter beim in-den-Schlaf-schuckeln nicht erfrieren will.

Dafür kam sie jetzt leider, dank meiner unschönen Angewohnheit meinen UFO’s erst einmal eine angemessen lange Zeit böse zu sein, ein wenig zu spät. Aber jetzt werden mit der Decke Höhlen gebaut, Umhänge gebastelt, Puppen zugedeckt und beide Mädels darunter gekuschelt während wir allabendliche Bilderbücher anschauen.
Bücherecke
Die finalen Maße der Decke sind übrigens 140 x 165cm. Das Binding habe ich auf der Rückseite mit der Hand angenäht. Das sieht einfach schöner aus und ist eine wirklich entspannende Tätigkeit vor dem Fernseher oder auf langen Autofahrten.

Die Kissen dazu sind schon seit Jahren fertig. Über das Cathedral Window-Kissen habe ich hier schon mal geschrieben.
Cathedral Window Pillow Noteworthy Detail Cathedral Window Kissen
Dank der sehr langen Fertigstellungszeit kann ich Euch leider keine Bezugsquelle mehr für den Stoff nennen.  Was ich noch sagen kann, ist, dass der cremefarbende Kombistoff auf der Vor-und Rückseite Moda Bella Solid Porcelain ist und die passende Garnfarbe fürs Quilten Aurifil #2026.

Mein bevorzugtes Batting, also die Volumeneinlage, ist ein reines Wollvlies ohne Synthetik. Ich mag dieses Vlies für Decken am liebsten, weil es dank der 100% Wolle schön warm ist. Ich finde wärmer als Polyesterwolle obwohl es viel dünner ist. Außerdem ist das Vlies sehr flach und lässt sich damit sehr gut quilten. Dieses Vlies gibt es in einer Breite von 2,40 oder  3,00 Meter und wird im gewünschten Maß von der Rolle geschnitten. Für das Quilten ist es wichtig, dass der Rückseitenstoff und das Vlies ca. 10cm breiter sind als die Vorderseite. Am Ende wird dann Korrektur geschnitten.
Quilt gefaltet
Apropos quilten. Schwieriges Thema. Bei dieser Decke wollte ich alles richtig machen, habe mir extra parallel Gretes Makerist-Lehrvideo zum Quilten-lernen angeschaut um dann ganze vier Mal meine Handschuhe mit anzunähen.
Binding Quilt
Das Mäander-Muster ist zwar insofern geglückt, wenn man dabei bedenkt, dass die einzige Regeln lauten:

1. Baue keine Ecken ein
2. Verteile die Kurven gleichmäßig auf der Decke
3. Achte darauf, dass Du nicht in der Größe variierst (zum Beispiel zum Ende hin immer kleiner werdend)
4. Nähe von Anfang bis Ende durch. Kein sichtbarer Anfang und kein Ende.

Quilting Noteworthy Quilt
Soweit habe ich es auch diesmal geschafft. Aber wenn ich auf diese Decke schaue, dann ist sie für mich eine Hommage an die männlichen Geschlechtsteile. Ich fürchte, ich bin talentfrei.

Sei’s drum. Wie immer im Leben: Alles ist schwer, bevor es einfach wird. Irgendwann lerne sogar ich das noch. Hoffe ich.

Kommt gut durch die Woche!
Liebe Grüße

Barbara

P:S: Huch, so gerade eben noch Dienstag! Also auf zum Creadienstag!