03/4/17

Meine liebsten Pure Elements für den Sommer und Gretes Kissen dazu

Ihr Lieben,

zugegeben, die 4-Jahreszeiten-Aktion zieht sich hier etwas in die Länge, aber immerhin machen es die ersten warmen Sonnenstrahlen heute etwas leichter, sich in den Sommer reinzufühlen.
Sommer. Für so viele die schönste Jahreszeit. Ich kann mich gar nicht so richtig entscheiden. Gerade beim Erstellen der Collagen ist mir wieder bewußt geworden wie gerne ich an einem Ort lebe, der 4 Jahreszeiten im Programm hat. Jede für sich so schön und besonders.

Der Sommer spricht besonders mein emotionales Gedächtnis an: Die Abendsonne im Gesicht, der Duft der abgemähten Felder, die frische Luft am frühen Morgen. Und besonders Kindheitserinnerungen werden wach. Ich habe meine Kindheit mit meinen Geschwistern wo immer es ging draußen verbracht. Unser Haus war das letzte in der Straße, zu zwei Seiten umgeben von Wald. Ich erinnere mich wie ich selbst als recht kleines Kind die letzten Minuten am Abend, bevor zum Abendessen gerufen wurde, auf der Wiese liegend verbracht habe. Augen zu, den Geruch von frischem, warmen Gras in der Nase. Als Jugendliche dann mit den Pferden über die abgemähten Felder galoppieren – das war das Größte. Und Sommerurlaube vorrangig am Wasser in wärmeren Gefilden.

Die Farben, die für mich zu dieser Jahreszeit gehören, sind frisch, klar und warm. Gelb gehört natürlich dazu. Das warme Gelb der Sonne, der Weizenfelder, Sonnenblumen und Früchte. Türkis und Mint als Erinnerung an Wasser und Meer. Grün für das Gras und die Blumenpracht im Garten. Und auch ein kräftiges Pink darf nicht fehlen. Denn jetzt darf es farblich mal so richtig knallen.

Die Fotos meiner Collagen habe ich auch diesmal wieder in einem Pinterest-Board abgelegt. Hier findet Ihr die Originale, noch mehr Sommerbilder und den Verweis zur Ursprungsquelle der Bilder.

Wie ja schon im Frühlings-Blogpost angekündigt, haben Grete und ich uns das Vernähen der vier Jahreszeitenpakete geteilt. Frühling und Sommer stammen von ihr. Ist das Sommerkissen nicht toll geworden? Es wird während der warmen Jahreszeit ganz sicher meinen Leseplatz verschönen.

Die Farben meines Sommers sind:

Art Gallery Pure Elements (von links nach rechts) Banana Cream (gelb), Dark Citron (grün), Sweet Mint, Rasperry Rose (Pink), White Linen (helles Cremeweiß) und Cozumel Blue (türkis).


Im Kontrast zum Frühlingskissen ist dieses nur ganz zurückhaltend im Nahtschatten gequiltet. Nur das Kreuz in der Mitte ist zu sehen.
(Schuhe: Boden direct)

Ich freue mich jetzt schon aufs Barfußlaufen und die offenen Sommerschuhe. Ich hab die Socken-Saison so satt. Ein paar Grad wird es wohl noch brauchen, aber dann…

Und? Welche sind Eure Sommerfarben und warum? Erzählt mir doch davon!

Liebe Grüße
Barbara

P.S: Wer neu im Blog ist (ganz kurz vorab: Ein herzliches Willkommen! Schön, dass Du da bist!), findet hier meine Winter– und Frühlingsfarben und Kisseninspiration dazu.

P.P.S: Parallel zu meiner Jahreszeitenaktion haben Julia von Fine Fabric und Judith von Septembers Quiltdelight eine tolle Aktion und Linkparty ins Leben gerufen, die sich das ganze Jahr über mit Farben und ihrer Wirkung auseinandersetzt. Schaut doch mal vorbei!

02/3/17

Frühling lässt sein blaues Band…. oder meine liebsten Frühlingsfarben vereint in einem Kissen


Wie in meinem letzten Blogpost schon erzählt habe, durfte ich mir ein Fat Quarter Paket mit 24 wunderschönen Unis  von Art Gallery zusammenstellen. Dieses Paket habe ich wiederum in 4 Jahreszeiten unterteilt und gemeinsam mit Grete für jede Jahreszeit Kissen daraus genäht. Wenn wir Euch alle Kissen vorgestellt haben wird es das komplette Fat Quarter Paket für Euch zu gewinnen geben. Ein riesig toller Gewinn, gesponsert vom Stoffsalat! Dazu mehr, wenn ich Euch den Sommer und Herbst in Kissenform gezeigt habe.

Nachdem ich Euch vor ein paar Tage meine Winterfarben und -Kissen vorgestellt habe (an der Stelle vielen Dank für Eure tollen Kommentare dazu!) ist nun der Frühling dran.

Wenn ich an Frühlingsfarben denke, dann sind es automatisch Pastelltöne. Leuchtende, aber sanfte Farben kommen mir in den Sinn. Und ein kräftiges, strahlendes Grün. Auch hier habe ich mit Moodboards versucht meine Stimmung in Bildern einzufangen. Die Bilder sind alle bei Pinterest auf einem Board abgelegt.

Das Nähen eines Frühlingskissens hat Grete übernommen. Als Meisterin des Freihandquiltens hat ihr Kissen eine wunderschöne Textur erhalten.

Ich wünschte, ich könnte sowas auch einfach so aus dem Handgelenk. Nicht, dass sie nicht schon geduldig versucht hätte es mir beizubringen.

Und auch Ihr Makerist-Kurs dazu ist eine riesen Hilfe für jeden Quilteinsteiger. Denn mit geschickten Übungen (und vor allem regelmäßigem Üben, daran hapert es bei mir) kann das jeder lernen.

Meine 6 Frühjahrsfarben sind also diese hier:
Die Farben heißen (von oben nach unten):

Quartz Pink (rosa), Sweet Mint (ein grünstichiger Mintton), Lemonate (leuchtendes Grün), Coral Reef (ein zartes Korallenrot), Crystal Pink (Babyrosa) und Icy Mint (zartes Eisblau). Der Hintergrungstoff ist Snow (Reinweiß). Besonders Icy Mint und Lemonate verwende ich häufig. Das sind zwei besonders schöne Farbtöne.

In diesen Frühlingsmix passen übrigens wunderbar gelb- und zarte Orangetöne. Mit einer Farbkarte in der Hand lassen sich passende Unis viel besser aussuchen. Eine gute Investition, die vor vielen Fehlkäufen schützt, besonders für Online-Käufer.

Und? Frühlingsgefühle geweckt? Welche sind Eure persönlichen Frühlingsfarben?

Viele Grüße
Barbara

∼ Er ist’s ∼

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike (1804 – 1875)

01/29/17

Vier Jahreszeiten, vier Stoffpakete und zwei Kissen für den Winter

Ende November haben Grete und ich eine Verlosung für Euch ausgeheckt, die eigentlich schon im Dezember über die Bühne gehen sollte. Da sie aber etwas aufwändiger geworden ist startet sie erst heute. Aber im Grunde ist das ja wurscht.

Die (ich kann es nicht oft genug sagen) großartige Grete, hat mir die Wahl eines Gewinns für Euch überlassen. Und die Entscheidung war ruck-zuck getroffen: Meine Lieblingsfarben der so wunderschönen Art Gallery “Pure Elements” in einem Fat Quarter Paket! Seit Kurzem führt der Stoffsalat alle verfügbaren Farben.

Warum gerade diese? Ich liebe Uni-Stoffe. Ich kann es nicht oft genug schreiben. Sie sind das Grundgerüst meines Nähens. Sie lassen andere Stoffe hervortreten, neutralisieren wilde Muster und eine Paspel hier, ein Streifen da, wertet so gut wie jedes Nähprojekt auf. Sie sind sich aber auch selbst genug und reine Uni-Projekte ein riesen Trend in der Patchworkszene. Kurzum: Ich bin davon überzeugt, dass jede von Euch damit etwas anfangen kann.

Warum die “Pure Elements”? Wer schon einmal einen Baumwollstoff von Art Gallery in der Hand hatte weiß, dass sie sich viel feiner und leichter anfühlen als die klassischen Baumwollstoffe für Patchworker. Sie sind allesamt auch für Kleidung geeignet und haben eine sagenhafte Farbtiefe und Leuchtkraft.
(Dieser wunderbar winterliche Apfelkuchen stammt aus dem neuen Buch meiner Schwester “Gesund Backen ist Liebe”, im Buchhandel oder hier erhältlich)

Das Sortiment ist mit knapp über 70 Farben eher klein. Und trotzdem ist es mir schwer gefallen meine 24 Lieblinge zu bestimmen.

Mit so einer Denksportaufgabe habe ich dann ein bisschen zu tun. Ich bin also mal tief in mich gegangen und habe überlegt, welche Farben ich sehr regelmäßig benutze und welche mich immer wieder anziehen. Das Ganze habe ich dann versucht so abzurunden, dass die Stoffe untereinander in sehr vielen Kombinationen zu einander passen.

Zuletzt meinte Grete, wir könnten doch etwas für Euch daraus nähen. Dafür haben wir uns dann extra in ihrem Laden zum Nähen verabredet. Dafür ist mir ja im Grunde jeder Vorwand recht. Und auf dem Weg dahin dachte ich mir: Nee, Barbara, Du würdest für Dich nie so viele unterschiedliche Farben in einem Projekt vernähen.

Und so kamen wir auf das, was es jetzt auf ein paar Blogpost verteilt für Euch zu sehen und später zu gewinnen gibt: Ich habe “mein” Fat Quarter Paket in 4 Pakete zerlegt. Und zwar nach Jahreszeiten.

Die Jahreszeiten haben Grete und ich unter uns aufgeteilt und jeweils Kissen genäht um Euch eine Vorstellung davon zu geben, wie die Farben miteinander aussehen. Ich hatte vorgegeben, dass wir alle Kissen im Format 50x 50cm nähen und nur die Unis aus dem jeweiligen Jahreszeitenpaket verwenden. Wie ihr seht habe ich mich im Gegensatz zu Grete weder an das eine, noch an das andere Vorgabe gehalten. Hoppala.

Jeweils 6 Farben symbolisieren für mich eine Jahreszeit. Los geht es heute mit dem Winter. Damit ihr eine grobe Vorstellung davon bekommt was ich bei der jeweiligen Farbzusammenstellung im Sinn hatte, habe ich sog. Moodboards erstellt. Das sind Collagen mit Bildern, die versuchen mein Gefühl mit Hilfe von Bildern sichtbar zu machen. Für die Links zu den Originalfotos, die ich vorrangig auf Pinterest gefunden habe, habe ich dort Pinnwände angelegt.

Der Winter besteht aus den Monaten Dezember, Januar und Februar. Dezember steht auch bei mir ganz im Zeichen von Weihnachten. Ich mag klassisches Tannengrün, Weiß, kräftiges Rot  – die klassischen Weihnachtsfarben. Aber spätestens nach Silvester wandert die komplette Dekoration wieder in den Keller und auch der Tannenbaum zieht aus. Bleiben noch zwei Monate des Winters über, die auch eine kuschelige Deko verdient haben.

Also habe ich mich an Töne gehalten, die mich auch durch den Januar und Februar begleiten dürfen. Meine Winterfarben.

Genäht habe ich daraus eine Patchwork-Schneeflocke. Genau meine Farben und sehr passend zu den übrigen Textilien meiner Récamière, meinem Leseplatz im Schlafzimmer.

Wie man so ein Kissen näht zeigt Amanda von “Crazy Mom Quilts” sehr ausführlich und gut bebildert auf ihrem Blog. Die Anleitung ist auf englisch und kostenlos.

Wie man ein Kissen mit einem verdeckten Reißverschluss schließt habe ich hier schon einmal gezeigt. Eine weitere Anleitung gibt es auf dem Blog von Martina / Frau Machwerk.

Ich habe das Kissen mit graden Linien außen gequiltet und habe mich innen an den Sternen orientiert. Das Quilten erhöht die Stabilität und gibt dem Stern eine schöne Struktur.

Das zweite Kissen ist nach dem Schnittmuster “Tall Tall Trees” von nanaCompany/ Amy Sinibaldi genäht. Diese Anleitung kann man über etsy als pdf kaufen.

Beim Zusammensetzen der Baumreihe hat sich dann auch gleich gerächt, dass wir dabei die ganze Zeit gequatscht haben. So stehen zwei sehr ähnliche Bäume nebeneinander. Aber das soll’s. Zur Abwechslung habe ich einen Baum in Patchworkstoffen eingestreut und als Binding einen schräg laufenden Streifenstoff verwendet.

Dieser hier ist ein Schatz aus einer alten Bonnie & Camille Kollektion (hat noch jemand was abzugeben? Er fehlt mir jetzt schon. Der Stoff ist aus der “Daysail”-Kollektion und im Handel nicht mehr erhältlich).

In letzter Zeit habe ich alle Quilts und Kissen mit solchen Schrägstreifen eingefasst. Mir gefällt das sehr.

Die 6 Farben meines Winterpakets heißen (von oben nach unten) : Mauvelous (Mauve, helles Flieder), “Spiceberry” (Beere), Snow (Reinweiß), “Mystic Grey” (helles Grau, der Hintergrundstoff des Kissens), “Ash” (dunkles Grau) und “Nocturnal” (Dunkelblau).

Nach dem Winter kommt ja bekanntlich der Frühling. Nähtechnisch hat Grete ihn übernommen. Ihr sagenhaft gequiltetes Kissen seht ihr dann demnächst an dieser Stelle.

Die Verlosung des kompletten 24-teiligen Fat Quarter Pakets folgt dann nachdem ihr alle Jahreszeiten und unsere Kissen dazu gesehen habt.

Und? Wie sieht Euer Winter aus?

Viele Grüße
Barbara

09/24/15

Mein Näh-Yoga und Lieblingsbasics

Schlüsselanhänger3
Kennt Ihr das? Es ist vormittags, Ihr brennt vor Kreativität und habt ein genaues Bild, eine Idee, ein Schnittmuster und vielleicht sogar schon die passenden Stoffe dazu im Kopf. Diese Idee spuckt dann den ganzen Tag in Eurem Kopf rum. Ihr sehnt den Feierabend herbei, den Moment, wenn alles Notwendige erledigt und die Kinder im Bett sind um endlich damit beginnen zu können. Und dann ist der Moment gekommen und die Luft ist raus. Der Tag hatte zu dem Zeitpunkt schon gut und gerne 16-17 Stunden, der Kopf ist müde vom Job und den Diskussionen mit den Kindern über das für und wider von Vollkornbrot, einer Regenjacke, dem Zähneputzen und vielem mehr.  Frustrierend. Aber, jedenfalls in meiner Welt, sehr häufig der Fall.
Schlüsselanhänger5
Auch an solchen Tagen setzte ich mich dann wenigstens für ein Weilchen an die Nähmaschine. Für kreative Meisterleistungen sind solche Abende sicher nicht gemacht aber am Ende ist Nähen doch ein Hobby. Etwas was gut tut und mir dabei hilft abzuschalten. So wie eine heiße Badewanne oder eine Runde Joggen. Nur noch effektiver.

Die gefühlten Zwölfzig Tausend Kosmetiktaschen, die ich in den letzten Jahren genäht habe, entstehen an solchen Tagen. Dabei muss ich gar nicht mehr nachdenken. Und eine neue Leidenschaft für solche Abende ist Paper Piecing.

Im Gegensatz zum Englisch Paper Piecing (zu Deutsch Lieseln, kurz EPP), was für das Umnähen von Papierschablonen per Hand steht, ist das Paper Piecing (kurz PP) eine Patchworktechnik, die immer dann angewendet wird, wenn ein Muster sehr genau passen und/oder sehr kleinteilig ist.

Schlüsselanhänger Detail1
Man arbeitet also mit einer Papierschablone und näht in den einzelnen Arbeitsschritten die Linien auf Papier ab. Von vielen verhasst, für mich aber ist es Näh-Yoga. Besonders effektiv ist es, wenn über viele Arbeitsschritte stur dasselbe gemacht werden muss wie bei diesen Schlüsselanhängern.
Schlüsselanhänger
Die Anleitung inklusive der Vorlage stammt von Michael Ann Made und kann mit einer 18-seitigen Anleitung (mit vielen Bildern, aber auf englisch) hier gekauft werden. In der Anleitung wird Schritt für Schritt mit Fotos erklärt wie Paper Piecing funktioniert.

Wer das Vorgehen beim Paper Piecing einmal in einem größeren Format verstehen und ausprobieren möchte findet auf Michael Anns Blog eine ausführliche Erklärung mit einer vergrößerten Vorlage.
PP Rückseite
Für solche Projekte bieten sich Stoffserien mit kontrastreichen und harmonischen Farbverläufen an. Oder echte Lieblingsstoffe. Oder ein herzhafter Griff in die Stoff-Restekiste um endlich eine Verwendung für die Schnipsel zu finden, von denen man sich so schwer trennen kann.
Schlüsselanhänger PP TP
Schlüsselanhänger Nummer 1 entspricht in der Länge genau dem Schnittmuster und ist aus einer Mischung verschiedenster Tula Pink-Stoffe entstanden. Ich bin ein großer Tula-Fan und ihr Umgang mit Farben ist einzigartig. In diesem Schlüsselanhänger stecken Stoff-Fitzel aus 6 verschiedenen Stoffserien kombiniert mit beigem Leinen. Gerade wenn es sehr bunt wird ist beiges Leinen ein toller Partner. Ich finde, es lässt die Farben noch mehr strahlen.
Schlüsselanhänger Liberty
Nummer 2 habe ich ein ganzes Stück verlängert. Ich trage meine Schlüsselanhänger beim Auto-Einladen nämlich immer mit der Schlaufe ums Handgelenk um den Schlüssel nicht versehentlich im Kofferraum liegen zu lassen. Ich bin ja lernfähig, wenigstens hin und wieder…. Verwendet habe ich hier einen Stoffrest eines Liberty-Stoffes, den ich besonders gerne mag.
Schlüsselanhänger C&S mit Stoff
Nummer 3, ebenfalls um einige Zentimeter verlängert, ist mein persönlicher Liebling und begleitet mich im Alltag nun schon seit einigen Wochen. In ihm finden sich fast alle Cotton & Steel Basics, die ich in meiner kleinen Sammlung habe.
Schlüsselanhänger Detail3 Schlüsselanhänger Detail6
Ich bin großer Fan des noch recht jungen, aber sehr erfolgreichen Labels Cotton & Steel. Von Anfang an wurden mit den einzelnen Serien auch eine Vielzahl moderner Basics veröffentlicht, die dauerhaft im Programm bleiben und mit jeder neuen Kollektion um ein paar Farben und Designs ergänzt werden.
Basics 4 Basics 3 Basics 2 Basics 1
In diesem Frühjahr kamen die Sprinkles dazu und ich finde sie absolut großartig. Vielseitig einsetzbar, tolle Farben, aber trotzdem viel lebendiger als einfache Punkte wie es sie schon tausendfach gibt.
Sprinkles Sprinkles2
Und auch wenn die Kollektionen von Cotton & Steel jedes Frühjahr und jeden Herbst wieder richtig gut ankommen scheint es mir, dass die Basics die wahren Stars sind. Ich bin nicht ganz alleine mit meinem Basics-Sammeltrieb und so findet man im Netz unglaublich schöne Kreationen aus diesen Basics.
Cotton + Steel Mini Quilt Swap IMG_8494
Fotorechte: Mommy by Day, Crafter by Night
Einige der Basics haben auch Metallicakzente wie hier in Gold und Silber

XOXO Metallic
Etwas einfacher kann man es sich natürlich machen, wenn man eine Jelly Roll mit einer Vielzahl Farben kauft. Aber geht es eigentlich nur mir so, dass die Hemmschwelle riesig ist diese wunderschönen Päckchen zu öffnen und zu zerlegen? Ich krieg das einfach nicht übers Herz.

Jelly Roll

Die Cotton & Steel Basics gibt es in einer großen Auswahl bei Stoffsalat, Lalala Patchwork und bei unzähligen US- Shops wie Hawthorne Threads, Westwood Acres oder Pink Castle Fabrics.

Viele Grüße
Barbara

08/19/15

Kleiner Bär auf Reisen & eine Anleitung für einen verdeckten Reißverschluss (Tutorial)

Bärenkissen2
Schon vor einiger Zeit habe ich Euch von Amy Sinibaldis Buch “Sweetly Stitched Handmades” erzählt, das mir so richtig gut gefällt. Neben den süßen Rasseln und vielem mehr findet sich dort auch eine Anleitung für ein Patchworkkissen. Genauso süß wie die kleinen Rasseln, oder? Und deshalb habe ich zusätzlich auch das Kissen genäht.
Bär2
Eines der ersten Dinge, die ich je genäht habe, war ein Kissen für Theresa. Ein ganz einfacher Kissenbezug, hinten mit Hotelverschluss zu schließen (den ich auch noch falsch herum angebracht habe). Genäht habe ich nach einem YouTube-Video und es hat eeeewig gedauert, weil ich weder nähen konnte, noch meine Nähmaschine im Griff hatte. Aber irgendwie ist es fertig geworden, ich war stolz und Theresa hat es geliebt.

Das tut sie bis heute und nimmt es zu jedem Auswärtsbesuch und jeder längeren Autofahrt mit. Und das ist mir dann wiederum ein bißchen peinlich denn nach x-maligem Waschen sieht es heute so aus:
Kissen Theresa
Der Bezug ist viel zu klein und springt hinten auf. Aber sie liebt es und das hat mich damals motiviert mit dem Nähen weiter zu machen, also darf es bleiben.

Nachdem Charlotte nun auch gerne ein Reisekissen haben wollte und ich ja nun weiß, dass es viel ausgeführt werden wird, habe ich lieber mal ein bißchen Mühe gegeben. Ich finde den kleinen Bären total süß und sie zum Glück auch.

Die Anleitung (wenn auch auf englisch) hat viele süße Details. Sind z.B. diese Ohren nicht schnuckelig?
Ohren1
Ohren2
Oder die kleinen Knöpfe?
Knöpfe
Nachdem ich schon ganz früh erkannt habe, dass Kissen ohne Reißverschluss blöd sind, habe ich mich durch verschiedene Varianten probiert und bin vor rund 2 Jahren bei dieser Methode hängengeblieben.
RV RV2
Sie ist bis heute mein Favorit und das aus folgendem Grund:

1. Der Reißverschluss und alle Metallteile sind verdeckt. Damit können die Kissen auch falsch herum zum Kuscheln genutzt werden ohne das etwas kratzt

2. Das Ergebnis sieht sehr ordentlich aus

3. Es ist schnell genäht

4. Ich brauche für die Rückseite nicht immer 40 oder 50 cm Stoff am Stück (je nachdem wie groß das Kissen werden soll) sondern kann die Schnittteile für oben und unten auch nebeneinander ausschneiden. Damit komme ich auch mit einem Stoffstreifen von ca. 30cm bei voller Stoffbreite zurecht.

5. Wenn die Reißverschlussfarbe nicht genau passt merkt das keiner.

Ihr braucht für die Rückseite eines 40×40 Kissens:

a. Zwei Streifen Stoff, jeweils 42cm breit und einmal ca. 20 cm lang, einmal ca. 28cm. Damit liegt der Reißverschluss im unteren Drittel. Wenn Ihr ihn anders positionieren wollt, dementsprechend anders zuschneiden. Mit der Breite nehme ich es genau, mit der Länge nicht wirklich. Den Überschuss schneide ich am Ende ab.

b. Zwei keine Stoffstücke für die Reißverschlussenden, beide ca. 5 x 8 cm.

c. Einen Reißverschluss von mindestens 37cm Länge (35 geht auch, dann müssen die Stoffstücke für die Reißverschlussenden aber länger zugeschnitten werden)

d. Ein Lineal, eine Schere oder einen Rollschneider sowie einen Markierstift (wasserlöslich) oder Schneiderkreide

e. ein Bügeleisen

f. wenn vorhanden Stylefix

Und so wird es gemacht:

Zu allererst sicherheitshalber die Vorderseite des Kissens vermessen und rund herum 1cm Nahtzugabe für die Rückseite hinzurechnen.
Kissen VOrderseite
Alle Stoffteile zuschneiden. Wenn Ihr Baumwollstoffe verwendet und gerne etwas stabilere Kissen haben möchtet, die aber nicht steif sind, kann man nun Vlieseline G700 aufbügeln. Damit bekommen Kissen eine professionelle Haptik. Probiert es mal aus, es lohnt sich!
Schnittteile
Zuerst bügele ich alle Teile noch einmal. Dann beginnen ich mit den Endstücken des Reißverschlusses. Jeweils die beiden Endstücke ca. 0,5-1 cm nach innen schlagen und bügeln. Dann in der Mitte falten und wieder bügeln.
RV Enden RV Enden2
Jetzt den Reißverschluss auf 37cm kürzen.
RV einkürzen22
Unten ebenfalls bis zum Stopper kürzen. Wer sichergehen will, dass er beim Nähen nicht an den Stopper gerät, kürzt ihn mit weg.
RV einkürzen23
Danach mit Stylefix oder Nähnadeln beide Reißverschlussenden zwischen die Stoffstreifen fassen und knappkantig festnähen. Dabei den Reißverschluss nur ganz am Anfang einlegen.
RV Stylefix22
RV Stylefix Enden einfassen RV Stylefix Enden einfassen3 RV Stylefix Enden einfassen4
Jetzt ist der Reißverschluss auf beiden Seiten um ein Stück Stoff verlängert. Nun auf die Stoffteile einen Streifen Stylefix möglichst gerade an die Außenkanten setzen.
RV Stylefix Enden einfassen5
und die Verlängerungsstreifen auf die Breite des Reißverschlusses einkürzen. Das Stylefix wird nur auf die Oberseite des Reißverschlusses geklebt (hier ist die Rückseite zu sehen).
Seitenteile kürzen22
Das untere Stoffteil an einer langen Seite (wenn der Stoff ein Motiv hat, dann die obere Kante) auf voller Länge erst mit einer Overlock oder einem Zick-Zack Stich versäubern (Ich habe es hier vergessen und erst am Ende gemacht, vorher ist es aber einfacher). Danach 1 cm umbügeln.
Kanten umbügeln
Hier ist eine gerade Kante gefragt. Ich nutze dafür einen Kantenformer. Alternativ kann man einfach mit großer Strichlänge eine Naht nähen, dann fällt die Kante beim Knicken genau an dieser Stelle um. Die Kante dann sauber bügeln und den Faden ziehen. Das ist übrigens auch ein super Trick bei runden Säumen. Klappt zuverlässig und akkurat.
Kanten umbügeln4 Kanten umbügeln3
Die obere Stoffhälfte wird ebenfalls umgebügelt. Zuerst um 1 cm, dann ein weiteres Mal um 1,5 cm. Das Ganze sieht dann so aus:
Kanten umbügeln2
Anschließend mit Hilfe eines Lineals und einem Markierstift (der sich wieder entfernen lässt!) 1,5cm oberhalb der zweiten Bügelkante auf ganzer Länge eine Linie aufzeichnen.
Kanten umbügeln6 Kanten umbügeln7 Linie einzeichnen
Sicherheitshalber die Mitte des Reißverschlusses und der beiden Stoffstreifen mit einer Nadel markieren. So passen alle Teile am Ende sauber aufeinander.
markieren2
Jetzt wird der eingeschlagene untere Stoffstreifen auf den Klebestreifen des Reißverschlusses gesetzt. Möglichst ordentlich und gerade.
markieren3
Den oberen eingeschlagenen Stoffstreifen ebenfalls von der Mitte aus festkleben oder mit Nadeln feststecken.
Kissenteile zusammen-2
Jetzt die Teile knappkantig annähen. Dafür braucht man keinen Reißverschlussfuß.
RV annähen
Dabei begegnet man auf beiden Seiten dem Schieber. Einfach anhalten, Nähfuß heben, das Kissen drehen, den Schieber vorbeischieben, den Nähfuß wieder senken und weiternähen.
RV aus dem Weg
An beiden Seiten bis ganz zum Rand nähen.
RV bis zum Ende nähen
Jetzt das obere Teil an der eingebügelten Falte umlegen und mit Nadeln an der Seite
Umschlag feststecken
und über die Länge gerade feststecken
Umschlag feststecken2
und entlang der aufgezeichneten Linie gerade nähen.IMG_1562

Und fertig ist der eingenähte Reißverschluss! Jetzt die markierte Linie mit Wasser entfernen und die komplette Rückseite auf die Maße 42 x 42 einkürzen.
Fertig 2
Jetzt könnt Ihr die Rückseite an die Vorderseite nähen. Dabei kann man auch noch eine Paspel zwischenfassen oder wie hier, im Nachgang eine Einfassung wählen, die wie ein Quiltbinding angebracht wird. Wichtig ist nur, dass Ihr darauf achtet, dass die “Klappe”, die über dem Reißverschluss liegt, beim Zusammennähen flach aufliegt. Um sicher zu gehen kann man auch die Klappe an der Seite innerhalb der Nahtzugabe mit ein paar Stichen annähen.
Fertig 3
Verwendete Stoffe:

Leinen: Robert Kaufman Essex Linen in Flax (55% Leinen und 45% Baumwolle und damit formstabiler als reines Leinen), gekauft bei Stoffsalat
Patchworkstoffe: Heather Bailey aus den Serien “Up Parasol”, “Lottie Da”, “True Colors” und “Clementine”, alle gekauft bei Stoffsalat
Reißverschluss: Zip it über etsy. Für mich die beste Reißverschlussauswahl im Internet. Hier kann man sich die Pakete selbst zusammenstellen und aus 60 Farben und unzähligen Längen wählen.
Lieblingskissen2

Lieblingskissen3

Viele Grüße
Barbara