12/19/14

Adventszeit und weihnachtliches Sticken

Weihnachtsstern pink
Dieses Weihnachten. Eigentlich händelbar, sollte man meinen. Das Thema kommt ja schließlich ziemlich zuverlässig Ende Dezember in jedem Jahr auf uns zu. Und jedes Jahr wieder nehme ich mir im Frühjahr vor mir rechtzeitig Gedanken zum Thema Geschenke zu machen, vor allem zu denen, die ich selber nähen möchte. Im Hochsommer gibt es dann in allen Quilblogs, Zeitschriften und US-Shops “Christmas in July”-Aktionen denn die Weihnachtsstoffe kommen auf den Markt und spätestens das sollte dann als kleine Gedankenstütze dienen. Was soll ich sagen: Hat nur so mittel-gut geklappt. Im Oktober war ich noch euphorisch und voller Ideen. Und jetzt – hoppla-di-hopp – haben wir Mitte Dezember und mein Mann würde sagen: Sie hat gerade angefangen. Ich würde sagen: Zielgerade. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.

Zu meiner Verteidigung muss ich eine Großfamilie anbringen, die diesen Namen auch verdient hat. Liebe Kollegen und Erzieherinnen, bei denen es mir ein Anliegen war mit einer Kleinigkeit “Danke” zu sagen. Da galt es also so einiges zu produzieren. Somit erklärt sich der recht ruhige Dezember hier auf dem Blog. Aaaber, wie gesagt: Zielgerade.
Kekshaus2
Abgesehen vom Geschenke-Wahnsinn habe ich in den Wach-Phasen der Kinder ganz bewusst zurückgeschaltet. Wir hatten als Familie eine wunderschöne Adventszeit und dafür bin ich sehr dankbar. Oma hat das Kekse backen mit den Kindern übernommen und sich mit dem Kekshaus selbst übertroffen.

Auf dem Wunschzettel der Großen standen in diesem Jahr nur 3 Dinge:

1. ein selbstgemachter Adventskalender (Ihr erinnert Euch an die Just-in-Time-Produktion im letzten Jahr? In diesem Jahr musste auch noch ein zweiter her denn die kleine Charlotte sollte nun auch einen haben. Ich habe also wieder 24 Leinensäckchen in unterschiedlichen Größen genäht und mit den Adventskalenderzahlen von Smila’s World, diesmal in blau,  bestickt).
Adventskalender blauAdventskalender rot

2. einen Adventskranz, den wir gemeinsam dekorieren,
Adventskranz
und 3. ein eigener kleiner Weihnachtsbaum in ihrem Zimmer.
Weihnachtsbaum
Einen eigenen Baum hatte sie im letzten Jahr das erste Mal und fand es einfach großartig. Alles fing damit an, dass wir was die Dekoration des Familienbaums betrifft nun, sagen wir mal, sehr unterschiedlicher Meinung waren. Ich hab es gerne klassisch und eher zurückhaltend, sie maximal bunt mit Glitzer.
Weihnachtskugel pink
Ihr Kompromissvorschlag, sie dekoriert die untere linke Seite in pink und türkis mit Glitzer und ich den Rest des Baums in klassisch rot, schien mir keine Lösung zu sein und so kam mein Mann kurzerhand mit einem Mini-Baum, einer LED-Lichterkette und sehr bunten Kugeln nach Hause und war für den Rest der Adventszeit der Held im Haus. So einfach kann das manchmal sein.
kleiner Weihnachtsbaum
Womit ich nicht gerechnet habe ist, wie sehr sie ihren Baum liebt. Er wurde auch in diesem Jahr mit viel Begeisterung geschmückt, zwei neue Kugeln wurden ausgesucht und ich habe ein paar bunte Weihnachtssterne gestickt.
Weihnachtsstern orange Weihnachtsstern gelb
Die Stickdatei stammt ebenfalls von Smilas World und ich habe sie schon x-Mal gestickt. Genau genommen sind es zwei verschiedene Dateien und zwar Wonder Stars 1 und Wonder Stars 2.

Weihnachtsstern grün

Ich bin zugegeben kein großer Sticker aber diese Datei hat sich für mich mehr als gelohnt. Es ist eine “In the Hoop”-Datei, das heißt hier wird der komplette Stern im Stickrahmen angefertigt und am Ende wird nur noch mit der Hand die Wendeöffnung geschlossen. Ich habe sie schon in den unterschiedlichsten Farben und Stilrichtungen angefertigt und auch den Stern blanko, dafür mit dem Namen des Babies und einer Rassel oder Quitsche im Bauch, zur Geburt als Spielzeug verschenkt.Weihnachtsstern lila
Abends und manchmal sogar nachmittags sitzen wir nun vor dem kleinen Baum,  singen Weihnachtslieder, lesen Weihnachtsgeschichten und genießen den Moment. Ich glaube an der Tradition des Kinderzimmer-Baums (darf man etwas nach 1-maliger Wiederholung schon Tradition nennen?) halten wir fest.

So, meine Lieben, genießt die letzten Adventstage!

Liebe Grüße
Barbara

P.S: Und mein Plan fürs nächste Jahr: In jedem Monat werde ich etwas für Weihnachten produzieren. Mein erster Vorsatz für 2015. Ob der den Januar überlebt? Wir werden sehen.

P.P.S. Für meine Große nähe ich gerade noch einen Quilt für Weihnachten. Ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis. Ich glaube der wird richtig schön! Mehr dazu demnächst hier in diesem Theater…

P.P.P.S: Und morgen gibt es etwas für Euch! ich darf drüben bei Lila-Lotta Weihnachtswichtel sein und mit einer Anleitung das 20. Türchen öffnen. Hui, ich freu mich schon!

helmut weihnachten 2.psd

10/10/14

Wissen, wo Zuhause ist

Tasche Vorne
Heute habe ich etwas an einen sehr lieben Menschen verschenkt. Manche Menschen haben ja irgendwie schon alles, da ist das gar nicht so einfach mit dem Schenken. Also habe ich überlegt: Worüber freut sich denn jemand der ganz viel reisen darf und noch viel mehr reisen muss? Ich stelle mir das sehr bereichernd aber manchmal auch einsam vor. Deshalb dachte ich mir, es wäre doch schön, wenn man schon beim ersten Blick am Morgen im Hotelzimmer irgendwo auf der Welt weiß, dass es auch ein Zuhause gibt mit Menschen, die einen lieben.
Tasche innen
Deshalb habe ich eine Kosmetiktasche genäht (wie könnte es anders sein!) und die Längen-und Breitengrade vom Zuhause eingestickt. Ein kleiner Geheimcode quasi, aber unverwechselbar.
Tasche Lederdetail
Meine Liebe zu ultraweichem Ziegenvelours-Leder habe ich auch wieder ausgelebt. Vor einiger Zeit habe ich ein Stück in schönem Cognac-Braun auf einem Wühltisch entdeckt und mitgenommen. Seither nutze ich es immer wieder als Paspel und für kleine Details. Das hat eine so tolle Haptik und macht alles irgendwie ein bisschen edler. Besonders in Kombination mit Leinen gefällt es mir sehr.Tasche Seite
Auch der Reißverschluss wurde damit geschmückt.Tasche Rückseite
und es passt so gut zu meinen neuen Labels aus Leder! Dazu gab es noch ein bisschen Taschenfüllung.
Tasche Inhalt
Detail Zipper
Tasche komplett
Verwendete Stoffe:
Beiger Leinen und Ziegenvelours von Alfatex (leider nicht online), Stoff außen und innen Amy Butler “Lotus”, Leder-Labels von hier.

Viele Grüße
Barbara

P.S. Die Daten besonderer Orte auf Kissen festzuhalten ist übrigens auch eine schöne Geschenkidee
Kissen_
P.P.S. Und damit jetzt ab zu Emmas Stoffabbau-Projekt der Woche: Kosmetiktaschen! Zwei kann ich in dieser Woche noch beisteuern…

08/28/14

Barbara, kannst Du mir eine Nähmaschine empfehlen?

Diese Frage hat mich schon des Öfteren erreicht. Genau genommen bekomme ich mehrmals im Monat Emails mit dieser oder der Frage mit welcher Nähmaschine ich selbst nähe und zu welchen Auswahlkriterien ich raten würde.

Das ist für mich nicht einfach zu beantworten. Ich hatte bisher 3 verschiedene Näh-und Stickmaschinen  (allesamt Kombimaschinen) und ich kann jede von ihnen guten Gewissens empfehlen. Allerdings sind diese Maschinen, und ganz besonders meine jetzige Maschine, die Bernina B780, Nähmaschinen der oberen Preisklasse.
Bernina B780
Ich werde bei  Zeiten sicherlich mal über meine Bernina schreiben aber ich glaube, dass diejenigen, die diese Frage an mich richten, keine Nähmaschine für mehrere Tausend Euro im Sinn haben. Wie ich zu meiner gekommen bin könnt Ihr hier nachlesen.

Insofern versuche ich heute etwas Hilfestellung bei der Auswahl der richtigen Nähmaschine zu geben indem Euch meine Auswahlkriterien nenne und jemandem vom Fach dazu interviewt habe.

Ganz egal welches Budget mir zur Verfügung steht: Ich selbst würde immer schauen, dass ich für mein Geld die Nähmaschine mit dem besten Stichbild und dem besten Transporteur bekomme. Eine Maschine, die mir die Möglichkeit gibt mit vielen verschiedenen Materialien zu arbeiten und Projekte aller Art (Patchworkdecken, Bekleidung und Taschen) in guter Qualität umzusetzen. Auch wenn viele Maschinen mit einem Haufen toller Extras wie schönen Zierstichen, elektronischen Fadenabschneider oder –Einfädler aufwarten: Ich würde versuchen diese reizvollen Extras auszublenden und mich auf die Qualität des Stichbilds konzentrieren und wenn möglich zum Probenähen mehrere Lagen Stoff und z.B. Gurtband mitnehmen um zu schauen, ob die Maschine das sauber vernähen kann. Denn was hilft mir das tollste Extra oder ein schicker Zierstich, wenn ich mit der Maschine keine sauberen Nähergebnisse erreichen kann?

Meiner erste Maschine habe ich neu gekauft (eine Brother Innov-is 1250) und meine zweite (eine Bernina Artista 640) gebraucht. Ich habe für beide Maschinen ungefähr das Gleiche ausgegeben. Mit der gebrauchten Bernina bin ich viel besser gefahren. Nähmaschinen halten Jahre und Jahrzehnte. Es gibt eine Menge Maschinen die trotz 10 Jahren oder deutlich mehr auf dem Buckel bessere Ergebnisse liefern als neuere Maschinen. Ich selbst würde also durchaus immer eine höherwertige gebrauchte Maschine in meine Überlegungen mit einbeziehen. Solche Maschinen kann man bei vielen Händlern kaufen oder die Ebay-Kleinanzeigen im Blick behalten.

Auf der Suche nach einer hilfreichen Antwort für diejenigen, die etwas ratlos beim Maschinenkauf sind, habe ich kurzerhand zum Hörer gegriffen und die Dame angerufen, die in Nähmaschinenfragen mein uneingeschränktes Vertrauen genießt: Petra Neuhierl vom Nähpark Diermeier.
Diermeier_Eingang
Sie hatte ich deshalb im Sinn, weil der Nähpark, mit dem ich selbst sehr gute Erfahrungen gemacht habe, die Maschinen aller gängigen Hersteller im Programm und Frau Neuhierl auf jeder dieser Maschinen selbst genäht hat. Mit meinen Auswahlkriterien im Kopf hat sie mir bzw. Euch die folgenden Empfehlungen gegeben (Stand August 2014):

Ganz grundsätzlich bieten Nähmaschinen unterhalb von 200 Euro (die der Discountermaschinen ausdrücklich mit eingeschlossen) nur bescheidenen Nähspaß. Hier ist neben der dürftigen Verarbeitung der Maschinen durchaus ein Problem, dass man z.B. die Stichlänge nicht variieren kann. Damit ist es fast unmöglich Materialien wie Filz, Wachstuch oder (Kunst-) Leder überhaupt vernünftig zu nähen.

Ein Einstiegsmodell rund um 200 Euro kann die Janome JR1012 sein . Diese Maschine hat 14 Stichprogramme, davon 7 Strechstiche und ein Knopfloch. Alles in allem kann man sagen ein zuverlässiges mechanisches Modell.

Die erste echte Empfehlung von Frau Neuhierl ist eine Maschine mit einem Preis rund um 300 Euro, die Brother innov-is 10A. Eine ideale Einsteigermaschine, halb mechanisch, halb elektronisch, die zwar Grundeinstellungen hat, die aber individuell verändert werden können. Sie hat schon 3 verschiedene Knopflöcher im Programm und Stretch-Programme zum Nähen von Jersey.

In der Preisklasse bis 500 Euro bekommt man mit der Janome DC 230 und DC 3018 das Meiste für sein Geld. Hier ist das Transportverhalten schon ziemlich gut was besonders für Taschennäher immer ein Entscheidungskriterium sein sollte, weil hier oft viele Lagen auf einmal genäht werden und das möglichst ohne Fehler im Stichbild oder dem Verschieben der Lagen.

In der Preisklasse zwischen 500 und 1.000 Euro ist die Janome DC4030 eine gute Wahl. Sie hat zwar im Vergleich wenige Stichoptionen, aber einen sehr guten Transporteur und einen verstellbaren Nähfußdruck, was nicht nur fürs Jersey-Nähen hilfreich ist. Die Janome 5200 Memory Craft ist ebenfalls eine gute Empfehlung. Hier ist der Stichplattenkonverter ein besonderes Highlight. Damit verkleinert sich bei einem Geradstich die Stichplatte und das Stichbild wird besonders sauber.
Diermeier_Bernina
Ab 800 Euro beginnt das Sortiment von Bernina. Ich selbst bin mittlerweile völlig überzeugt von der Qualität der Bernina-Maschinen. Bernina arbeitet nach wie vor mit einem Vertikalgreifer, wie z.b. CB-, Rundlauf- oder auch dem B9 Greifer, d.h. die Unterspule wird von vorne mit einer separaten Spulenkapsel und nicht von oben eingesetzt. Diese Technik ist aufwendiger und damit teuer in der Herstellung, führt durch die größere Präzision aber zu einem wesentlich saubereren Stichbild.
Greifer BerninaSpulenkapsel Bernina
Das Einsteigermodell, die Bernina 215, hat noch keine optimalen Lösungen für Knopflöcher (ein wichtiges Kriterium für alle Bekleidungsnäher). Damit wartet erst das Folgemodell B330 auf. Diese Maschine kann ohne Einschränkungen empfohlen werden.

Oberhalb von 1.000 Euro sind die Maschinen von Bernina in Ihrer Qualität konkurrenzlos mit zwei Ausnahmen: Die Janome 8200 und Janome 8900 nähen mit sehr guter Qualität und bieten mehr  Extras und damit Nähkomfort gegenüber gleichpreisigen Bernina-Maschinen. Sie sind mit dem großzügigen Platzangebot rechts der Nadel und der variierbaren Obertransporteurgeschwindigkeit nicht nur für Patchworker interessant.

Ich selbst habe mich von Anfang an für eine kombinierte Näh-und Stickmaschine entschieden. Wann immer es ums Sticken geht sind die Maschinen von Brother eine gute Wahl. Die Stickergebnisse sind wirklich gut und die Bedienung einfach. Das kann ich aus Erfahrung mit meiner Innov-is 1250 absolut bestätigen.
Brother_Innov-is 1250
Und trotzdem habe ich mich nach zwei Jahren von meiner Brother-Maschine verabschiedet und bin zu Bernina gewechselt denn beim Stickmaschinen-Kauf sollte man sich vorab eine Frage stellen: Will ich eine Stickmaschine, die auch Nähen kann oder eine gute Nähmaschine, die auch eine Stickfunktion hat? Ich für mich habe in den ersten zwei Jahren festgestellt, dass ich nicht so häufig sticke aber sehr gerne nähe und auf saubere und präzise Ergebnisse viel Wert lege. Deshalb habe ich Modell und Hersteller gewechselt.

Viele fragen sich vielleicht warum große Namen wie Pfaff und Singer in dieser Auflistung gar keine Rolle spielen. Zum einen sei gesagt: Es ist meine persönliche Meinung zum Nähmaschinenkauf kombiniert mit den Empfehlung einer erfahrenen Frau vom Fach.

Zum anderen leben diese beiden Herstellernamen bis heute von dem Ruf, den sie sich vor Jahrzehnten mit dem Bau von hochwertigen Maschinen erarbeitet haben. Beide Hersteller sind vor Jahren insolvent gewesen und die Namensrechte sind mittlerweile teils mehrfach verkauft worden. Die Maschinen, die heute das Label Pfaff oder Singer tragen kommen also nicht mehr aus demselben Stall wie die noch vor 15 Jahren verkauften Maschinen. Die heutigen Maschinen haben meiner Meinung nach leider mit der Qualität vergangener Tage nicht mehr viel gemeinsam.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Post denjenigen, die das Hobby Nähen für sich entdeckt haben und nun nach einer passenden Maschine suchen, ein bisschen Hilfestellung geben konnte. Am besten, Ihr wendet Euch mit euren persönlichen Auswahlkriterien an den Händler Eures Vertrauens. Mittlerweile gibt es viele Online-Händler, die gute Maschinen zu einem guten Preis anbieten. Trotzdem würde ich nie auf eine persönliche Beratung am Telefon oder vor Ort verzichten und wann immer die Möglichkeit besteht eine Einweisung beim Fachhändler mitnehmen. Je hochwertiger die Maschine, desto mehr gibt es zu entdecken. Ich glaube ohne die ausführliche Einweisung die ich vor einem Jahr von Frau Neuhierl bekommen habe würde ich bis heute nur einen Bruchteil der Möglichkeiten ausschöpfen, die meine Nähmaschine bietet.

Viele Grüße
Barbara

08/21/14

Hallo, ich bin Olaf und ich liebe Umarmungen!

Schultüte_Frozen_11
… wer damit was anfangen kann hat wahrscheinlich Kinder zwischen 3 und 13 im Haus… aber erst mal ganz von vorne…
Schultüte_Frozen_16
Seit heute habe ich ein Schulkind. Wow, das fühlt sich noch ungewohnt an. An sich hätte ich ja durchaus schon ausreichend Gelegenheit gehabt mich daran zu gewöhnen. Schließlich habe ich seit einem Jahr an diversen Veranstaltungen teilgenommen die Eltern offenbar besuchen müssen, wenn sich dieser große Moment anbahnt. Hat es das früher schon gegeben? Wahnsinn, was stand da nicht alles in meinem Kalender: Schularzt, Vorstellen an der neuen Schule, Bastelnachmittage, Tage der offenen Tür, Probestunde und so weiter, und so weiter.Schultüte_Frozen_5
Schultüte_Frozen_6
Eine dieser diversen Termine im Kalender von Vorschulkind-Eltern ist das obligatorische Schultüten-Basteln im Kindergarten. Alle Mädchen-Eltern sollten einen Nachmittag lang eine pinke Schultüte mit Hufeisen und einem Ponykopf basteln. Gar nicht mal einfach aber sehr süß. Nur leider war ich an besagtem Bastelnachmittag beruflich unterwegs. Der Kindergarten hat mir daraufhin freundlicherweise einen Ersatztermin zum Einzel-Basteln unter Beaufsichtigung der Profi-Bastel-Erzieherin angeboten (welch verlockender Gedanke!), aber selbst an diesem Termin ist mir eine Dienstreise dazwischengekommen. Dumm gelaufen.
Schultüte_Frozen_4
Ich habe das soweit mit Fassung getragen, nur leider das Töchterchen nicht. Nicht mal im Ansatz. Um genau zu sein war sie stinksauer denn das besagte Pony war toll und ihre Freundinnen hatten bereits alle eine solche Schultüte zu Hause stehen. “Hab ich jetzt wirklich keine Pony-Schultüte weil DU ARBEITEN musstest???” musste ich mir anhören. Nennen wir diesen Satz einfach mal die offene Flanke aller berufstätigen Mütter.

Nun denn. Von da an habe ich fieberhaft überlegt, was ich ihr jetzt im Alleingang für eine Schultüte basteln könnte die es mit dem Pony aufnehmen könnte. Da meine Bastelkünste eher bescheiden sind bin ich schnell auf “eine Schultüte nähen” umgeschwenkt (danke Julia für das schöne Tutorial!). Aber was bitte toppt Pony und würde meinem Kind am Tag der Tage beim Anblick ein Strahlen entlocken?

Was also toppt Pony…denk nach, Barbara, denk nach…
Schultüte_Frozen_10
Die Eiskönigin! – schoss es mir gestern kurz vor knapp durch den Kopf. Das leidige Thema Schultüte hatte ich ein wenig vor mir hergeschoben. Aber Elsa könnte es richten. Ihr absoluter Lieblings-Disney-Film. Diesen Film kann ich mittlerweile mitsprechen so oft haben wir ihn schon gesehen. Die Geschichte von den Schwestern Elsa und Anna ist aber auch wirklich schön gemacht.
Schultüte_Frozen_9
Ich persönlich liebe ja den so fröhlichen und lebensbejahenden Schneemann Olaf (gesprochen von Hape Kerkeling), der sich unglaublich auf den Sommer freut weil alle erzählen der wäre so toll. Urkomisch.
Schultüte_Frozen_8
Also habe ich mich auf die Suche nach einer guten Stickdatei der Eiskönigin (im Original heißt der Film “Frozen”) gemacht, mir die Schriftart für den Namenszug besorgt, dazu noch eine Stickdatei von Olaf und einen Haufen Schneesterne in verschiedenen Größen.
Schultüte_Frozen_1
Ein beherzter Griff in den Stoffschrank hat einen passenden hellblauen Uni, zwei Weihnachtsstoffe aus einer Serie von Robert Kaufman aus dem Jahr 2013 und weißen Bastelfilz zutage befördert.
Schultüte_Frozen_3
Wie so oft habe ich den Aufwand etwas unterschätzt. Es hat Stunden gedauert aber Theresas Strahlen heute Morgen war jede Minute davon wert.
Schultüte_Frozen_15
Habt einen schönen Abend! Ich muss jetzt erst einmal die Füße hochlegen. Und wie ich mich schon auf die nächste Schultüte in 5 Jahren freue! Unbändig sozusagen.

Viele Grüße Barbara

12/1/13

Mein äußerst besinnlicher Start in den Advent

Die vergangene Woche war sehr anstrengend, arbeitsreich und wie so oft hätte es gerne deutlich mehr Schlaf sein können. Aber ein entspannter Wochenausklang schafft wenigstens einen guten Start ins Wochenende und so stieg ich am Freitagabend kurz vor Mitternacht in die Badewanne um noch ein paar Minuten Wärme und Ruhe zu tanken. Und während ich mit geschlossenen Augen und völlig entspannt im Wasser liege lausche ich mit einem Ohr den Mitternachtsnachrichten. Erst nehme ich es nur irgendwo im Off wahr aber im nächsten Moment sitze ich kerzengerade in der Wanne: “Es ist Samstag, der 30. November” höre ich den Sprecher sagen. Augenblick mal: DREISIGSTER NOVEMBER??? Morgen, am Sonntag, ist demnach der 01. Dezember und ich hatte den Adventskalender für meine Tochter vergessen!!! Scheiße.

Zwei Sekunden später stehe ich tropfend vor der Wanne und verfluche mich für meinen Super-Mutti-Ton, mit dem ich während der vielen Supermarktbesuche in den letzten Wochen mein Kind an allen Kinderschokolade-, Lego-, Hello Kitty-, Filly Pferde-, Barbie- oder wie auch immer gearteten Adventskalendern vorbeigezogen habe. “Nein Theresa, das kaufen wir nicht. Keine Sorge, Du kriegst einen ganz tollen Adventskalender, der wird super, viel schöner als diese hier!” höre ich mich noch sagen. Denn für mich stand fest: Selbstverständlich werde ich selbst Säckchen nähen, liebvoll und abwechslungsreich befüllen und die wunderschönen Adventskalenderzahlen besticken. Das war für mich entschiedene Sache seit mindestens Ostern. Wie konnte ich das nur vergessen?

Also sprang ich fluchend in eine Jogginghose und stapfte in den Keller um zu sichten, was der geheime Fundus an schönen Kleinigkeiten, die ich in den Adventskalender zu füllen gedachte, so hergab. Wenigstens in dem Punkt hatte ich halbwegs vorgesorgt und in den letzten Wochen hier und da eine Kleinigkeit mitgenommen. Den Rest sollte Süßkram richten nur leider war der auch nicht in ausreichender Menge im Haus. Ich konnte ja schlecht ein Paket Butterkekse aufteilen. Und Mon Cherie scheidet bei einer 5-Jährigen auch aus.

Da half nur ein kleiner Schlachtplan. Der Samstag war eigentlich schon mit allerlei Terminen und Besorgungen verplant und ich konnte die Säckchen wohl kaum in Anwesenheit des Kindes nähen in den paar Minuten Leerlauf, die zwischen Wocheneinkauf, Apothekengängen, Kindergartenweihnachtsfeier und dem Fussballspiel am Abend geblieben waren (ich hatte beim Familien-internen Schnick-Schnack-Schnuck gewonnen und durfte am Samstagabend mit meinem Bruder ins Stadion! YES! Darauf zu verzichten wäre hart gewesen). Also blieben zwei Nachtschichten für mich und ein Einkaufszettel für meinen Mann. So könnten wir es noch bis Sonntag schaffen.

Womit er dann aus dem Supermarkt nach Hause kam würde locker für einen 365-Tages-Schnuckerkram-Kalender reichen. Das bot zwar eine gewisse Auswahl für den Kalender der Tochter, bedeutet aber auch tonnenweise Süßkram im Haus wenn die Feiertage vorbei sind und das obligatorische Salatblatt-kauen beginnt um die Weihnachtspfunde wieder loszuwerden. Aber was soll’s, selber schuld, ich hätte es ja auch vor Tagen, ach was sag ich: vor Wochen selbst erledigen können.

Adventskalender 1b Adventskalender 2b

Die Säckchen, die ich dann schnell zusammengenäht habe, sind nicht gerade nach feinster Schneiderart entstanden. Sie haben, wie man unschwer erkennen kann, auch zu keinem Zeitpunkt ein Bügeleisen gesehen. Gestern Nacht ging mir dann irgendwann die Puste aus und so hängen die Zahlen auch nur an Bändern an den Säckchen und sind nicht, wie eigentlich gedacht, draufgestickt.

Aber dem Tochterkind war es egal. Sie hat sich tierisch über ihren Kalender gefreut. Das konnte ich aber erst nach dem dritten Kaffee am heutigen Morgen vollumfänglich wahrnehmen.

Wir halten fest:

1. Weihnachten kommt, jedenfalls für mich, mal wieder viel zu plötzlich. Ich muss mir da für nächstes Jahr eine Deadline irgendwann im November setzen. DAS mache ich nämlich nicht nochmal.

2. Ich werde nie-nie-nie wieder abwinken, wenn mein Kind auf einen Supermarktkalender zusteuert. Mein Mantra wird sein: “Oh, schau mal, Barbie, wie hübsch! Aber natürlich darfst Du Dir den wünschen! Wenn er Dir so gut gefällt?!” Wobei – jetzt hab ich ja einen für die nächsten Jahre. Oder mach ich im nächsten Jahr noch mal einen Kalender und diesmal in schön? So wie ich in mir eigentlich vorgestellt habe? Dann aber auf jeden Fall bis zu den Sommerferien, so viel steht fest.

3. Mein halbwegs vorhandenes Gute-Mutter-Image habe ich so gerade noch mal in den Dezember retten können. Das war knapp.

4. Als Ehefrau habe ich allerdings total versagt. Heute Morgen hat mich mein Mann freudestrahlend mit einem wunderschönen Adventskalender überrascht. Und ich hab mich wirklich sehr darüber gefreut. Und gleichzeitig sehr dafür geschämt, dass ich ihn im Gegenzug vergessen hatte. Macht nix, meinte er, das hätte er geahnt uns sich deshalb kurzerhand selbst einen gekauft. AUTSCH. Da hab ich was gutzumachen.

Adventskalender_Lindt

5. Wer sich wider aller Erwartungen durch diesen fulminanten Kalender dazu inspiriert fühlt einen eben solchen zu nähen: Die Stickdatei mit den Adventskalenderzahlen gibt es bei Smilas World. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass jetzt noch jemand auf der Suche nach Inspiration ist. Jedenfalls nicht für dieses Jahr…

Habt eine schöne und ruhige Adventszeit! Das könnt Ihr besser als ich, da bin ich mir sicher…
Bis bald
Barbara