01/25/18

Erste Einblicke in mein neues Nähzimmer & der Das-mach-ich-nachts-Flohmarkt

Gestern Abend habe ich bei Molli Starkles den Einleitungstext von Sarah Fielkes Buch “Quilting from little Things” gelesen und mir ging es wie Molli – sie spricht mir aus der Seele. In der Einleitung heißt es:

“My stash is large, but it’s never large enough. I don’t ever feel bad about how much fabric I have – the fabric is as essential to my inspiration as the actual construction of the quilts. 

Buy fabrics because you love them and because they make your heart sing, not because they have a special purpose. One day, the perfect fabric will jump right into your hands from your cupboard, without your ever knowing the reason for which it was bought! These random discoveries are what make your choices interesting and exiting rather than pre-determined. “

(Frei übersetzt steht da: “Ich habe eine große Stoffsammlung, sie ist aber trotzdem nie groß genug. Ich fühle mich nicht schlecht deswegen. Die Stoffe sind Quelle meiner Inspiration. Kaufe Stoffe einfach weil Du sie liebst und sie Dich ansprechen, nicht zwingend mit einer festen Idee im Kopf. Eines Tages wird dieses Stoffstück die perfekte Ergänzung zu einem Deiner Projekte sein ohne dass Du das beim Kauf vor Augen hattest. Diese spontanen Kombinationen zu Hause machen Stoffzusammenstellungen erst interessant und spannend.”)

Ich bemühe mich immer Stoffe mit einer Idee im Kopf zu kaufen. Schon allein um absehen zu können wie viel ich davon wohl brauchen werde. Aber allzu oft passiert genau das: Ich verwende sie am Ende ganz anders als ursprünglich gedacht. Mir ist es schon passiert, dass mir ein Stoffstapel beim Einräumen aus der Hand gefallen ist und die zufällige Stoffkombination, die plötzlich vor mir auf dem Boden lag, Inspiration für einen Quilt war.

Jeder, der hier schon lange mitliest weiß: Das Mädel hat Stoffe zu Hause. Viieeele Stoffe. Und ich liebe sie, sie inspirieren mich, und ich stehe zu meiner großen Sammlung. Und trotzdem werde ich mich von einem Teil trennen.

In den letzten Monaten hat sich bei uns zu Hause viel verändert. Räume wurden hin und her gezogen und renoviert. Wir haben ein Au Pair in unsere Familie aufgenommen und mussten, damit ein freies Zimmer für sie entsteht, alle ein bißchen zusammenrutschen. Meine Stoffe sind in den Keller gezogen.

 

 

Hier ein erster kleiner (noch recht chaotischer) Einblick in mein Nähzimmer im Keller. Diesmal alles hinter Türen damit es etwas ordentlich aussieht, Stauraum geschaffen wird und meine Schätze nicht einstauben. Wenn es fertig ist, zeige ich es dann mal ganz ausführlich.

Und auch wenn ich dort reichlich Platz habe, war es eine spannende Erfahrung jeden einzelnen Stoff in die Hand zu nehmen, in einen Wäschekorb zu legen und in den Keller zu tragen. Ich habe dabei Schätze wiederentdeckt, spontane Kombinationen im Kopf erstellt und auch entschieden, welche Stoffe, Zeitschriften und Bücher ich nicht mit umziehe. Und daraus ist dann eine Flohmarktkiste entstanden. Genau genommen drei Kisten.

Jeder dieser Stoffe hat mir Freude bereitet. Er hat mich mindestens einmal (beim Kauf) zu etwas inspiriert. Aus vielen habe ich etwas genäht und ich gebe Reststücke ab. Einige warten noch auf einen Verwendungszweck und sind nie angeschnitten worden. Es sind auch einige Kinderstoffe dabei. Meine Mädels sind schon so groß und Farbvorlieben haben sich mit den Jahren völlig verändert. Es ist so ein schöner Gedanke, dass damit jemand von Euch Freude hat und der Stoff Euch zu etwas inspiriert.

Ich habe 2011 damit begonnen Designerstoffe zu kaufen. Viele der Stoffe sind längst nicht mehr erhältlich. Es sind auch ein paar echte Schätze dabei. Es handelt sich fast vollständig um Designer-Baumwollstoffe, Pre-Cuts, laminierte Baumwolle, Batist und Wachstuch. Zusätzlich habe ich Bücher, Zeitschriften und Restekisten eingestellt.

Vor ich glaube 2 Jahren gab es schon einmal einen Stoffverkauf hier. Ich habe das damals über den Blog abgewickelt was irgendwie unübersichtlich war. Deshalb habe ich mich diesmal entschieden einen eigenen Instagram-Account dafür anzulegen. So ist es übersichtlicher. Ich verkaufe die Stoffe in Paketen. Manchmal sind mehrere Bilder pro Paket hinterlegt. Jedes Paket ist nummeriert und genau beschrieben.

Ich habe in den Paketen Stoffe so zusammengestellt, wie ich sie miteinander vernähen würde. Das ist natürlich mein ganz persönlicher Geschmack. Manchmal sind es auch Farbpakete. Oft sind es Stoffe unterschiedlicher Hersteller und die Stücke sind sehr unterschiedlich groß. Ich habe alles genau vermessen, fotografiert und im Text unter dem jeweiligen Bild beschrieben. In Summe sind es 90 Stoffpakete und 18 Bücher. Wenn Stoffe als Paket zusammengefasst sind, sind sie auch nur als Paket zu verkaufen.

Es ist alles dabei: Zu verschenken, Überraschungs-Restekisten, von mir zusammengestellte Stoffpakete, einzelne Stoffe vom Fat Quarter bis zum 3-Meter Stück, Pre-Cuts (Kelly Rolls, Layer-Cakes, Fat-Eight und Fat-Quarter-Pakete) und echte Raritäten.

Der Account heißt das_mach_ich_nachts_flohmarkt und ist hier zu finden. Die Teilnahmebedingungen findet ihr hier. Gelegentlich habe ich auch Inspiration zur Verarbeitung als Bild angefügt. Alle hier gezeigten Bilder sind Stoffpakete, die ich über den Flohmarkt abgebe, teilweise mit Inspiratrionsbildern versehen oder mit einem Foto, was ich daraus genäht habe.

Achtung: Wer keinen Instagram -Account hat kann über den Link trotzdem schauen und mir einfach einen Email an Barbara.borchert(ät)yahoo.com schicken und mir bei Interesse die Paketnummer nennen. Dann wickeln wir das per Email ab. Verkaufte und bezahlte Pakete werden gelöscht. Damit wird hoffentlich aus aktuell 108 Paketen bald etwas weniger…

In einer zweiten Runde werde ich noch ein paar Bücher, Jerseys, Nähmaschinenzubehör und weitere Stoffarten einstellen. Darüber werde ich hier im Blog informieren und wer den Instagram-Account abonniert wird es auch dort mitbekommen.

Danke für Euer Interesse!
Viele Grüße

Barbara

05/1/15

Neun Regeln zum Stoffkauf, von denen ich wünschte, ich hätte sie von Anfang an beachtet

Fabric Strash

Jeder, der je mein kleines Nähzimmer betreten hat, wird sich jetzt wahrscheinlich fragen warum gerade ich mich berufen fühle gute Tipps zum Stoffkauf zu geben, denn: Da liegt eine Menge Stoff. Eine große große Menge, also zwei Schränke voll. Soll heißen: Scheinbar kauft sie mehr als sie braucht, weit mehr. Das kann ja eigentlich nicht Ziel der Übung sein.
Lulu Magnolia
(Foto: Stoffserie “Lulu Magnolia” The Quilted Fish/Riley Blake, gekauft im Fat Quarter Shop)

Grete hat mir mal erzählt, dass eine Kundin Ihres Patchworkladens jedes Projekt so plant, dass nicht ein Fitzelchen Stoff übrigbleibt. Ich bin mir nicht sicher ob ich das bewundern soll. Es ist gewissermaßen das Kontrastprogramm zu mir. Aber ganz ehrlich: Ich würde nicht mit ihr und ihrer enormen Disziplin tauschen wollen. Ich liebe meine Stoffe, und zwar alle. Ich kenne den Namen zu jedem einzelnen und weiß in aller Regel auch nach Jahren noch wo ich ihn gekauft habe und welche Idee ich dazu hatte.

Fabric Stash by Color

Meine Stoffe sind nach einem festen System sortiert. Die Baumwollstoffe vorrangig nach Farbe und in einem zweiten Schrank nach Designer, wenn ich aus einer Serie oder serienübergreifend etwas angesammelt habe. Der Erfahrung nach verwende ich sie später auch oft zusammen und so muss ich sie nicht mühsam zusammensuchen.

Dazu gibt es einen Stapel Voile, einen mit Flanell, einen mit Wollstoffen für Bekleidung und ausgelagert im Keller, die Jerseys. Sonderstoffe wie Plüsch, Frottee oder Samt lagern in Kisten (davon habe ich aber auch nicht viel). Laminierte Baumwolle und Wachstuch bewahre ich aufgerollt auf damit sie nicht zerknicken.

Stoffreste werden ebenfalls wieder einsortiert, sofern sie eine Mindestgröße von einem DinA4-Blatt überschreiten, alles darunter wandert in die Restekiste.

Der Anblick meiner Stoffe macht mich glücklich und das jeden Tag. Ich liebe den Farbrausch und ich liebe die Auswahl, wenn ich abends spontan mit etwas Neuem beginnen will. Ich will es nicht anders auch wenn einige von Euch diese Dokumentation meiner Sammelleidenschaft mit viel Wohlwollen als leicht verhaltensauffällig bezeichnen würden.
V & Co. Color Theory2 V & Co. Color Theory
(Fotos: V& Co. Color Theory)

Ich habe von meinen Nähfreunden schon viele lustige Geschichten über Ihren “Stash”, also ihre Stoffsammlung zu Hause, gehört. Von Tüten, die heimlich abends im Dunkeln im Schlafanzug und mit Zahnbürste im Mund vom Kofferraum in den Keller geschleppt wurden, damit der Gatte es nicht mitbekommt. Von dem Grauen vor dem anstehenden Umzug, weil dann den anderen Familienmitgliedern das Ausmaß des Stofflagers vor Augen geführt wird, das sich so unauffällig auf viele kleine Kisten auf die Wohnung und den Dachboden verteilt. Von den großen Kisten im Keller, in denen angeblich Gästebettwäsche gelagert wird und vieles mehr.
Patchwork mit Unis
(Foto: Serie “Indian Summer von Sarah Watson, Art Gallery Fabrics mit passenden Unis) 

Im Grunde haben die meisten Näher eine Menge Stoff im Haus. Ich finde das nicht verwerflich. Ein gut zusammengesetztes Stofflager ist eine feine Sache. Blöd nur, wenn man zwar viel Stoff im Haus hat, aber nie das Passende für ein geplantes Projekt. Das eigene Lager dahingehend zu perfektionieren ist also das Ziel.

Ich habe offensichtlich in meinem Nähleben (das erschreckenderweise ja noch gar keine Jahrzehnte umfasst, was ja eine brauchbare Entschuldigung für den zusammengetragenen Berg wäre) schon eine Menge Stoff gekauft.

Vielleicht bin ich also doch genau die Richtige um all denjenigen, die gerade erst mit dem Nähen und Stoff einkaufen anfangen, die Tipps zu geben, die ich gerne am Anfang meiner Sammelkarriere bekommen hätte.

1. Kaufe niemals einen Stoff, nur weil er im Angebot ist.

Die Verlockung ist groß bei einem Schnäppchen zuzuschlagen. Aber erfahrungsgemäß sind es gerade diese Käufe, die im Regal Staub ansetzen. Ich für meinen Teil kann sagen: Wenn ich einen Stoff nicht von Minute Eins an toll finde, kaufe ich ihn nicht. Egal was er kostet (dieses Prinzip hat sich übrigens auch bei Kleidungskäufen sehr bewährt).

2. Kaufe nie einen Stoff, ohne dass Dir spontan einfällt, was Du daraus machen willst.

Wenn mir ein Stoff in einem Geschäft oder Online-Shop spontan gefällt überlege ich immer zuerst, was ich daraus machen möchte. Eher was für eine Babydecke, oder ein Kinderkleid? Eine Tasche? Ein Kleidungsstück für mich? Wenn das Muster trotz schöner Farbe schwierig zu verwenden ist, die Farbe oder das Motiv zwar mir, wahrscheinlich aber den Kindern nicht gefällt oder mir spontan nichts einfällt, was ich daraus machen kann, kaufe ich ihn nicht.

Wenn mir etwas dazu einfällt kaufe ich die Menge, die man voraussichtlich für das Projekt benötigt. Wenn es ein Taschenstoff ist kaufe ich 60cm. Daraus kann man meiner Erfahrung nach fast jeden Taschenschnitt nähen. Wenn es ein guter Kombistoff für eine Kosmetiktasche oder ein kleines Accessoire ist (und die nähe ich konsequent jede Woche, sie sind bei mir also viel im Einsatz) nehme ich 30-40cm, in US-Shops einen halben Yard.

Kindergartentasche HHLs
Kindergartentasche HHL3
(Foto: Kindergartentasche nach dem Schnitt von Lillesol und Pelle, allerdings mit Soft & Stable gefüttert und damit stabiler. Stoffe: Hamburger Liebe, Elephant Love)

Bei kleingemusterten Stoffen eher 30cm, bei größeren Mustern, bei denen man beim Zuschnitt vielleicht ein bisschen rumrangieren muss und mehr Verschnitt hat, 40cm.

Bei Kleidungsstücken habe ich ungefähr im Kopf, was ich für einen Rock, ein Jerseykleid oder ein Kinderkleid brauche und orientiere mich daran.

Auch wenn der Stoff dann erst einmal in meinen Vorrat wandert komme ich mit diesem Mengen erfahrungsgemäß auch gut zurecht, wenn ich ihn später für etwas anderes verwende. So richtig verändert er seine Bestimmung nämlich nie.

3. Kaufe immer die beste Qualität, die Du Dir leisten kannst.

Je weniger mein Nähbudget hergibt, desto konsequenter befolge ich diese Regel. Lieber bewusster (soll heißen besser geplant und genau die Menge zum anstehenden Nähpojekt) und eine bessere Qualität kaufen. Nichts ärgert mehr, als wenn das über Stunden genähte Kleid oder die Decke nach dem Waschen einläuft, die Farben verliert oder ausleiert. Und nichts ist eine größere Geldverschwendung.

Ich will lange etwas davon haben und freue mich, wenn ich ein für meine Kinder genähtes Kleidungsstück noch an die Cousinen weitervererben kann. Schließlich habe ich Arbeit, Zeit, Geld und Herzblut hineinsteckt.

4. Vergiss die Unis nicht!

Zu Anfang habe ich einfach das gekauft was mir gefallen hat und hatte dann einen Stapel schöner Muster ohne Begleitstoffe. Begleitstoffe sind Prints mit kleinem Muster aus maximal 2 Farben und eben Uni-Stoffe.

April Showers_Solids
(Foto: Stoffe aus der Serie Bonnie & Camille “April Showers” mit passenden Moda-Unis)

Sie aber sind das Salz in der Suppe und werden, bei mir jedenfalls, viel mehr verbraucht.
Stoffregal
Anfangs fand ich Unis langweilig aber mittlerweile sind sie meine Lieblinge und ständig im Einsatz.
Oliver and S. 2+2 Blouse
(Foto: Schnitt:  2+2 Blouse von Oliver & S., Stoff Monaluna “Westwood” von der Eulenmeisterei)

Ich verwende sie als Akzent an einem Kleid oder an einer Bluse, für selbstgemachtes Schrägband in der perfekt passenden Farbe oder als ruhiger Vermittler zwischen großen und grafischen Mustern.

Ein weiterer Aspekt ist nicht zu verachten: Sie sind günstiger als gemusterte Markenstoffe und damit wunderbar für die Innenseite von Taschen, und die Rückseite oder Einfassung von Decken geeignet.
Geranium Desses
(Foto: Kleiderschnitt: Geranium Dress von Made by Rae, genäht aus Art Gallery Pure Elements in Cherry Lipgloss und Cozumel Blue)

Aus Unis habe ich aber auch schon Kleider genäht und Reste lassen sich bis zum letzten Fitzel wunderbar zum Beziehen von Knöpfen oder für Stifterollen verwenden.

Unis erleben gerade einen wahren Boom und Quilts daraus sind ein echter Trend. Genau mein Ding, deshalb steht das auch noch auf meiner To-Sew-Liste. Eine riesige Auswahl gibt es zum Beispiel hier.

Kurzum: Für mich sind sie das Rückgrad meines Stoffvorrats. Welche ich kaufe und warum habe ich hier schon einmal ausführlich aufgeschrieben.

5. Kaufe Pre-Cuts mit Bedacht

Zu vielen amerikanischen Baumwollstoff-Serien gibt es sog. Pre-Cuts. Das sind Zuschnitte verschiedenster Größe, in denen jeder Stoff der ganzen Serie mindestens einmal enthalten ist. Eine tolle Idee für Patchworker.
Pre-Cuts-2
Pre-Cuts bieten viele Vorteile: Man erspart sich viel Zeit beim Zuschneiden, kann eine ganze Kollektion in seine Decke einbauen und kommt dabei meist günstiger weg als wenn von einer Serie im Laden Streifen der Mindestabnahmemenge abgeschnitten wird.

Ich kenne aber mittlerweile auch die Nachteile: Nicht jeder Print einer Serie gefällt mir gleich gut. Vieles hätte ich einzeln nicht gekauft. Will ich diese Prints also wirklich in meiner Decke haben?

Wenn ich einen Pre-Cut, zum Beispiel einen Layer Cake (also Quadrate, die ca. 25,4 x 25,4cm groß sind) oder eine Jelly-Roll (ca. 6,3 cm x 110cm lange Stoffstreifen) kaufe, bin ich sehr eingeschränkt in meinen Möglichkeiten. Nur eine kleine Auswahl an Quiltmustern kommt damit in Frage.

Nachdem ich ein paar Pre-Cuts angesammelt habe, die ich eher mit einer losen Idee im Kopf gekauft habe, kaufe ich sie heute nur noch wenn ich genau weiß, für welchen Schnitt ich sie einsetzen will. Dann sind sie eine super Sache.

 6. Vorsicht bei großen Prints

Wenn ich besonders großformatige Muster kaufe, nehme ich immer etwas mehr als üblich und achte darauf, dass das Hauptmotiv beim Zuschnitt im Laden nicht zerschnitten wird. Denn was bringt mir z.B. ein in der Mitte zerschnittene Hirschkopf? Verschwendete 20 cm Stoff, die ich aber mit bezahle.

Etwas mehr nehme ich deshalb, weil ich das Muster aus dem Stoff ausschneiden muss und damit gibt es viel Verschnitt. Für diese extra-hohe Kosmetiktasche habe ich einen halben Meter gebraucht weil das Muster so riesig ist und ich es so zuschneiden wollte, dass es sich an den Seiten trifft. Der komplette Rest war Verschnitt, ein Fall für die Restekiste.
Cosmetic bag Wishes
Matching S.-Seams
(Foto: Stoff: Wish von Valorie Wells uns Squared Elements von Art Gallery Fabrics, Schnitt nach meiner Anleitung, aber höher)

Aber auch bei kleineren Mustern gibt es Verschnitt. Bei Taschen z.B. achte ich darauf, dass sich das Muster genau am Reißverschluss oder an der Öffnung trifft. Auch das führt zu erhöhtem Stoffverbrauch.
Matching Prints
(Foto: Stoff Heather Bailey, Up Parasol, Anleitung für das Täschchen: kommt)

Für Quilts sind großformatige Motive schwer zu verwenden. Da halte ich mich immer eher an die Begleitstoffe und kleinen Prints, die auch zerschnitten noch schön zur Geltung kommen.

Für Bekleidung finde ich große Prints super, aber auch hier braucht man etwas mehr Stoff, um ein Muster gut zu platzieren. Bei Kindern noch unproblematisch, bei Frauen um die Brust herum gar nicht so einfach…
Kleid von vorne
(Foto: Schnitt Oliver & S. Seashore Sundress, Stoff Tula Pink, Foxfield, mehr dazu hier)

7. Lass Dich nicht von Trends beeinflussen

Die Stoffindustrie ist auch nur eine Modebranche. Bestimmte Designer oder Stilrichtungen sind im einen Sommer hip, im nächsten out. Auch ich habe Stoffe im Schrank, weil sie mal eine Art “must have” waren. Das passiert mir mittlerweile nicht mehr. Was mich nicht 100%-ig begeistert kaufe ich nicht, völlig egal wie hip Eulen, Heather Ross, Hamburger Liebe oder Amy Butler oder wer auch immer gerade ist. Da kaufe ich was mir gefällt denn nur die Stoffe verwende ich später auch. Manchmal, völlig un-hip, Monate oder Jahre später.

Im Moment sind sog. Low Volume Prints ein echter Trend, also Stoffe, die als Hauptfarbe weiß haben aber trotzdem gemustert sind. Auch wenn ich sie schön finde und absolut bewundere, was andere damit tun, ich mache einen Bogen um diesen Trend weil ich genau weiß, dass ich daraus keine Decke nähen werde (ein Hoch auf meine Willenskraft!).

8. Welche Farben ziehen Dich an? Was heißt das für den eigenen Stoffvorrat?

Jede von uns hat Lieblingsfarben und solche, die wir nicht so sehr mögen. Ich ertappe mich zwar dabei, dass selbst eine früher ungeliebte Farbe wie senfgelb (ihr erinnert Euch?) sich langsam und durch die Hintertür zu einer viel genutzten Farbe entwickeln kann. Aber einige Farben werde ich wohl nie mögen und andere noch nach Jahren lieben.

Stas_Favorites
Beim Blick in meinen Stoffschrank erkennt man klar meine Lieblingsfarben. Ich kaufe sie vorrangig und ich verwende sie vorrangig. Und trotzdem hat es sich für eine gute Durchmischung bewährt auch links und rechts der Lieblingsfarben zu kaufen. Da ergeben sich auf einmal ungeahnte Kombinationen!

Stoffe türkis

Oft nähe ich Geschenke für Familie und Freunde und nicht jeder liebt Türkis oder Mint wie ich. Da kann ich mich dann auch an der offensichtlichen Lieblingsfarbe eines anderen orientieren.

Und auch wenn rot im Alltag eine wenig genutzte Farbe von mir ist, was wäre Weihnachten ohne rot?

 9. Trenne Dich von denen, die Dir nicht mehr gefallen

Zugegeben, damit tue ich mich schwer. Und ja, ich müsste mal wieder. Es ist ja nicht so, dass ich Stoffe, die ich einmal schön fand und für die ich gutes Geld bezahlt habe, heute furchtbar finde, aber ich greife bei der Auswahl regelmäßig an ihnen vorbei weil ein anderer Stoff mich mehr anlacht. Also gebe ich sie ab. Bisher an meine Mutter, die daraus etwas für den Kirchenbasar näht oder an liebe Freunde.

Ich habe nach schlechten Erfahrungen mit Facebook-Gruppen, bei denen man kleine Stoffauktionen durchführen kann, auch über einen “Destash” über Instagram nachgedacht oder eine Flomarktecke hier im Blog. Irgend etwas in dieser Art werde ich wohl mal versuchen.

Viele raten an der Stelle dazu, die “B-Ware” im Schrank für Innentaschen oder Deckenrückseiten zu nutzen. Ich für meinen Teil kann das nicht. Ich will etwas nähen, dass mir rundum gefällt. Pure Restverwertung ist einfach nicht mein Ding. Jedenfalls nicht, wenn ich noch etwas im Schrank gehabt hätte, mit dem das Ergebnis mir noch besser gefallen hätte.

Und jetzt bin ich gespannt, nach welchen Regeln Ihr Eure Stoffe kauft. Erzählt Ihr mir davon?

Liebe Grüße
Barbara