10/2/17

Ein Lebenszeichen in Form einer Reisetasche aus Oilskin

Ihr Lieben,

es fühlt sich seltsam an nach so vielen Monaten wieder den Rechner aufzuklappen um einen Blogpost zu schreiben. Und trotzdem sehr vertraut, schließlich habe ich es schon hunderte Male gemacht. Nur eben nicht in letzter Zeit. Vor allem ist es schon ziemlich merkwürdig sich mitten in einer Blogaktion so völlig sang- und klanglos in eine Pause zu verabschieden. So geschehen im Frühjahr, mitten in der Vier-Jahreszeiten-Kissen-Aktion.

Zum Jahreswechsel hatte ich hier über mein emotional und körperlich sehr anstrengendes 2016 geschrieben und auch von meinen beruflichen Neustart erzählt. Auch wenn sich das als eine sehr gute Idee rausgestellt hat, habe ich erst nach ein paar Wochen im neuen Jahr wahrgenommen, wie leer mein Akku eigentlich war und wie dringend ich mich endlich mit voller Aufmerksamkeit um mein körperliches Wohlergehen kümmern musste. Die Erkenntnis ist ja das eine, aber wirklich und nachhaltig die täglichen Routinen so zu verändern, dass sich spürbar etwas ändert, das ist ungleich schwerer.

Und trotzdem habe ich es fertiggebracht an einem Donnerstag im Februar mich erst mental, und dann ganz handfest im Alltag, neu aufzustellen. Denn es hilft ja nichts: Irgendwann muss man an einem” heute” anfangen und nicht immer nur jeden Vorsatz auf “morgen” oder “den nächsten Montag” verschieben. Ich habe mir mehr Schlaf verordnet. Mein Blog trägt nicht umsonst diesen Namen. Ich habe all die Jahre bis in die Nacht rein genäht und habe selten mehr als 5 oder 6 Stunden geschlafen.

Ich habe mein Sportprogramm wieder aufgegriffen bzw. nach einer einjährigen Pause nochmal ganz von vorne angefangen und, der Teil ist mir am schwersten gefallen, meine Ernährung grundlegend umgestellt. Für mich war das ein mentaler Kraftakt und meine Sorge den Fokus zu verlieren hat mich von Anfang an begleitet.

Indem ich diesen Dingen nach meiner Familie und meinem Beruf die größte Priorität eingeräumt habe, war klar, dass andere Dinge, und vor allem die Zeitfresser in meinem Alltag, ab jetzt und für eine lange Zeit hinten anstehen werden. Und so habe ich monatelang nur wenig genäht und gar nicht mehr gebloggt. Lediglich auf Instagram habe ich hier und da noch etwas Genähtes gezeigt.

Nach einigen Monaten in meinem neuen, deutlich bewussteren Leben geht es mir körperlich und mental viel viel besser. Ich bin froh, dass ich so rigoros Veränderungen umgesetzt habe. Wer weiß ob ich es sonst fertig gebracht hätte einen neuen Weg einzuschlagen.

Eine spannende Erfahrung auf dem Weg war, dass auch eine richtige Nähpause (über den Sommer habe ich zum ersten Mal seit Jahren wochenlang gar nicht genäht) der eigenen Kreativität sehr zuträglich sein kann. Ich habe danach Stoffe vernäht die schon lange im Schrank lagen und die ich quasi ein zweites Mal für mich entdeckt habe.

Und auch meinen Schnittmusterbestand und meine Pinterest-Boards habe ich nach Schnitten durchsucht, die ich schon lange einmal nähen wollte aber es irgendwie nie angegangen bin. Dabei bin ich auf diesen Schnitt gestoßen, der schon ewig auf meinem Zettel stand: Der Cargo-Duffle von Noodehead. Es ist ein kostenloser Schnitt der auf der Seite von Robert Kaufman runtergeladen werden kann. Da er in den letzten Jahren schon unzählige Male in Blogspost vorgestellt wurde, habe ich bei meiner Tasche einige der Vorschläge aufgenommen die mir bei anderen gut gefallen haben.

Ich habe meine Tasche zum Beispiel 4 inch breiter genäht als im Schnittmuster angegeben. Damit passt mehr rein und die Wahrscheinlichkeit einer vollgestopften Tasche mit geknittertem Inhalt und einen ständig gespannten und damit ausriss-gefährdeten Reißverschluss minimiert sich. Theoretisch jedenfalls.

Praktisch ist es wahrscheinlich wie mit dem Auto bei jeder Urlaubsfahrt. Der Wagen ist voll. Immer. Völlig gleichgültig wie groß das Auto und die Anzahl der Urlaubstage ist. Man reduziert sich weniger je mehr Platz man zur Verfügung hat. Ich habe sicherheitshalber einen sehr stabilen Reißverschluss eingesetzt. Manchmal hilft es, wenn man sich selbst ganz gut kennt.

Für die Träger habe ich weiches Gurtband statt den im Schnittmuster empfohlenen Stoff verwendet. Ich finde, damit trägt sich die Tasche besser. Zudem knittert Gurtband nicht. Stoff hingegen schon, wenn man ihn immer an der selben Stelle zusammendrückt. Aus rein optischen Gründen habe ich das Gurtband mit einem Stoff-Schrägband eingefasst.

Und zu guter Letzt habe ich die häufigste Abwandlung des Schnittes anderer Näher umgesetzt: Ich habe der Tasche ein Futter verpasst.

Um das Schnittmuster einfach zu halten, hat der eigentliche Schnitt kein Futter und sieht demnach von innen nicht so schön aus. Die offenen Nähte werden im Original mit Schrägband eingefasst was ich dreimal mühsamer finde als ein Futter einzusetzen. Ich habe noch kurz über Innentaschen und veränderte Außentaschen nachgedacht, es dann aber gelassen. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich sie nicht nutze. Da kann ich mir die Mühe sparen.

Wer das Schnittmuster ausprobieren möchte findet den kostenlosen Download hier. Eine Anleitung, wie man der Tasche ein Futter verpasst, findet ihr hier. Und diese sowie diese Taschen zeigt weitere Änderungen, die mir gut gefallen haben, die ich bei meiner Tasche aber nicht umgesetzt habe. Hier und hier gibt es einen Sew Along mit vielen Fotos.

Da ich schon vorher Reisetaschen genäht habe, zum Beispiel die Aeroplane Bag, die bei uns oft und gerne im Einsatz ist, weiß ich, dass solche Taschen beim Beladen des Autos gerne mal davor abgestellt werden und von unten schnell dreckig werden. Das ist ärgerlich. Deshalb habe ich mich diesmal für eine hochwertige und robuste Lösung entschieden. Ich habe Oilskin verwendet. Das ist echtes Wachstuch. Kennt ihr noch die englischen Barbour-Wachsjacken? Solche Jacken werden aus Oilskin genäht. Das Material ist dünn, weich und biegsam mit einer wachsigen Oberfläche, die 100% wasserdicht und damit abwischbar ist.

Ich habe es vor Monaten in die Hände bekommen, als Elsbeth und Ich, unser herrliches Stoffgeschäft hier in Bochum, die ersten Rollen geliefert bekommen hat. Ich war sofort hin und weg. Es vernäht sich ganz wunderbar und viel einfacher als klassisches Wachstuch, dass unter der Nähmaschine stoppt und viel weniger biegsam ist.

Mittlerweile gibt es wegen großer Nachfrage bei Elsbeth und Ich eine schöne Farbauswahl und ich werde ganz sicher noch mehr daraus nähen. Ich denke da an eine Handtasche, einen Shopper oder eine (Männer-)Kosmetiktasche mit Lederakzenten. Genau die richtige Mischung aus schick, sportlich und praktisch.

Die grafischen Stoffe stammen ebenfalls von Elsbeth und Ich, genau wie der stabile Kunststoffreißverschluss in Metalloptik. Das Gurtband habe ich vor Ewigkeiten einmal in Berlin gekauft und das Futter ist wie so oft Soft and Stable von byAnnie’s. Durch das verquilten des Außenstoffs mit dem Soft and Stable erhält die Tasche ihre Form. An der Stelle wäre es allerdings sinnvoll gewesen den Standart-Rat zu befolgen und erstmal das komplette Schnittmuster zu lesen. Dann wäre mir nämlich aufgefallen, dass hier, anders als bei Annies Schnitten, nicht alle Teile vorab gequiltet werden.

Ich bin sicher, dass die Tasche bei uns viel Verwendung finden wird. Die Größe ist für einen Übernachtungsbesuch oder einen Wochenendtrip genau richtig.

Die Stoffe, der Reißverschluss und das Oilskin/gewachste Baumwolle waren ein Geschenk von Elsbeth und Ich. Vielen lieben Dank dafür! Das Material hat es mir wirklich angetan.

Viele Grüße und auf bald! Jetzt, wo ich wieder in meine kleine Ecke des Internets gefunden habe, hoffe ich auf ein baldiges Wiedersehen. Wahrscheinlich weiterhin unregelmäßig, aber ich bin wieder zurück in der Bloggerwelt. Soviel ist sicher. Und das Herbstkissen, das nun schon eine ganze Weile meinen Leseplatz schmückt, müsst Ihr einfach gesehen haben.

Danke für Eure Treue und Geduld mit mir in den letzten Monaten.

Habt einen schönen Feiertag!
Barbara

03/5/15

Caravan Tote von Noodlehead und was man aus guten Schnittmustern lernen kann

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Als ich mir vor ein paar Jahren in den Kopf gesetzt habe mit dem Nähen anzufangen konnte ich absolut nichts und habe erst einmal einen Anfängerkurs mit 6 Doppelstunden besucht. Absolute Grundlagen gab es dort zu erlernen und wir haben gemeinsam einen Rock genäht (den ich übrigens noch nie getragen habe). Danach habe ich selbst ein bisschen rumprobiert um anschließend für eine ganze Weile einen Dauernähkurs mit einer Doppelstunde pro Woche zu besuchen. So rasend viel habe ich da ehrlich gesagt nicht gelernt aber ich hatte immerhin eine Anlaufadresse, wenn ich mal mit etwas nicht weitergekommen bin.
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Heute nähe ich nur noch alleine und sauge alles auf wie ein Schwamm, was das Internet mir an Weiterbildung ermöglicht. Und da gibt es eine ganze Menge! Zusätzlich habe ich mittlerweile einige Craftsy-Kurse belegt (die gibt es leider nur auf englisch) und dort vor allem was das Patchworken und Quilten betrifft eine Menge gelernt.

Wenn ich aber benennen müsste was mich in meinem Nähen am Weitesten gebracht hat dann waren es richtig gute Schnittmuster und Anleitungen, sog. E-Books. Das Internet ist mittlerweile voll von  kostenpflichtigen Anleitungen aller Art und bei Gott sind jede Menge davon ihr Geld absolut nicht wert aber es gibt ein paar verlässliche Schnittdesigner, die jeden Cent für Ihre Anleitungen verdient haben weil man hier immer etwas Neues fundiert lernen kann, die Schnitte gut durchdacht und das Ergebnis professionell verarbeitet ist.

Die Vier, die mir in meinem Nähen am meisten weitergeholfen haben sind Noodlehead (die Anleitungen sind auf englisch aber gut bebildert), die Machwerk-Schnitte (auf deutsch und bis ins letzte Detail bebildert), Oliver & S bzw. Lisl & Co. (für mich das Maß aller Dinge im Bereich Kinder- und Erwachsenenschnittmuster. Hochprofessionell, perfekte Passform und Verarbeitung und mit jeder Anleitung gibt es eine neue Technik zu erlernen) und Made by Rae (auf englisch aber sehr gut bebildert, tolle Passform und Verarbeitung). Von diesen Vieren habe ich ganz ganz viel gelernt.
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Als Anna von Noodlehead vor 2 Wochen einen neuen Taschenschnitt veröffentlicht hat war das für mich also ein Pflichtkauf. Einen Moment habe ich aber ehrlich gesagt doch gezögert, denn die “Caravan Tote” mit passendem Täschchen ist eine Tasche konzipiert für alle, die unterwegs gerne ihr Strick- oder Häkelzeug dabei haben. In der vorderen Reissverschlusstasche verstecken sich gem. der Anleitung Schubfächer für Häckelnadeln und das kleine Täschchen ist für Wolle und Co. gedacht. Leider kann ich weder häkeln noch stricken (jaaa, immer noch nicht) und kann mit diesen Taschen-Extras herzlich wenig anfangen.

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Ich habe mich aber trotzdem nach kurzer Bedenkzeit für den Kauf entschieden und die Einteilung für die Stricknadeln weggelassen bzw. durch einfache Schubfächer ersetzt.
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Und ein Täschchen dazu kann man ja immer gebrauchen, nicht?
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Der Schnitt sieht an der vorderen Klappe zwei Druckknöpfe zum Verschließen vor die ich zuerst auch angebracht habe (hier fürs Foto nochmal aufgesteckt),
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dann aber durch eine blanke Klappe ersetzt habe. So gefällt mir die Tasche einfach besser.
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Der Taschenschnitt sieht zwei verschiedene Trägerlösungen vor: Einfache Lederriemen oder Tragegurte aus Stoff. Ich habe mich für noch eine andere Variante, nämlich fertige Henkel entschieden.
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Meine kommen wie immer vom Da Wanda-Shop “Florale Rose“, eine tolle Quelle für Lederhenkel. Solche Träger werden mit einem dicken Faden per Hand angenäht. Das geht ganz schnell. Ich fixiere sie vorher mit Stylefix und nähe sie doppelt an. Die Rückseite sieht dann allerdings nicht so schön aus, deshalb habe ich sie auf die Außentasche genäht bevor ich die Innentasche mit der Außentasche verstürzt habe. Damit ist innen nichts zu sehen.
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Klappt wunderbar sofern man ein Stückchen weg vom oberen Rand annäht (da muss ja im letzten Schritt noch eine Steppnaht hin) und die Wendeöffnung etwas größer bemisst.
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Die Stoffkombination gefällt mir sehr: Außen habe ich einen Home Dekor-Stoff aus der Birch Farm-Serie von Joel Dewberry gewählt, innen farblich passende Oval Elements (das ist ein Basic-Muster von Art Gallery, in vielen Farben erhältlich und dauerhaft im Sortiment, hier die Farbe mist),
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dazu außen einen silbernen Flanell. Das ist ein sehr hochwertiger Stoff von Alfatex, eigentlich für Anzughosen oder Blazer gedacht.
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Für die Tasche brauchte ich davon nur 20cm.
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Für die Innentasche habe ich ein altes Schätzchen im passenden silber aufgebraucht, Bella von Lotta Jansdotter
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und Chainflower von Lotta Jansdotter. Dasselbe schöne Silber hat übrigens auch ihre neue Kollektion “Follie“. Das kleine Täschchen hat noch einen Farbkleks in Pink (Art Gallery Pat Bravo “Hyperrial Garden”) bekommen.
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Alles in allem bin ich mit meinen Taschen sehr glücklich. Die Farbe, Form und Größe sind genau mein Ding! Richtig gut gefällt mir das silberne Label von Cocosheaven. Ich glaub, davon brauche in Nachschub.

Für diese Tasche habe ich Metallreißverschlüsse vernäht. Ich finde sie einfach edler als die regulären Plastikreißverschlüsse und sie sind hier auch nicht übermäßig teuer (auch die Versandkosten sind moderat). Eine super Alternative sind diese hier in Metalloptik aus Kunststoff. Da kann man einfach drübernähen ohne einen Nadelbruch zu riskieren.

Und wie immer hat Anna auch mit dieser Anleitung nicht enttäuscht. Was ich diesmal gelernt habe? Wie man noch sauberer Taschen aufsetzt. Ich habe das für einen Mantel nach einer Burda-Anleitung schon mal gemacht aber diese sind im Ergebnis viel ordentlicher.
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Ich habe eine neue Technik des Reissverschluss-Einnähens beim Täschchen gelernt (sehr interessant). Gefällt mir sehr gut, auch wenn ich das nicht ganz korrekt gemacht habe indem ich den Reißverschluss zu kurz gewählt habe.
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und zusätzlich, wie man solche Vordertaschen richtig sauber einsetzt.
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Und zu guter Letzt habe ich eine interessante Vlies-Kombination kennengelernt. Normalerweise nähe ich alle meine Taschen nur noch mit Soft & Stable. Für mich ist das das beste Taschenvlies überhaupt. Als ich den Taschenschnitt aber runtergeladen hatte ist mir aufgefallen, dass ich gar nicht mehr ausreichend Soft & Stable im Haus hatte und habe deshalb auf die Materialkombination zurückgegriffen, die Anna in der Anleitung empfiehlt.

Und zwar nutzt sie G700, ein Vlies, das ich dank Allison schon vor einiger Zeit für mich entdeckt habe. Das Vlies ist dünn und elastisch und macht aus jedem Baumwoll-Stoff einen etwas festeren aber nie steifen Home-Dekor-Stoff. Dieses Vlies habe ich auf den an sich schon festen Home-Dekor-Stoff gebügelt und darauf dann die Vlieseline H250. Das ergibt eine interessante Kombination, fest aber nicht steif und dabei dünn. Über die vielen Lagen der Tasche (vorne gibt es ja noch die Innentasche mit Einteilungsfach) bekommt die Tasche einen guten Stand. Diese Kombination werde ich mir auf jeden Fall merken!

Und weil ich die Tasche nur für mich genäht habe wandert sie heute zu RUMS wo alles vorgestellt wird, das Frau für sich ganz alleine genäht hat.

Viele Grüße
Barbara

07/3/14

Maniküre unterwegs

Snappy Manicure Wallet complete
Ich stehe auf Kriegsfuß mit meinen Fingernägeln. Genau genommen hab ich gar kein Problem mit den Nägeln, vielmehr mit ihrem ewig recht mitgenommenen Aussehen. Jaaa, ich könnte mir auch angewöhnen mit Handschuhen zu spülen oder mit Einweghandschuhen unter den Gartenhandschuhen in der Erde zu wühlen aber irgendwie halten diese Vorsätze bei mir nicht allzu lange.
Snappy Manicure Wallet Sweet as Honey empty
Damit sich der Schaden an den Händen in Grenzen hält findet man überall in meinem Umfeld Handcreme: Im Bad, am Bett, in der Küche, im Auto und in der Handtasche. Und mein Nagellack nebst Zubehör sind mein ständiger Begleiter wenn ich mehr als 48 Stunden weg von daheim bin.
Snappy Manicure Wallet Front
Deshalb kam mir das Etui, “Snappy Manicure Wallet” genannt, das Anna von Noodlehead als kostenlosen Schnitt für Robert Kaufman entworfen hat, gerade recht. Endlich hat alles seinen Platz und kann mit einem Handgriff mit auf Reisen genommen werden.
Nagellack verpackt
Reißverschlusstasche mit Inhalt
Dieses kleine Täschchen ist flott genäht und bietet 4 Flaschen Nagellack ein Zuhause. Zusätzlich kann man in einem Reißverschlussfach Nagelfeilen und Co. unterbringen. Geschlossen wird es mit Kam Snaps oder mit einem Klettverschluss.
Reißverschlussfach_Kam Snap
Damit es für meine Bedürfnisse passt habe ich es mit nur 2 Nagellackfläschchen und einer Dose Nagellackentfernertücher plus Nagelfeilen bestückt.
Snappy Manicure Wallet FIlled
Die Stoffe sind größtenteils Sweet as Honey von Bonnie Christine. Gekauft habe ich sie bei Still Water Design. Die Rehe in rot gibt es hier, die Daisies hier und die Bienenhäuser hier.
Snappy Manicure Wallet Back
Das Schnittmuster ist wie so oft auf englisch. Es ist aber wie alle Schnitte von Noodlehead sehr gut erklärt und bebildert. Für alle, die da etwas Hemmungen haben hier die Schnitteile mit den entsprechenden cm-Maßen:
Schnitteil Außentasche
Das Außenteil (im Schnittmuster Fabric A genannt): Eigentlich ist es aus einem Stoff. Ich habe es aber zuerst falschrum zuschnitten und hatte nicht mehr genug Stoff um es ein weiteres Mal zuzuschneiden. Deshalb habe ich oben gestückelt.

Wenn man es richtig machen will schneidet man ein Stück Stoff mit den Maßen 36 x 23cm zu, legt dann das Schnittmuster oben bündig an (Achtung! Oben ist da, wo das Muster auf dem Kopf steht!) und schneidet entlang der Vorlage rund. Dann mit Vlieseline verstärken. Ich habe Soft and Stable verwendet (dazu demnächst mehr), alternativ geht auch H640 und dann ein Stück festeren Stoff innehrhalb der Nahtzugabe dahinter nähen. Es muss jedenfalls eine voluminöse Vlieseline sein, die den Inhalt schützt aber gleichzeitig etwas Stabiles dahinter wie ein Stück Canvas oder eine feste IKEA-Baumwolle.
Schnittteil Rückseite Innentasche
Schnittteil Rückseite mit H630
Diese beiden Teile sind die Rückseiten der Innentasche. Die roten Rehe werden nach dem Schnittmuster zugeschnitten, diesmal mit den Köpfen nach oben, der untere Stoff ist die Rückseite der Reißverschlusstasche mit den Maßen 14 x 23 cm. Beide Teile mit Vlieseline H630 füttern (Im Schnittmuster ist das Fabric D)
Schnittteil Reißverschlusstasche
Diese Teile sind die Innen-und Außenseiten der Reißverschlusstasche (Fabric C . Die Maße sind 4 x 23cm und 11,5 x 23 cm. Jeweils 2x zuschneiden.
Schnitteil Gummifach
Das hier ist das Fach für den Nagellack. Dafür wird ein Stoffstück 15 x 28 cm zugeschnitten (Fabric B). Anschließend an der langen Seite falten und einen Tunnel für das Gummi (ca.32 Länge, je nach Elastizität des Gummis auch kürzer) einnähen indem direkt unter der Bügelkante eine Naht gesetzt wird und, je nach Gummibreite, füsschenbreit darunter noch eine Naht. Durch diesen Tunnel wird das Gummi mit Hilfe einer Sicherheitsnagel gezogen und am Ein-und Ausgang mit einer Naht fixiert. Der untere Teil wird auf die Breite der Tasche (23cm) eingekräuselt.
RV und Mittelteil
Dann fehlt nur noch ein passender Reißverschluss, mindestens 25cm Länge, und ein Stück Stoff mit den Maßen 5 x 23cm als Verbindung zwischen dem Reißverschlussunterteil und den Nagellack-Einschubfächern.

Genäht wird füsschenbreit. Der Rest ergibt sich glaube ich aus den Bildern der Anleitung.

Es gibt übrigens noch einen zweiten kostenlosen Schnitt: Eine tolle Reisetasche, den Duffle Bag, der schon Wochen auf meinem To-Sew- Zettel steht. Aber ich komme im Moment einfach nicht dazu.

Und weil dieses Täschchen nur für mich ist, darf es auch mit zu RUMS.

Euch allen eine schöne Restwoche! Und morgen gibt es dann endlich die Gewinner der Schnittmusterverlosung zu verkünden!

Viele Grüße
Barbara

04/29/14

Und wieder mal ein Divided Basket für ein Baby

Letzter Babypost fürs Erste- versprochen.

Divided Basket_

Für diese Divided Baskets von Noodlehead hab ich einfach ein Herz. Mittlerweile bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich sie ständig verschenke weil ich sie so gerne nähe oder weil ich wirklich davon überzeugt bin, dass jeder sie für irgendetwas gebrauchen kann. Dieses hier ist jedenfalls das Vierte, dass ich an eine junge Familie verschenke. Die anderen findet Ihr hier, hier und hier.

Dividet Basket3_

Dieses Körbchen ist eine Kombination aus einem grauen Karo von IKEA und einem Home-Decorstoff von Premier Prints. Die gibt es in vielen Farben und Designs zu sehr attraktiven Preisen bei Fabric.com. Sehr gut für Taschen aller Art geeignet und im Material ähnlich den Baumwollstoffen von IKEA. Nur die Prints gefallen mir viel besser. Diese Kombination habe ich auch für Theresas Zimmer genäht. Sie gefällt mir richtig gut.

Detail Henkel

Dazu graues Gurtband (ich verwende mittlerweile nur noch das aus Baumwolle, das fühlt sich einfach viel weicher an als die aus Kunststoff), mit pinkem Schrägband angesetzt – fertig.

Schnullerbänder

Und wieder die obligatorischen Schnullerbänder. Das Tutorial gibt es hier. Eine wunderbare Gelegenheit um Webbandreste zu verbrauchen.

Schnullerbänder2

Fertig

Die Sternendecke stammt von Fussenegger, gibt es zum Beispiel bei Nostalgie im Kinderzimmer, der Hase gehört zum Sortiment der Little White Company.

Viele Grüße Barbara

P.S: Schon wieder Creadienstag! Mehr Schönes gibt es hier.

03/10/14

Sweet as Honey oder Sommer im März

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Wenn bei mir neue Stoffe einziehen, dann liegen sie immer für eine kleine Weile auf meinem Zuschneidetisch. Im Vorbeigehen streichle ich drüber, sortierte den Stapel um und überlege, was ich damit anstellen könnte bzw. ob der Stoff wirklich zu dem passt, was ich als Projekt im Kopf hatte, als ich ihn gekauft habe. Nach ein paar Tagen dann wird der Stapel zerpflückt und ich nähe los oder die die Stoffe wandern nach Farbe sortiert in den Stoffschrank. Wenn ich dann die Zeit und Lust habe was daraus zu nähen fische ich sie wieder raus. So läuft das normalerweise.

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Letzte Woche ist hier ein Stapel eingezogen, den ich aber einfach nicht wegräumen konnte. Die Farben sind so schön und satt und wahrscheinlich meine Sehnsucht nach Sommer am Ende des Winters so groß, dass sie sie weiterhin anschauen will.

Deshalb habe ich kurzerhand beschlossen aus “Sweet as Honey” von Bonnie Christine Dinge für mein Nähzimmer zu nähen. Damit haben die Stoffe dauerhaftes Bleiberecht denn leider ist mein Nähzimmer zu klein um Stoffstapel für Wochen herumliegen zu lassen.

Art Gallery

Fotorechte: Art Gallery Fabrics

Ich finde selten ist eine Kollektion treffender benannt als diese. Dieses gelb! Diese Motive! Herrlich. Dazu die Haptik denn die Stoffe von Art Gallery sind besonders fein und weich und damit auch perfekt geeignet für Bekleidung. Art Gallery Fabrics hat übrigens einen super Blog. Jede neue Serie wird mit Videos oder einem Lookbook und immer einem kostenlosen Quiltmuster vorgestellt. Die dazu passenden Basics (Unistoffe und Stoffe mit kleinem Muster, die dazu passen), werden immer benannt. Das finde ich sehr praktisch und die Bilder immer sehr inspirierend!

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Was ich daraus bisher genäht habe zeige ich Euch in den nächsten Tagen. Nach dem ganzen Jersey, Filz und Tüll der letzten Wochen genieße ich mal wieder Baumwolle zu vernähen. Den Anfang macht ein Divided Basket (Schnittmuster von Noodlehead, u.a. schon mal hier und hier genäht) für meine ewig rumliegenden Papier-Schnittmuster.

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Ich hefte meine Schnittmuster normalerweise in Ordnern ab. Aber die, mit denen ich gerade nähe oder demnächst nähen will, liegen meist rum. Die haben jetzt alle ein Plätzchen im Korb gefunden.

Bisher habe ich die vordere Tasche immer unterteilt. Diesmal ist es eine Tasche geblieben, damit auch große Muster Platz finden.

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Und für alle, die immer stöhnen, dass es so was Schönes wieder nur im Ausland zu bestellen gibt, habe ich eine gute Nachricht: Diese Stoffe gibt es bei Still Water Design aus Norderstedt bei Hamburg, vom Sofa aus bestellt und zwei Tage später an die Haustür geliefert.

Was den Schnitt betrifft: Dazu habe ich in den letzten Tagen und Wochen diverse Emails bekommen. Ich kann dazu leider kein Tutorial machen denn es ist die Idee und das kostenpflichtige Schnittmuster (6,50 Dollar/entspricht 4,70 Euro) von Noodlehead. Ich kann Euch nur anbieten, dass ich Euch mit der Übersetzung helfe. Das Schnittmuster ist ansonsten sehr gut und schlüssig bebildert. Damit kommt Ihr auch zurecht, wenn Euer englisch nicht sooo dolle ist. Ich finde, es lohnt sich sich da einmal reinzudenken. Dieser Korb ist der mittlerweile 5. den ich genäht habe. Und es wird nicht der Letzte sein, das weiß ich jetzt schon.

Morgen mehr Sweet as Honey. Bis dahin: Genießt die Sonne!
Liebe Grüße
Barbara